von BK-Thorsten | 08.10.2019 | eingestellt unter: Reviews, Warhammer / Age of Sigmar

Review: Warhammer Underworlds – Beastgrave

Warhammer Underworlds geht mit Beastgrave in die dritte Runde, und wir haben uns die neue Grundbox angeschaut.

Review Beastgrave 01 Review Beastgrave 02

Hersteller: Games Workshop
Material: Plastikminiaturen; Karten, Marker und Spielbrett aus Pappe

Preis: 60,00 Euro
Maßstab: 32mm

Das Reviewmaterial wurde von Games Workshop gestellt.

Beastgrave unterscheidet sich bis auf die Banden nur wenig vom direkten Vorgänger Nightvault: 2 Spielfelder, 2 Banden, die Karten und Würfel dazu sowie ein Regelheft, Schnellstartregeln und eine Bauanleitung. Games Workshop selbst beschreiben es auf ihrer Shopseite folgendermaßen:

  • Die vollständigen und aktualisierten Regeln für Warhammer Underworlds, auf Basis der Regeln von Warhammer Underworlds: Nightvault auf den neuesten Stand gebracht, um klarer, genauer und besser als je zuvor zu sein, mit spannenden neuen Spielmechaniken wie beweglichen tödlichen Hexfeldern sowie mit Hintergrund und Bildern, die Beastgrave selbst erkunden.
  • Die vollständige Kriegerschar Grashraks Vandalen – eine Bande tödlicher Tiermenschen, die jeden zu töten trachten, der sich nach Beastgrave wagt. Baue deine Brayherd aus 6 zusammensteckbaren Kunststoffminiaturen, die aus braunem Kunststoff gefertigt wurden, damit sie auch unbemalt unterscheidbar sind, dazu Kämpferkarten und eine Reihe Kriegerschar-spezifische Karten, mit denen du ihre urtümlichen Strategien in der Schlacht anwenden kannst.
  • Die vollständige Kriegerschar Skaeths Wilde Jagd – eine Gruppe Kurnothi-Jäger mit seltsamen, naturgegebenen Kräften ind wildem Geschick. Bau deine 5 zusammensteckbaren Kurnothi-Modelle zusammen, die aus grünem Kunststoff gefertigt sind, und konstruiere Decks aus Kämpferkarten und verschiedenen Kriegerschar-spezifischen Karten, mit denen du ihre pulsierende Macht in der Schlacht entfesseln kannst.
  • 2 beidseitig bedruckte Spielpläne, mit denen du dein Schlachtfeld erstellen kannst.
  • (Wahrscheinlich) alle Marker für Warhammer Underworlds, die du je brauchen wirst, darunter Missionsziele, Wundenmarker, Ruhmespunkte und viel, viel mehr.
  • Dutzende universelle Karten – Handlungen, Missionen und Verbesserungen, die von jeder Kriegerschar eingesetzt werden können und sich perfekt für den Deckbau für Grashraks Candalen und Skaeths Wilde Jagd eignen oder deine Lieblingskriegerschar in Warhammer Underworlds: Beastgrave einfallen lassen.
  • 11 Würfel – 5 Attackenwürfel, 3 Verteidigungswürfel und 3 Magiewürfel, genug für die vernichtendsten Hiebe, verzweifelten Verteidigungen und katastrophale Zauber!

Schicht für Schicht abgetragen sieht das dann so aus:

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Die Miniaturen:

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Insgesamt sind 11 Miniaturen enthalten. Es handelt sich wie gewohnt um sogenannte Easy-to-build-Figuren, die nur in einer einzigen Pose zusammengebaut werden können. Wobei Skaeth, als eine Art Hirschkentaur, auf stolze 11 Einzelteile kommt. Überhaupt sticht seine Wilde Jagd gerade im Punkt kreative, dynamische Posen sehr positiv heraus. Der Zusammenbau gestaltet sich insgesamt dennoch recht schnell und einfach. Der Anleitung ist gut zu folgen, und die Passgenauigkeit der Teile ist gewohnt gut. Der Detailgrad der Miniaturen begeistert, wobei es etwas Schade ist, dass man bei der Wilden Jagd im Gegensatz zu den Vandalen auf modellierte Bogensehnen verzichtet hat. Zugegeben: die wären deutlich dünner geworden, andererseits gehen einige der Details in eine ähnlich filigrane Richtung.

