von BK-Christian | 29.03.2010 | eingestellt unter: Reviews, Science-Fiction

Review: AT 43 – Armeebox ONI

Nachdem wir in letzter Zeit immer wieder gebeten wurden, auch mal ein Review zu AT 43 zu machen, kommt jetzt gleich eine ganze Serie. Den Auftakt bildet die Armeebox des ONI-Konzerns.

Was ist eigentlich ONI?

ONI ist ein gewaltiger Konzern, der jedes Jahr Milliardengewinne anhäuft. Um seine Interessen und die seiner Klienten zu schützen, unterhält ONI eine eigene Armee. Einige seiner Krieger kämpfen auch nach ihrem Ableben weiter: Die Corporation hat das Geheimnis des ewigen Lebens entschlüsselt und führt ganze Horden hochtechnisierter Zombies in die Schlacht. Die Vorteile dieser Armee liegen auf der Hand: Sie ist billig und sie stellt keine dummen Fragen. Bei ONI wirft eben auch der Tod Profit ab! Unterstützt werden die Zombiekrieger von leichten Radpanzern und ausgewählten Elitekriegern, wie der Scharfschützin Natalya „Bokor“ Bokov.

Eine kreditwürdige Sache ist eine gute Sache! –   ONI-Firmenmotto


Was bietet die Box?

  • 8 Zombie Detonators
  • 12 Elite Super Zombies Reanimators, darunter 2 Zombie Gun Bearers, 1 Zombie Master, 1 Medic and 1 Shomyo
  • 3 Zombie TacArms Alpha, darunter 1 Samurai
  • 1 Shogun N. Bokov, Charaktermodell
  • 1 Superschweres AFV “Vlad”
  • 1 Mittelschweres Destroyer AFV
  • 6 Wände
  • 1 Container
  • 1 Starterhandbuch
  • 1 ONI Taktikbooklet
  • 1 Posterspielfeld
  • 12 Würfel
  • 1 “ONI” Maßband
  • 1 Explosionsschablone
  • 15 Spielkarten

Für 70 Euro ist das eine durchaus solide Ausstattung, beim Preis kann die Box überzeugen. Mit zwei Fahrzeugen, 4 Einheiten und einem Held ist man außerdem gut für die erste Schlacht gerüstet, man kann also sofort losspielen und stellt nicht kurz nach dem Aufbauen fest, dass man eigentlich noch eine andere Box braucht. Das Gelände ist eine nette Dreingabe und wenn zwei Armeeboxbesitzer gegeneinander spielen, kommt auch schon eine recht ordentliche Menge zusammen. Um trotzdem ausreichend Deckung und Taktik zu ermöglichen, empfehlen wir allerdings den Einsatz zusätzlicher Geländeelemente.

Bevor wir auf die Qualität der Miniaturen eingehen, wollen wir kurz einen Blick auf das Zusatzmaterial werfen. Würfel, Maßband und Schablone machen einen mittelprächtigen Eindruck, aber sie erfüllen ihren Zweck. Mit hochwertigen Produkten können sie nicht mithalten, dafür wirken die verwendeten Materialien zu billig und das Maßband zu „knarzig“. Insgesamt sind die Sachen aber ok und allemal besser als die allseits bekannten roten „Zollstöcke“ von Games Workshop.

Was taugt Prepainted Plastic?

Vorbemalte Modelle aus eher weichem Kunststoff. Normalerweise reicht schon dieser kurze Satz aus, um die meisten Tabletopper in die Flucht zu schlagen. Immer wieder werden in Foren Horrorbilder von völlig verunglückten Miniaturen ausgegraben und bissig kommentiert. Aber was taugen die ONI-Minis wirklich? Wir haben die Figuren unter die Lupe genommen und natürlich auch einige Bilder für Euch geschossen.

Zunächst schauen wir uns das Fußvolk der Oni-Corporation an, also die Zombies. Von links nach rechts sind das: Zombie Detonators, Elite Super Zombies Reanimators, Zombie TacArm.

Als nächstes kommen zwei Bilder von Shogun N. Bokov:

Zu guter Letzt noch die Fahrzeuge und der allseits beliebte AT 43-Container:

Im Größenvergleich mit einem GW-Rhino sehen die Fahrzeuge so aus:

Die Qualität der Figuren geht insgesamt in Ordnung, auch das eher weiche Plastik macht keinen so schlappen Eindruck mehr wie bei früheren Prepainted-Modellen, sondern ist erstaunlich stabil. Gussgrate sind zwar vorhanden, halten sich aber in vertretbaren Grenzen und die Minis weisen genug Details auf, um auf dem Schlachtfeld einen guten Eindruck zu machen.

Ein ärgerlicher Mangel zeigte sich bei der großen Primärwaffe des schweren AFV „Vlad“. Die Befestigung der kopflastigen Kanone ist viel zu schwach, so dass die Waffe ohne Kleber keine Minute auf dem Schlachtfeld überlebt. Das lässt sich zwar schnell beheben, hinterlässt aber einen etwas unprofessionellen Einduck, der eigentlich nicht sein müsste.

