von BK-Christian | 27.10.2020 | eingestellt unter: Historisch

Muskets & Tomahawks: Preview

Stronghold Terrain zeigen einen Previewbeitrag zum bald erscheinenden Muskets & Tomahawks.

Muskets & Tomahawks Vorstellung: Teil 1 – Überblick

Dies ist der erste Artikel einer Reihe, die euch das bald auf Deutsch erscheinende Miniaturen Spiel Muskets & Tomahawks näherbringen will. Hierbei bekommt ihr in jedem Fall einen guten Einblick in die Spielmechanismen, auch wenn ihr Muskets & Tomahawks bisher noch gar nicht kanntet. An dieser Stelle stellen wir euch kurz vor was Muskets & Tomahawks überhaupt ist und was es ausmacht. In den folgenden Artikeln gehen wir dann detaillierter auf verschiedene Aspekte wie beispielsweise die Spielkarten, die Kommandofähigkeiten oder die grundlegende Spielmechanik ein.

Los geht’s…

ST Stronghold Terrain Muskets Tomahawks Preview 1

Was ist Muskets & Tomahawks?

Im Jahre 2012 war die erste Edition von Muskets & Tomahawks das erste Spiel aus der Feder von Studio Tomahawk, die dann später u.a. auch SAGA entwickelten.

Muskets & Tomahawks ist ein Miniaturenspiel, mit dem du die typischen Scharmützel und Gefechte der Konflikte des 18. und 19. Jahrhunderts nachspielen kannst. Im Französischen wurden diese Begegnungen unter dem Namen „la Petite Guerre“ bekannt – der kleine Krieg. Dieser Begriff umfasst alle Auseinandersetzungen, die nicht zu größeren Schlachten eskalierten, aber für einen erfolgreiche Kriegsverlauf absolut unverzichtbar waren: Aufklärungsmissionen, Patrouillen, Überfalle auf Nachschublinien und Angriffe auf feindliche Siedlungen sind nur einige Beispiele.

ST Stronghold Terrain Muskets Tomahawks Preview 6

Indem es sich auf diese „bescheidenen“ Kämpfe konzentriert, versetzt Muskets & Tomahawks dich in die Rolle des einfachen Soldaten. Es lädt dich ein, seine Zweifel und Ängste nachzuempfinden, aber auch seine heldenhaften Taten aus erster Hand mitzuerleben. Der Mut eines einzelnen Kämpfers kann hier den Ausschlag über Sieg oder Niederlage geben! Außerdem betont Muskets & Tomahawks die chaotische Natur dieser Gefechte mit einem kartenbasierten Aktivierungssystem. Den genauen Verlauf der Ereignisse vorauszusagen ist schwierig – wenn nicht unmöglich – und die Spieler müssen ebenso flexibel wie kaltblütig sein!

ST Stronghold Terrain Muskets Tomahawks Preview 2

Aufgrund der großen Zahl an möglichen Konflikten ist Muskets & Tomahawks ein sehr szenariofokussiertes Spiel. Du hast nicht nur eine Streitmacht zu befehligen, sondern auch eine Mission zu erfüllen, deren Rahmenbedingungen vom gewählten Szenario vorgegeben werden. Konzentriere dich auch in der Hitze der Schlacht stets auf dein Ziel, denn dein Gegner wird jede Schwäche gnadenlos ausnutzen!

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Muskets & Tomahawks eher um ein Scharmützel Spiel als um ein Massensystem. In der Regel kommen 20–50 Miniaturen zum Einsatz, wobei auch größere Gefechte problemlos funktionieren.

Besonderheiten

Die Miniaturen sind in Einheiten (oft 4 bis 12 Figuren) gruppiert, und die Aktivierung erfolgt über ein spezielles Kartendeck, was ein Element der Unsicherheit, des Chaos und der Spannung in das Spiel bringt.

Hierbei spielt jeder Spieler abwechselnd eine seiner Handkarten aus, die dann alle Einheiten eines bestimmten Truppentyps einer der beiden Armeen aktivieren. Da beide Spieler dasselbe Kartendeck benutzen, ist man des Öfteren auch gezwungen generische Karten auszuspielen und damit feindliche Einheiten zu aktivieren.

