von BK-Thorsten | 31.05.2024 | eingestellt unter: Brettspiele, Unboxings

Unboxing: Darktide – Das Miniaturenspiel

Es gibt mal wieder ein neues Brettspiel von Games Workshop. Dieses Mal hat man ein Videospiel adaptiert: Darktide.

Review Darktide 01 Review Darktide 02

Auf einen Blick:

Produkt: Warhammer 40.000: Darktide – Das Miniaturenspiel
Hersteller: Games Workshop
Material: Plastik, Pappe
Preis: 85,00 Euro
Maßstab: 28mm

Das Reviewmaterial wurde vom Hersteller gestellt.

Was ist Darktide?

Bei Darktide handelt es sich um einen Online-Multiplayer-Egoshooter mit Rollenspielelementen, bei dem der Spieler sich einen von vier möglichen Charakteren aussucht, um in Viererteams PvE-Missionen zu absolvieren und dadurch mehr Erfahrung und bessere Ausrüstung zu sammeln. Dabei handelt es sich um einen Veteranen, einen Zeloten, einen Psioniker und einen Ogryn. Allesamt ehemalige Gefangene welche nun von der Inquisition auf selbstmörderische Missionen geschickt werden um ihre Treue zum Imperium zu beweisen… oder bei dem Versuch zu sterben. Dabei bekommen es die Spieler nicht nur mit Verrätern zu tun, sondern auch mit waschechten Chaosdämonen. Jeder der vier Charaktere bringt seine eigenen Waffen und Fähigkeiten mit, wobei nicht bei jeder Partie auch jeder Charakter anwesend sein muss. Hat die Gruppe zu wenig Spieler wird allerdings immer auf vier Spieler aufgefüllt, zur Not mit Bots. Das Spiel erschien Ende 2022 für PC und XBox.

Inhalt:

Die Box ziert das Logo und Artwork des Videospiels. Ein Blick auf die Rückseite zeigt die vier Spielercharaktere, zu denen wir später noch kommen werden sowie ein Foto einer laufenden Partie. Dazu kommt natürlich noch etwas Text und eine Auflistung des Inhalts. Dieser liest sich wie folgt:

– 4x von den Spielern kontrollierte Kämpferminiaturen aus blauem Kunststoff – Ogryn, Psionikerin, Zelotin und Veteran
– 16x Miniaturen von Feinden aus grauem Kunststoff – 6x Seuchenwandler und 10x Renegatensoldaten
– 48-seitiges Kampagnenbuch mit allen Regeln und Missionen, die du zum Spielen brauchst
– 10x sechsseitige Würfel
– 10x Datenkarten für deine Helden und Feinde
– 17x Ausrüstungskarten
– 24x Aufwertungskarten
– 21x Aktivierungskarten
– 4x beidseitig bedruckte Killzone-Segmente
– 2x beidseitig bedruckte Bögen mit Spielmarkern

Okay. Es gibt viel zu sehen, packen wir’s aus.

Ausgepackt:

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Hat man die Box zum ersten Mal in der Hand fällt auf, dass diese weitaus fragiler ist als die soliden Kartonagen anderer Games Workshop Brettspiele, wie zum Beispiel Combat Arena oder Space Marine (um mal die Jüngsten zu nennen). Stattdessen hat man sich für dieselbe Verpackung entschieden, wie sie zum Beispiel auch bei den Dawnbringers-Boxen verwendet wird. Entsprechend öffnen wir eine der Seitenlaschen und ziehen den etwas stabileren schwarzen Innenkarton heraus. Oben liegen die Gussrahmen der Miniaturen. Blau für die Helden, Nurgle-Grün für die Gegner. Durch eine Trennpappe geschützt finden wir danach die weiteren Spielmaterialien wie Würfel, Karten, Pappbögen, Anleitung und auch die Bases. Die Box verfügt über kein Inlay wie z.B. Combat Arena.

