Review: Leviathan Crusader

Dreamforge Games hat diesen Bausatz lange angekündigt und mit entsprechend großen Erwartungen wurde der Leviathan Crusader empfangen. Kann er dem Anspruch genüge leisten? Wir schauen uns den Bausatz an.

Dreamforge Games - Leviathan Crusader

Im Rahmen eines Kickstarters wurde das Modell aus Hartplastik umgesetzt und ist ein wahrer Koloss. Der Bausatz ist so groß, dass er den aktuellen Spitzenreiter der größten Review, die beiden Warmachine Colossals, vom Thron stößt. Auch die Rezension dürfte mit über 100 (!) Bildern einen neuen Maßstab setzen.

Der Leviathan Crusader war früher bereits als Resinbausatz erhältlich für ~295 USD. Der Plastikbausatz bringt es auf 120 USD bzw. Euro.

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Die Box in welcher der Leviathan geliefert wird, ist enorm. Etwa 4x so groß wie die Verpackung der Warmachine Kolosse oder doppelt so groß wie eine Games Workshop Streitmachtbox. Die Gussrahmen sind sauber gestapelt, mit Schaumstoffeinlagen abgesichert und enthalten noch ein vakuumgezogenes Plastiktray in dem diverse Kleinteile, Schrauben und ein Schraubenzieher gelagert sind. Schrauben? Schraubenzieher? Ja, manche Bauteile werden per Schraube gesichert um damit die beweglichen Teile zu befestigen und ein “Kleberunglück” zu verhindern.

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Die Bauanleitung der Crusaders ist übersichtlich und klar bebildert. Es wird früh genug darauf hingewiesen, welche Teile nicht zu kleben sind, damit die Positionierbarkeit erhalten bleibt. Mittlerweile gibt es eine überarbeitete Version auf der Homepage von Dreamforge Games zum Download, in der kleinere Fehler bzw. stärker auf die Details eingegangen wird. Die Bauanleitung erinnert stärker an die von Modellbausätzen von Tamiya und Co, als bspw. die von Games Workshop Bausätzen.

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Ein derartig großes Modell benötigt natürlich auch eine entsprechend große Base. Wobei diese optional ist, da sich der Bausatz auch auf den eigenen Beinen hält. Aber es ist nun mal Brauch, dass Miniaturen in unserem Hobby Basen besitzen. Gute 16cm Durchmesser misst die Bases, zum Vergleich die 12cm Marker der Privateer Press Colossals. Dreamforge hat zu dem einen kleinen Namensaufsteller in den Bausatz eingefügt. Nettes Gimmick.

Beginnen wir mit der Vielzahl an Gussrahmen. Diese wurden bei Wargames Factory hergestellt, und wir waren anfangs skeptisch ob diese auch den Ansprüchen gerecht werden.

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Die einzelnen Gussrahmen sind riesig und enthalten nicht weniger imposante Bauteile. Die Gussrahmen sind dabei nach Baugruppen zusammengefasst und beherbergen bspw. den Rumpf, die Gelenke oder Panzerplatten des Crusaders.

Unten sieht man die Teile für die Beine des Bausatz. Die Gussrahmen sind quasi identisch, nur das bestimmte Teile gespiegelt wurden für das Linke und Rechte bein.

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In der Grundkonfiguration trägt der Crusaders ein mächtiges Schwert als Nahkampfwaffe, welches als linker Waffenarm gebaut und angebracht wird. Komplett mit Schild. Die nächsten beiden Gussrahmen decken primär das Rückenmodul ab.

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Um die Beweglichkeit und möglichst hohe Dynamik des Bausatzes zu gewährleisten sind viele Kugelgelenke eingeplant. So ist auch die Wirbelsäule sowie Arme und Beine beweglich.

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Neben dem mächtigen Schwert kann der Leviathan Crusader auf eine gewaltige Vulkan Cannon zurückgreifen. Diese ist so gewaltig und besteht aus vielen Einzelteilen, dass sie ganze 2 Gussrahmen in Beschlag nimmt.

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Zu guter Letzt der Inhalt des Plastiktrays. Diverse Kleinteile sowie die Schulterpanzer und Helm des Bausatz. Die Gussqualität ist wirklich hochwertig. Wenige Gussgrate, scharfe Details. Lediglich die Art und Weise wie manche Bauteile im Gussrahmen befestigt sind (siehe 2. Bild) ist etwas unglücklich gewählt.

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Beginnen wir Anhand der Bauanleitung mit dem Zusammenbau des Leviathan Crusaders. Die ersten Schritte widmen sich den Knöcheln des Monstrums. Hier muss man sich erst einmal damit anfreunden, dass man nicht alles klebt sondern Beweglich lässt. Im ersten Moment ungewohnt, hat man sich daran aber schnell gewöhnt.