Die Bemalung der Modelle ist zweckmäßig und die Farben sind fast alle am richtigen Fleck. Akzente sucht man vergebens, hellere Bereiche wurden aber zumindest einmal gewashed (die Haut der Zombies), um den Modellen ein wenig Tiefe zu verleihen. Für Spieler, denen eine hochwertige Bemalung wichtig ist, reicht die Qualität der AT 43 Sachen damit zwar sicher immer noch nicht, aber wer eine brauchbar bemalte Armee sucht, mit der man sich im örtlichen Tabletop-Club nicht blamiert, der kann guten Gewissens zugreifen.

Pimp my Zombie… und den Rest auch!

Auch wenn die Miniaturen bereits spielfertig und brauchbar bemalt aus der Box kommen, ein bißchen Kosmetik kann nicht schaden. Wir haben einmal getestet, was man mit den neuen GW-Washes, ein bißchen Trockenbürsten und vernünftiger Basegestaltung aus den Miniaturen herausholen kann. Insgesamt haben wir dazu einen Abend mit den gängigen Wundermitteln (Devlan Mud, Badab Black und Ogryn Flesh für die Haut) und einigen Trockenbürstrunden an den Modellen herumgespielt. Hinzu kamen einige sehr grob platzierte Details (mehar Metall, blaue Linsen auf die Zielfernrohre und das Fernglas), auf Akzente wurde dabei allerdings komplett verzichtet, wir wollten schließlich nur prüfen, was man mit wenigen Handgriffen und wenig Zeit aus den Modellen herausholen kann.

Rückstände des industriellen Bemalprozesses und die enthaltenen Weichmacher sorgten allerdings anfangs dafür, dass die Farben und Washes kaum auf den Miniaturen hafteten. Nach einem Bad in warmem Seifenwasser ging das ganze dann deutlich besser (wenn auch nicht perfekt)

Und so sehen die Ergebnisse aus:

Wir sind mit dem Ergebnis insgesamt ziemlich zufrieden. die neue Basegestaltung und die dezenten Aufwertungen bei der Bemalung haben noch einmal einiges aus den Modellen herausgeholt. Im Lauf der Überarbeitung haben wir außerdem die an der Taille drehbaren Modelle mit Sekundenkleber zusammengeklebt, da dies in unseren Augen hochwertiger wirkt und den Spielzeugcharakter der Modelle mindert.

Für die Fahrzeuge blieb leider keine Zeit mehr, aber auch hier dürfte mit etwas Trockenbürsten, ein wenig Weathering und ein paar Kampfschäden viel zu machen sein.

Fazit: Zombies with buzz saws! Seriously!

Mit den Armeeboxen macht Rackham ohne Zweifel einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Während die regulären Boxen für AT 43 häufig völlig überteuert sind (8 Detonator-Zombies kosten 30 Euro!), geht der Preis für die Armeeboxen mehr als in Ordnung. Die Qualität der Bemalung und der Miniaturen hat sich im Vergleich zu früheren Produkten schon deutlich gebessert, allerdings sollte man sich trotzdem nichts vormachen: Wer schöne Miniaturen haben möchte, kommt um eine Nachbearbeitung nicht herum und wer ein wirklich hohes Niveau anstrebt muss wahrscheinlich sogar neu grundieren (ist dann aber bei AT 43 vermutlich ohnehin falsch).

Für Leute, die ein schnelles Spiel suchen und ohne große Vorarbeiten losspielen wollen sind die Armeeboxen von AT 43 aber definitiv eine interessante Alternative. Schneller und unkomplizierter kann man kaum an eine spielbare Armee kommen. Hinzu kommt, dass die Vorbemalung der Ministuren trotz aller Schwächen besser ist als vieles, was man auf Turnieren oder in dieversen Foren sonst so zu Gesicht bekommt.

Im Fall der ONI-Armeebox fallen einige kleine Mängel auf, vor allem die schlechte Befestigung des AFV-Geschützturmes ist ärgerlich und wenig professionell. Insgesamt sind die Truppen der Corporation aber sehr stimmungsvoll und wo hat man schon die Möglichkeit Zombies mit integrierten Bomben und Kreissägen in die Schlacht zu schicken? Der Coolnessfaktor der Armee ist auf jeden Fall sehr hoch!

Abschließend können wir festhalten, dass AT 43 in Sachen Qualität und Preis-Leistung viel Boden gut gemacht hat und immer mehr zu einer echten Alternative wird. Um eine klassische Fußballerphrase zu zitieren: Für die Spitzengruppe reicht es zwar nicht nicht, aber das obere Tabellendrittel ist drin.

Quelle: Rackham Games

Was meint Ihr? Ist Prepainted immer noch ein No-Go? Oder kann Euch die Qualität der gezeigten Figuren überzeugen?