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Die Miniaturen:

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Diese Box enthält was die Miniaturen angeht nichts neues. Wir erhalten den Easy-to-Build Gussrahmen der Seuchenwandler und einmal die Chaos-Renegaten wie wir sie zuletzt in Kill Team gesehen haben (ohne Kommissar und Ogryn). Auf Seiten der Helden haben wir die aktuelle Primaris Psionikerin des Astra Militarum, eine Zelotin mit Flammenwerfer die seit Blackstone Fortress mit dabei ist (für Darktide hat sie allerdings ihren eigenen Gussrahmen bekommen), sowie genug Teile für einen Ogryn und einen Kasrkin die man gemeinsam in einen Gussrahmen gepackt hat. Wir haben dennoch wenigstens die Heldenfiguren kurz zusammengebaut:

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Sonstige Materialien:

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Die sonstigen Materialien entsprechen dem üblichen GW-Standard. Die Pappe gerade beiden vier Spielfeldelementen könnte ruhig etwas dicker sein. Am Druck selbst gibt es nichts auszusetzen und die Würfel sind die bekannten weißen Standard-W6 mit schwarzen Augen.

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Spielregeln:

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Wir wollen noch kurz auf die Spielregeln eingehen. Der ein oder andere wird sich beim Anblick der Profilkarten bereits ein wenig heimisch gefühlt haben, denn sie sind nicht allzu weit von den Profilen eines Kill Team entfernt. Dies spiegelt sich auch in anderen Elementen wieder. Das Spielfeld ist die Killzone, die Figuren der Spieler Kill-Team-Kämpfer. Im Gegensatz zu Kill Team ist Darktide ein Koop-Spiel bei dem die Gegner vom Spiel gesteuert werden und das auf Hexfeldern ausgetragen wird. Dabei verhalten sich die Gegner im Zweifelsfall stets gemein, denn solche Situationen werden zu Ungunsten der Spieler aufgelöst. Die Aktivierung der einzelnen Figuren erfolgt über einen Zugstapel. Dabei werden die Spielercharaktere von vier identischen Karten repräsentiert, die der Gegner ist eindeutig. Die Spieler können also wählen welcher Kämpfer aktiviert wird. Es bleibt aber dabei, dass in einer Runde jede Miniatur nur einmal aktiviert werden kann. Wird eine Figur aktiviert führt diese zwei Aktionen durch wobei jede mögliche Aktion nur einmal pro Aktivierung durchgeführt werden kann. Im Kampf gelten 6en als kritische Treffer/Verteidigung. Auch dieses Konzept wurde aus Kill Team übernommen. Die Regeln enthalten sechs Missionen die entweder als Kampagne in Reihenfolge oder als One-shots einzeln gespielt werden können. Jede Mission ist in drei Runden unterteilt. Die Charaktere erhalten ihre Ausrüstung und Aufwertungen zwischen diesen Runden. „Runde“ mag hier für den ein oder anderen ein irreführender Begriff sein. Eine Runde definiert in Darktide einen Spielfeldaufbau samt Sonderregeln und Rundenziel. Wird dieses Ziel erreicht geht es weiter zur nächsten Runde. Innerhalb einer Runde kann der Aktivierungsstapel allerdings durchaus mehrfach durchlaufen werden. Die Spielercharaktere können sich zwischen den Runden auch heilen, besiegte Spieler sind allerdings für den Rest der Partie raus.

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Fazit:

Die erste Frage die man sich stellen muss ist: Was möchte Darktide überhaupt sein? Geht man nach der Rückseite des Regelhefts scheint es sich um ein Einführungsprodukt für Kill Team zu handeln, denn da soll der Kampf ja weiter gehen. Dazu noch das Branding eines (mittlerweile) einigermaßen erfolgreichen Videospiels innerhalb der Marke. Das Problem dabei ist, dass es bereits 2021 mit Warhammer 40.000: Fireteam ein eben solches Spiel gab. Space Marines kämpften gegen Necrons nach abgespeckten Kill Team-Regeln auf Hexfeldern. Dazu gab es sogar noch Profile für vier weitere Teams (Orks, Harlequine, Tau und Tempestus Scions) und mit dem Team vs Team-Konzept war man auch näher an Kill Team. Dafür gab es bei Fireteam keine Ausrüstung und Aufwertungen.

