von BK-Marcel | 30.08.2021 | eingestellt unter: Historisch, Reviews

Review: Warlord Games Prussian Dragoons

Es geht in unserem heutigen Review wieder in das frühe 19. Jahrhundert.

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Auf einen Blick

Produkt: Black Powder Prussian Dragoneers
Hersteller: Warlord Games
Material: Siocast Resin
Preis: 32,50 EUR.

Das Produkt wurde uns vom Hersteller gestellt.

Inhalt

Wie bei den Husaren, sind auch bei den insgesamt 12 Dragonern wieder zwei Luftpolsterbeutel mit den Pferden und Reitern in der Box. Anstatt des klassischen Flyers war wieder nur ein Zettel mit Bannern und einem kurzen Abriss über die Preußischen Dragoner enthalten. Am Quality Control Zettel klebte ein Metallspeer für den Standartenträger, da dieser scheinbar nicht vernünftig gegossen werden kann. Zumindest eine Sache, die das Material mit normalem Resin gemeinsam hat.

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Wie man jetzt vermuten kann, oder es oben gelesen hat, sind die Dragoner und die Pferde wieder aus………

SIOCAST!!!!

Das „Resin“ fühlte sich wieder wie PVC an, auch wenn im Vergleich zu den zuletzt getesteten Husarenes diesmal etwas fester war. Aber es war halt vom Gefühl her immer noch eher PVC.

Zusammenbau

Ebenfalls wie bei den Husaren war auch hier der Zusammenbau wieder relativ einfach. Sekundenkleber zwischen Reiter und Sattel und fertig.

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Als Warlord uns versicherte, dass es sich bei den Husaren um eine Montagsproduktion handelte und die Dragoner bedeutend besser wären, waren wir erstmal stutzig.
 Wie heißt es so schön? Alles ist relativ. Auch im Bezug auf die Dragoner ist diese Aussage korrekt. Im Vergleich zu den Husaren sind die Modelle im Großen und Ganzen wirklich eine Verbesserung. Nichts ist verwaschen, die Details sind eindeutig zu erkennen und Gussgrate halten sich auf den ersten Blick in Grenzen.

Aber jetzt kommt halt der Punkt mit dem relativ. Nur für sich betrachtet gibt es nämlich sowohl bei Reitern als auch Pferden Probleme.
Da hätten wir zum einen bei einem Teil der Reiter seltsame Klauenhände. Die gab es bei zwei der drei Standardreiter und beim Hauptmann der Bande

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Dann war bei einem Reitertrio scheinbar die Form verrutscht, und am linken Arm hatte sich ein seltsamer Versatz gebildet.

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Auch beim Standartenträger zog sich ein Versatz über das gesamte Modell.

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Alles kann zum Glück mit einem Skalpell korrigiert werden. Ist aber trotzdem nicht so prickelnd. Bei den Pferden ging es dann … spaßig … weiter. Direkt beim ersten Satz an Pferden fiel uns eine Blase im Material auf, die über dem Huf am hinteren linken Bein zu finden war. Auf beiden Seiten des linken Beins. Zuerst dachten wir dass dies nur bei einem Pferd der Fall war, aber nein. Wir konnten den selben Fehler bei zwei weiteren Pferden finden. Nur das letzte von den vier Pferden hatten dort keinen Fehler.

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Dann war bei einer Pferdegruppe der vordere Huf unvorteilhaft am Base befestigt. Gut, ausmodelliertes Gras als Verbindungselement ist altbekannt, aber das hier ist halt nur ein Gusskanal. Einer, der zudem so platziert ist, dass man extrem vorsichtig beim Entfernen sein muss, weil man sonst fix ein Pferd mit kaputtem Huf hat.

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Zu guter Letzt fielen uns bei einer Pferdegruppe wieder ein ziemlich eindeutiger Versatz auf.

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Historisch Akkurat?

Auch wie bei den Husaren stellen wir uns natürlich die Frage; „Wie akkurat sind diese Minis denn überhaupt?“
Hierzu haben wir mal recherchiert, wie so ein typischer Dragoner ausgestattet war. Hierzu konnten wir folgendes finden:

The dragoons were armed with a curved saber in an iron scabbard. (The heavy and straigh-bladed Pallash was favored by the stronger men, however it was replaced by the lighter saber in 1811).
Approx. 20 dragoons per squadron were armed with cavalry carbines.
[…]
The Prussian dragoons wore light blue (or blue) Kollet.
 However during campaign they wore the longer, more comfortable and warmer Litevka.
The black shako was covered with a black oilcloth. 
The saddle cloth for all regiments was light blue (blue) with 2 edge-stripes in facing color.

Quelle

Uniformen DragRgt Nr25

Quelle

Weiterführend haben wir die Ausrüstung eines spezifischen Regiments, dem ersten Württembergischen, rausgesucht:

Bei der Aufstellung bestand die Bewaffnung aus einer Muskete mit Bajonett, einer langen, mit Messing beschlagene Pistolen und einem krummen Säbel.

Quelle

Die Dragoner die man in der Box findet haben eindeutig einen Reitersäbel, die Tschakos sind akkurat abgedeckt und auch die Uniform scheint zu stimmen. Was allerdings nicht stimmt, ist die Menge an Schusswaffen. Wie man auf den Fotos erkennen kann, hat nur eine Miniatur eine Schusswaffe, während eigentlich bedeutend mehr Dragoner, bzw. alle Dragoner, eine Muskete dabeihaben sollten.
Dieser Fakt wird allerdings im Infotext, der den Minis beiliegt, übergangen.

