Review: Doktor Festus | Madensippe des Nurgle
Als Startschuss einer größeren Nurgle-Reviewreihe schauen wir uns zuerst die neue Inkarnation von Doktor Festus an.
Games Workshop haben der Madensippe des Nurgle in Warhammer: Age of Sigmar ein prächtiges Makeover verpasst. Wir wollen uns heute und morgen die erste Handvoll Kits des Range Refreshes anschauen, und den Anfang macht ein alter bekannter aus der alten Welt in einem neuen Gewand: Doktor Festus (besser bekannt als Festus the Leechlord).
Doktor Festus / Festus the Leechlord
Dass Charaktere aus der alten Welt in Age of Sigmar zurückkehren, ist bekanntlich nichts Neues und auch Doktor Festus hat die Endzeiten überlebt. In den Reichen der Sterblichen kehrt er zurück als ein dämonischer Champion des Nurgle auf einem monströsen Biest, das auf den lieblichen Namen Gathoblyt hört.
Produkt: Doktor Festus / Festus the Leechlord
Hersteller: Games Workshop
Material: Plastik
Maßstab: 32mm
Preis: 74 Euro
Der Bausatz wurde von Games Workshop gestellt.
Ausgepackt
Bei der kleinen Box ist es nur schwer möglich, einen richtigen Blick in die Box zu werfen, bevor man alles auspackt. Aber der erste Anblick sieht in etwa so aus:
Inhalt
Und das ist drin: Eine 150mm x 95mm Citadel Oval-Base, zwei Gussrahmen und die Bauanleitung.
Gussrahmen
Hier könnt ihr euch die Gussrahmen des Kits im Detail anschauen:
Anleitung
Und hier findet ihr die einzelnen Schritte, um Doktor Festus zu bauen:
Gebaut
So sieht Festus aus, wenn man ihn zusammengebaut hat:
Detailaufnahmen
Hier habe ich nochmal einige Nahaufnahmen der verschiedenen Details der Mini für euch:
Review
Meckern kann man über den neuen Festus eigentlich nur beim Preis. Für stolze 74€ (wenn man ihn bei GW direkt erwirbt) bekommt man zwar eine sehr schöne Mini, die allerdings auch überraschend klein ausfällt.
Doktor Festus ist kein Centerpiece wie etwa ein Großer Verpester sondern eher analog zu den Heldinnen und Helden zweiter Reihe wie jüngst Pontifex Zenestra bei den Cities of Sigmar. Dass eine solche Miniatur trotzdem so einen hohen Preis abfragt, finde ich etwas besorgniserregend, ist aber im Tabletop-Bereich leider auch kein Einzelfall.
Abseits vom Preis ist die Miniatur sehr, sehr schön und der Bausatz extrem dankbar. Zuletzt habe ich vor allem einige alte Bausätze der Dweghom von Conquest auf dem Tisch gehabt (if you know, you know) – und dagegen ist ein moderner GW-Bausatz fast schon wie Urlaub.
Alle Teile passen ohne Probleme zusammen, die Bauanleitung ist sehr eindeutig, sodass keine Fragen aufkommen und das Ergebnis ist extrem detailliert und charaktervoll.
Ich kann gar nicht richtig sagen, was mir an Festus am besten gefällt: Sein schleimiges Reittier Gathoblyt, sein fetter Wanst, der Tentakel, den er sich an selbigen getackert hat oder seine Sänfte in der neuen Nurgle-Korbgeflechtästhetik mit den verschiedenen Fläschchen und dem großen Kessel? Für mich ist Doktor Festus ein Volltreffer – für sich genommen. Ich habe allerdings ein paar kleinere Beschwerden, die eher systematischer Natur sind.
Exkurs: Die neue Nurgle-Ästhetik und moderne GW-Bausätze
Mich sorgen bei den neuen Nurgle-Bausätzen zweierlei Dinge: Zum einen ist der Spaß hier ein Stück weit verloren gegangen. Schaut man sich Festus und die anderen Neuheiten für die Madensippe des Nurgle an, wirken diese weitaus grimmiger und düsterer als ältere Nurgle-Bausätze.
Mich erinnern sie mit der oben bereits erwähnten Korbgeflechtästhetik eher an die Muhmen des Buckelsumpfes aus The Witcher 3: Wild Hunt als an die freudig-dümmlich grienenden dämonischen Heerscharen, die vergnügt Krankheiten wie Geschenke verteilen, die ich in Total War: Warhammer 3 lieben gelernt habe.
Ein kleiner, aber feiner Unterschied
Links zu sehen: Die Muhmen vom Buckelsumpf, rechts: Zwei Beasts of Nurgle
Das wäre kein Problem, wenn die Bausätze etwas modularer wären – was mich zu meinem zweiten, kleinen Kritikpunkt bringt: Die Bausätze sind viel weniger anpassbar, als ältere Bausätze. Festus selbst bietet nur die Wahl zwischen zwei Gesichtern: Eines lächelt (böswillig), und das andere stiert grimmig und bedrohlich.