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Sonstige Materialen:

Natürlich wollen wir hier auch die sonstigen Materialien wie Spielfeld, Hefte, Würfel und Karten nicht vergessen. Die Boards sind andere als die bisher verfügbaren. Zum einen wegen der Thematik, zum andern natürlich auch in Bezug auf das Layout. Die Würfel… die hat jeder Käufer von Nightvault bereits im Schrank. Die meisten der Marker ebenfalls, wobei gerade die neuen Gebietsmarker zu den wenigen Neuerungen der Box gehören (mal angesehen von den beiden neuen Banden versteht sich). Gebietsmarker haben eine Seite, welche den bisherigen, durchnummerieren Missionsmarkern entspricht. Liegt diese Seite oben, werden sie auch als solche behandelt. Die Rückseite allerdings ist nicht mehr neutral, sondern zeigt ein tödliches Hexfeld. Es gibt zwar keine allgemeine Mechanik, aber diverse Karten und Effekte können während der Partie dazu führen, dass ein Missionsmarker zu einem tödlichen Hexfeld umgedreht wird, selbst wenn dieses von einer Miniatur besetzt ist.

Die Karten sind erneut in 3 Päckchen aufgeteilt: 2 Starterdecks für die beiden Banden, um das Spiel zu lernen, und ein Päckchen mit zusätzlichen Karten, um die Decks zu personalisieren. Viele der allgemeinen Karten sind ebenfalls bereits bekannt. Neu sind sogenannte Doppel- und Hybridmissionskarten, bei denen entweder beide auf der Karte angegebenen Ziele (Doppel) oder nur eines davon (Hybrid) erfüllt werden müssen um sie zu werten.

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Sonst noch was?

Wie bereits erwähnt, muss man die Unterschiede zu Nightvault eher mit der Lupe suchen. Eine große Änderung wie die Einführung von Magie bei Nightvault fehlt Beastgrave. Wir hatten Gebietsmarker und Missionskarten mit mehreren Bedingungen im Text schon erwähnt, doch es gibt noch eine weitere Neuerung: Angriffsaktionen werden ab sofort als sogenannte Superaktionen bezeichnet. Unter einer Superaktion versteht das Regelbuch eine „Aktion, die aus zwei oder mehr Aktionen besteht“. Dass man hierfür einen eigenen Begriff eingeführt hat, deutet an, dass es künftig weitere besondere Aktionen geben könnte, die effektiv mehrere Einzelaktionen zu einer einzigen kombinieren.

Ein weiterer neuer Begriff ist Binden, was das Gegenstück zu Spalten ist, dafür aber Ausweichsymbole statt Schilde ignoriert. Überhaupt ist der Glossar von 2 (Nightvault) auf 3 Seiten angewachsen. Dabei handelt es sich aber größtenteils nicht um echte Neuerungen. Viele Dinge wurden einfach nur als stehende Regelbegriffe übernommen wie z.B. der Rundumhieb, eine Attacke die gegen jeden angrenzenden Gegner durchgeführt wird. Etwas, das es vorher bereits gab und nun zu einem einzigen Schlüsselwort wurde, was vor allem der Textmenge auf den Karten zugute kommt. Dafür müssen sich Spieler künftig ein klein wenig mehr Begriffe merken.

Fazit:

Warhammer Underworlds bringt mit Beastgrave Nachschub für seine Fans, neue schicke Figuren und natürlich viele neue Karten. Was neue Mechaniken angeht, gibt sich das Spiel verglichen mit Nightvault auf den ersten Blick ein wenig knauserig, aber die neuen Schlüsselwörter geben den Designern für die Zukunft diverse spannende Möglichkeiten an die Hand. Wer sich für die Karten im Detail interessiert, wirft am besten einen Blick in die gängigen Deckbuilder und Kartenlisten. Das würde ansonsten den Rahmen der Review sprengen. Dass der Preis bei gefühlt gleichwertigem Inhalt von 50 auf 60 Euro angehoben wurde, darüber darf sich jeder seine eigene Meinung bilden. Verglichen mit dem sonstigen Sortiment von Games Workshop geht der Preis aber schon noch in Ordnung.

Persönliches Fazit:

Da es an der Box ansonsten an und für sich nix zu meckern gibt (die paar Anmerkungen stehen an den entsprechenden Stellen im Text), möchte ich an dieser Stelle das Fazit für meine persönliche Meinung zu Warhammer Underworlds nutzen. Ich habe mit Shadespire angefangen und war sehr angetan davon. Insgesamt habe ich alle Banden in meinem Besitz, allerdings hat Warhammer Underworlds bei mir auch nun schon einige Zeit geruht. Der Grund dafür war die Deckbau-Mechanik. Etwas, was mir zu Beginn eigentlich sehr gut gefallen hat. Ich selbst spiele nicht kompetitiv und habe auch gar nicht den Anspruch oder die Zeit da mithalten zu können. Ich möchte ein paar schnelle, spannende Spiele erleben und Spaß haben. Wenn ich aber nun mein Deck bauen möchte stehe ich erst einmal ein wenig im Wald. Es gibt einfach so viele allgemeine Karten und sie werden einfach nicht weniger. Dazu kommt, dass man durchaus auch auf Decks treffen kann gegen die man selbst nur eine sehr geringe bis gar keine Chance hat, da man aufgrund der Taktik die man für sein Deck gewählt hat dem Gegner auch übelst in die Hände spielen kann. Und so denke ich mir immer wieder, dass es besser gewesen wäre wenn es nur einen stark begrenzten Pool aus allgemeinen Karten (Verfügbar über die 2-Spieler-Starter) geben würde und den zusätzlichen Banden lediglich ihre eigenen Karten, aber keine allgemeinen mehr beiliegen würden. Was ist eure Meinung dazu?

