von Stahly | 03.11.2009 | eingestellt unter: Tutorials

Hobbytipp: Das richtige Werkzeug für Metallmodelle

In vielen Internetforen fällt mir die fast schon übertriebene Furcht gegenüber Metallmodellen auf. Meiner Meinung nach liegen die Schwierigkeiten, die viele Sammler und Spieler mit Metall haben, daran, dass schlicht nicht das richtige Werkzeug vorhanden ist.

Im Gegensatz zu Plastikmodellen, bei denen man schon gut mit einem Bastelmesser und Plastikkleber auskommt, benötigen Metallmodelle etwas mehr Aufwand bei den Werkzeugen. Alles der Reihe nach.

Einteilige Metallmodelle müssen lediglich gesäubert werden. Dazu braucht man ein paar gute Feilen. Meine besten und kleinsten Feilen sind von Gale Force 9, das Diamant Micro Set (im Bild die mit den roten Griffen). Mit ca. 13 Euro nicht gerade billig, dennoch sind es die kleinsten und kraftvollsten Feilen, die ich finden konnte. Sie sind viel kleiner als beispielsweise die Feilen von Games Workshop oder das, was man im normalen Baumarkt findet und daher hervorragend für 28 mm geeignet. Daneben besitze ich noch das 3er Feilenset von The Army Painter, dies kann ich aber nicht weiterempfehlen, da die Qualität sehr billig ist.

Feilen

Mehrteilige Metallmodelle erfordern etwas mehr Aufwand. Oftmals sind mehrere Teile zusammen gegossen worden und mit einem dickeren Steg verbunden. Hier kommt ein kleiner und kraftvoller Seitenschneider aus dem Baumarkt ins Spiel. Empfehlenswert ist hier ein Markenprodukt, da die Schneideflächen doch stark belastet werden.

Oftmals sind Metallmodelle mehrteilig und man muss noch zusätzliche Teile ankleben. Dazu verwendet man Sekundenkleber. In einem zukünftigen Hobbytipp werde ich mich dem Thema Kleber samt ein paar Produktempfehlungen noch einmal extra widmen.

Metallteile, auf denen Gewicht liegt oder durch Handling beansprucht werden, brauchen zusätzliche Stütze. Zunächst einmal kann man die Kontaktflächen aufrauen, damit der Sekundenkleber besser greifen kann. Schon vorhandene Stecksysteme, wie sie beispielsweise an Armen oder Rückenbannern vorhanden sind, kann man verstärken, indem man ein wenig Greenstuff in die Verbindung gibt und danach Sekundenkleber aufträgt. Der Greenstuff füllt eventuelle Lücken aus und vermischt sich mit dem Sekundenkleber. Achtet aber darauf, dass ihr nicht zu viel überschüssiges Greenstuff aus der Verbindung drückt, da mit Sekundenkleber vermischtes Greenstuff schwer zu glätten ist. Also nur sparsam verwenden! Außerdem darf die Verbindung nicht weiter belastet werden, solange der Greenstuff aushärtet, was durchaus einen Tag dauert.

Gale Force 9 Pinning Set

Gegebenenfalls muss die Verbindung gestiftet werden. Dazu braucht man einen Handbohrer. Für normale Modelle reicht ein 1mm Bohrkopf, zum Stiften kann man passende Büroklammern verwenden, die man mit dem Seitenschneider in passende Stücke knipst. Achtet darauf, Büroklammern aus festem Draht zu verwenden. Alternativ kann man auch nach passenden Kupfer oder Messingpins oder Nägeln im Baumarkt suchen, achtet auf die passende Dicke. Einen kleinen Handbohrer kann man im Baumarkt finden, auch bei GW gibt es etwas Passendes. Ich persönlich verwende den Bohrer ebenfalls von Gale Force 9, da er einen bequemen Knauf hat. Leider sind die beiliegenden Bohrköpfe für normale Modelle etwas zu dick, weswegen man noch das passende Ergänzungspaket braucht oder sich noch zusätzlich kleinere Bohrköpfe im Baumarkt suchen muss. Aber auch der Bohrer von The Army Painter hat passende 1 mm Bohrköpfe und macht einen guten Eindruck.

