von BK-Christian | 25.09.2014 | eingestellt unter: Kickstarter, Reviews, Warpath/Deadzone

Review: Deadzone Plague Zombies

Die zweite Deadzone-Lieferung ist da und mit ihr sind die neuen Hartplastik-Sci-Fi-Zombies bei uns aufgeschlagen.

Deadzone Zombie

Die Zombies gehörten vermutlich zud en am meisten herbegesehnten Modellen der zweiten Welle, schließlich bestehen sie nicht aus Restic, sondern kommen wie die Battlezones als Hartplastik-Gussrahmen daher. Auch Enforcer, Peacekeeper und Forge Guard sollen aus Hartplastik kommen, sie wurden aber nicht rechtzeitig fertig und werden mit einer dritten Lieferung Ende Oktober kommen.

Der Gussrahmen

Widmen wir uns also den Zombies. Sie kommen mit einem einzelnen Gussrahmen daher, der für 5 Modelle reicht:

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Insgesamt stehen 7 verschiedene Torsos und 5 Armpaare zur Verfügung,  wobei eine Torsokombination (der „Gedärmefresser) ohne Arme auskommt, da diese in die Pose des Torsos integriert wurden.

Details

Die Modelle wurden vollständig am Computer gestaltet, was man den Bauteilen auch immer noch ansieht. Wenn man sich die Details anschaut, fällt auf, dass sie nicht hundertprozentig scharf ausdefiniert sind, stattdessen gibt es gerade bei stark vergrößerten Bildern den für viele Rendermodelle typischen „Weichzeichnereffekt“.

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Zusammenbau

Die Passgenauigkeit der Modelle ist fast durch die Bank sehr gut, die Kugelverbindungen zwischen Ober- und Unterkörper passen perfekt zusammen und auch die Arme lassen sich problemlos und mit viel Spielraum für Posen platzieren. Auch die Köpfe lassen sich problemlos an den Modellen befestigen und sind in ihrer Ausrichtung flexibel.

Die einzigen Schwierigkeiten gab es beim Zusammenbau der Köpfe bei denen Helm und Gesicht getrennt voneinander gegossen wurden. Die Gesichter passen trotz Steckverbindung nicht so richtig in die Helme, hier muss etwas nachgeschnitzt werden. Sonderlich problematisch ist das nicht, es ist aber nicht wirklich ersichtlich, warum dieser Umweg überhaupt gewählt wurde. Ohne Helm können die Köpfe nicht verbaut werden, der einzige Vorteil der getrennt gegossenen Helme liegt darin, dass man die beiden Gesichter und Helme frei kombinieren kann. Sonderlich viel Varianz erzielt man dadurch aber nicht, wir vermuten deshalb gusstechnische Gründe hinter der Trennung.

Die fertigen Modelle

Am Ende des Zusammenbaus erhält man 5 Zombies und einige Bits:

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Die fertigen Modelle sehen so aus (nicht wundern, das sind schon die nächsten 5 Zombies, deshalb sind sie mit anderen Posen zusammengebaut worden).

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Unsere ersten 5 Zombies sehen derzeit so aus: Sie wurden weiß grundiert und mit Gryphone Sepia gewashed.

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Größenvergleich

Natürlich darf auch hier unser Größenvergleich nicht fehlen:

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Kompatibilität

Eine Frage drängt sich natürlich auf: Sind die neuen Sci-Fi Zombies mit den Fantasy-Untoten und den Ghoulen kompatibel? Die Antwort lautet: „Ja, aber…“

Die Modelle verfügen grundsätzlich über das gleiche Stecksystem und die Verbindungen an Taille, Schultern und Hals sind ähnlich aufgebaut. Die Halbkugeln an den Torsos der Sci-Fi Zombies sind allerdings deutlich größer als bei den meisten Fantasy-Zombies, so dass man hier schnitzen muss. Auch fällt auf, dass die Kugelgelenke bei den Sci-Fi-Zombies allesamt genau gleich groß sind, bei den von Hand modellierten Fantasymodellen gibt es immer wieder Unterschiede (die auch beim Durchtauschen der Fantasyteile schon Schwierigkeiten gemacht hatten). Bei den Armen fällt auf, dass die Fantasyzombies eher abgemagert daherkommen (sie sind eben Untote), während die Plague-Zombies ein ganzes Stück bulliger und aufgepumpter ausehen, es sind eben Mutanten und keine Untoten im eigentlichen Sinne. Wenn man Zombie- und Plague-Arme mischt, kann das deshalb ein wenig nach „30 Jahre Speerwerfer“ aussehen, was aber gut zur Hintergrundgeschichte der deformierten Plague-Zombies passt (es sind im Grunde gescheiterte Mutationen, die es nicht zum normalen Stage 3 geschafft haben). Völlig problemlos gestaltete sich die Kombination bei den Köpfen, hier kann man mit den Fantasybits einiges an Vielfalt gewinnen.

