Spearhead: City of Ash | Review Teil 1: Material & Miniaturen
Heute ist es endlich soweit: Die neue Spearhead-Starterbox erscheint. Sie war schnell ausverkauft – aber ist der Hype verdient?
Mit der neuen Starterbox für Spearhead schicken Games Workshop die tapferen Kämpferinnen und Kämpfer der Cities of Sigmar in die Schlacht gegen die skrupellosen Skaven in den Ruinen von Glutwacht. Im ersten Teil unseres zweiteiligen Reviews schauen wir uns an, was die neuen Miniaturen so können. Aber zuerst: Ein klassisches Unboxing!
Unboxing
Produkt: Speerspitze: Stadt der Asche / Spearhead: City of Ash
Hersteller: Games Workshop
Material: Plastik
Maßstab: 32mm
Preis: 175 Euro
Das Produkt wurde als Reviewmaterial vom Hersteller gestellt.
Die Box fühlt sich ganz schön massiv und wertig an – keine Überraschung also. Games Workshop sind für einen gewissen Qualitätsstandard bekannt, und der kommt auch hier zur Geltung.
Der erste Blick in die Box fällt aufs Wesentliche: eine riesige Menge Plastik.
Unter den Gussrahmen verbirgt sich der bekannte Kartonschuber mit einem Seiteneinsatz, unter dem Beiwerk wie Bases und Transferbögen zu finden sind.
Im Schuber befindet sich das neue Spearhead-Spielfeld, zwei Softcover-Bücher mit Hintergrund, Bauanleitung und Spielregeln, sowie natürlich die neuen Spearheadkarten.
Und so sieht das Spielfeld aus, wenn man es vorfreudig das erste Mal auf dem Boden ausbreitet.
Insgesamt ist die Box auf den ersten Blick ein kleines Unboxing-Fest, wie man es von Games Workshop erwartet. Spearhead ist mit der vierten Edition von Age of Sigmar extrem gut angekommen, und es macht nur Sinn, dass Games Workshop sich des Hypes bedient, um aus dem Mini-Spielmodus für Age of Sigmar ein Medium für ihren bewährten Launchbox-Rhythmus zu machen.
So bekommen bestehende Spieler in Spearhead: City of Ash neue Einheiten zum Premiumpreis und neue Spieler kriegen alles an die Hand, um den Grundstein für eine Spielgruppe zu legen – und das alles mit dem bisher wohl besten Einsteigermodus für Warhammer. Ein verlockendes Angebot!
In den Ruinen von Glutwacht – der titelgebenden City of Ash – sind aber neben den Fan Favorites der Skaven bemerkenswerterweise nicht die Stormcast Eternals vertreten, sondern die Cities of Sigmar. Eine Entscheidung, die stutzig macht: Bekommt Age of Sigmar jetzt neue Posterboys?
Schauen wir uns die Miniaturen mal genauer an.
Cities of Sigmar
Bildquelle: Games Workshop
Die Cities of Sigmar bekommen in der City of Ash-Box mit den Freigilden-Junkern und den Freigilden-Grenadieren gleich zwei neue Einheiten. Angeführt werden sie außerdem von zwei neuen Charaktermodellen: Jorvan Kreel mit seinem Aschepanther Thexa und einem Mallus-Schmiedepriester.
Gussrahmen
Die Neuheiten der Cities of Sigmar kommen auf vier Gussrahmen.
Hier seht ihr den Gussrahmen, aus dem Jorvan Kreel und Thexa gebaut werden.
Aus diesem Gussrahmen wird der Mallus-Schmiedepriester gebaut.
Dieser Gussrahmen enthält alle Teile für die neuen Freigilden-Grenadiere.
Und aus diesem länglichen Gussrahmen werden die Freigilden-Junker gebaut.
Bauanleitung
Alle Bauanleitungen für die in der Starterbox enthaltenen Minis sind in einem Softcover-Handbuch zu finden. Hier seht ihr die nötigen Schritte, um die Minis der Cities of Sigmar zu bauen.
Gebaut
Und so sehen die neuen Minis dann aus, wenn man sie erstmal zusammengebaut hat. Den Anfang macht natürlich der neue Held: Jorvan Kreel mit Thexa.
Als nächstes kommt der Mallus-Schmiedepriester.
Und die neue Infanterie-Spezialisteneinheit der Freigilden-Grenadiere, aufgeteilt in Fünfertrupps.
Zu guter Letzt kommt die neue Infanterie-Elite: die schwer gepanzerten Freigilden-Junker.