Vielleicht möchte man sich hier primär an Fans von Darktide richten. Aber auch dann passt das Konzept nur bedingt. Viele der enthaltenen Miniaturen sind keine Steckmodelle. Einem absoluten Neuling wird hier deutlich mehr abverlangt als bei den sonstigen Brettspielen. Auch im Geldbeutel. Space Marine (welches immerhin auch ein Videospiel bewerben soll, auch wenn Space Marine 2 noch immer auf sich warten lässt) ist mit 30 Euro deutlich günstiger und bietet ebenfalls viele Miniaturen die alle steckbar sind. Bis hin zu einer Miniatur die direkt dem Protagonisten des Videospiels entspricht. Bei Darktide hat Games Workshop schlicht auf sein bestehendes Sortiment zurückgegriffen, was mal mehr, mal weniger gut passt. Hier hätte man zum Beispiel vier neue Helden auf der Vorlage des Videospiels entwerfen können. Die Seuchenwandler und Renegaten können ruhig so bleiben.

Das hier noch einmal abgespeckte Kill Team-Regeln angeboten werden ist kein Problem, das hat bei Fireteam bereits gut funktioniert. Die Ausrüstung und das Spielen im Koop ist auch spaßig und die Missionen sind abwechslungsreich (auch wenn das Auslöschen der Gegner ganz klar Priorität hat, aber damit bleibt man nur der Vorlage treu).

BK-Thorsten

Brückenkopf-Online Redakteur und Tabletop Insider stv. Chefredakteur. Spielt Infinity, SAGA, Freebooter's Fate, Kings of War, Warhammer 40k, Warzone Resurrection, Dropzone Commander, Deadzone, Dreadball, X-Wing, Konflikt '47, Bolt Action, Dead Man's Hand, Dracula's America, Beyond the Gates of Antares, Dropfleet Commander, Frostgrave, Collision, Bushido, Shadespire, Aristeia! und Warpath.

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Kommentare

  • Was mich hier tatsächlich neugierig macht: Irre ich mich oder ist es tatsächlich das erste Mal, dass GW Gussrahmen bereits vorhandener Modelle neu zusammen stellt? Sonst wird doch immer 1:1 recycelt?

    • Zuletzt hat man bei den Brettspielen ziemlich günstig überschuss bekommen, da nur zwei Minis aus einem Gussrahmen gebraucht wurden, man aber den vollen bekommen hat. Das war bspw. bei dem letzten 40k Thalia Game so. Da gab es den kompletten Blackstone Fortress Heldengussrahmen, aber gebraucht hat man davon nur die Eldar Weltenwanderin und den Man of Iron.
      Da bekam man günstig noch die anderen Minis auf dem Gussrahmen mit dabei.

      GW will dies offenbar unterbinden. Oder in diesem Fall hätte man zu viel Überschuss für das Darktide Cover-Team, gebraucht (Ogryn, Veteran, Zelot und Psyker). GW hat es sich da aber sehr einfach gemacht, denn anstatt ein eigenes Darktide look alike Team zu designen, hat man nur bestehende Figuren verwendet und v.a. im Fall von Ogryn und Kasrkin die auf einzelne kleine Gussrahmen gepackt.

  • oh, ich dachte das wäre wieder so ein „Thalia“ Brettspiel.
    PReis passt aber nicht, Box auch entsprechend nicht „Buchladentauglich“.. hatte mich gefreut, dass Spiel für 30-50 Euro im Thalia mitzunehmen. Aber über 80 Euro. Da bleib ich bei meinem „Fire Team“.

