von BK - André | 31.01.2016 | eingestellt unter: Allgemeines

Review: Jarheads Basing Workshop in Augsburg III

Auf geht’s mit dem letzten Teil unseres Reviews!

Sonntag 8:00 Uhr. Wieder der Wecker. Wieder die Jugendherberge. Wir frühst…. ach Ihr kennt das ja schon.
Zwischen 9 und 10 Uhr trudeln wieder alle Teilnehmer im vertrautem Kursraum ein. Thema heute: Die Bemalung und Details.
Also Grundiersprays genommen und losgesprüht:

MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag1 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag2

Daraufhin erläuterte Roman für die Interessierten noch einmal die Wet in Wet Skizzierung. Teilnehmern des Einsteigerworkshops war diese schon bekannt, aber auch da gab es Leute, die sich das lieber nochmal anschauen wollten. Wichtig war vor allem bewusst eine Atmosphäre zu erzeugen.

Hier galt es die richtige Atmosphärenfarbe auszuwählen. So bietet sich ein dunkles blau für eine Nachtatmosphäre an. Weiterhin sollte bei der Skizzierung grob beachtet werden, wo Licht und wo Schatten hinfällt. Die Teilnehmer waren also fleißig mit Bemalen beschäftigt:

MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag3 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag4 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag5

 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag6 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag7 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag8

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Nun folgte ein weiterer wesentlicher Schritt. Die Verwitterung. Denn ein Teil des Themas für das Wochenende war auch, dass sich die Natur ihr Gebiet zurückholt. Wir sollten nun also alle auf unseren geliebten Basen mit grün rumpantschen. Ja genau, auf den Bases, die wir grad so liebevoll bemalt hatten. Grün. In großen Mengen. Dies sollte Flugmoos darstellen. Naja gut, vertrauen wir ihm mal. Anschließend folgte noch Streu für weitere Mooseffekte, bei denen wir auch auf verschiedene Kriterien in der Platzierung achten sollten.

MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag12 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag13 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag14 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag15 MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Sonntag16

Am Ende des Tages kamen dabei die unterschiedlichsten Basen raus (zum Teil noch unfertig):

MassiveVoodoo_BasebauWorkhsop_Sonntag_Erik4 MassiveVoodoo_BasebauWorkhsop_Sonntag_Erik5 MassiveVoodoo_BasebauWorkhsop_Sonntag_Erik6 MassiveVoodoo_BasebauWorkhsop_Sonntag_Erik7

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Fazit:

Nun, was bleibt mir nur nach dem Wochenende zu sagen? Natürlich hatte der Workshop gute und schlechte Aspekte.
Fangen wir mit den Guten an:

  • In dem Workshop wurden viele theoretische Grundlagen wie der goldene Schnitt, harmonischer Detailgrad und ähnliches besprochen. Auch wenn ich persönlich davon schon gehört habe, habe ich diese aber noch nie wirklich beachtet und sie auch nie als wirklich wichtig empfunden.
  • Durch den Workshop wird das Bewusstsein für alltägliche Dinge geschärft. Man fragt sich nun öfter: Warum wirken Dinge, wie sie gerade wirken? Warum sieht gerade dieser Mülleimer in der Öffentlichkeit chaotisch aus? Liegt das einfach nur am wild verstreuten Müll an sich?
  • Der Teufel steckt im Detail. Roman ging während des Kurse andauernd rum und gab kleinere Tipps. Ich zum Beispiel platzierte anfangs nur einen kleinen Teil meines Schildes auf der Base. Wo war der andere Teil? Wirklich verschleppt, oder lassen sich da noch Überreste auf der Base finden?

Allerdings hatte auch dieser Workshop Schwachstellen:

  • Zeitmanagement. Einer der wichtigsten Punkte. Roman ist ein verpeilter Mensch. Damit hab ich kein Problem, das gehört für mich zu einem Künstler irgendwie dazu. Was mir aber nicht gefiel war die Aufteilung des Workshops. So war ich beispielsweise recht schnell mit dem Mauerbauen fertig musste aber warten, bis auch die anderen soweit waren. Das endete Samstag Nachmittag kurzzeitig in einer kurzen Langeweilphase. Diese habe ich aber immerhin gekonnt überbrückt, indem ich ein bisschen vor mich hin gezeichnet hatte. Dennoch war es ärgerlich. Hier wäre ein dynamischerer Ablauf wünschenswert gewesen.
  • Das Basethema. Für das Wochenende waren wir alle auf das Thema Postapokalyptik festgelegt gewesen. Das macht durchaus Sinn, schon allein damit Roman nicht alle Materialien aus dem Atelier zum anderen Kursraum verfrachten muss. Damit kann ich mich auch anfreunden. Was ich nicht so toll fand war, dass jeder von uns auf eine Mauer und ein Schild als Pflichtelemente festgelegt war. Ich hatte ursprünglich eine ganz andere Idee im Bereich Postapokalyptik, konnte sie aber dann eben aus diesem Grund nicht umsetzen leider. Das war ein bisschen ärgerlich.

