von BK-Christian | 22.03.2010 | eingestellt unter: Fantasy, Reviews

Review: Scibor Miniaturen

Heute werfen wir für Euch einen genaueren Blick auf die Resinminiaturen von Scibor.

In den vergangenen Wochen hat die polnische Miniaturenschmiede Scibor vor allem mit schrägen Sonderminiaturen auf sich aufmerksam gemacht. Darüber sollte man aber nicht vergessen, dass Scibor auch einige sehr interessante Miniaturen für Spieler von Zwergen und Chaoszwergen im Angebot hat. Hinzu kommen einige interessante Sci-Fi-Figuren, vorgestaltete Bases und demnächst dann auch die Minotauren. In unserem heutigen Review wollen wir einige Produkte genauer vorstellen und dabei sowohl die Qualität als auch die Kompatibilität zu den Produkten von Games Workshop unter die Lupe nehmen.

Den Anfang machen zwei Waffenträger aus der Sci-Fi-Sparte von Scibor. In dieser Rubrik findet man neben sehr schrägen preußisch angehauchten Zwergen auch einige Gefolgsleute für Helden und Inquisitoren. Zwei dieser Miniaturen haben wir uns genauer angeschaut und dabei zunächst festgestellt, dass die Gussqualität mit den meisten anderen Herstellern kaum mithalten kann. Die Miniaturen sind an vielen Stellen mit Blasen überzogen und die Details schief oder verwaschen. Im Gesamtbild lässt sich mit der richtigen Bemalung und etwas Nachbearbeiten zwar durchaus etwas machen, aber Highlights sind die Figuren nicht. Vielleicht hatten wir bei unseren Testminiaturen auch einfach ein wenig Pech, aber insgesamt wird einfach an vielen Stellen deutlich, dass es sich bei ihnen um einige der ältesten im Sortiment von Scibor handelt.

Von der Größe her sind die Figuren passend für Warhammer 40k, wer also ein etwas ausgefalleneres Gefolge für seine Inquisitoren sucht und sich von den Mängeln nicht abschrecken lässt, kann sich die Figuren von Scibor durchaus einmal anschauen. Der Preis für das getestete Doppelpack liegt bei 12 Euro, was angesichts der Qualität kaum zu rechtfertigen ist.

Eine inzwischen weitläufig bekannte Produktreihe von Scibor sind die „Moscals“, russisch angehauchte Zwerge, die häufig als Alternative zu den Chaoszwergen von GW empfohlen werden. Die von uns getesteten Krieger und Schützen sind von ihrer Optik her recht flexibel und nicht zwangsläufig nur auf den Einsatz als Chaoszwerge angewiesen. Der Musketenschütze könnte beispielsweise als recht schicker Ratling in einer Armee der Vostroyaner eingesetzt werden und auch die Rüstungen der Nahkämpfer sind nicht zwangsläufig „chaotisch“.

Die Qualität der Miniaturen ist deutlich besser als die der Waffenträger. Man merkt eindeutig einen Fortschritt, die Details sind sauber ausmodelliert und um einiges zahlreicher. Der Größenvergleich mit einigen GW-Miniaturen zeigt, dass die Moscals aufgrund ihrer überdimensionierten Hüte deutlich größer wirken als beispielsweise normale Zwerge von GW (allerdings sind die gezeigten Schädelpass-Zwerge ein Stück kleiner als die Zwerge aus den mehrteiligen Bausätzen).

Ebenfalls sehr sauber sind die Details der normalen Scibor-Zwerge. An der Qualität gibt es wenig zu meckern, auch wenn es natürlich immer noch etwas besser geht. Der Preis von 4,50 bis 6 Euro pro Miniatur ist in Ordnung und deutlich eher gerechtfertigt als bei den Waffenträgern. Der Größenvergleich zeigt auch hier, dass die Modelle von Scibor zwar nicht zu 100 Prozent zu den Modellen von GW passen, wer aber nach besonderen Modellen für seine Helden sucht, oder eine schicke Abenteurergruppe für Mortheim zusammenstellen möchte, kann hier auf jeden Fall fündig werden.

