von Stahly | 22.12.2009 | eingestellt unter: Tutorials

Hobbytipp: Atemschutz beim Grundieren

Es ist Winter und die hohe Kälte sowie die Luftbeschaffenheit machen es unmöglich, Modelle an der frischen Luft zu grundieren. Daher muss man meistens in schlecht belüftete (Keller)räume ausweichen. In diesen stickigen Räumen atmet man beim Besprühen der Modelle viele stechende Dämpfe ein – der Gesundheit nicht gerade förderlich. Daher habe ich mich mal nach einem ordentlichen Atemschutz umgesehen.

Sprühnebel und Lackierdämpfe sind gesundheitsschädlich. Daher kann es sicher nicht schaden, einige Euro in die Gesundheit zu investieren. Im Sommer kann man draußen seine Grundier- und Lackierarbeiten verrichten, wobei man aufgrund der frischen Luft nur niedrige Konzentrationen des Sprays einatmet. Wer aber dagegen stets drinnen sprüht, sei es nun weil es Winter ist, oder zu windig oder aus Bequemlichkeit, sollte sich nach einem Atemschutz umsehen. Ein einfacher Mundschutz schützt übrigens nicht gegen Dämpfe, sondern nur gegen Staub und Partikel!

Nach einiger Suche habe ich mich für ein System von Moldex entschieden, einer Firma, die verschiedene Produkte für den Arbeitsschutz herstellt.

Die Mehrweg-Maske der 8000er Serie gibt es in drei verschiedenen Größen (S, M und L) und hat noch dazu einen großen Spielraum beim Verstellen, daher sollte die Größe M sicherlich für die meisten passen (Nr. 8002), ich trage bei Mützen und Hüten übrigens Größe 58/59 oder L. Die Maske sitzt recht bequem und ist auch nicht zu schwer.

Doch die Maske alleine genügt natürlich noch nicht. Man braucht zwei Filterkassetten, die die Luft von den giftigen Dämpfen befreien. Nun bin ich kein Chemiker, jedoch habe ich mir einfach die Filter mit der nach der Beschreibung nach größten Schutzwirkung gekauft, Nr. 8009 mit der Filterklasse ABEK. Diese schützen vor allen möglichen organischen und anorganischen Dämpfen, Lösungsmitteln und so weiter. Eventuell reicht auch einer der „kleineren“ Filter, aber da kaum Unterschied im Preis besteht, habe ich einfach zum stärksten gegriffen. Laut Hersteller reicht so ein Filter mindestens eine Arbeitsschicht (8 Stunden), was bei dem normalen Grundiervorgang von wenigen Minuten eine ganze Zeit lang hält, bevor man den Filter austauschen sollte.

Im Praxistest haben sich Maske und Filter bereits bewährt: Der typische Farbgeruch dringt nicht bis zur Nase durch, das Ein- und Ausatmen funktioniert durch die in der Maske eingebauten Ventile auch ganz leicht. Neben dem Grundieren und Lackieren ist die Maske auch gut geeignet, wenn man Minis entfärben möchte und dabei mit scharfen Chemikalien herumhantiert.

Insgesamt habe ich knapp 30 Euro für den Atemschutz bezahlt, ca. 15 Euro für die Maske, 10 für die beiden Filter, der Rest war Versand. Der Anschaffungspreis hält sich also in Grenzen.

Fazit: Sinnvoller Beitrag zu eurer Gesundheit!

Anregungen? Haben wir vielleicht sogar einen Chemiker an Board, der sich mit der Materie von Sprühlacken noch etwas besser auskennt? Hinterlasst gerne euren Kommentar!

Stahly

Stahly, Hobbyredakteur und leidenschaftlicher Sammler und Bemaler. Seit 1997 im Hobby. Erstes Tabletop: Warhammer 40k. Aktuelle Projekte: Skaven, Eldar und Ultramarines. Zusammen mit Sigur und Garfy führt er den Projektblog: http://taleofpainters.blogspot.com/

Ähnliche Artikel
  • Terrain / Gelände
  • Tutorials

Tabletop Workshop: Pasta Pflanzen

15.01.202212
  • Tutorials

Tabletop Workshop: Contrast-Leuchteffekte

08.01.20223
  • Tutorials
  • Warhammer 40.000

Tabletop Workshop: 7 Farben Marines

27.12.20211

Kommentare

  • Sehr guter Artikel, ich finde es wichtig, dass slche Dinge oft thematisiert werden. Gerade das Thema Gesundheitsschaeden durch Aerosole und (Reisn-)Staub wird unter Hobbyisten viel zu haeufig unterschaetzt.

