von BK-Christian | 11.02.2010 | eingestellt unter: Reviews, Warhammer / Age of Sigmar

Review: Warhammer Invasion LCG

Nach Chaos in the old World widmen wir uns heute dem zweiten Brettspiel in der Welt von Warhammer Fantasy.

Die alte Welt kommt einfach nicht zur Ruhe. Nur kurz nachdem die vier Chaosgötter in Chaos in the Old World für Tod und Verwüstung gesorgt haben, steht schon das nächste Spiel in den Startlöchern, und auch diesmal geht es wenig friedlich zu. Warhammer Invasion ist ein Kartenspiel für zwei Spieler, bei dem die Völker der alten Welt danach trachten, die Hauptstadt des Gegners zu vernichten und gleichzeitig die eigene zu verteidigen. Das Spiel ist als »Living Card Game« angelegt, so dass in Zukunft regelmäßig Zusatzpacks mit weiteren Karten erscheinen werden. Die Zusammenstellung dieser Packs ist fest vorgegeben, einen Glücksfaktor gibt es beim Kauf der neuen Karten nicht.

Nachdem es bei den ersten Zusatzpacks (die im englischen Sprachraum bereits erschienen sind) Kritik an deren Zusammenstellung gab, hat Fantasy Flight Games inzwischen Besserung gelobt. Während in den ersten Erweiterungen einige Karten nur einmal enthalten waren, sollen künftig alle Karten dreimal enthalten sein, was dem Maximum entspricht, was in einem selbst gebauten Deck erlaubt ist. Spieler, die ihr Deck selbst maximieren wollen, müssen künftig deshalb jede Erweiterung maximal einmal kaufen – ein erfreulicher Trend.

Inhalt
Das Grundspiel enthält vier spielfertige Decks für Orks, Zwerge, Imperium und Chaos, 24 neutrale Karten, Zusatzkarten für selbst gebaute Decks und darüber hinaus einige Karten für Hoch- und Dunkelelfen. Letztere werden mit den ersten Ergänzungspacks Nachschub erhalten und so nach und nach ebenfalls voll spielfähig werden. Darüber hinaus enthält die Box vier Hauptstadtbögen aus stabilem Karton, sowie einen Kartonbogen mit vorgestanzten Markern für Ressourcen, Schaden und Feuer.

Das Regelbuch ist knapp gehalten und ermöglicht einen schnellen Spieleinstieg, allerdings bleiben auch nach vollständiger Lektüre einige Fragen offen, beispielsweise ob frisch beschworene Einheiten sofort angreifen können (ja) oder ob die Zahl der Karten auf der Hand eines Spielers limitiert ist (nein).

Der gesamte Inhalt ist sehr stimmig gestaltet, besonders die Artworks auf den Karten sind durch die Bank sehr gut gelungen und vermitteln eine tolle Atmosphäre. Zur sicheren Aufbewahrung empfiehlt sich die Anschaffung von Kartenhüllen und Deckboxen, da die mitgelieferte Kartoneinlage nur unzureichenden Stauraum und Schutz bietet.

Regeln
Spielern, die bereits Erfahrungen mit anderen Duellkartenspielen wie Magic the Gathering gesammelt haben, dürfte der Einstieg in Warhammer Invasion leicht fallen. Viele Regeln sind in ähnlicher Form bereits bekannt und auch die Kartentypen ähneln sich. Da Invasion aber derzeit noch deutlich einfacher gehalten ist als der Klassiker Magic, ist das Spiel auch für Neulinge schnell erlernbar.

Die Hauptstädte der verschiedenen Völker sind jeweils in drei Bereiche geteilt: Königreich, Questzone und Schlachtfeld. Jedes Gebiet hat zu Beginn des Spiels 8 Lebenspunkte und kann durch Karten ausgebaut, durch Einheiten verteidigt und durch gegnerische Truppen angegriffen werden. Jedes Gebiet der Hauptstadt hat eine spezifische Aufgabe: Das Königreich generiert Ressourcen, die Questzone versorgt den Spieler mit neuen Karten, und Einheiten auf dem Schlachtfeld können die gegnerische Hauptstadt angreifen. Im Kampf generieren alle beteiligten Einheiten Schadensmarker, die dann auf die gegnerischen Einheiten verteilt werden. Bleiben nach der Zerstörung der Verteidiger noch Schadenspunkte übrig, erleidet die angegriffene Zone der Hauptstadt den übrigen Schaden.