Was bleibt mir nun nach Gegenüberstellen der drei Punkte pro Seite zu sagen? Ich denke der Workshop ist auf jedenfall einen Besuch wert. Er hat Schwächen, aber ich habe an dem Wochenende viel gelernt, zum Teil auch über Sachen bei denen ich noch nicht mal wusste, was ich da denn noch lernen sollte? Klar klingen 160€ zunächst mal nach viel Geld. Aber man muss sich überlegen, was man dafür als Gegenwert bekommt. Einen Lehrer über 2,5 Tage. Jede Menge Materialien für die Base. Den Sockel von Sockelmacher. Die Figur von Hasslefree. Ein Handout in dem alles nochmal drinsteht. Dafür sind 160€ ein durchaus akzeptabler Preis.

Würde ich wieder auf einen Basingworkshop gehen? An dieser Stelle muss ich zunächst einmal „nein“ sagen. Das hat aber nichts mit der Qualität des Workshops selbst zu tun. Im Gegensatz zum Einsteigerworkshop, den ich mir auch mit einer eigenen Miniatur nochmal vorstellen kann, sehe ich hier nicht den Wiederholungsbedarf. Ich denke mir persönlich bringt ein weiterer Basebauworkshop, auch wenn er unter einem anderen Thema stattfindet keinen großen Mehrwert mehr, denn die Theorie habe ich verstanden und anders als bei den Maltheorien sind diese leichter umzusetzen und zu behalten. Nichtsdestotrotz ist der Workshop selbst zu empfehlen. Ich persönlich habe dadurch viele Ideen für künftige Dioramen, Einheitenfüller usw. mitnehmen können.

MassiveVoodoo_BasingWorkshop_Ergebnis MassiveVoodoo_BasingClass

Link: Massive Voodoo

BK - André

Aquen/André, Brückenkopf Redakteur. Seit 2003 im Hobby. Erstes Tabletop: Herr der Ringe Aktuelle Projekte: Infinity (Tohaa)

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Kommentare

  • Danke für die Einblicke in einen solchen Workshop, schöne Artikelreihe.

    Was mir besonders gut gefällt, dass man es sehr schwer hat, eine Lieblingsbase aus den Bildern auszuwählen. Das zeigt, alle haben auf einer sehr hohen Qualitätsstufe gearbeitet. Dickes Lob deshalb auch für die Teilnehmer.

    @ jarhead
    Als Kleine Inspiration: Workshopthema Renaissance kombiniert mit (hauptsächlich weiblichen) Miniaturen in langen Kleidern -> Es würden wahrscheinlich mehr weibliche Teilnehmer und Malerinnen bei Dir aufschlagen.
    Für die wilderen könnten neben z.B. Freebooter auch Carnevale-Miniaturen bemalt werden.

  • DIe Bases sehen alle so cool aus.
    Wirklich sehr inspirierend.
    Einen tollen Artikel und n’Hammer-Base hast du da gezaubert!

  • Danke für die Artikel auch von meiner Seite!
    Für mich sind die ziemlich ideal:
    zunächst sind Einblicke in Hobby-Workshops grundsätzlich gut, dann war’s mit einem Schwerpunkt im Bastelbereich* und letztlich noch ein Workshop mit so kreativen Ansätzen – um die Ecke zu denken und den Blick zu weiten halte ich für extrem sinnvoll, allemal, wenn es um Kreativität geht. Macht auf jeden Fall Bock auf mehr.

    * Bauen/Kneten/Basteln sind essentiell im Miniaturenhobby, super interessant und vor allem kann man damit unheimlich viel Regie führen. Dennoch erfahren diese Hobbyaspekte sträflich wenig Beachtung.