An dieser Stelle kommt ein Kommandopunktesystem zum Einsatz und das Ausspielen gegnerischen Karten wird mit dem Erhalt von Kommandopunkten belohnt.  Diese können dann anstelle eine Handkarte zu spielen eingesetzt werden, um spezielle Kommandofähigkeiten einzusetzen, um beispielsweise eine fliehende Einheit zu sammeln oder um im entscheidenden Moment eine bestimmte Einheit zu aktivieren, …

ST Stronghold Terrain Muskets Tomahawks Preview 7

Die Spielkarten wird es auch auf Deutsch geben

Eine weitere Besonderheit von Muskets & Tomahawks ist die Spielmechanik des Entdeckens. Das Entdecken ist eines der grundlegenden Konzepte von Muskets & Tomahawks. Es basiert auf der einfachen Annahme, dass ein Spieler sich der Position der Einheiten auf dem Spieltisch weit besser bewusst ist als seine Truppen. Anders gesagt: Nur weil du der Meinung bist, dass eine Einheit eine andere sehen kann, bedeutet das nicht, dass dies tatsächlich der Fall ist. Das Wetter, Pulverdampf oder nicht auf dem Spieltisch abgebildete Hindernisse sind allesamt Faktoren, die erklären, warum wir unsere Modelle besonderen Beschränkungen unterwerfen, wenn wir ermitteln, ob sie etwas sehen können.

Neben den hier genannten Besonderheiten sollte das Muskets & Tomahawks-Regelwerk so umfassend wie möglich sein. Es enthält Regeln für den Umgang mit einer Vielzahl von Situationen, wie

  • … besondere Wetterbedingungen,
  • … Siedlungen,
  • … Boote,
  • … 3 Bases-Szenarios,
  • … die wichtigsten Waffen des 18. und 19. Jahrhunderts,
  • … optionale Regeln für Duelle zwischen feindlichen Offizieren,
  • … sowie nicht weniger als 50! unterschiedliche Nebenaufträge und Talente, die deinen kommandierenden Offizier individualisieren und euren Spielen zusätzliche Würze geben werden.

Das Grundregelbuch kommt als 80 seitiges Hardcover daher.

ST Stronghold Terrain Muskets Tomahawks Preview 3

Muskets & Tomahawk Erweiterungsbände

Eine der anderen großen Änderungen der neuen Ausgabe ist, dass das Spiel als erweiterbares Angebot konzipiert ist, das es uns ermöglicht, mehrere Epochen zu erforschen.

Ähnlich wie bei SAGA enthält das Regelbuch keine Armeelisten. Zu diesem Zweck werden wir eine Reihe von Erweiterungen veröffentlichen, die verschiedene Konflikte des 18. und 19. Jahrhunderts gewidmet sind. Das erste hiervon Rotröcke & Tomahawks erscheint gleichzeitig mit dem Basis-Regelwerk als Softcover.

Jede Erweiterung wird eine Reihe von Einheiten und Armeelisten enthalten, die den abgedeckten Konflikten gewidmet sind, darüber hinaus epochenspezifische Regeln und eine Auswahl von Szenarien, die die 3 Szenarien des Grundregelbuchs ergänzen, sowie eine an die Epoche angepasste Tabelle von zufälligen Ereignissen.

Rotröcke & Tomahawks befasst sich mit den größten Konflikten im Nordamerika des 18. und frühen 19. Jahrhunderts: Dem Siebenjährigen Krieg in Nordamerika, dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und dem Krieg von 1812. Das Buch enthält Armeelisten der kriegführenden Einheiten (Franzosen, Briten, Amerikaner und Indianer), einige spezifische Regeln, einen Generator für asymmetrische Szenarien sowie eine an die Periode angepasste Ereignistabelle.

Dieses Buch wird das erste in einer Reihe von Ergänzungen sein, zu der auch ein eigener Kartensatz erscheint, der entweder gekauft oder auf unserer Seite gratis heruntergeladen werden kann.

ST Stronghold Terrain Muskets Tomahawks Preview 4

Deutsche Version

Wie bereits bei unseren SAGA Veröffentlichungen ist die deutsche Version von Muskets & Tomahawks im direkten Vergleich mit der englischen Version bereits überarbeitet. So sind beispielsweise die aktuellen offiziellen Errata und FAQ bereits eingearbeitet worden, so dass ihr ein weitestgehend fehlerfreies Regelwerk in gewohnter Stronghold Qualität erwarten dürft. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an zum einen an unseren unermüdlichen Übersetzer Christian Schlumpberger und zum anderen an das Team an freiwilligen Lektoren, denen wenig, bis gar nichts entgeht.

Es ist schon fast eine Tradition, dass es zu unseren Regelbüchern auch eine Gratisminiatur gibt und da nun direkt zwei Bücher parallel erscheinen gibt es sogar gleich zwei. Die erste seht ihr hier.