Zum Pinnen an sich gibt es einen ganz guten Artikel aus dem White Dwarf: http://www.games-workshop.com/gws/content/article.jsp?catId=&categoryId=1100001a&section=whiteDwarf&aId=2000055a (Registrierung zum Download notwendig).

Mein Fazit: Investiert den nächsten Fuffi nicht in neue Modelle sondern gutes Werkzeug. Es erleichtert die Arbeit mit Metallmodellen erheblich.

Welches Werkzeug verwendet ihr? Greift ihr auch zu speziell für Tabletopler ausgerichteten Marken oder plündert ihr den Baumarkt? Welche Erfahrungen habt ihr mit Metallmodellen gemacht und habt ihr ein paar weitere Tipps?

Stahly

Stahly, Hobbyredakteur und leidenschaftlicher Sammler und Bemaler. Seit 1997 im Hobby. Erstes Tabletop: Warhammer 40k. Aktuelle Projekte: Skaven, Eldar und Ultramarines. Zusammen mit Sigur und Garfy führt er den Projektblog: http://taleofpainters.blogspot.com/

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Kommentare

  • Ich benutze auch den Bohrer von GF9, der ist wirklich komfortabel. Den von The Army Painter hab ich auch, aber da ist der Bohrkopf abgebrochen – beim Bohren eines Plastikmodells!
    Eine gute Säge braucht man häufig auch noch und auch da kann ich die Knochensäge von GF9 empfehlen.
    Bei denen bezahlt man zwar etwas mehr, bekommt dafür aber auch Qualität.

  • Ich sag nur Proxxon Micromot System …
    Bohrer in allen größen, Fräser, Schleifköpfe, Sägeblätter, Trennscheiben … nutze ich alles … insbesondere auch zum Umbauen,
    Die Silikonpolierer sind z.B. super zum Entgraten von Metallmodelle geeignet.

  • Ich verwende zum Bohren den GW-Handbohrer, Bohrköpfe besorge ich allerdings im Baumarkt, da das GW-Set zu viele große beinhaltet.
    Habs auch schon mehrmals geschafft, welche abzubrechen, auch schon in ner plastikminiatur. Ich hab sogar schon bei zweil von meinen GW-Feilen die Spitzen abgebrochen.
    Ich stifte inzwischen fast alles an Metallminiaturen, da es neben dem Festeren Halt noch einen Vorteil bietet: Es erleichtert die Bemalung von Modellen mit recht geschlossenen Posen, da man in mehreren Teilen bemalen kann un danach trotzdem nen guten halt bekommen kann.
    Einfach einen längeren Stift nehmen und die Teile getrennt bemalen. Vor dem zusammenkleben die Klebeflächen den Stift (falls schon an einem Teil festgeklebt) mit nem Messer von Farbe befreien (vorsichtig, um den Rest nicht zu beschädigen) und das/die Bohrung(en) nochmal kurz nachbohren, um da die Farbe rauszukriegen. Danach vorsichtig kleben und schon hat man nen guten Halt.

    Wo gibts die GF9-Sachen zu bestellen? Das sieht doch etwas besser aus als das GW-Zeug.

  • Die GW-Sachen sind einfach unverschämt teuer ! Ich muss mich echt fragen ob allein das aufdrucken von „Games Workshop“ auf ein Werkzeug den um 300% höheren Preis rechtferigt…ich habe gute Erfahrungen mit Proxxon gemacht einer deutschen Qualitätsfirma. Da geht das Arbeiten wie selber von der Hand !

  • Benutze einen Akkubetreibenen „dremel/Proxxon“ von der Firma Parkside , günstige 20Euor – und ich bin restlos begeistert. Handbohrer ade!

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