von BK-Marcel | 10.11.2020 | eingestellt unter: Antike, Reviews

Review: Wargames Atlantic Persian Infantry

In unserer heutigen Review geht es in die Bronzezeit, genauer gesagt nach Persien. Wir schauen uns für euch heute die Persische Infanterie von Wargames Atlantic an.

Review Boxcover

Auf einen Blick

Produkt: Persian Infantry

Hersteller: Wargames Atlantic

Material: Plastik

Preis: 34,95 USD

Das Produkt wurde uns vom Hersteller gestellt.

Inhalt

Wie schon bei den Halblingen, finden wir in der Perserbox acht Gussrahmen mit je fünf Persischen Soldaten. Bases waren nicht enthalten, und wie schon bei den Halblingen fehlt auch bei den Persern eine Bauanleitung. Die Abwesenheit der Bauanleitung fiel zwar beim  Zusammenbaunicht sehr ins Gewicht, aber für Anfänger wäre sie dennoch zu wünschen.

Perser Box2 Perser Box1 Gussrahmen Gussrahmen2 Gussrahmen3 Gussrahmen4 Gussrahmen5 Gussrahmen6 Gussrahmen7 Gussrahmen8 Gussrahmen9 Gussrahmen10 Gussrahmen11

Zusammenbau

Wir entschieden uns, einen der Gussrahmen an Persern zu bauen. Hierbei versuchten wir, so gut wie möglich die verschiedenen Optionen zu zeigen. Hierzu schnitten wir wie gewohnt nacheinander die Einzelteile aus dem Gussrahmen und sortierten sie einander zu

Perser Teile

Anschließend entfernten wir so gut es ging die Gussgrate. Bei allen Teilen zog sich nur ein durchgehender Gussgrat um die Teile, was die Entfernung von jenen einfach gestaltete. Dünnere Teile wie die Speere und Bögen gestalteten sich als etwas schwieriger zu säubern, aber mit genug Vorsicht war auch hier das Entfernen der Gussgrate kein Problem.

Gussgrat

Die Miniaturen bestanden aus maximal vier Teilen, was den Zusammenbau extrem beschleunigte. Das entfernen der Gussgrate eingerechnet, hat das Zusammenbauen ungefähr 15 Minuten gebraucht.

Krieger9 Krieger10 Krieger7 Krieger8 Krieger5 Krieger6 Krieger3 Krieger4 Krieger1 Krieger2 Krieger11

Da einer der Körper bereits einen Bogenarm anmodelliert hat, ist das Perser Set nicht so modular wie die Halbling Box. Ohne umbauen sind daher bei jeder Kombination immer acht Bogenschützen übrig, wenn man den Rest der Soldaten mit Speeren und Einhandwaffen ausrüstet. So ergeben sich daher verschiedene Optionen beim Zusammenbau wie zum Beispiel:

  • 8 Bogenschützen, 32 Speerträger
  • 16 Bogenschützen, 24 Speerträger
  • 8 Bogenschützen, 16 Einhandwaffe/Schild, 16 Speerträger

(Zusätzlich könnte man auch 8 Trompetenspieler bauen, diese haben wir in unseren oberen Beispielen jedoch nicht berücksichtigt.)

Historische Grundlage

Da es sich um historische Modelle handelt, haben wir ein wenig recherchiert.
Laut Wargames Atlantic handelt es sich um Persische Krieger in Medischer Kleidung. Eine genaue zeitliche Einschränkung wird leider nicht angegeben, abgesehen von den Königen unter denen die Krieger kämpften. Basierend auf den genannten Königen (Kyros der Große, Dareios (wahrscheinlich Dareios I.) und Xerxes (wahrscheinlich Xerxes I.)) können wir erstmal den Zeitraum der Krieger in der Box auf ungefähr 580 v. Chr. bis 465 v. Chr. datieren.
Die früheste Quelle die wir finden konnten, war ein Relief welches in der Grabkammer von Dareios dem Großen gefunden werden kann:

Relief Review
(Quelle: Iranica Online)