ST Stronghold Terrain Muskets Tomahawks Preview 5

Sobald wir absehen können wann die Bücher aus der Druckerei kommen, werden wir auch mit den Vorbestellungen starten.

Ihr könnt natürlich auch die Bücher über den Handel vorbestellen und kommt auch so in den Genuss der Gratisminiaturen. Gerade in unseren seltsamen apokalyptischen Zeiten braucht der stationäre Fachhandel ganz besonders unsere Unterstützung.

So, dies soll es für den Moment gewesen sein. Als Nächstes widmen wir uns dem Konzept der Truppenaktivierung durch die speziellen Spielkarten.

Mirco

Quelle: Stronghold Terrain

BK-Christian

Chefredakteur von Brückenkopf-Online und Tabletop Insider. Seit 2002 im Hobby, erstes Tabletop Warhammer Fantasy (Dunkelelfen). Aktuelle Projekte: Primaris Space Marines, Summoners (alle Fraktionen), Deadzone/Warpath (Asterianer und Enforcer), Kings of War (Basilea und Oger), Dropfleet Commander (PHR).

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Kommentare

    • Och nee schon wieder ein doofer Kommentar vom Gregor…. echt mal jetzt…..
      Nur weil sich jemand bei der Kategorie verklickt hat braucht man nicht gleich so kommentieren….

    • Wieso Napoleonisch?
      Das Setting liegt zeitlich eher deutlich davor. So wie es aussieht sind die Auseinandersetzungen von Siebenjährigen Krieg bis zur Amerikanischen Revolution erfasst, dazu noch in (Nord)Amerika.
      Napoleon bekommst du da nicht zu sehen.
      Werd ich bestimmt mal ausprobieren. Wird höchste Zeit mal eine „modernere“ Truppe auf die Platte zu bringen und Rotröcke mit Dreispitz haben mich schon immer gereizt.

      • M&T deckt seit der Erstedition auch den Britisch-Amerikanischen Krieg (oben genannt als „Krieg von 1812“) ab, und der fällt zeitlich und durchaus auch inhaltlich mit den Napoleonischen Kriegen in Europa zusammen. Außerdem soll die Zweitfassung ja noch mehr als Regelkorsett dienen, in das verschiedenste Settings eingepasst werden können (ähnlich wie SAGA 2.0). Kann man von halten, was man will. Das Rad neu erfunden hat M&T nun wirklich nicht, und mit dem Crossover ist das wie Bilbo, der Butter und dem Brot…
        Viel Glück jedenfalls mit der Übersetzung! Wenn die deutsche Ausgabe stabiler verarbeitet ist als die labbrigen englischen Hefte und Karten, überlege ich mir den Nachkauf vielleicht.

      • Im übrigen: Ich hatte die Ära „Napoleonisch“ bewusst gewählt, da dies die Ära aus unserer historischen Kategorie ist, die zeitlich am ehesten zu diesem Setting passt. Ja, der Franzosen- und Indianerkrieg war deutlich früher, aber der Unabhängigkeitskrieg fällt zeitlich solide mit der Französischen Revolution zusammen und der Krieg von 1812 passt ebenfalls.

        Mir ging es hier sehr simpel auch darum, Leuten, die keinen Bezug zu den Konflikten aus „Rotröcke & Tomahawks“ haben, eine grobe zeitliche Einordnung zu ermöglichen. Dass Napoleon nicht gegen George Washington oder Tecumseh gekämpft hat, dürfte sich dann doch einigen Leuten erschließen…

      • Und das ist ja vollkommen i.O. und umsichtig, Christian. Sonst quillt man schnell über vor Fitzel-Kategorien. Hätte das auch so gelassen.
        Manch einer sollte vor’m Kommentieren besser einen Gang runter schalten bevor der Ton mal wieder entgleitet. Man könnte auch konstruktiv kommunizieren – wenn das denn die Intention ist…

      • Ich hatte mir schon gedacht, dass da eine Absicht hinter steckte, ich verstehe auch den Ansatz, aber wenn du doch einerseits annimmst, dass mit Rotröcken und Tomahawks keiner was anfangen kann, wie sollen die gleichen Personen dann aber herleiten, dass Napoleon mit amerikanischen Konflikten nur am Rande (im Quasi-Krieg) zu tun hatte? 🤔

        Das ist übrigens auch bei den Fotos was schade, wie ich finde. Die sind handwerklich super, aber warum General Braddock, gestorben 1755, jetzt Soldaten im AWI anführt, bleibt mir ein Rätsel. Wohl ein Fehler in der Matrix oder so… 😁

      • @Gregor: Der reitende Braddock geht doch auch ein paar Jahrzehnte später noch als generischer Offizier durch. Finde ich undramatisch.

