Review: Desolation Beast der Spires
Para Bellum haben den Conquest-Elfen neue Abscheulichkeiten beschert. Wir schauen uns das Desolation Beast der Spires an.
Wer liebt sie nicht? Die H.R. Giger-Elfen aus dem Conquest-Universum von Para Bellum. Scheinbar sehr viele – sowohl an der Ästhetik als auch an ihren Regeln scheiden sich regelmäßig die Geister. Mit einem neuen Dual Kit bekommen die Spires zwei Monster, die das sicherlich nicht ändern werden. Lasst uns das Kit und die Regeln heute mal in Augenschein nehmen.
Desolation Beast / Consumption Beast
Aus dem neuen Dual Kit lassen sich zwei Monströsitäten bauen: Das Desolation Beast, ein ursprünglich zur Reinigung der Brutbecken der Spires erfundenes … Ding. und das Consumption Beast, welches vorher alle Reste aus den vorangegangenen Brutprozessen entsorgen sollte.
Beide Varianten wurden allerdings sehr schnell durch das Direktorat – also die Wissenschaftler-Kaste der Spires – als Biowaffe zweckentfremdet. Das Consumption Beast sieht übrigens so aus – nur der Vollständigkeit halber, da ich das Desolation Beast gebaut habe und hier reviewen werde.
Weit aufmachen … Aaaah!
Auf einen Blick
Produkt: Desolation Beast / Consumption Beast
Hersteller: Para Bellum Wargames
Material: Plastik
Maßstab: 38mm
Preis: 129.99 Euro
Das Material wurde von Para Bellum Wargames gestellt.
Blick in die Box
So sieht der erste Blick in die Box aus: Geneigte Hobbyisten erwartet bei diesem Dual Kit ein richtiger kleiner Plastik-Berg, was viel Vorfreude bereitet.
Ausgepackt
Und das ist drin: Vier Gussrahmen, zwei Kommandokarten, eine 100 mm Monster-Rundbase, der 110×110 mm große Stand sowie eine Bauanleitung und die mittlerweile obligatorische Karte zum Aktivieren der Conquest-App.
Gussrahmen
Hier könnt ihr euch die Gussrahmen des Desolation Beast / Consumption Beast-Dual Kits genau anschauen.
Bauanleitung
Und hier könnt ihr euch die Bauanleitung zu Gemüte führen, um den Bauprozess des Biests nachzuvollziehen.
Gebaut
Und so sieht das Monstrum dann aus, wenn man es zusammengeklöppelt hat.
Detailaufnahmen
Da die Großaufnahme bei Monstern und Großmodellen ein bisschen überwältigend sein kann, habe ich wie immer auch hier noch ein paar Detailaufnahmen für euch.
Besonders interessant und erwähnenswert: Quasi keiner der vielen, vielen Füße dieser Bestie schafft es auf die Base. Notgedrungen haben Para Bellum dem Desolation Beast hier zwei Hero Rocks auf den Weg gegeben, um den Halt zu gewährleisten.
Aber selbst so ragt einer der Hero Rocks ein Stück über die Base. Eventuell wäre es möglich gewesen, das zu vermeiden, wenn man das Beast mit dem unteren Stein ganz auf die eine Seite der Base geklebt hätte, aber das hat mein ästhetisches Befinden nicht zugelassen.
Größenvergleich
Und natürlich: Kein Brückenkopf-Review ohne Größenvergleich.
Da die anschauliche Positionierung vor der Skala durch die ausladenden Beine nicht so recht möglich war, habe ich hier nochmal die Maße des Getiers für euch:
- Höhe: ca. 16 cm
- Breite: ca. 15 cm
- Tiefe (vom Mund-Waffen-Ding bis zur Schwanzspitze): ca. 18 cm
Review
Conquest-Designs polarisieren nicht eben selten, und besonders, wenn Para Bellum sich an das Bizarre und Makabre wagen. Ich muss da etwa an das Unhallowed Sepulchre des Old Dominions denken, und ich denke, das wird hier nicht anders sein.
Mir aber gefällt die Body-Horror-Ästhetik der Conquest-Elfen ungemein, und das Desolation Beast war für mich der Startschuss, meine lang brachliegende, erste Conquest-Armee, die Spires, endlich wieder auf den Hobbytisch zu holen.
Besonders schön finde ich die Silhouette des Desolation Beasts mit dem runden Rücken, den vorstehenden Wirbeln und dem wild umherschwingenden Schwanz. Aber auch die Details wie der Kopf, dessen Mund zu einer organischen Kanone modifiziert wurde und die verkümmerten Ärmchen wecken in mir diese schaudrig-schöne Mischung aus Abscheu, Mitleid und Angst, welche ich bei den skurrilsten Conquest-Monsterdesigns besonders schätze.
Und auch die Umsetzung ist weitestgehend gelungen. Alle Teile sind schön scharf im Guss, passen gut ineinander und brauchen keine strukturelle Unterstützung beim Kleben, sodass die Arbeit schnell von der Hand geht. Nur die oben schon angerissene Befestigung auf der Base trübt den Eindruck ein bisschen.
Man kann die Beine zwar durch Kugelgelenke ein bisschen posieren, doch zum einen merkt man beim Bauen noch nicht, dass man den Fuß mit dem Stein besonders weit nach innen neigen muss, damit er nicht über die Base ragt – und vor allem steht er bei mir auch über, obwohl ich mein Bein relativ konservativ und möglichst nach den Angaben in der Anleitung positioniert habe.