Wir haben für unser Review 5 Misch-Zombies gebaut, und die kleinen Lücken mit Liquid Greenstuff geschlossen (das ich gerne etwas flächiger anwende um einen weichen Übergang zu erzeugen, also nicht erschrecken 😉  ):

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Fazit

Mit ihrem ersten Sci-Fi-Hartplastikgussrahmen verpassen Mantic Games den großen Wurf knapp. Die Gestaltung der Modelle und die Posenvielfalt, die der kleine Gussrahmen ermöglicht, sind beachtlich, auch die Tatsache, dass beispielsweise zwei weibliche Oberkörper vertreten sind (einer mit Rüstung und einer ohne), fällt positiv auf. Der Zusammenbau geht flott von der Hand, die Gussgrate sind nur schwach ausgeprägt und die Modelle kommen endlich ohne die Mantic-typischen Base-Scheiben daher, so dass sie problemlos auf jede Base geklebt werden können.

Der Preis ist mit 15 Pfund für 20 Zombies definitiv fair, es soll ab Oktober außerdem ein Contagion-Boxset mit Gelände, 30 Zombies und dem Deadzone-Erweiterungsbuch für Zombie-Szenarios für 30 Pfund geben.

Auf der Negativseite fallen vor allem die teilweise nicht ganz scharfen Details ins Gewicht. Sobald die Modelle grundiert und gewashed sind, fällt dies zwar nicht mehr ganz so stark auf wie beim glänzenden „nackten“ Plastik, es lässt sich aber trotzdem nicht vo der Hand weisen. Vereinzelt dürfte man sich außerdem beim Bemalen fragen, wo das Hemd aufhört und die Haut anfängt – ein altbekanntes Problem. Gerade angesichts der Tatsache, dass die Modelle eher für eine schnelle Massenbemalung und den Einsatz als Kanonenfutter ausgelegt sind, dürfte das allerdings nicht zum großen Faktor werden.

Insgesamt bleibt somit ein positives Gesamturteil, die Plague-Zombies dürften sich vermutlich schon bald in diversen Armeen wiederfinden. Da der Bausatz außerdem zeigt, dass die Rendertechnik vor allem bei Waffen, Werkzeugen und Rüstungsplatten voll und ganz überzeugt, sehen wir den Hartplastiktruppen der Enforcer und der Forge Fathers sehr optimistisch entgegen.

Mantic Games ist unter anderem bei unserem Partner Radaddel erhältlich.

Quelle: Deadzone Kickstarter

Link: Mantic Games

BK-Christian

Chefredakteur von Brückenkopf-Online und Tabletop Insider. Seit 2002 im Hobby, erstes Tabletop Warhammer Fantasy (Dunkelelfen). Aktuelle Projekte: Primaris Space Marines, Summoners (alle Fraktionen), Deadzone/Warpath (Asterianer und Enforcer), Kings of War (Basilea und Oger), Dropfleet Commander (PHR).

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Kommentare

  • Irgendwie eine ungewöhnliche Entscheidung mehr Oberkörper beizufügen als unterschiedliche Arme… Meistens bekommt man ja eher dort die Variationen. Naja, die Zombies sehen ganz nett aus, muss ich in der Hand halten für ein finales Urteil. Arme erscheinen mir ein wenig lang (aber das kann täuschen) und das Design entspricht nicht 100% meinem Geschmack, aber die Qualität sieht vielversprechend aus. Hoffentlich macht Mantic so weiter.

  • ahh. vielen dank für das review! 🙂

    Ich kann von den Bildern her jetzt keinen Weichspülereffekt sehen, aber ich glaub das jetzt einfach mal. sieht jedenfalls meiner Meinung nach sehr ordentlich aus. da kann man echt nur gutes für die noch ausstehenden Gussrahmen erhoffen! sehr cool.

  • Du machst mich traurig. Ich warte immer noch auf „meine“ zweite Welle, während mantic bereits die dritte vorbereitet und dafür nochmal den Laden geöffnet hat. Heul. Wo bleibt das Zeug nur?

  • Mh, das liest sich ja recht gemischt. Ich werde mir mal eine Box kaufen, da ich Sci-Fi Zombies für Fallout/Endzeit nutzen möchte, aber ich bin leider nicht mehr ganz so begeistert, da die ersten Ankündigungsbilder für mich stimmiger wirkten als die finalen Miniaturen.

    In jedem Fall vielen Dank für das informative Review.

  • Gefallen mir besser als die „eigentlich geplanten“ Zombies/Mutanten. Bin mal gespannt auf das Contagion-Boxset. 🙂

  • Ein sehr guter Bericht! Endlich wagt Mantic den Sprung von Restic zu Plastik und hat sich damit auch in mein Herz seinen Weg gebahnt. Ich bin zwar immer noch kein Freund vom „Großer Oberkörper, schmale Beinchen“-Prinzip, aber dieses ist bei Warpath glücklicherweise nicht so stark vertreten wie bei Kings of War.

    Die Detail“armut“ stellt in meinen Augen kein Problem dar. Der Erste, der seine Manticfiguren auf einem hohen Level bemalt, wo das wirklich ins Gewicht fällt, kriegt von mir nen Keks spendiert. Alle anderen dürfen der Scharfkantigkeit der Details bezüglich…..ppssssccchhhht….

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