BK-Thorsten

Brückenkopf-Online Redakteur und Tabletop Insider stv. Chefredakteur. Spielt Infinity, SAGA, Freebooter's Fate, Kings of War, Warhammer 40k, Warzone Resurrection, Dropzone Commander, Deadzone, Dreadball, X-Wing, Konflikt '47, Bolt Action, Dead Man's Hand, Dracula's America, Beyond the Gates of Antares, Dropfleet Commander, Frostgrave, Collision, Bushido, Shadespire, Aristeia! und Warpath.

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Kommentare

  • Ein schönes Review. Ein paar Anmerkungen von mir.
    1. Die Neuerungen sind alle sinnvoll. Das Legen eines tödlichen Hexfelds gibt ein neues taktisches Element. Es gibt auch eine neue Mechanik, nämlich die Jäger/Beute Mechanik statt wie bei Nightvault Magie. Ich gehe davon aus, dass sich das zukünftig spielerusch stark auswirkt wenn der Pool erweitert wird.
    2. Die Anzahl und Qualität der Bandenkarten wurde erhöht. Du kannst jetzt einfach das Deck der Bande spielen ohne allgemeine Karten mit ins Deck zu nehmen.
    3. In einem Spiel wie Underworlds ist der Deckbau ein extrem wichtiges Element. Das mag gefallen oder nicht, ist aber so. Es ist wie ein Living Card Game.
    4. Die allgemeinen Karten der ersten Season rotieren jetzt raus, was den Pool verkleinert und das Meta verschiebt.

    Ich persönlich bin sehr angetan von der neuen Season, wobei ich das Spiel auch kompetativ spiele.

    • Das mit der Anzahl der Bandenkarten ist mir nicht aufgefallen. Danke. Wenn die sich sinnvoll in ein Deck stopfen lassen fände ich das toll.

      Das Rausrotieren gilt aber quasi nur für Turnierspiele, oder? Wenn GW das generell schon macht (womit allgemeine Karten de facto eine Lebensdauer von 2 Jahren hätten) spräche doch eigentlich auch nix gegen eine Limitierung auf eine geringere Anzahl? Gerade einige der allgemeinen Karten aus der Skaven-Bande waren ja krass stärker.

      • Also bei TCGs ist es relativ normal, dass Karten rotieren. Bei Magic rotieren neu erschienene Karten im Standard Modus immer im folgenden Jahr im Oktober wieder heraus, damit das Deckbuilding immer wieder neue Möglichkeiten eröffnet und neue und alte Karten keine zu starken Kombinationen erlauben. Allerdings gibt es meistens auch Modi, die auch alte Karten erlauben. Es wäre schade, wenn man bei Underworlds mit den alten Karten irgendwann gar nichts mehr anfangen könnte.

      • Was das rotieren angeht hat GW einen Artikel auf Warhammer-Community veröffentlicht. Es wird für Turniere/Organisiertes Spiel 3 Formate geben:

        Das neue Format mit Rotation, Gebannten Karten, etc.; Relic, wie oben nur ohne Rotation und Open, wo alles geht.

      • Naja…sinnvoll ist immer so ne sache. Aus sicht des turnierspielers sind diese decks ausbaufähig. Aber das läuft mit allen beastgrave banden so. War ja auch bei Dreadfane schon so.

  • Danke für das großartige Review.
    Eigentlich wollte ich die 3te Season aussetzen, aber jetzt denke ich doch über den Kauf nach.
    Mir gefallen die Neuerungen und es klingt spaßig.

  • ich habe auch mit dem ersten Shadespire angefangen, aber ich habe dasselbe System wie du…das Deckbuilding hat mich von Anfang an überfordert und wurde jetzt durch die weiteren Veröffentlichungen nicht besser. Das war ein Spiel in sich, was mich aber nie so angesprochen hat. Wer ein Magic-Fan ist, und den Deckbuilding-Aspekt gerne mit einem Figurenspiel kombiniert haben will, wird dann aber mit diesem System sicherlich seine helle Freude haben. Für mich ist es leider nichts (mehr). Für mich persönlich echt schade, da GW mit den Figuren mM nach ganz großes Kino auffährt, wie man an den super gemachtne Review-Bildern sehen kann.

  • Ein schöne Idee wäre gewesen, einen Pflichtanteil an fraktionsspezifischen Karten einzuführen. Dann hätten alle Banden mehr eigenen Flavour, und es würden nicht alle banden die selbe Handvoll Powerkarten spielen.

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