Größenvergleich
Und natürlich darf in keinem Review der allseits beliebte Größenvergleich fehlen! Hier stehen die eventuell als neue Posterboys auserkorenen Cities of Sigmar neben einem stolzen Stormcast Eternal (und vor der Brückenkopf-Skala).
Review
Wir alle wissen: Kein Review eines Games Workshop-Produkts kommt ohne den Hinweis aus, dass die Miniaturen von höchster Qualität sind. Das ist hier aber tatsächlich nicht uneingeschränkt der Fall. Denn obwohl das fertige Produkt wirklich sehr viel hermacht, sind zumindest einige der Bausätze von Gussgraten geplagt, die ich so nur selten sehe.
Konkret sind die Freigilden-Grenadiere Opfer eines Qualitätsfehlers geworden. Alle anderen Bausätze sind (wie sonst auch immer bei GW) tadellos. Problematisch wird das vor allem, weil der Detailgrad bei Games Workshop-Bausätzen so hoch ist, noch so ein Satz, ohne den kein GW-Review auskommt. Die winzig kleinen Waffen, Täschchen und Gürtel zu entgraten, die sonst so detailreich designed sind, grenzt schon an Gewalt.
Davon abgesehen sind die neuen Bausätze der Cities of Sigmar allerdings erste Sahne. Und auch wenn es nach längerer GW-Abstinenz immer wieder bemerkenswert ist, wie verstiegen der Bauprozess in Teilen sein kann – nach einer Weile ist man drin, und die Arbeit geht nicht nur fix von der Hand, sondern das Ergebnis sieht hinterher auch wahnsinnig schön aus.
Auch muss das visuelle Design der fertigen Miniaturen gelobt werden: Age of Sigmar glänzt nun schon seit längerer Zeit mit den vermutlich schönsten Modellen, die der Marktführer GW zu bieten hat, und die Cities of Sigmar sind nach ihrem längst überfälligen Refresh zum Ende der dritten Edition von AoS vielleicht die schönste Fraktion des Spiels.
Games Workshop balancieren hier meisterhaft auf dem schmalen Grat zwischen Fantasy und Realismus und loten so genau den Spannungsbereich aus, der den Reiz der Cities of Sigmar als normale Menschen in einem aberwitzigen Fantasy-Setting ausmacht. Schön zu sehen ist hier vor allem, wie charaktervoll und dynamisch die einzelnen Figuren sind.
Der Mallus-Schmiedepriester hat einen extrem leidenschaftlichen Gesichtsausdruck, die Grenadiere sind sehr dynamisch als Fern- oder Nahkämpfer modelliert, was die Flexibilität ihrer Einheit auf dem Tisch unterstreicht und die Junker glänzen mit verzierten Rüstungen und vielen Bau-Optionen. Einzig Jorvan Kreel verblasst neben den Neuheiten ein Stück weit als generischer Held mit Schwert auf einem Hero-Rock. Daran kann auch sein Panther Thexa wenig ändern.
Schade ist allerdings, trotz der sehr hohen Qualität, dass der Melting Pot der Cities of Sigmar scheinbar gänzlich auf der Strecke geblieben ist. Ein kleiner Geschichts-Exkurs: Als Sammelstelle für alte Modelle aus Warhammer Fantasy Battles waren die Cities of Sigmar im Fluff seit der Entstehung von Age of Sigmar ein Sammelsurium aus Menschen, Aelfen und Duardin, das sich gegen die Bedrohung des Chaos zusammengeschlossen hatte.
Mit der zweiten Welle neuer Modelle scheint es ganz so, als würden die Cities of Sigmar jetzt endgültig zur Menschen-Fraktion – auch wenn Ogor und Garganten hier und da als Unterstützung herhalten dürfen, wie in den kürzlich angekündigten Neuheiten.
Kürzlich für die Cities of Sigmar angekündigte Neuheiten, die Torgarganten.
Bildquelle: Warhammer Community
Schade ist das schon, aber nicht, weil den fertigen Modellen, die jetzt tatsächlich erscheinen dadurch etwas fehlt, sondern eher, weil hier Potenzial auf der Strecke bleibt.
Ich hoffe, dass ich mich irre! Doch die Tatsache, dass GW die Cities als neue Posterboys für AoS positionieren, macht wenig Hoffnung auf Diversität – es scheint schließlich so, als verkaufen sich leichter verständliche Fraktionen besser als facettenreichere Konzepte, die erstmal eine Geschichtsstunde brauchen, sei sie auch noch so kurz.