Aber all das ist kein Beinbruch und sowieso gar kein Faktor für alle, die eh nur Last Argument of Kings mit den Stands spielen wollen. Auf der eckigen Base steht das Biest nämlich ohne Probleme. In First Blood auf der Rundbase mag das im grauen Zustand ein bisschen komisch aussehen, aber wenn das Modell erstmal bemalt ist, fällt es bestimmt nicht weiter auf.
Als Nachtrag zum Abschluss für alle Magnet-Profis: Der große Unterschied zwischen den Minis, die Kanone oder das Maul auf der Brust, lässt sich nach ein bisschen Rumprobieren mit ein bisschen Mühe sicherlich gut magnetisieren. Ich für meinen Teil überlege, aus den übrigen Bits mit Tentakeln aus Green Stuff einfach ein unterirdisches Riesen-Maul im Sarlacc-Stil zu basteln.
Regeln
In Last Argument of Kings
Desolation Beast
Das Desolation Beast ist ein schweres Monster, das vor allem im Fernkampf glänzt. Mit 12 Schuss auf 16″ Reichweite, Armor Piercing 2 und Volley 3 macht es dabei auch eine gute Figur. Sein Strain Draw-Event, welches die Spires seit ihrem Rework diesen Monat neu bekommen haben, erlaubt es ihm 3 seiner 16 Wunden gegen die Fähigkeit zu tauschen, den Evasion-Wert eines beschossenen Regiments zu ignorieren.
Zählt man dazu noch die Sonderregel „Visceral Bombardment“, durch die jeder Trefferwurf von 1 einen zusätzlichen Treffer auf ein Regiment innerhalb von 3″ um das Ziel verursacht, wird aus diesem Paket eines der besten Ranged-Regimenter im Spiel, das durch Dread, Defense und Resolve 3, Trample 6, Lethal Demise 8 und Clash 2 mit 8 Attacken auch eine respektable Gefahr im Nahkampf darstellt.
Consumption Beast
Das Consumption Beast ist dagegen ein Medium Monster, das schnell in den Nahkampf will, um schwächere Regimenter im wahrsten Sinne des Wortes aufzufressen. Es prescht mit March 8 und Unstoppable voran und bietet im Nahkampf 10 Attacken auf Clash 2 mit Cleave 1 und 6 Impacts im Charge.
Gegen richtige Schwergewichter richtet das Consumption Beast mit diesem Profil nicht viel aus, aber es ist mobil genug, sich seine Ziele weitestgehend frei auszusuchen. Und das solles auch, denn es möchte sich eh kleineres Getier suche, um seinen endlosen Hunger zu stillen: Die Sonderregel „Endless Hunger“ gibt dem Biest +1 Clash und Terrifying (2), wenn es gegen kleinere Regimenter antritt (also standardmäßig gegen Infanterie, Kavallerie und Brutes).
Defensiv hält es mit Defense und Evasion 2 nicht allzu viel aus, ist aber durch Fearsome und Resolve 4 ein Stück weit dagegen geschützt, sofort zu platzen.
Last but not Least verfügt das Consumption Beast noch über ein kleines Minigame: Es betritt das Schlachtfeld mit 8 Wundmarkern, hat daher also effektiv statt den 20 Wunden, die im Profil stehen, nur 12. Seine Sonderregel „Indiscriminate Omnivore“ erlaubt es ihm, sich um 2 Wunden zu heilen, wenn ein anderes Regiment innerhalb von 12″ sein Strain Draw-Event zündet.
Ist es erstmal voll geheilt, ist es „Gorged“ und erhält dadurch 6 zusätzliche Attacken, verliert seine Sonderregel zum Heilen und bekommt sein Strain Draw-Event, welches Dread verleiht, permanent.
Das ist lustig und daher für mich definitiv den Platz in einer Liste wert. Ich bezweifle aber, ob es sich für optimiertes Spielen lohnt, all den zusätzlichen Aufwand für das Consumption Beast zu betreiben, wenn das Basisprofil der Abomination die selbe Schlachtfeld-Rolle erfüllt – und das für weniger Punkte und mit einem Hauch mehr Wunden, mehr Attacken und Flurry.
In First Blood
Für First Blood haben wir leider noch keine Profile für das Desolation Beast oder das Consumption Beast, da Para Bellum den Conquest-Skirmisher gerade von Grund auf neu designen. Für weitere Infos zu diesem Update-Prozess könnt ihr hier schon mal reinschnuppern. Wir werden dann bei der Veröffentlichung für euch über das Update berichten.
Fazit
Mir gefallen die neuen Spires-Monster sowohl optisch als auch von den Regeln her immens gut. Und euch? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
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Mir sagen beide Varianten optisch zu, und ich hab zum ersten Mal auch die spielerische Zusammenfassung gelesen, hab ich doch Spires hier und gern – und noch nie selbst gespielt: Hatte mal eine kurze Demo vor Ewigkeiten und war überzeugt, aber mangels Mitspielern dann nach etwas Basteln und Malen wieder andere Projekte vorgezogen.
Und auch ein wenig, weil beide Systeme mit den damals kommenden nächsten Startern neue Regeln kriegen sollten.
Jetzt haben die Spires gerade wieder neue Regeln gekriegt und First Blood wird auch wieder umgebaut?!?
Wie „stabil“ sind die Systeme?
Und was ist das für eine Lizenzkarte? 🤔