von Dennis | 16.08.2013 | eingestellt unter: Reviews, Warlord Games / Bolt Action

Review: Bolt Action Armies of the Soviet Union

Der 4. Ergänzungsband für Bolt Action widmet sich der Sowjetunion, den wir euch heute näher vorstellen. Bolt Action - Armies of the Soviet Union

Das Buch erschient im üblichen handlichen Format zwischen A4 und A5 und bringt es gewohnt auf 88 Seiten. Geschrieben wurde Armies of the Soviet Union von niemand geringerem als Andy Chambers, der in seiner Vergangenheit nicht nur für Games Workshop fleißig war, sondern auch Dust Warfare und Starship Troopers geschrieben hat.

Vorbesteller / Direktkunden von Warlord Games dürfen sich wie üblich über eine exklusive Miniatur freuen, in diesem Fall ein Kommissar mit Banner – “For the Motherland”.

Bolt Action - Armies of the Soviet Union

Worum geht es?
“Armies of the Soviet Union” schließt die großen 4 des Konflikts ab. Wie bei den anderen Büchern auch, besitzen die Russen bereits eine Armeeliste im Grundregelwerk, bauen diese aber feiner, detaillierter im Armies of Band aus. Thematisch umfasst der Hintergrundteil des Buchs die Entstehung der Roten Armee sowie auch den Konflikt mit Finnland, deckt aber Regeltechnisch und in den Themenlisten rein die Konflikte mit Deutschland ab.

BoltAction_SovietTank

Erster Eindruck
Erneut generiert die Zusammenarbeit von Warlord Games und Osprey ein Produkt, das auf bereits beim Aufschlagen und Durchblättern ein ansprechendes Gefühl erzeugen. Ergänzt dadurch dass Andy Chambers, der sich intensiv mit dem zweiten Weltkrieg und vor allem der Sowjetunion, das Buch und die Regeln geschrieben hat.
Die ersten 16 Seiten des Buchs bilden den Einstieg, erläutern den Status Quo nach dem ersten Weltkrieg, den Bürgerkrieg und Aufstieg der roten Armee, sowie die ersten Konflikte der russischen Truppen gegen die Finnen, den Angriff der Wehrmacht, der Rückschlag der deutschen Truppen und der Einmarsch in Berlin.
Die folgenden Seiten bis zur Seite 56 widmen sich der umfangreichen Armeeliste. Dabei gibt es eine breite Auswahl verschiedener Infanterietruppen, von den Rot Armisten, über Ski-Truppen, Marine Infanterie bis hin zu den Partisanen und Milizen. Auch der Fuhrpark deckt die distinktiven Fahrzeuge und Panzer der russischen Armee ab, T34, verschiedene SU und ISU Panzer, sowie ein paar wirkliche Besonderheiten wie den Bronekater Patrouillenschiff und Aerosani Propellerschlitten, und oben drein noch Zugriff au verschiedene Lend-Lease Fahrzeuge der Alliierten.
Den letzten Teil des Buchs bilden wie üblich die Themenlisten der Theatres of War. Diese sind bei Armies of Soviet Union allerdings auf die europäischen / eurasischen Konflikte und Schauplätze gegen die deutschen Truppen fokussiert. Die Konflikte im Osten / Pazifiks gegen Japan werden ausgeblendet, ebenso wie die des Winterkrieg gegen Finnland.
Mit 88 Seiten liegt das Buch gleich auf mit dem britischen Band, und in der Mitte zwischen dem US Amerikanischen Band (80 Seiten) und dem deutschen Zusatzbuch (96 Seiten). Der Preis von 15 GBP / 18 Euro ist angemessen.