      • Bzgl. Braddock Das ist bei Stronghold aber auch schon zu Saga Zeiten ein Thema gewesen. Es kollidiert historischer Anspruch mit Gewinnoptimierung und schon knallen Wikinger auf Römer. Ich denke nicht dass sich an dieser diese Diskrepanz in zukünftigen Releases etwas ändern würde so schön es auch wäre. Am Ende regiert der schnöde Mammon. Auch in unserem Hobby.

      • Ach komm schon – das klingt als würden sich hier goldene Nasen verdient, weil man auf ideale Studioarmeen verzichtet. Bloß, weil sie Übersetzungen machen, müssen sie ja nicht obendrein noch massenhaft eigene Zeit und Geld oder nur noch mehr Geld für Fremdaufträge investieren. Liebhaberprojekte in allen Ehren, aber wer würde selbst so viel reinstecken?

      • Halte ich auch für nicht richtig. Da wollte man einfach schöne Modelle zu einer coolen Szene zusammenstellen. Braddock kann man eh nicht kaufen, war ein Tactica-Modell.

    • Wenn ich die Kommentare so lese überzeugt mich das eher nie ein historisches System anzufassen da man wohl damit rechnen muss das jeder kleine Fehler akribisch angekreidet wird..

      • @Maulwurfmann
        Dieses trifft Gott sei Dank nur auf einen sehr kleinen Kreis der Simulationsfans im historischen Bereich zu. Der größte Teil gehört da eher zu einer entspannten Spielerschaft und nimmt Neulinge gerne an die Hand.

      • Was Dutchman sagt.
        Auch gibt es zwischen dem möglichst exakten „Nachspielen“ rekonstruierbarer Begebenheiten und dem kreativen Spielen in mehr oder weniger geschichtsinspirierten Settings eine ziemlich große Bandbreite an „historischer wargaming“.

      • Ist halt die Frage, was ein kleiner Fehler ist und wo die eigene Schmerzgrenze verläuft. Ist aber ja bei jedem System oder Genre so, dass man sich die passenden Mitspieler suchen muss. Ich gebe ja durchaus recht regelmäßig Demospiele und dabei spielt meine persönliche Haltung zu meinem Hobby keine allzu große Rolle.
        Privat stört es mich aber, wenn Geschichte zu sehr gebeugt wird.
        Ich spiele aber auch nur, wenn alle Figuren auf dem Spieltisch bemalt sind.
        Daher bringe ich bei Bedarf gerne zwei Armeen mit, bevor Römer gegen Indianer ran müssen…😁

  • Habe zwar die englische Fassung (und alternativ Rebels & Patriots), finde es aber super, wenn solche kleinen Systeme übersetzt und verbreitet werden. Und spannend, dass es in der deutschen Version direkt auf Flexibilität beim Setting abzielt. Werde also wohl schon aus Prinzip vorbestellen… 🙂

  • Die Bücher von stronghold sind einfach toll. An den Fotos merkt man, mit wie viel Begeisterung die vorbereitet werden.
    Ich hab mir das western Regelwerk schon gekauft obwohl mir eigentlich klar war, dass ich es nicht spielen würde. Zum schmökern trotzdem schön.

  • Ist zwar nicht meine Epoche, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Vor allem weil man davon ausgehen kann, das die Bücher wieder hervorragend aufbereitet sein werden. Zu schmöckern und sich anfixen ist das genau das richtige. Wird also vorbestellt.

  • Ich finde es schade dass wir als deutsche Community anscheinend großteils nur dazu in der Lage sind fremdsprachige Regelwerke zu übersetzen anstatt Eigenes zu erschaffen. Wenige Ausnahmen gibt es glücklicherweise.
    Dass Übersetzungen nötig sind verstehe ich sowieso nicht. Englisch ist ja in den letzten Jahren schon in der Gesellschaft angekommen und bei einem solch englisch dominierten Hobby wie dem Wargaming sollten grundsätzliche Kenntnisse schon abrufbereit sein.
    Naja. Trotzdem mal wieder schöne Arbeit. Hauptsache es verkauft sich.