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Die Passgenauigkeit ist beachtlich, vor allem wenn man überlegt, dass dies der erste Bausatz von Dreamforge Games in dieser gewaltigen Größenordnung ist. Die Beine sind mit derartig vielen Kolben und Gelenken versehen, dass man wirklich merkt, mit wieviel Liebe fürs Detail man an diesen Bausatz gegangen ist.

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Dabei sind die Knie, die Knöchel, ja sogar die Fusssohle beweglich, so dass man die verschiedensten Posen durchspielen und darstellen kann. Das erste Bild zeigt eine gestreckte und knieende Position. Nun noch die ersten Panzerplatten angebracht und die Beinpartie ist beinahe fertig.

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Als nächstes kommen die äußeren Panzerplatten an die Beine und damit ist diese Baugruppe abgeschlossen. Wie groß sind die Beine? Nun, groß genug um bereits jetzt klar zu stellen, der alte Rekord des größten Bausatz auf dem Brückenkopf ist gebrochen.

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Die nächste Baugruppe ist das Becken mit Wirbelsäule. Hier sind erneut viele bewegliche Teile verbaut, so dass neben den Beinen auch die obere Torsopartie in die passende Pose gebracht werden kann. Die Stifte in die Kugeln zu drücken verlangt etwas wohldosierte Kraft. Das Material ist allerdings stabil und verzeiht dies. An der Stelle sollte man sich sehr genau an die Bauanleitung halten, da ein Korrigieren von Fehler kritisch sein kann.

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Nun folgt die erste Waffe, das mächtige Schwert. Dieses verfügt ebenfalls über ein paar bewegliche Teile und ermöglicht so ein wenig Spiel in der Positionierung. Dreamforge hat sich für die Bewaffnung der Leviathanbausätze etwas ganz schlaues einfallen lassen, eine abnehmbare Aufhängung. So können nicht nur verschiedene Waffenoptionen durchgewechselt werden, der Bausatz kann auch etwas im Volumen zum Transport reduziert werden.

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Auf der Innenseite des Schilds wird eine Hohlkehle angebracht, damit man das Schild besser an den Arm positionieren kann. Dies ist in der alten Anleitung etwas schlecht erkennbar, weshalb wir hier noch einmal darauf hinweisen. Es empfiehlt sich aber das Schild erst zum Schluss anzukleben, damit man beim Bemalen an alle Teile besser herankommt.

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Es geht direkt mit der Vulkan Cannon weiter. Diese gewaltige Gatling ist einfach nur ein Trümmer. Auch hier gibt es die Möglichkeit wieder verschiedene Teile beweglich zu gestalten, so kann der Waffenlauf gedreht werden.

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Der Munitionsgurt ist möglicherweise das anspruchsvollste Bauteil am gesamten Bausatz, aber ungemein clever gelöst und sehr plastisch. Es empfiehlt sich hier während der Kleber noch nicht ganz getrocknet ist, eine Passprobe zum Munitionszulauf zu machen, um sicher zu gehen, dass die Form stimmt. Ansonsten kann es zu kleineren Spaltmaßen kommen.

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Auch die Vulcan Cannon verfügt über eine Armpanzerung und das oben beschriebene Waffengelenk.

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Apropo Waffengelenk bzw. – aufhängung. Das ist der nächste Schritte. Die drehbaren Aufhängungen sind beweglich und kommen in den breiten Torso des Bausatz, der von großen Panzerplatten geschützt wird. Hier kommen viele Schrauben zum Einsatz, wobei diese Partie auch einfach geklebt werden könnte.

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Anstelle des beigelieferten Rückenmoduls, haben wir uns entschieden die alternativen Kühlungsanlagen am Rücken zu verbauen. Diese sind als optionale Teile erhältlich und kosten 15 Euro.

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Alle Teile sind in einem Gussrahmen unter gebracht und stellen eine kompaktere Variante der normalen Kühlung da. Leider liegt der Box keine Bauanleitung bei, aber auf der Homepage von Dreamforge kann diese heruntergeladen werden.

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Der Zusammenbau ging auch hier einfach von der Hand, wobei die Details der Schläuche etwas stärker ausgeprägt hätten sein können. Es sind zwar nur wenige Teile, aber um die linken und rechten Teile besser zuordnen zu können, empfiehlt sich der Blick in die Bauanleitung.