Wie spielt es sich?
Die Russen genießen nun auch den Vorteil eines eigenen Buchs und haben damit Zugriff auf eine deutlich umfangreichere Auswahl an Truppen. Sei es nun die klarere Trennung der verschiedenen Infanterieeinheiten, oder größere Fuhrpark mit den bereits angeschnittenen SUs, ISUs und Alliiertenfahrzeugen.
Die Sowjets setzen dabei auf Masse. So bringen die 4 Sonderregeln nicht nur einen kostenlosen Trupp unerfahrener Soldaten, sondern auch angeheizt durch die patriotische Bedeutung des Kriegs, einen Wiederholungswurf auf die Moral. Dabei aber nicht genug, die restlichen Regeln verstärken die Artillerie und eine Kommissar-Regel verbessert noch einmal die Truppenmoral, allerdings nicht ganz ohne Kolateralschaden.
Die Armeeliste bietet verschiedene Möglichkeiten, von der endlosen Horde bis hin zu Elitetruppen. Aber gerade erstere, die Massenarmee wird durch die Moralwertsonderregel signifikant gestärkt. Durch die “Panzerreiter” und verschiedene Truppentransporter ist auch entsprechende Mobilität möglich. Mehr Einheiten heißt bei Bolt Action auch mehr Würfel im Beutel und dadurch eine bessere Möglichkeit auf Aktionen des Mitspielers zu reagieren / andere Taktische Optionen. Nicht uninteressant und bietet eine interessante Alternative bzw. Ergänzung zu den Spielstilen der bestehenden Armeelisten.

Wie geht es weiter?
Das nächste Buch, Armies of Imperial Japan, ist bereits erhältlich und eröffnet / erweitert den Pazifik als Kriegsschauplatz für Bolt Action. Darauf werden die beiden Zusatzbände für Alliierte und Achsenmächte folgen bis zum Herbst.
Diese schließen die Armeebücher vor erst ab und Bolt Action wird danach um Sonderbände ergänzt, darunter ein Buch für Panzerkompanien und Kampagnenbücher, die sich näher mit bestimmten Schauplätzen befassen.

Bolt Action - Tournament rules

Fazit
Auch Armies of Soviet Union ist ein gelungener Zusatzband von Warlord Games für Bolt Action. Es reiht sich stimmig und qualitativ auf Augenhöhe zu den bereits erschienen Büchern ein. Für Gelegenheitsspieler wird sicherlich die Armeeliste aus dem Regelwerk reichen, aber bei 18 Euro für den sowjetischen Zusatzband in der beschriebenen Qualität, ist das Buch selbst für Bolt Action Spieler die (noch) keine Russen in die Schlachtführen ein interessanter Kauf.

Es gibt natürlich keine Überraschungen was die Armeeliste an geht, da es sich um einen historischen Quellenband handelt und hier keinen neue Einheiten wie es bei Sci-Fi oder Fantasysystem möglich und üblich ist dazukommen. Armies of the Soviet Union deckt für Bolt Action Einheiten und Truppengattungen ab, wie man sie auch aus anderen Systemen kennt, ergänzt um nicht alltägliche Einheiten wie die Minenhunde, Aerosan und das Patrouillenboot. Die zusammengefasste Einleitung im Buch ist ein einfacher Einstieg in die Thematik. Wem durch Grundregelwerk und Armeeband nicht genügend Informationen vorliegen, wird sicherlich bei Osprey oder Wikipedia fündig.

Die deutschsprachige Community zu Bolt Action erreicht ihr unter BoltAction.de.

Link: Warlord Games

Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/

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Kommentare

  • das Buch ist wirklich toll und man merkt, das Chambers es geschrieben hat, es hat nämlich Hand und Fuß. Und einige Überraschungen gibt es auch, wie z.B. die Minenhunde; klar die gab es, aber ich hätte nicht vermutet, dass sie es ins AB schaffen^^

    Die Russen sind vor allem vielseitig, hier würde ich widersprechen, dass es eine Massenarmee ist. Man kann sie so spielen, aber man kann die Russen auch sehr Elitär spielen. Genug Elite Einheiten gibt es im Buch. Beispielhaft seien hier die Assault Engineers erwähnt, mit SMGs, einem Flamer und Bodyarmor ausgerüstet, ist das wohl die Teuerste Infanterieeinheit im gesamten Spiel bisher.

    Man kann auf jeden Fall viel varrieren und somit lange Spaß mit dem Buch und der Armee haben. Mein Kommissar hat es leider nicht in einem Stück geschafft, die Fahne war abgebrochen und ich habes nicht mehr dran gekriegt.