Aber trotz alledem lautet mein Fazit für die Cities of Sigmar: Zwei Daumen hoch also für die Junker und die Charaktere, und einen für die Grenadiere (mit dem Hinweis, dass vielleicht ein Gussfehler zu dem schlechteren Ergebnis geführt haben könnte).
Skaven
Bildquelle: Games Workshop
In den Ruinen von Glutwacht tummeln sich die vielleicht beliebtesten Bösewichter des Settings, die abscheulichen Rattenmenschen der Skaven. Auch sie haben zuletzt nach einer sehr langen Durststrecke einen großen Refresh bekommen. In der City of Ash-Starterbox bekommen sie – neben zwei Bases mit Sprengratten, die höchstwahrscheinlich als Token dienen – nochmal gleich zwei neue Einheiten. Die Schattenläufer und Gossenläufer von Clan Eshin, angeführt von einem Meisterassassinen und dem legendären Crixxit, der sich anscheinend den Titel mit seinem namenlosen Kollegen teilt.
Gussrahmen
Auch die neuen Skaven sind auf vier Gussrahmen zu finden.
Der größere der beiden kleinen Helden-Gussrahmen enthält alle Teile, um den Meisterassassinen Crixxit zu bauen.
Aus dem kleineren baut man den generischen Meisterassassinen.
Die beiden verbliebenen Gussrahmen bauen die Schatten- und Gossenläufer von Clan Eshin.
Bauanleitung
Die Skaven sind etwas schneller gebaut, als die Modelle der Cities of Sigmar. Deshalb sind die dafür nötigen Schritte der Bauanleitung nur auf knapp drei Doppelseiten zu finden.
Gebaut
Und so sehen die Modelle dann fertig gebaut aus.
Den Anfang macht auch hier der benannte Charakter, der Meisterassassine Crixxit.
Als nächstes schauen wir uns seinen namenlosen Kollegen an, den Meisterassassinen.
Dann sind die Schattenläufer dran, wieder aufgeteilt in Fünfertrupps.
Nun kommen die Gossenläufer, ebenfalls in Fünfertrupps.
Und zu guter Letzt noch die charmanten Sprengratten, die genauso aussehen, wie man denkt.
Größenvergleich
Natürlich darf auch bei den niederträchtigen Skaven der Größenvergleich nicht fehlen. Hier stehen sie neben unserem Vergleichs-Stormcast.
Review
Im Gegensatz zu den Grenadieren bieten die neuen Skaven aus der City of Ash-Starterbox zum Glück keinerlei Qualitätsprobleme: Hier greift der sonst unantastbare GW-Standard wirklich durch die Bank weg.
Wie man bei den kleinen Skaven erwarten könnte, ist der Bau trotzdem nicht immer leicht. Einige Teile sind sehr klein und die Gussansätze sind nicht immer gut durchdacht – manchmal müssen Überreste der Verbindung zum Gussrahmen von zerbrechlichen Steinschleudern oder auf den Falten von Capes entfernt werden.
Das Design der neuen Skaven weiß dagegen qualitativ zu überzeugen, ist aber insbesondere gegenüber den Cities of Sigmar etwas eintönig: Zwei Einheiten Ninja-Ratten, die nur schwer auseinanderzuhalten sind, und zwei Ninja-Charaktermodellen, die beide sogar den selben Titel tragen.
Hier hätte ich mir etwas Ausgefalleneres als Centerpiece gewünscht, ein widerlich-mutiertes Monster aus den Brutgruben von Clan Moulder vielleicht, welches die Überlebenden von Glutwacht durch sein Herumwüten ablenkt, damit die Schatten- und Gossenläufer in Ruhe arbeiten können
Vielleicht liegt mein letzter Kritikpunkt aber auch daran, dass ich einfach kein Eshin-Fan bin. Ich habe schon immer Clan Skryre und Clan Moulder vorgezogen. Wessen Herz also für Clan Eshin schlägt, der sollte hier abseits von ein bisschen Fummelei im Bau wenig zu meckern finden. Und es sei ihnen ehrlicherweise auch vergönnt, der alleinige Star dieses neuen Skaven-Spearheads zu sein. Schließlich haben sie lange auf einen Refresh ihrer Ninja-Ratten warten müssen.
Das bis vor Kurzem aktuelle Gossenläufer-Kit war älter als so mancher AoS-Spieler.