Das Relief stellt die Völker dar, welche unter Dareios unterworfen und Teil des Persischen Großreiches wurden. Figur zwei, welche als Meder identifiziert wird, weist bei genauerer Betrachtung Ähnlichkeiten mit den Wargames Atlantic Figuren auf. So lassen sich neben Hosen auch eine Tunika erkennen. Anders als die Wargames Atlantic Perser, trägt diese Darstellung eines Meders scheinbar eine ärmellose Tunika (vgl. Siehe zb. Figur 10 wo die langen Ärmel eindeutig sichtbar sind.).
Dies könnte allerdings dadurch erklärt werden, dass die Meder eventuell eine langärmelige Tunika im Kampf trugen.
Neben Reliefs haben wir als eine weitere Quelle für das Aussehen medischer Soldaten findet sich bei Herodot in den Historien, Band VII (Anmerkung: Herodot war zwar der Vater der Geschichte, jedoch sind seine Berichte öfters aus zweiter oder dritter Hand, weswegen man seine Erzählung kritisch betrachten sollte.).
In Abschnitt 61 und 62 finden wir die für uns relevanten Beschreibungen. Laut Herodot trugen die Persischen Krieger von ihm so genannte Tiaras, lose sitzende Kappen, farbige Tuniken mit Ärmeln, eine Schuppenrüstung aus Eisen sowie Hosen. Als Bewaffnung trugen sie Kurzspeere, Weidenschilde, Pfeil und Bogen sowie Dolche. In Abschnitt 62 stellt Herodot fest, dass die Meder ausgestattet sind wie die Perser und jene Persischen Krieger eigentlich Medische Kleidung tragen.
In Susa lassen sich Reliefs finden, die der Beschreibung von Herodot fast perfekt entsprechen:

Susa Review
(Quelle: Iranica Online)

Doch hier lassen sich immer noch kleine Unterschiede im Kleidungsstil finden, wenn man die Wargames Atlantic Perser mit ihren Vorbildern vergleich.

Skala

Wie immer, eine Skala um zu zeigen wie groß die Miniaturen im Vergleich zu Bruder Skalarius sind:

Perser Review Skala

Fazit

Abgesehen von den Bases und der Anleitung, macht Wargames Atlantic mit diesem Set eigentlich alles richtig. Die Minis sind sehr modular gehalten, die Gussrahmen sind prall gefüllt und sollten auch nach dem Zusammenbau genug Bitz für andere Projekte liefern. Klar, die Ärmel sind vielleicht nicht genau so wie auf den oberen Reliefs aber da kann man locker drüber hinwegsehen. Wenn ihr also Perser aus dem Zeitraum 580-465 v. Chr. braucht oder will kann bei dem Preis ohne Probleme zuschlagen.

BK-Marcel

2003 mit Herr der Ringe ins Hobby eingestiegen. Aktuelle Projekte: Age of BKO, Killteam Navis Nobilite Soldaten und was auch immer bei mir landet! mehr auf Instagram.com/ennepedude

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Kommentare

    • Vermutlich das Base-auf-Base-Ding und/oder, dass keine mitgeliefert werden (wenn das denn stimmt).

      Ja, schön, dass hier auch etwas weitere Recherche zur Optik gezeigt wird.

    • Wargames Atlantic legen ihren Sets keine Bases bei, da sie kein eigenes System haben und die diversen Systeme da draußen gefühlt alle andere Anforderungen haben.

      Einerseits verständlich, andererseits halt etwas nervig.

  • Danke für das informative Review! Plastikboxen sind immer spannend, historische umso mehr.
    Ohne klugschieten zu wollen: die Jungs gehören allerdings schon zur Eisenzeit/Antike. 😉

    • Ich hoffe, ich darf hier Werbung machen für alle mit Interesse an der von diesen Persern bedienten Epoche: heute startet der KS von Agema Minuatures für eine neue Reihe von Etruskern. 😀

  • Danke für das super review! WGA ist echt eine meiner Lieblingsfirmen geworden. Nicht alles von denen ist interessant für mich, aber die bedienen einige interessante Nischen, sind sehr kompatibel zu GB, Perry, Victrix und WGA hört auf ihre Kunden. Hoffe die bleiben weiterhin so und verzetteln sich nicht irgendwann in teure Lizenzen.