    Zwei Fragen bzw. Anregungen noch:

    a) Wie wurden die theoretischen Konzepte auf die praktische Umsetzung übertragen? Wurde das dann speziell auf das Arrangieren von Bases / Gelände angewandt, z.B. an Beispielen vorgeführt? Das Besondere, aber auch Vertrackte an Miniaturen und gerade auch an Bases oder gar Szenen ist ja, dass ihre Dreidimensionalität schier unendlich viele Blickwinkel zulässt. Und war das dann speziell auf das Genre-Thema (Postapo, Mauer und Schild, Rückeroberung durch Natur) zugeschnitten oder allgemeiner? Denke, dass die Grundlagen in verschiedenen Settings sehr unterschiedlich umsetzbar sind.

    b) Man hat natürlich bestimmte Präferenzen auch innerhalb eines Setting-Themas. Allerdings ist es sehr sinnvoll (wenn nicht gar wichtig), sich bei Kursen etc. auch auf die Vorgaben des „Lehrers“ einzulassen. Der sollte schon wissen, was er da tut, und hat alles entsprechend ausgerichtet. In eigenen Projekten kann man das ja immer noch anderweitig anwenden.
    Andererseits ist es natürlich eher ungut, wenn man an einem bestimmten Themenfeld interessiert ist und nur etwas ganz anderes drankommt. Sind die Themenschwerpunkte denn nicht entsprechend im Vorfeld der Anmeldung kommuniziert worden?

    • Hi! Danke für deinen Kommentar.

      zu a) Nun die praktische Umsetzung erfolgte zunächst als lustige Variante des Realbaus von Basen am Freitag Abend (also wo wir Teilnehmer als Miniaturen genommen haben). Am Samstag ging es dann sag ich mal „Hand in Hand“. Ein Beispiel: Nachdem wir die Mauern gebaut hatten war es nur logisch einzelne Steine auch zu platzieren. Hier wurde mal eine Gruppe Steine platziert, dort mal einzelne. Das baute auf dem Konzept der Streuung von Freitagabend auf. Hoffe das beantwortet deine Frage?

      zu b) Doch das ist kommuniziert worden, zumindest das Thema Postapokalypse. Das wir eine Mauer und einen Schild brauchen allerdings nicht. Wobei es da eben für und wieder gibt. Manche finden die Einschränkung gut manche nicht. 🙂

      • Gerne. Und danke dir nochmal.^^
        Ja, so etwa. Wobei mich besonders interessiert, ob direkt am Objekt rumprobiert wurde, wie sich auswirkt, wenn man ezwas mal so oder anders arrangiert (Spannungsverhältnisse, Blicklenken etc.). Und, ob auch die multiplen Blickwinkel beim Dreidimensionalen speziell thematisiert wurden und wie man damit umgehen kann. Das Bild eines 3D-Arrangements verändert sich ja ggf total, wenn man das Objekt aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

      • Ach, und: Was war eigentlich deine ursprüngliche thematische Idee gewesen? Hätte sich das nicht verbinden lassen?

  • Ich war Teilnehmer und würde den Workshop auf jeden Fall weiterempfehlen, zumindest einmal sollte man sich die Theorie und die Umsetzung in die Praxis antun, bzgl. Wiederholung bin ich mir, ähnlich wie André, nicht sicher.
    Die Sache mit Mauer und Schild war vorher leider nicht bekannt was mich gefühlt im ersten Moment auch eingeschränkt hat, im nachgang aber eine gute Entscheidung für den Workshop war da man vergleichbarere Ergebnisse bekommt und der Lerninhalt klar definiert ist. Anders wäre das glaub ich ausgeufert.

    Was für mich den Reiz an Workshops ausmacht ist einfach ein Wochenende mit ca. 20 Leuten mit gleichem Hobby und einem (in Roman’s Fall) begnadetem Lehrer zu verbringen, dabei viel über dies und das zu quatschen und am Ende was Neues gelernt zu haben und etwas vorzeigbares mit nach Hause zu nehmen. Auch wenn die Base nur zu ca. 70% fertig geworden ist war ich glücklich über das Ergebnis und so kann man es als Hausaufgabe sehen sie fertig zu stellen um das gezeigt noch zu festigen.

    Von mir gibts 2 Daumen nach oben, mach weiter so Roman, ich werd wieder kommen 🙂

    Greetz
    A

  • Vielen Dank für die Artikelreihe und die sachliche Herangehensweise.
    Deine Kritikpunkte bestätigen meine Vorbehalte gegenüber einem Baseworkshop. Somit ist das also nichts für mich und ich bleib bei den Malworkshops.

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