    Wer natürlich einen mfassenden historischen Einblick erwartet ist hier falsch, das ist auch gar nicht die Aufgabe das Buches, dafür haben Ospray ja genug andere Bücher. Der “Fluff” 😉 ist aber ausreichend um ein Gefühl für die Fraktion zu bekommen.

  • Ich finde einige Selektoren der Russen sehr hart – 2 Geschütze pro Platoon bspw, vorallem in Kombination mit den Auswahlen die sowohl Artillerie als auch PAK schiessen können. Auch der Flammenwerfer-Spam hätte nicht sein müssen.

    Gerade im Vergleich zu den Briten fällt ein deutliches Gefälle auf. Klar geht man nach historischen Eckdaten, aber ich mache mir ein wenig Sorgen um die Balance, vorallem da BA ja auch ausdrücklich ein Turnierspiel sein soll.

  • @DerTribun
    Ja ne ist klar^^

    @Falkal
    Also gerade auf Turnieren sind die Russen nicht der hit. Die zwei Geschütze machen niemanden Angst und den Flamer Spam können andere auch.
    Wenn du dir über Powergaming sorgen machst, guck dir lieber mal die Deutschen an 😉

  • Man sollte mal die Fahrzeug-Punkte- Kosten der Amis und Briten anschauen und diese mit den anderen Armeebüchern vergleichen. Da sehe ich die beiden mal ganz weit vorn und dort unterscheiden sich alle Armeebücher am größten.

    Bei der Infanterie sehe ich kaum große Unterschiede.

    Um noch mal zu den Sonderregeln zu kommen und zu meinen gemachten Erfahrungen mit meinen Deutschen:

    Das Ini-Train habe ich den letzten 15 Spielen vielleicht einmal gebraucht, beim Turnier am letzten WE, nicht einmal. Auf dem Turnier habe ich nicht ein MMG dabei gehabt, wozu auch, weil ich einen Schuss auf 36 Zoll mehr hab, mit einer Waffe die Fixed ist?
    Und die Sonderregel gilt ja nur für meine Fußsoldaten. Nicht aber für Waffen auf Fahrzeugen, wie SDKFZ usw.

    Die Sonderregeln sind definitiv nicht ausgeglichen und die Armeebücher glaube ich auch nicht. Aber ich gewinne meistens, also eigentlich egal 😉

    • jajaja, der Spruch kommt ja derzeit sehr häufig “Die Deutschen haben das schlechteste Buch”, sehe ich gar nicht so, Assault Rifles, yeah einzige Armee die sowas hat, Buzz Saw Sonderregel, geile Fahrzeuge wie z.B. Pakwagen, Flammenpanzerwagen, Geschütze wie heulende Kuh, Nebelwerfer, heavy Mortar (Briten haben den auch aber gibts kein Modell, für die Amis gibts noch nicht mal den Medium als Modell), Pak 36 – günstige AT Waffe mit der Option auf Stielgranaten wie geil… und noch viel mehr… ich sehe die Deutschen immer noch mit als Stärkste Armee was auch auf dem letzten Turnier klar gezeigt hat, die ersten 3 Plätze -> Deutsch! 😉

    • Ich will das den Leuten nicht absprechen, ich kenne sie nicht, aber dass Die deutschen richtig üble Aufstellungen erlauben wirst du wohl nicht verneinen wollen. Puma + Nebelwerfer + Volksgrenadiere mit Assault Rifles Spam, dann noch die Möglichkeiten aus diesen inexp. Truppen Veteranen zu machen.
      Ehrlich ich lache mich tot, wenn mir ein Deutsche-Spieler sagt, er hätte ein schlechteres AB als andere.

  • Ich habe geschrieben, dass ich die Sonderregeln und die Punktekosten für Fahrzeuge nicht ausgeglichen finde. Ich habe nicht geschrieben, dass ich ein schlechteres Armeebuch habe.

    Ich werde mir am Sonntag im Club einmal die Armeebücher schnappen und euch das dann mal genau im BA Forum oder in meinen Blog erörtern.

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