Die vier Völker spielen sich bisher schon recht unterschiedlich, was mit steigender Kartenvielfalt hoffentlich weiter ausgebaut wird. Während die Zwerge auf stabile Einheiten und Durchhaltevermögen setzen, konzentriert sich das Chaos darauf, gegnerische Truppen zu korrumpieren und alles für die Ankunft des mächtigen Blutdämons vorzubereiten. Das Imperium setzt vor allem auf subtile Taktiken und Flexibilität, während die Orks ganze Massen an Einheiten mobilisieren können. Wirklich ausgefeilte Deckstrategien sind derzeit natürlich noch nicht möglich, dafür fehlt es einfach an Kartenauswahl. Doch mit steigender Kartenzahl dürften immer ausgefallenere Taktiken möglich werden, wenn Fantasy Flight Games beim Design der Karten kreativ genug ist.

Fazit
Warhammer Invasion hat das Zeug zu einem richtig guten Spiel. Das Startset macht Lust auf mehr und spielt sich flüssig. Aufgrund der geringen Kartenauswahl sind derzeit allerdings noch keine besonders ausgefeilten Deckstrategien möglich. Trotzdem gibt es bereits kleine Schwächen in der Spielbalance, die deutlich machen, wie anfällig ein Living Card Game für Probleme dieser Art ist. Wenn es Fantasy Flight Games aber gelingt die Erweiterungen ausgewogen und sinnvoll zu gestalten, kann Invasion auch langfristig viel Spaß machen. Und allein wegen des genialen Designs hat das Spiel bei Fantasy-Fans definitiv eine Chance verdient, zumal der Preis mit 20 – 25 Euro sehr günstig ausfällt.

Warhammer Invasion wird in der deutschen Übersetzung über den Heidelberger Spieleverlag vertrieben und kann unter anderem bei unserem Partner Planet Fantasy erworben werden.

Link: Heidelberger Spieleverlag

BK-Christian

Chefredakteur von Brückenkopf-Online und Tabletop Insider. Seit 2002 im Hobby, erstes Tabletop Warhammer Fantasy (Dunkelelfen). Aktuelle Projekte: Primaris Space Marines, Summoners (alle Fraktionen), Deadzone/Warpath (Asterianer und Enforcer), Kings of War (Basilea und Oger), Dropfleet Commander (PHR).

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Kommentare

  • Vielen Dank für den Review. Vielleicht schau ich mir das Spiel auch mal an. 🙂 Klingt jedenfalls interessant ^^ Wenn es Booster mit Zufallskarten geben würde, fände ich das noch ein wenig besser. Hat mir immer sehr viel Spaß gemacht karten zu tauschen 🙂 Gut, das eine schließt das andere jetzt nicht aus, aber es fehlt mir doch die Überraschung beim Öffnen eines Boosters ^^

  • Klingt wirklich interessant und für den Preis kann man da durchaus mal einen Blick wagen. Grade die Tatsache, das es ein Living Card Game ist und kein Collectible Card Game ist da das Tüpfelchen auf dem I. Zufallsbooster würd ich mir sicher nicht mehr kaufen, aus dem Alter bin ich raus^^

    • Ich bin total überzeugt von diesem Spiel. Ich habe es mir vor Wochen mal gekauft und paar Runden mit meiner liebsten gezockt. Das Geld hat sich dafür echt gelohnt :).
      An der ausbalancierung muss man echt pfeilen, da es beim Chaos ein Karte exestiert die im endeffekt nichts kostet zum auspielen wobei der Effekt mit einer Kombination verdammt stark oder nervend sein kann, die anderen Seiten haben hier aber nichts vergleichbares…
      Aber meine 20€ habe sich da gelohnt und ich bin zufrieden das es kein TCG geworden ist ^^

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