Fazit:

Die Miniaturen von Scibor sind eine zweischneidige Sache. Während die älteren Modelle teilweise kaum mit den aktuellen Standards mithalten können und noch dazu viel zu teuer sind, können die Zwerge mit ihrer guten Qualität punkten. Zwar sind auch hier die Preise nicht gerade niedrig, aber angemessen und die häufigen Sonderangebote machen größere Bestellungen zusätzlich attraktiv.

Wer sich an der allgegenwärtigen Stempeltechnik an den Miniaturen nicht stört, kann also durchaus mal einen Testkauf wagen und seine Armee mit einigen besonderen Modellen auflockern.

Quelle: Scibor Miniatures

BK-Christian

Chefredakteur von Brückenkopf-Online und Tabletop Insider. Seit 2002 im Hobby, erstes Tabletop Warhammer Fantasy (Dunkelelfen). Aktuelle Projekte: Primaris Space Marines, Summoners (alle Fraktionen), Deadzone/Warpath (Asterianer und Enforcer), Kings of War (Basilea und Oger), Dropfleet Commander (PHR).

Ähnliche Artikel
  • Fantasy

Immortal Kings: Neuheiten

22.01.2022
  • Blood Bowl / Fantasy Football
  • Necromunda

FW: Mietlinge für Necromunda und Blood Bowl Rattenoger

22.01.20226
  • Frostgrave

Frostgrave: Blood Legacy Miniaturen

22.01.20222

Kommentare

    • Siehst du die ganzen Ornamente? Also die glatten Flächen mit Linien? Diese Ornamente werdem am PC erstellt und dann per Plotter ausgedruckt. Fertig ist der Stempel.

      Das ist IMO die größte Schwäche von Scibor, viele der Miniaturen und besonders die Zwerge sind rumd um diese Stempeltechnik designt, und es sieht mMn einfach langweilig und unispiriert aus.

      • nur das Scibor das mit dem Computer läßt und das noch von Hand macht das war schon sein Markenzeichen als er nur GW Umbauten gemacht hat.

        Wie man so einen Stempel macht hat er als Turt auf seiner Homepage

    • Stempeltechnik bedeutet zunächst, dass Details nicht direkt auf die Miniatur modelliert werden, sondern mit einem „Stempel“ angefertig werden. Viele Modellierer fertigen sich dazu eine Form an, die dem gewünschten Bauteil entspricht (Schild, Schulterpanzer) und ritzen dann mit einem feinen Werkzeug das gewünschte Muster hinein. Wenn man diese Form dann nach dem Aushärten mit Green Stuff füllt, wird es in die Rillen gedrückt und so geformt. Nach dem Aushärten kann man das Teil entnehmen und hat wunderbar feine Linien, die man mit einer konventionellen Technik wohl nie hinkriegen würde.

      Ist etwas laienhaft erklärt, da ich selbst kein Modellierer bin, aber der Grundgedanke wird vermutlich klar. Bei Scibor wird diese Technik sehr exzessiv genutzt, was seine Modelle einerseits sehr schick aussehen lässt, aber häufig ist es auch ein wenig „too much“.

      Bis dann! 🙂

  • Besser gut gestempelt als schlecht modelliert.
    Mich reizen vor allem die preussischen Ogryns, aber die sind nun auch schon etwas älter. Naja, mir fehlt sowieso die passende Armee, um die unterzubringen.