Bildquelle: Games Workshop
Gelände & Spielmaterial
Kommen wir zum krönenden Abschluss und schauen uns das Gelände an, das ebenfalls in der Spearhead-Box enthalten ist. Insgesamt handelt es sich um zwei große Geländestücke, eine kleine Mauer sowie eine Handvoll Scatter-Terrain.
Gussrahmen
Das gesamte Gelände-Set kommt auf einem einzigen, großen Gussrahmen.
Bauanleitung
Der Zusammenbau gestaltet sich recht leicht, mit der einzigen Ausnahme der Querstreben, bei denen man ein bisschen puzzeln muss. Schaut euch hier die Bauanleitung für das Gelände an.
Gebaut
Und so sieht das Gelände dann aus, wenn man es zusammengebaut hat.
Die kleineren Geländestücke bestehen aus einzelnen Teilen, die man einfach so aus dem Gussrahmen lösen kann.
Größenvergleich
Und auch hier lassen wir uns den Größenvergleich nicht nehmen. So sieht ein handelsüblicher Stormcast neben dem City of Ash-Gelände aus.
Review
Das Gelände ist ja wahrlich nicht die Hauptattraktion dieser Box, und doch war ich ein bisschen enttäuscht, als ich die Modelle auf dem Tisch hatte. Games Workshop produziert seine Geländestücke – meine ich – nicht in denselben Fabriken und mit denselben Prozessen, wie seine Miniaturen.
Eventuell ist das der Grund für den teilweise sehr großen Qualitätsunterschied. Ähnlich wie die Freigilden-Grenadiere waren auch hier viele der Teile geradezu übersät von Gussgraten, die teilweise auch richtig ungünstig positioniert waren.
Doch damit nicht genug: Einige Teile, wie der Rand der einzelnen kleinen Geländestücke, der wohl Erde symbolisieren soll, sehen aus wie mit dem 3D-Drucker erstellt.
Klar: Das Gelände ist eher Teil der Kür, als Teil der Pflicht. Und wenn man sich aussuchen muss, welcher Teil der Box mit Gussgraten gestraft werden soll, würde ich mir auch immer das Gelände aussuchen. Aber muss das denn wirklich sein? Games Workshop ist doch mittlerweile bestimmt erfolgreich genug, dass auch das Gelände dieselbe hohe Qualität aufweisen könnte, wie der Rest der Modelle.
Losgelöst davon ist das Design natürlich gekonnt, aber auch nicht so inspiriert, wie die besten AoS-Modelle: Als Setting für eine Spearhead-Box bieten die Reiche der Sterblichen deutlich spannendere Schauplätze, als die Ruinen einer mittelalterlich angehauchten Stadt.
Klar ist Glutwacht gerade ein wichtiger Teil der AoS-Story, aber eventuell ist das auch Teil der Kalkulation und damit Absicht: Ein eher vertrautes Setting spricht natürlich mehr Newcomer an, als einer der seltsamen Orte, die Age of Sigmar sonst so im Fluff zu bieten hat. So landen wir am Ende bei einer guten 3+ für das Gelände – kompetent ohnefrage, aber hier wäre deutlich mehr möglich gewesen, qualitativ wie designtechnisch.
Fazit
Am Ende steht, trotz einiger kleiner Kritikpunkte, doch ein positiver Gesamteindruck. Vor allem, wenn man die Minis mal probehalber – wie oben zu sehen – auf dem Spielfeld aufbaut, kommt man nicht um eine gewisse Begeisterung herum. Ich freue mich jetzt auf meine ersten Spiele mit dem neuen Spearhead-Regelwerk – das wir uns im Übrigen morgen anschauen werden.
Was haltet ihr von der City of Ash-Box? Ist sie den Hype wert? Und hattet ihr Glück und konntet eine ergattern, bevor sie ausverkauft waren? Lasst es uns gern in den Kommentaren wissen!
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Die Torgarganten sind witzig
Danke für das Review. Ich bekomme gerade etwas Speichelfluss, da mir die Modelle durch die Bank gefallen. Vielleicht sollte ich GW doch ncoh ne Chance geben …
Ich bin jetzt fertig mit dem Basteln meiner Box… Und bin wahnsinnig müde. Aber das Fazit stimmt. Wenn die Box im Gesamten vor einem steht, fühlt man schon eine gewisse Begeisterung.
Ich hoffe, das ist der Stil, den man nach dem Reboot öfter sehen wird!
Jetzt brauche ich nur noch mehr Skaven und Cogforts 😀