  • Muss leider sagen das mir der Größenvergleich missfällt. Wenn schon der Vergleich mit einer GW Miniatur gezogen wird, dann nehmt doch bitte einen Imperialen Soldaten. Immerhn sind das keine genveränderten und medizinisch verbesserten Space Perser. Ja ich weiß, Bruder Skalarius kommt immer zum Zug. Passt trotzdem nicht.

    Ansonsten Top Review, vielen Dank dafür.

    • Verständlicher Einwand. Aber ein Space Marine ist ein guter universeller Maßstab. So ziemlich jeder hier sollte schon einmal einen Marine gesehen haben oder besitzen. Daher ist es auch leicht die Größe abzuschätzen wenn man keine der anderen Vergleichsminis zur Hand hat.

      • Das ist ja mit ein Problem welches ich sehe.

        Mitlerweile gibt es old Marines und Primaris. Ich zb. kann diese nicht von einander unterscheiden, wenn sie nicht gerade nebeneinander stehen, da ich keine Dosen spiele und diese mich auch nicht interesieren. Dazu sind Marines generell größer als eine normale humanoide Miniatur in diesem Spielmaßstab, und somit hat man einfach keinen Vergleich wie groß die Miniatur wirklich ist.

        Daher sollte es schon etwas wirklich vergleichbares sein, wie zb. von Garfield weiter oben aufgeführt GB, Perry, Victrix und WGA. Oder halt eine normale humanoide Miniatur wie ein Imperialer Soldat und kein Supersoldat an dem ich nur erkennen kann: Aha, Space Marines sind schonmal wesentlich größer…

      • Interessant wären sicher die klassischen Gegner der Perser aus dem Hause Victrix und Warlord Games. Vor allem, weil Warlords Hopliten viel kleiner sind, als die von Victrix. Aber ist auch immer die Frage, ob der Autor was passendes zur Hand hat. Irgendwas von Victrix wäre sicher nett gewesen.

      • So sehe ich das auch.

        Ein Vergleich mit einer Miniatur die nichtmal ansatzweise gleichgroß sein soll ist halt problematisch bzw. Irreführend.

        Das gerade bei dieser Epoche es schwerer sein kann einen Vergleich zu finden ist natürlich verständlich. Daher auch mein Verweiß auf den Imperialen. Wegen mir kann es auch ein Genstealer oder ein Skitarii sein. Oder Warlord games etc…

        Will hier ja auch kein Fass aufmachen, es ist mir nunmal aufgefallen und daher my 2 cents. Das Review ist ansonsten ja auch klasse.

    • Verständlich. Allerdings hast du ja auch immer noch die Höhe im Hintergrund. 😉
      Da finde ich es schwieriger, dass die Nullmarke selzen mit der Baseoberkante bzw. Fußsohle übereinstimmt.

      Ein genereller Vergleich zwischen passenden Ranges wäre aber mal was.

  • Danke für die sehr nützliche Review! Auch bewundernswert, dass man sich an etwas Quellenanalyse für das Erscheinungsbild der persischen Soldaten versucht. Zum Punkt mit den weiten Ärmeln auf der Abbildung, die nicht mit den Minis hier übereinstimmen kann ich sagen: Das haben sie korrekt gemacht. Die dargestellte Wache mit Speer und Bogen ist in zeremonieller Hofkleidung angetan, im Feld sollten die anvisierten Perser eher so aussehen, wie in den Gussrahmen zu sehen, also alles recht gut hier!

  • Jupp, das sind Perser in klassicher Medischer Kleidung. In der Zusammenstellung können die Modelle (wie auch die Victrix-Perser) als Meder(-Reich) gespielt werden.

    Die „Knubbelhüte“ machen die Modelle eingeschränkt auch als Sassaniden nutzbar (ca. 232-642).

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