Skala

Wie immer eine Skala für euch.

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Fazit
Sind diese Minis nun die versprochene Verbesserung? Ja und Nein. Im Vergleich zu den Husaren sind die Dragoner definitiv besser. Allerdings werden die Minis immer noch von denselben Problemen geplagt wie auch die die Husaren. Große Gussreste, Luftblasen im Material, Versatz und Material, das sich irgendwie nicht hochwertig anfühlt. Auch der Preis der Box ist für das Gebotene unserer Meinung nach zumindest fragwürdig.

BK-Marcel

2003 mit Herr der Ringe ins Hobby eingestiegen. Aktuelle Projekte: Age of BKO, Killteam Navis Nobilite Soldaten und was auch immer bei mir landet! mehr auf Instagram.com/ennepedude

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Kommentare

  • Vielen Dank für die Review!
    Ja, das Wabbel pseudo Resin überzeugt mich nach wie vor nicht. Und bei der bevorstehenden Perry Box ist das ein klares „nein danke“ zur Warlord Version.

  • Wie fast Immer, willst du Ramsch, kauf warlord. Absolut kein Vergleich zu den perrys. Wie können die sich eigentlich so lange im Markt halten und sogar wachsen?

    • Naja, WW2 aus Kunststoff hat in der Fülle sonst keiner.
      Tatsächlich sind die Napo-Russen von Warlord gegenüber denen der Perrys durchaus nicht unbeliebt. Wie bei den Perry Österreichern laufen da nämlich Gusslinien über das Gesicht. Das wirft die Perry Boxen durchaus zurück.
      Bei den FIW-Modellen hat Warlord teilweise mit die schönsten Figuren am Markt.
      Und die anderen (WA, Victrix, Perry, Fireforge) haben ja auch individuelle Schwächen. Da muss jeder selber wissen, mit welchem Kompromiss er leben kann.

      Die Gummimodelle sind allerdings Schrott, ja.

  • Leider auch diese Box wieder kein Bringer. Das Material ist grauenhaft und stellt für mich auch nicht die Wertigkeit dar. Diesmal konnten sie bei der Uniform nicht soviel falsch machen. Es ist schade das Warlord sich keine Mühe gibt bei dem Design der Miniaturen. Ich vergleiche nicht alles per se mit den Perrys und freue mich über Alternativen. Und die Perrys machen auch nicht alles richtig….. . Leider disqualifiziert sich Warlord mit dem Gummimaterial und, was viel schlimmer, mit dem schlechten Design. Wieder einmal eine unsinnige Verschwendung von Ressourcen und Rohstoffen.

  • Leider sind diese Figuren nur dazu gut, sie in die Tonne zu kloppen.
    Die Pferdebeine verbiegen sich bei meiner Packung schon beim anschauen der Gäule, wenn der Reitersmann dann noch oben aufsitzt, hängt er mit dem Pferd dann mächtig in den Seilen. Zum Glück habe ich nur in eine Packung investiert und warte jetzt sehnsüchtig auf die Box der Perrys. Da kann ich dann meinen Russen auch noch Dragoner oder Jäger spendieren.

  • Scheint ja gerade in zu sein das Material. Gerade das ninjon Video gesehen, in dem er sich eine Einheit von creature caster annimmt, das ebenfalls aus siocast besteht. Sieht dort eigentlich nicht schlecht aus und er zumindest berichtet nichts negatives. Ist mir zwar unklar warum der Preis so hoch ist (50€ für 10 Puppen) aber entweder macht Warlord was falsch oder…?

      • 32,50 Euro sind dann doch Zuviel für Reiter die den Charme von 1/72 Weichplastik-Figuren haben. Die fehlende Option die Modelle individueller zu gestalten, anders als bei Kunststoff macht es dann auch nicht besser. Ich habe die Box zu Hause und sie geschenkt bekommen. Aber ich würde mich ärgern soviel ausgegeben zu haben und nur das zu bekommen.

      • @Waterproof:

        Gut, kann das ein Stück weit verstehen, als jemand der die Box nicht hat wirkt es jetzt nicht wie das ultimative Produkt. Aber grundsätzlich wäre das für eine entsprechende Truppe kein völlig abwägiger Preis.
        Oder anders gefragt, aus offenem Interesse: was wäre denn für eine solche Einheit, in versprochener Qualität, ein angemessener Preis?
        Historische sind nicht ganz meins, da fehlt mir der Überblick in Sachen Preis. Aber da kennt man ja aus anderen Gefilden andere Preise.

      • Siocast ist Vorgang, wie auch Material. Sowohl für die Formen als auch was reinkommt. Kann natürlich sein das Warlord sein eigenes Restik mischt. Siocast verkauft aber eben auch ein entsprechendes Spritzgussresin. Das ich persöhnlich eigentlich ganz cool finde. Lässt sich super gut bemalen. Hat natürlich auch macken. So wie alles.

        Ich denke Warlord rushed jetzt viel z schnell in das Material ohne sich gut genug damit beschäftigt zu haben. gezwungen vom Metalpreis.

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