    • Sehe ich genauso. Der Preis hat bei mir jegliches Interesse gekillt. Gefühlt will man da die paar Fans des Spiels abzocken, die sich nicht mit Tabletop auskennen… und der Anteil sollte sehr gering sein. *Ich* vermute, dass das wie Blei in den Regalen liegen bleiben wird.

  • Danke für das Unboxing 😁👍.

    Mich interessiert an dem Spiel nur das Regelbuch und Karten 🤔
    Bei den Minis habe ich für mich persönlich bessere 😁.

    Meine Frage an alle. Hat jemand das Spiel im Handel kaufen können? Und ich meine nicht GW selbst. Dort kaufe ich nicht mehr.

    Überall scheint es das Spiel nicht aktuell zur Verfügung zu sein.

    Ich finde solche Spiele echt spannend für mich. Ist wie Blackstone Fortress oder Cursed City, wo ich auch mal alleine zocken kann 😃

  • Okay, noch ein neues Brettspiel von GW.. musste das sein 😞 würde doch Killteam reichen… 》wie wäre es mal mit einem Upgrade für die doch sehr alten Vespiden.. und das noch in Kombi in einem Killteam, könnte das vielleicht das Interesse nochmal ankurbeln, da würde ich zuschlagen, bei der Sp. Marines und Eldar Skorpion Box als Killteam fand ich super! Nur schade, das die Optionen bei den Skorpion Kriegern nich so überzeugend waren…
    Danke

    • Valraks immer konkreter werdenden Gerüchten nach ist das nächste Season / Editionsbox-Bundle für Killteam eine Art vertikaler Cityfight mit entsprechendem erhältlichen Gelände und folgenden Teams
      Vespids
      Tempestus Scions mit Jetpacks.

      Die könnte also genau dein Ding sein.

      • Ja das habe ich auch schon in Foren gelesen.

        Den die aktuelle Saison ist laut GW (gestern GW Community) so kompliziert worden.

      • ich muss gestehen, empfinde ich nicht so. (was kompliziert angeht) das einzige was mal aufgeräumt gehörte, wenn wir von vereinfachen der Edition reden, ist LOS und Cover. ansonsten empfinde ich KT als fein wie es ist. aber mal sehen, was sie darunter verstehen, das System zu entschlacken. Ich hoffe nur, wenn alle aktuellen dedizierten teams zu Teams den neuen Kompendiums werden, dass sie die nicht in grund und Boden nerfen. Sinst spiele ich wohl einfach weiter die aktuelle Edition, habe ja noch genug Teams zum anmalen 😅

      • MaDaCa
        Sorry es sollte heißen

        Die Aktuelle Saison ( Ozean Welt) ist zu Ende.

        Ich habe aber auch noch einiges zum Malen und umbauen bei mir 😁👍

  • Hab grad den Kill Team starter für 68 Euro gekauft. Da sind zwei ganze Kill Teams drin, die Regeln, bissel Gelände, Marker und man kann richtig Kill Team spielen. Für weniger Geld. Daher versteh ich das Spiel auch nicht.

      • Allerdings gibt es das Brettspiel zu „Space Marine“ für 30 Euro und da sind 20 Termaganten und der exklusive Lieutenant Titus drin. So viel kostet ja sonst ein Charaktermodell allein bei GW.
        Die Lizenz kann es also nicht sein, man hätte hier den Preis auch problemlos auf 40 bis 50 Euro drücken können. Oder zumindest exklusive Miniaturen für die Spielercharaktere.

      • Aber ist GW nicht der Lizenzträger für den der Videospielhersteller Lizenzgebühren zahlen musste? Iwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das wieder im Kreis geht, aber weiß… xD

      • Da Darktide aber nicht besonders Zugkraftig ist glaube ich nicht das da viel zu zahlen wäre

        Selbst wenn gw nicht der ursprüngliche Lizenzgeber wäre

  • Da fehlen mir noch Minis für Mutantenhund, Bestie des Nurgle und Chaosoger…dann wäre das Teil deutlich näher am Computerspiel und für den Preis auch interessanter.

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