    • Es stimmt schon, dass der Nachwuchs immer anglophiler wird. Aber ich sehe bei meiner Altersschicht (40+) eben auch genügend Leute, die nicht so gutes Englisch können und deswegen lieber auf ein Spiel verzichten, als sich den ganzen Abend durch englische Regeln, Kartentexte oder wo eben auch immer Text vorkommt, zu quälen.

      Ich habe in der Arbeit sehr häufig mit englischen Anlagenspezifikationen zu tun, darum stört es mich privat nicht. Gibt aber auch einige, die diesen Luxus nicht genießen.

      • Richtig ! Ist ja schön das die Jugend kein Problem mit Englisch hat, manche aber schon. Deutsch ist meine Muttersprache. Ich spreche, denke, träume in Deutsch. Natürlich reicht mein Englisch für allgemeine Informationen, aber im Detail ist es halt einfacher ein Deutsches Regelwerk falsch auszulegen als ein Fremdsprachiges ;-). Ich danke jedenfalls jedem der sich die Mühe macht Regelwerke ins Deutsche zu übertragen !

    • Jain.
      Übersetzungen sind immer ein heikles Thema, wenn es um Literatur (auch bei Bewegtbildformaten) und Regeln geht. Also sowohl hinsichtlich der „gestalterischen“ Ebene (allein schon für Wortspiele, die sich oft nicht im ganzen Umfang übertragen lassen) als auch in Bezug auf präzise Formulierungen (eben immer eine zusätzliche potentielle Fehlerquelle durch einen weiteren Interpreten dazwischen). Allerdings ist bei allem Respekt für den Ursprung das Original nicht unbedingt in jeder Hinsicht das Nonplusultra.
      So wurde bei Saga zT doch einiges in der deutschen Version zusammengefasst (Errata und Erweiterungen, meine ich) und qualitativ hochwertiger produziert. In diesem Fall zeichnet die deutsche Ausgabe eben auch etwas anderes aus als bloß die Sprache.

      Als ich mit TT anfing war an sowas wie Originalsprache nicht mal ansatzweise zu denken. Irgendwer hatte vll irgendwoher mal ein englisches Magazin. Selbst durch England- und USA-Besuche später war das lange eher leicht exotisch. Erst mit dem weiteren Interesse, aber auch Angebot (Fantasyliteratur, Filme, weitere TT-Anbieter, internationaleres Netz) schwang in meiner Wahrnehmung die Hobbysprache auf Englisch um. Insofern kann ich gut verstehen, dass Übersetzungen hilfreich und normal sein können.

      Habe allerdings auch den Eindruck, dass zumindest manche Übersetzungen heutzutage fast mit Händen und Füßen laufen, was dann nicht so schön als Endverbraucher ist.
      Grundsätzlich bin ich auch eher Purist und bevorzuge Originalsprache, wenn ich das irgendwie managen kann. Selbst mit meinem rostigen Französisch. Bei Infinity habe ich aber auch immer zu Englisch gegriffen. Dafür gab es eben auch mehr extra Content – wobei CBs Englisch bisweilen… speziell ist. ^^ Beschäftigung mit Fremdsprache fördert letztlich auch das Verbessern darin und weitet einfach den Horizont. Ich habe damit unheimlich viel gelernt und kann es nur jedem an’s Herz legen.

    • Nun, in Deutschland wurden ja schon viel früher Regelwerke entwickelt. Fearless oder Armalion fallen mir da gerade spontan ein. Was es hier mWn weit weniger gab, waren historische Systeme und die wenigen Regelwerke, die es aus Deutschland gibt, sind in der Mehrheit Spiele mit historischen Figuren, seltener ernsthafte Versuche, die Kriegsführung einer Epoche einigermaßen treffend abzubilden und in abstrakter Form in Regeln zu gießen.
      So etwas wie Field of Glory, Deus Vult oder Fire and Fury gibt es in Deutschland nicht. Historische Schnitzer werden oft mit „Ist halt ein Spiel, keine Simulation.“ abgetan.
      Das kann ja auch so jeder machen, wie er lustig ist, aber daraus folgt, dass jemand wie ich nur auf ausländische Regeln zurückgreifen kann.
      Dass die dann deutsch sind, ist in mehrerlei Hinsicht ein Bonus. Zum einen sind ein paar Mechanismen in Muskets & Tomahawks sehr komplex und daher anstrengend zu lesen. Zum anderen erhöht eine Übersetzung automatisch die Reichweite eines Regelsystems.
      Ich hätte mich z. B. sehr gefreut, wenn jemand mal Deus Vult übersetzt hätte. Für meine Spielgruppe habe ich die Sonderregeln zumindest teilweise übersetzt. Hatte aber noch keine Motivation an die Sonderregeln Ambush heranzugehen. Die nimmt immerhin zwei Buchseiten ein.