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Das Rückenmodul wird nun auf den vorbereiten Torso mitsamt der großen Rüstungsplatte angebracht und schließt damit die Bauarbeiten an dieser Baugruppe beinahe ab. Es fehlen nur noch die Details der Front und Schulterpanzer.

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Helm, Kragen und die beiden Schultern sind jeweils aus einem Guss. Stabile, große Teile, die nur noch von den leichten Gussgraten entfernt werden müssen um verbaut zu werden. Auch hier passt wieder alles sehr sauber ineinander.

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Nun fehlen nur noch die letzten Details, das sind kleine Lampen und Geschütze, welche an den Seiten der Front verbaut werden. Bisweilen sind alle Hinterschneidungen gelungen gelöst und man hat eine sehr hohe Plastizität beim Bausatz umgesetzt. Beeindruckendes Zwischenfazit.

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Der Zusammenbau hat bisher knapp 2,5 Stunden gedauert, inklusive den Unterbrechungen für die Dokumentation und Bilder dieser Review. Ein “ungestörtes” Bauen dürfte deutlich zügiger von dannen gehen.

Wir haben nun die einzelnen Baugruppen auf der Schneidematte ausgebreitet, und wenn man sich in Erinnerung ruft, dass es ein Zentimeterraster ist, sieht man einfach wie ungemein groß dieser Bausatz ist. Die Beine werden einfach Links und Rechts an die Hüften dran gedrückt und halten sich selbst. Der Torso wird per Wirbelsäule und 2 Stützkoblen an das Becken angebracht. Wohl gemerkt, die einzelnen Baugruppen sind nicht miteinander geklebt. Der Bausatz steht selbstständig. Das letzte Bild zeigt noch einmal die Aufhängung für die Arme, welches es möglich macht die Bewaffnung zu wechseln bzw. für den Transport zu demontieren.

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Wahrscheinlich können die Leser dieser Review es schon nicht mehr hören, aber der 28mm Leviathan Crusader ist mit seinen 22 cm Höhe ein wirklicher Riese. Es gibt den Bausatz auch als 15mm Variante mit 5,5 Zoll / 14 cm Höhe. Er überragt die Space Marine Statue aus dem Geländeset. Er überragt auch signifikant den Warmachine Galleon Colossal. Das dritte Bild zeigt den Größenvergleich mit dem Space Marine, einer 54mm Inquisitor Figur sowie dem umgebauten Dreadknight. Im Grunde würde sich der Crusader auch für wahnsinnige Projekte wie einen Dreadknight im Inquisitormaßstab eignen oder als Weltenzerstörer für diverse 15mm Systeme. Deckung dürfte für das Modell ein kleines Problem sein, wie das 4. Bild mit etwas Gelände zeigt.

Und die Größe der Vulkan Cannon hatten wir auch schon angedeutet. Die Waffe ist länger als ein Rhino. Beeindruckend.

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Nun möchten wir euch aber noch einmal die Flexibilität des Bausatzes zeigen und verschiedene Posen und Betrachtungswinkel zeigen. Nach wie vor, die Gelenke sind nicht geklebt und tragen sich selbst.

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Fazit
Alle Fakten auf einen Blick. Wir haben einen Großbausatz, der in der Größenordnung der Forge World Titan spielt. Preislich günstiger ist als die Warmachine Kolossals ist, beweglich ist und oben drein aus Plastik. Da müsste man lange Überlegen, was es da noch an Wünschen geben könnte um glücklich zu sein.

120 Euro sind ein mehr als fairer Preis für den Bausatz. Die Beweglichkeit ist ein ungemeines Plus und begeistert einfach nur. Der Zusammenbau, trotz Erstlingswerk und schieren Größe ging überraschend einfach von der Hand, so dass man das sogar Einsteigern zutrauen kann.

Die Bearbeitung der Teile ist simpel, keine Einstiegshürde wie bei Resin mit Nachverformen oder großer Stift- und Klebeaufwand wie bei Zinnbausätzen. Die Passgenauigkeit ist absolut zufriedenstellend und der Lieferumfang sowie die optionalen Teile begeistern ebenfalls.

Wir bemühen uns um kritische Reviews, die Vor- und Nachteile der Bausätze beleuchten, aber bei besten Willen möchte uns hier außer der stabilen Gussäste /-ansätze mancher Teile nichts als Kritikpunkt ins Gewicht fallen. Für den Leviathan Crusader können wir, ob nun als Ergänzung für ein bestehendes Projekt oder als Vitrinenmodell / Modellbauprojekt, eine uneingeschränkte Kaufempfehlung attestieren.

In Deutschland sind die Dreamforge Produkte über Fantasyladen erhältlich.

Link: Dreamforge Games

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Über Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/
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