  • Mal eine doof Frage von mir, wieso kann ich nicht draussen grundieren? Solange es gerade nicht schneit. Oder hat die Kälte damit was zu tun?

  • Die Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen sorgen für eine Materialveränderung an der Miniatur und auch an der Farbe.
    So kann es passieren, dass wenn die Figur sich wieder akklimatisiert, die Farbe abplatzt. Stellenweise wird die Grundierung dann aber auch sehr rau oder spröde, was durch die weiteren Farbschichten durchdringt.

  • Beim Airbrushen verwendet man harmlose Druckluft als Treibgas, die nicht gesundheitsschädlich ist. Aus diesem Grund kann man da vermutlich relativ problemlos drauf verzichten.

  • > Beim Airbrushen verwendet man harmlose Druckluft als Treibgas,
    … nur hat das nix damit zu tun in den dosen ist Butan oder sowas als treibgas auch nicht giftig. Giftig sind die Däpfe der Farbe bzw das Lösungsmittel dieser. Zu anderen hat man sonnst auch frabpartikel in nase und rachenraum.
    Wenn man aber Wasserlösliche Farben neim Airbrusch nutzt hat man das problem nicht nen Staubschutz würd ich trotzdem Nutzen damit man nicht soviel farbpüartikel einatmet.

  • Auch von mir ein herzliches dankeschön für den Artikel.
    Finde es toll, dass solche Themen mal angesprochen werden.
    Eine Maske macht total Sinn…und dabei ist egal, ob Airbrush, Spray Grundierung, Purity Seal oder einfach nur beim Gebrauch von Sekundenkleber. Das Geld ist sicher nicht falsch investiert.

  • Beim sprühen von wasserlöslichen Farben würde ich auf jeden Fall eine Maske tragen. Da der menschliche Körper zum größten Teil aus Wasser besteht kann er das eingeatmete Wasser aus der Farbe nicht ausscheiden. Also bleibt es in der Lunge. Würdet ihr jeden Tag mit Wasserlack ohne Maske spritzen sinkt nach und nach die Lesitung der Lunge. Will aber jetzt keinem Angst machen.

    • Ich wollte noch eine Sache zu den Masken anmerken. Die Filter halten nicht ewig, also immer mal wieder austauschen und damit sie überhaupt funktionieren, müssen sie zwischen den Einsätzen in einem kleinen Plastiksack oder ähnlichem aufbewahrt werden. Sonst sind die Filter sehr schnell zugestaubt und unbrauchbar.

  • Mein Kommentar kommt zwar reichlich spät, aber ich hab mich jetzt entschieden einen Atemschutz zu kaufen. Ich hab mich eingängig darüber Informiert und muss ergänzend hinzufügen.

    Man braucht noch zusätzlich einen Partikelfilter gegen die Aerosole

    Optimal wäre ein A1 P2 oder A2 P2 Filter
    Auswechseln der Filter:
    Den A1 bzw. A2 Filter müsste alle Gerüche entfernen, die beim Lackieren auftreten. Wenn die Gerüche wieder unter der Maske riechbar sind sollte man den Filter wechseln.

    Der P2 Filter setzt sich mit der Zeit zu und es wird immer schwieriger zu Atmen. Wenn man wieder mehr Luft bekommen will sollte er dann gewechselt werden.

  • Das Ding gibts übrigens in jedem Baumarkt der halbwegs was taugt! -Kann ich übrigens sehr empfehlen das Ding! insbesondere auch wenn man mal mit den vermeidlichen Harmlosen „Resinstaub“ zu tun bekommt. Auch wenn es z.B. so Aufstell-Absauge-Wände mit Gebläse fürs Airbrushen gibt die schon einiges wegsaugen ist für längeres Arbeiten eine Atemschutzmaske echt empfehlenswert, spreche da aus eigener leidvoller Erfahrung!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.