    • Ganz vergessen: Sachen aus Dt…

      Die Branche hat ihre Grenzen. Obwohl Vielfalt an sich immer gut ist, muss eben abgewogen werden, ob das 15. System zu einen Thema wirklich Mehrwert bietet bzw l’art pour l’art oder die eigene Erfahrung das zu realisieren einem den Aufwand Wert ist.
      Ich würde theoretisch immer sagen: ja. Doch wir kennen es wohl alle: RL gewinnt am Ende.
      Vielleicht sind wir hierzulande auch einfach zurückhaltender bezüglich solcher Versuche.

      Andererseits sieht man ja auch schon an vielen Hobby-Projekten, wieviel man in seiner Freizeit stemmen kann, wen man nur will. In der Blanchitsu-/Inquisimunda-/AoS28-/etc.pp.-Szene gibt es ja auch oft jährliche Spiel-Events mit kleinen eigenen Regelabwandlungen usw. Sowas könnte man sich schon als Beispiel nehmen.

    • Hmmm….alles ganz nett, aber Muskets & Tomahawks ist doch im Original auf französisch, oder irre ich mich da? Und wenn es eine englische Übersetzung git, warum dann keine deutsche?

      Der deutsche Tabletop-Markt ist übrigens gar nicht so unkreativ, aber irgendwie hat es viele Firmen einfach in den Abgrund gerissen. Gregor nannte ja schon Fearless und Armalion, da wären noch Space Lords, Demonworld (bis heute brilliant!), natürlich Freebooter‘s Fate, die XXX-Hagel Spiele, Level 1/2 (auch wenn es ne dreiste Killzone Kopie ist). Hab ich noch wen vergessen? Bis auf den englischen Markt (und der ist halt ungleich größer) haben andere Sprachen da auch nicht so viel mehr zubieten.

    • Wenn du wüsstest wie begehrt Demonworld und Empires bei den Amis sind! Die haben eine größere Fanszene vorzuweisen, als wir im eigenen Land! Und mit Schicksalspfade, Fearless, Godslayer und Freebooters Fate fallen mir noch ein paar Hochkaräter ein. Ja und natürlich Summoners vom BK (welches ich aber immer noch nicht getestet habe!). Ich glaube das Volk der Dichter und Denker schlummert immer noch in uns und wir sind eben nicht für die Masse bekannt, sondern erfreulicherweise für die Klasse.

      • Fanbasis ist das A und O, doch ohne aktiven Produzenten dürften die Hobbymöglichkeiten tendenziell eher begrenzt sein… Ich z.B. würde Demon World liebend gern mal spielen (das Computerspiel kenne ich noch), aber wie an Kram und Leute kommen?
        Prominenter dürfte noch unseres Nachbarn Confrontation sein. Mir fehlt da noch einiges, aber der Traum hat sich wohl ausgelebt.
        Auch Helldorado und Alkemy waren zumindest hinsichtlich der Figuren Spitzenklasse und sind weg.

        Godslayer, Schicksalspfade – haben’s alle nicht geschafft.

        Stellt sich die Frage, wie „erfolgreich“ die genannten lebendigen Spiele sind. Wie präsent z.B. Freebooters im Hobby ist, würde mich mal brennend interessieren.
        Oder Summoners.

        ( Btw, Summoners ist nicht vom Brückenkopf. 😉 )

      • @ Raest: wurde alles von Ral Partha neu aufgelegt, und man höre und staune ins englische übersetzt! Dort kann man sich mit Modellen und Büchern also eindecken.

  • Ich freue mich schon sehr auf M&T 2 und vor allem das deutsche Regelwerk sowie die Karten!

    Selber habe ich auch kein Problem mit dem Englischen, sei es Regelwerken, oder Romanen, aber es ist einfach deutlich entspannter, ein Regelwerk in seiner Muttersprache zu Lesen und Verstehen zu können. Es vergrößert außerdem potentiell den möglichen Spielerkreis, da die TT Szene in Dtl. überwiegend deutsche Regelwerke bevorzugt.
    Zumindest ist mir das selbst schon aufgefallen, wenn man mal ein neues System wo vorgestellt hat, da kam immer als erstes die Frage ‚Gibt’s das auch in Deutsch?‘

    Insofern schaue ich vor freudig auf Vorbestellungen, der dt. Version von M&T! 🙂

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