    • Also ich kann mit den Sachen von Scibor gar nix anfangen…wahrscheinlich weil ich keine Zwerge spiele und selbst wenn ich dann die Miniaturen nicht einsetzen würde. Ich find den Stil einfach nur ätzend.–vielleicht werden die Minotauren ja was für die Tiermenschen-Spieler.
      Nun ja der Rest wie die „Waffenträger“ können auch böse nach hinten losgehn (Schlagwort: IP und so).
      Bei den Bases ist man bei Micro-Arts Studio besser beraten, da ist die Auswahl einfach unglaublich. So genug gemeckert : )

      • Das ist mir aber neu, dass GW das Konzept von Leuten, die Kutten tragen und Zeug durch die Gegend schleppen, erfunden hat.

        Ich finde es jedesmal verwunderlich, wenn einem kleinen Hersteller vorgeworfen wird, sich bei GW’s IP zu bedienen. Zwar ist bei vielen dieser Hersteller deutlich, dass sie Alternativen zu GW’s Miniaturen herstellen, um auch ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen (Gamezone, AoW etc.), aber wenn GW rechtlich was dagegen unternehmen könnte, würden sie es auch tun. Können sie aber offenbar nicht. Und selbst wenn: Mir als Kunde kann das doch sowas von egal sein, ich kaufe einfach die Miniaturen, die mir am besten gefallen, schließlich habe ich keine moralische oder sonstige Verpflichtung gegenüber GW.

  • Aus den Moscals bau ich mir seit Anfamg des jahres eine kleine Chaoszwergen-Streitmacht zusammen und dem hier angesprochenen Mangel an Qualität kann ich nur bedingt zustimmen. Klar gibt es immer mal wieder Luftbläßchen, aber ich habe z.B. von FW und (speziell) Microart schon deutlich Schlimmeres erlebt. Ich bin zufrieden mit der Qualität. Den Preis finde ich noch im Toleranzbereich, aber wer dieses Hobby für sich pflegt, der ist wohl eh etwas schmezresistent gegenüber den Preisen 😉
    Also mein Fazit der Moscals ist etwas positiver, da es mir sehr viel Freude bereitet die Miniaturen zu bemalen, weil sie einfach gut aussehen.
    P.S. Zusätzlich zu den Moscals gibt es pro Miniatur auch eine wirklich hübsch gestaltete Base, was den Preis noch etwas besser macht, finde ich…

    • Hast Du das Review überhaupt gelesen? Die Qualitätsmängel beziehen sich ausdrücklich nur auf die Waffenträger…

      Zitat zu den Moscals:
      „Die Qualität der Miniaturen ist deutlich besser als die der Waffenträger. Man merkt eindeutig einen Fortschritt, die Details sind sauber ausmodelliert und um einiges zahlreicher.“

  • Moin,

    also das mit der Qualität kann ich nicht bestätigen. Die Figuren die ich gekauft habe, sind für Resinfiguren durchgehend auf hohem Qualitätsniveau, gerade die genannten Waffen- und Schildträger sind einwandfrei.

    Ich habe ein ganz anderes Problem:
    Schulterpanzer (Löwenköpfe): die Größe taugt allenfalls für Terminatoren, und selbst da sind die zu groß. Außerdem lassen sie sich nur schwer, und mit hohem Nachbearbeitungsaufwand (schleifen) vom Gußrahmen lösen – alles andere als zufriedenstellend.

    Die Basegestaltungssets (Knights, Statuentrümmer, …) wissen dagegen wieder zu überzeugen. Guter Inhalt, recht große Stücke, Preis angemessen.

    Abwicklung inkl. Versand aus Polen: ca. 3 Wochen (habe auch nicht sofort überwiesen…)

    Gruß

    • Das ist gut zu hören, vielleicht hatten wir da Pech. Die Details der Miniaturen (besonders der „Bolter“ sind allerdings grundsätzlich ein wenig plump gemacht. Da ist inzwischen viel mehr drin und Scibor hat echt dazugelernt.

    • natürlich mußt du die abschleifen/sägen/fräsen. das ist nunmal bei resin so, daß kann man nicht rausdrehen oder abbrechen, wie plastikgußrahmen.

  • Danke für die Erklärung. Muss ich nur noch dieses Tutorial finden, hört sich interessant an.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.