Hier kann man also im Ansatz noch ein bisschen zwischen Heiterkeit und Gruselstimmung wählen, aber das fällt im Endergebnis kaum auf. Dass ein legendärer Charakter, also eine im Fluff real existierende Gestalt, kaum anzupassen ist, ist noch zu verkraften oder zumindest zu rechtfertigen.
Doch der Trend zur Uniformität, der generell in der Tabletop-Welt mit zunehmender Modellqualität zu beobachten ist, wird bei den Fäulnisschwertern und Schmutzrittern die wir uns morgen anschauen leider noch deutlicher werden.
Das ist für mich hier besonders schade, wo doch die vielen Möglichkeiten zum Umbau immer Teil des Nurgle-Kosmos waren. Die Möglichkeit zum Umbau an sich bleibt natürlich weiterhin bestehen, wird aber mit weniger Extra-Bits und Optionen erschwert.
Fazit
Im Großen und Ganzen kann man aber über diesen fulminanten Auftakt der Nurgle-Neuheiten nicht Nörgeln. Mir gefallen Festus und (Spoiler) auch die anderen Neuheiten der Madensippe sehr, und ich freue mich schon wahnsinnig darauf, mich mit Ölfarben, Gloss Varnish und Uhu-Schleim an ihm auszutoben.
Was denkt ihr über Festus und den eher grimmigen Nurgle-Refresh? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
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Dass sie Nurgle wieder etwas düsterer machen, finde ich gut. Ich bin auch großer Fan der Nurgledämonen aus der ca. 3.-5. Edition 40K (kann nicht sagen, was das in Fantasyeditionen ist), jedenfalls die metallenen vor den jetzigen. Ist aber offenkundig ein Auf und Ab, da die noch älteren aus GW’s Frühzeit so albern waren wie die jetzigen Plastedämonen.
Das Monoposenproblem ist ja leider ein dauerhaftes bei GW, hier besonders auffällig, da die Fäulnisschwerter/Pestkönige ein sehr vielfältiges und gar nicht so altes Set der Pestkönige ersetzen, das durch seine Vielfalt sehr gelobt wurde.
Da laufen North Star und Wargames Atlantic GW eindeutig den Rang ab, was Optionen und Qualität der Plastesets angeht, und das bei oft halbem Preis.
Hat bei mir immer zur Folge, dass man keinen Grund hat, sich ein Set mehrfach zu kaufen und sich für zusätzliche Posen dann eher noch bei 3D Anbietern oder Wargames Exclusive umschaut, als wenn man einfach wieder variable Plastesets bekäme. Gw hat seinen Zenit da echt 2017 überschritten.
Danke für das Unboxing 😀👍
Generell gefällt mir das Grimmige besser.
Ich war mir hier nicht sicher ob die Riesenmade sich auch einzeln bauen lässt. Aber es geht und für meinen Zweck super 😜.
Festus ist einzeln auch sehr gut. Frage ?
Auf welche Badegröße (minimal) konnte Festus geklebt werden
Danke
Die Made kann man auf jeden Fall auch solo bauen, aber dann hat man eine mehr oder weniger auffällige Klebestelle am Rücken.
Zur Base Size: Die Made füllt die 150x95mm Base nicht komplett aus, aber bei einer kleineren Base gäbe es definitiv Überhang wegen der Länge.
Prinzipiell gute Mini, aber der Preis ist für 1.5 Gussrahmen selbst für GW eine neue Frechheit. ‚Im Tabletopbereich kein Einzelfall‘ ist da sehr nett gesagt. Selbst bei GW muss man schon suchen um ähnliche Abzocke zu finden. Ich meine das hier ist ein streitwagengroßes Modell, mit einer ‚Option‘ die ihmo einfach nur Hohn ist. Zur Einordnung sollte man sich hier mal den modelltechnisch äquivalenten Horticulous Slimux für 51,50€ oder die 70€ Maggoth Riders, die preislich auf ähnlichem liegen, anschauen (wobei Letztere sogar nochmal günstiger sind lol). Und wenn man ganz frech ist, stellt man eine Chaosstreitwagen daneben. Wer das Ding kauft, dem ist echt nicht mehr zu helfen imho.
Trotzdem danke für das Review, die Meinung zu Nurgle und den Bausätzen im Allgemeinen teile ich.
„Wer das Ding kauft, dem ist echt nicht mehr zu helfen imho.“
Ausgenommen BK-Review-Schreiber 😉
Großvater Nurgle hilf uns, der Preis ist die Seuche.