BK-Christian

Chefredakteur von Brückenkopf-Online und Tabletop Insider. Seit 2002 im Hobby, erstes Tabletop Warhammer Fantasy (Dunkelelfen). Aktuelle Projekte: Primaris Space Marines, Summoners (alle Fraktionen), Deadzone/Warpath (Asterianer und Enforcer), Kings of War (Basilea und Oger), Dropfleet Commander (PHR).

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Kommentare

  • Die gepimpten Figuren gehen schon in Ordnung, die unbehandelten gehen aber wirklich nur solange man damit beschäftigt ist die anderen „aufzuhübschen“. Insgesamt scheint das Ganze besser zu sein als noch beim Confro:AOR richtig?

  • Die Fahrzeuge (jetzt mal von der Bemalung abgesehen) sehen richtig schlecht aus. Erinnert mich an billiges Kinderspielzeug aus dem 1 Euro-Shop. Mit so nem Schrott bekommt man mich nicht von 40K weg.

    • Die Fahrzeuge der ONI sind definitiv ein schwieriger Punkt (genau wie die Mechs der Cogs). Aber die Läufer des Red Blok machen beispielsweise einen sehr schicken Eindruck. Mehr dazu dann in unserer zweiten Review, in der wir die Armeebox des Red Blok unter die Lupe nehmen werden.

      • Oh, cool.
        Auf das Review freue ich mich besonders. Ich liebäugel schon länger mit den Red Blok Jungs.

        Danke für das wirklich gute und aufschlussreiche Review.

    • Will dich ja auch keiner wegbekommen, ich finde die schicker als manches GW-Zeuchs vor allem bei 40K, für mich als Spieler (nicht als Modellbauer) definitiv eine spannende Alternative. Und die Mechs der Cogs find ich auch cool.

  • Erstmal natürlich sehr schön, das ihr die Rackham-Systeme mit ins Programm nehmen konntet. Ich bin da shcon seit AT-43 Start (mit Unterbrechung) dran, und muss sagen, das es schade ist, das Rackham sich in vielen Punkten da selber ins Bein geschossen hat, zumal sowohl Hintergrund als auch Regeln schon sehr toll sind (mmn).

    Auf das RedBlok Review bin ich schon sehr gespannt, v. a., ob sich da meine Eindrücke mit denen des Reviewers decken 😉 – Interessant für mich wären auch Reviews des AT-43 Regelwerks, uva. vom Confrontation AoR Initiation Set.

  • Also die Fahrzeuge gehen echt mal gar nicht…
    Und die Modelle sind abgesehen von der Bemalung auch recht mittelprächtig, nach dem „pimpen“ sehen sie aber annehmbar aus, das Prepaint als TT Standard zu bezeichnen grenzt aber imho an Beleidigung…

    • Fahrzeuge: Geschmackssache, ich finde die gehen einigermaßen.

      Die zweite Aussage ist allerdings richtig (hatte ich geschrieben, dass die in TT-Standard aus der Box kommen? *such* )
      TT-Standard ist die Bemalung sicher erst nach dem Aufmotzen, vorher sind das ja wenig mehr als Grundfarben (immer noch besser als nichts).

    • Man muss dazu sagen, das bei den Großen Armeeboxen der Bemalstandart heruntergeschrabt wurde. Bei den anderen Boxen (Fahrzeuge oder auch Teams) die es zu dem System gibt ist die Bemalung besser, nicht perfekt muss ich zugeben aber um längen besser.

      • Ok, das habe ich schonmal gehört, glaube es aber irgendwie nicht so ganz… Ob es wirklich Geld sparen würde, extra für die Armeeboxminis den Bemalprozess zu ändern erschließt sich mir nicht so ganz. Aber wir werden uns in Zukunft auch einige Einzelboxen anschauen und dann den Direktvergleich machen. 🙂

      • Ok, hab mich gerade bei Rackham erkundigt, ist tatsächlich so.
        Und das bedeutet: Demnächst gibts ein Review einer normalen Box, damit man die Qualität vergleichen kann. 🙂

  • ich bin auf AT-43 umgestiegen weil mir die Politik bei GW mächtig auf den Nerv geht und weil meine Zeit leider beschränkt ist. die Qualität ist ganz ok und das Spiel funktioniert. Im bereits lange bestehendem Forum gibt es viele Anregungen -so lässt sich der Oni Truck leicht und locker mit einem Weinkorken reparieren. Ich weiß das auch Rackham viele verprellt hat aber das haben ander auch siehe Kraken.
    Preise bei Tabletop finde ich Grundsätzlich zu hoch angesetzt bei AT-43 gibt es aber nicht so ein Preisdiktat wie bei GW

    • Die Preispolitik bei Rackham war allerdings auch nicht ganz das wahre, bevor die Preise, wie jetzt, gedumpt sind. 25€ für eine EinheitenBox + nochmal 30€, um die Einheit mit allen Optionen aufzufüllen, war schon wucher, da ist GW dann doch günstiger, von PiP fange ich da garnichterst an. Das sich keiner der Anbeiter Preislich was tut, sollte jedem TTler, der das Hobby ein wenig ernsthafter und vielseitiger angeht, mittlerweile klar sein.

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