Review: Warhammer Fantasy 8. Edition – Erster Eindruck

Die 8. Edition von Warhammer Fantasy ist seit heute offiziell im Handel erhältlich. 528 Seiten sind ein ganz schöner Brocken, den man erst einmal auf sich wirken lassen muss, weshalb wir heute mit dem ersten Eindruck des Buchs beginnen.

Warhammer Fantasy - 8. Edition Regelwerk

Für 60 EUR erhält der (potenzielle) Spieler ein vollfarbiges Hardcover Regelwerk, welches wie bereits erwähnt 528 Seiten umfasst. In dem gefühlten 5 kg wird annähernd alles gezeigt, was der geneigte Hobbyist wissen muss und sehen möchte. Dabei ist das Buch fast auf die doppelte Dicke angewachsen (früher 288 Seiten), aber was findet sich auf den zusätzlichen 240 Seiten?

Dazu schauen wir uns erst einmal eine Aufschlüsselung der 528 Seiten an. Es handelt sich um;

  • 16 Seiten Einführung
  • 150 Seiten Regeln
  • 118 Seiten Warhammer Welt
  • 110 Seiten Miniaturengalerie inkl. 20 Seiten Hobbyteil
  • 98 Seiten Warhammer Schlachten
  • 12 Seiten Referenz inklusive Bestiarium
  • 15 Seiten Magie, Lehren und Magische Gegenstände
  • 7 Seiten Zusammenfassung und Index

Während man das Buch durchblättert wird man mitgerissen von der Menge an Illustrationen und Graphiken, die dank des vollfarbigen Drucks, noch beeindruckender wirken. An den Seitenrändern finden sich immer wieder Miniaturen aus dem Warhammer Sortiment und der Regelteil ist großzügig mit Diagrammen und Schaubildern versehen. Gegen Mitte des Buchs landet man dann in einer richtigen Bilderflut, da hier die verschiedenen Völker der Warhammer Welt und eine großzügige Miniaturengalerie zu bestaunen ist.
Das Buch macht einen hochwertigen Eindruck und ist verglichen mit dem vor 4 Jahren erschienenen Vorgänger nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ gewachsen. Es passt einfach besser zu dem, wie die Marke Warhammer auftritt.

Warhammer Fantasy - 8. Edition Regelwerk

Das Preisleistungsverhältnis stimmt, die 60 EUR sind ein fairer Preis für ein vollfarbiges Hardcover mit diesem Umfang. Dennoch gibt es ein paar Kritikpunkte.
So hätte man an manchen Stellen etwas sparsamer mit den Illustrationen arbeiten sollen und etwas mehr Platz für den Text lassen können. Dieser wirkt stellenweise stark gepresst und wird dadurch unangenehm zu lesen.
Zum anderen, die knapp 230 Seiten Vorstellung der Warhammer Welt und ausladende Miniaturengalerie sind sicherlich schön anzusehen, aber doch sehr umfangreich und man wird das Gefühl nicht los, man hat damit das Buch künstlich aufgeblasen. Hier hätte man durchaus 60 Seiten weniger investieren können und an deren Stelle einige Teile aus dem Generals Kompendium (Umfangreiche Zusatzregeln zur 6. Edition, u.a. mit Belagerungen, richtigen Kampagnenregeln und einigem mehr) übernehmen können. Aber das will man sich wahrscheinlich für Erweiterungen in den kommenden Monaten und Jahren offen halten.
Bei dem großzügigen Umfang des Regelwerks, wäre auch eine kurze Zusammenfassung über die wichtigsten Änderungen im Vergleich zum Vorgänger von Vorteil gewesen. Denn wie so oft, liegt hier der Teufel im Detail, ein kleines „nicht“ im Nebensatz ist schnell übersehen und Gewohnheiten die man schon seit mehreren Jahren / Edition so macht, sind nicht ganz so schnell abgelegt. So schleichen sich unnötig Fehler ein.
Sicherlich sind manche der Punkte die wir hier bemängeln, Kritik auf hohem Niveau, aber als Marktführer im Segment Tabletop stellt man an Games Workshop auch andere Maßstäbe und Anforderungen.
Warhammer Fantasy - 8. Edition Regelwerk Besonders Positiv sind uns die Szenarios aufgefallen, welche abwechslungsreich sind und mit verschiedenen Zielen und Bedingungen frischen Wind in eingefahrene Spielerrunden bringen können. Die auf S. 424 aufgeführten Beispiele für Legenden der Warhammer Welt lassen eine Erweiterung Warhammer Fantasy (man spricht in den Gerüchten bereits von „Legendary Battles“, einer Mischung aus Kampfeinsätze und Apokalypse für Fantasy) erahnen. Wir freuen uns auf mehr.
Die vielen Diagramme, welche auch Abwandlungen der Standardsituationen abdecken, machen es Einsteigern leichter die verschiedenen Sachverhalte beispielsweise bei multiplen Nahkämpfen zu verstehen. Dies ist nur einer von mehreren Punkten, in denen das neue Regelwerk einsteigerfreundlicher, alleine durch die Präsentation ist.
Besonders beeindruckend ist auch die Darstellung der Schlacht um Volganof, einer Legendären Schlacht zwischen dem Imperium und einer Chaoshorde. Hier wird auf knapp 30 Seiten umfangreich der Hintergrund der Schlacht, die beiden Streitmächte und das dazugehörige Szenario vorgestellt. Prunkstück ist das Aufklappbare Riesendiorama (192 x 72 Zoll) des Blutbads von Volganof.

Warhammer Fantasy - 8. Edition RegelwerkWenn man sich die Spielfelder ansieht und auch die Informationen zur Armeeauswahl liest, merkt man eine deutliche Tendenz. Warhammer wächst. Zwar soll eine „Panik“ verhindert werden, in dem man mit Kommentaren wie „Niemand zwingt euch mehr Punkte wie bisher zu spielen“ und „Es hat niemand behauptet das 3.000 Punkte der neue Standard sind“. Das ist so nicht ganz richtig, in der Armeeauswahl wird häufig das Beispiel 3.000 Punkte gewählt und im neuen White Dwarf ist ein Großteil der Armeelisten auch auf 3.000 Punkte ausgelegt. Zusammen mit den neuen Regeln, auf die wir in der kommenden Woche eingehen werden, die darauf ausgelegt sind in größeren Punktzahlen eingesetzt zu werden, wird der Widerstand geringer, die Einstiegshürde für Neueinsteiger und Zweitarmeen dafür größer.

Fazit des ersten Eindrucks
Ein beeindruckendes Buch, welches alleine durch die Aufmachung schon sehr begeistert. Es gibt dennoch ein paar Wermutstropfen, die man hier und da besser machen könnte.
Die Regeln werden einschneidende Änderungen an der bisherigen Spielkultur vornehmen und viele werden ihre Taktiken komplett neu gestalten müssen. Das ist aber grundsätzlich nichts schlimmes, denn es bedeutet einen Neuanfang, der einem zusammen mit einem wirklich gut gemachten Buch versüßt wird.

Wer keinen Laden in der Nähe hat, in dem ein Regelwerk ausliegt, sollte sich die aktuelle Ausgabe des White Dwarfs zulegen, dort kann man sich einen weiteren Eindruck über die Aufmachung des Regelwerks verschaffen.

Daher lässt sich der Erste Eindruck als durchaus positiv bezeichnen, der später an den Regeln und der persönlichen Einstellung zum Spiel gewinnen oder fallen kann, aber am Buch selbst liegt es mit Sicherheit nicht.

Link: Games Workshop

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Über Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/
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