Review: Forces of Hordes – Lakaien

Für klingende Münze oder einfach nur etwas zu Essen, die Lakaien von Hordes kennen viele Gründe zumindest kurzzeitig ihre Gefolgschaft zu schwören.

Das letzte Buch in der „Forces of Hordes“-Reihe befasst sich mit den Lakaien und genauso wie „Forces of Warmachine – Söldner“ unterscheidet es sich ein wenig vom Rest der erschienenen Exemplare. Beinahe ist man versucht zu behaupten die Lakaien seien das Gegenstück der Söldner bei Hordes. Warum das vielleicht nicht ganz korrekt ist, dazu kommen wir später.

Lakaien lassen sich auf mehrere Arten in Hordes einsetzen, eine davon sind die Bündnisse. Bündnisse kann man als eine Art Mini-Fraktion betrachten, mit eigenem Hintergrund innerhalb der Spielwelt von Hordes. Davon gibt es insgesamt zwei:
Die Dornenfall Allianz besteht aus den unter Fürst Carver vereinten Stämmen der Farrow, die aussehen wie humanoide Warzenschweine, sowie Dr. Arkadius, ein selbsternanntes Genie, Alchemist Chirurg, der in den Farrow eine ideale Spielwiese für seine Experimente gefunden hat. Alles in allem ist das einzige was die Solos und Truppen von den Warbeasts unterscheidbar macht die schiere Größe, da es sich bei allen um Farrow handelt die in einem mehr oder minder starken Maß mit Technik in Form von Sprengstoffen, Kanonen und anderen Schusswaffen bis hin zu mechanischen Gliedmaßen ausgestattet sind.
Eine Armee der Dornenfall Allianz ist also ihrer Natur entsprechend am ehesten als laut zu bezeichnen. Zwar können die Farrow auch im Nahkampf ordentlich austeilen andererseits verfügen sie auch über jede Menge Schwarzpulverwaffen und sie sehen so als würde ihnen der Umgang damit großen Spaß bereiten.
Die Blindwasser Kongregation besitzt einen Kern aus Alligatormenschen des Blindwasser Sees, unterstützt vom Moorvolk und anderen Sumpfkreaturen. Angeführt werden sie von den Alligatormenschen Barnabas und Calaban. Die Auswahl an Warbeasts umfasst größere, ebenfalls humanoide Alligatoren nebst einer ebenfalls humanoiden Schildkröte, die Truppen bestehen aus dem an Fischmenschen erinnernden Moorvolk, Alligatormenschen, den froschartigen Croak und Sumpfgobbern. Alligatormenschen sind erwartungsgemäß zäh und nicht gerade zimperlich. Allerdings erscheinen sie auch ein wenig träge und ihre Bewegungsweite auf dem trockenen ist eher Durchschnitt. Befinden sie sich allerdings in ihrem Element oder haben sie ihr Ziel einmal ausgemacht schlagen sie schnell und hart zu. Die übrigen Mitglieder der Kongregation verhalten sich mehr wie geduldige Jäger und nutzen Verstohlenheit um in die Nähe ihrer Beute zu gelangen und sie dann mit einem gezielten Stoß zu erledigen.
Natürlich gibt es darüber hinaus noch einige Solos die sich in beiden Bündnissen einsetzen lassen. Hier wird so einiges geboten, von Geistern, Menschen, Nyss, Iosanern und Rhul bis hin zu Ogrun.

Eine weitere Möglichkeit eine Armee der Lakaien zu spielen sind die Themenarmeen. Bei den Bündnissen wurden die vier möglichen Warlocks ja bereits namentlich erwähnt, die Auswahl ist dementsprechend also nicht besonders groß. Bedenkt man die auch innerhalb der Bündnisse aktuell noch recht geringe Truppenauswahl ist es nicht verwunderlich dass sich eine Themenarmee zunächst nicht sonderlich von einem Bündnis unterscheidet. Außer bei Calaban, der zusätzlich eine Farrow Einheit zulässt.

Zu guter Letzt bleibt natürlich der Einsatz einzelner Einheiten und Solos in Fraktionsarmeen von Hordes, doch nicht jeder teilt sich die gleichen Vorstellungen eines würdigen Arbeitgebers. Wer willens ist für wen zu arbeiten ist im entsprechenden Profil vermerkt.

Und wieso sind nun die Lakaien nicht das Gegenstück zu den Söldnern? Weil Gegenstück nicht wirklich das passende Wort ist. Bindeglied träfe es wahrscheinlich besser. Bereits in „Forces of Warmachine – Söldner“ gab es einige Einheiten und Solos, welche man auch als Lakaien in Hordes einsetzen konnte. Allerdings ist Hordes das jüngere Spielsystem und das äußert sich zum Beispiel auch darin, dass der überwiegende Teil der im Buch vorgestellten Einheiten und Solos als Söldner in Warmachine einsetzbar sind.

Ein anderer Punkt, an dem man leider nur allzu deutlich erkennt dass Hordes das jüngere System ist, ist der Umfang von „Forces of Hordes – Lakaien“. Während die Söldner bei Warmachine die Seitenanzahl der Reihe auf stolze 176 angehoben haben senkt Lakaien die für Forces of Hordes übliche Zahl 112 auf  96. Der Inhalt dieser Seiten ist nach wie vor in der üblichen Qualität und enthält neben den Texten jede Menge schicker Artworks. Die Struktur wurde gegenüber den anderen Fraktionsbüchern etwas abgeändert, so folgen nun nach Kurzgeschichte, Bündnissen und Themenarmeen die insgesamt 3 Kapitel „Lakaien von West-Immoren“, „Alligatormenschen von West-Immoren“ und „Farrow von West-Immoren“  die sich zunächst mit dem jeweiligen Hintergrund des Themas beschäftigen und darauf die jeweiligen Einheitenprofile folgen lassen. Abgeschlossen wird das Buch wie üblich von einer Bemalanleitung und einer Miniaturengalerie.

Das deutsche Hardcover mit seinen 96 Farbseiten kostet 39,99 €.

In Deutschland werden die Privateer Press Produkte über Ulisses Spiele vertrieben und sind unter anderem bei unseren Partnern Fantasy Warehouse und TinBitz erhältlich.

Link: Privateer Press
Link: Ulisses Spiele

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Über Thorsten

Brückenkopf-Online und Tabletop Insider Redakteur. Spielt primär 28mm Skirmish (Infinity, Eden, Freebooter's Fate, Mercs) und nebenbei auch Godslayer, Warmachine/Hordes, Firestorm Armada, Dystopean Wars, Uncharted Seas, Kings of War, Warhammer 40k und Dreadball.
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