von BK-Thorsten | 14.02.2019 | eingestellt unter: Freebooters Fate, Reviews

Review: Freebooters Fate #2

Die Freibeuter gehen in die zweite Runde und wir haben ein wenig im neuen Buch geblättert.

Freebooter Miniatures Freebooters Fate Grundregelwerk 2. Edition, Deutschsprachig 1

Auf einen Blick:

Produkt: Freebooters Fate #2
Hersteller: Freebooter Miniatures
Material: Softcover, 100 Seiten vollfarbig
Preis: 25,90 Euro

Das Reviewmaterial wurde von Freebooter Miniatures gestellt.

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Neue Editionen sind immer so ein Ding. Man weiß erst einmal nicht so recht ob man sich freuen oder Angst haben soll. Und wirklich wissen was drin steht weiß man erst wenn man einmal wirklich selbst hinein geschaut hat. In dem Zusammenhang ist aber auch noch eine grundlegende Frage zu klären: wie neu ist so eine neue Edition überhaupt?

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Freebooters Fate #2 ist irgendwo eine Reaktion auf auf Forderungen der Fans doch bitte endllich einmal alle Regeln in einem einzigen Buch gesammelt vorzufinden und eine vorsichtige Überarbeitung der Regeln an den richtigen Stellen. Wer nun glaubt dadurch würde sich am Spielgefühl etwas wesentliches ändern, dem antworten wir mit einem eindeutigen: Nö. Die ganze Überarbeitungen vereinheitlichen Vorgänge, beschleunigen andere und geben manchen Aktionen etwas mehr Würze. Und außerdem braucht man nun etwas weniger Platz. Daher in aller Kürze (und ohne Anspruch auf Vollständigkeit) die Änderungen zur Vorversion:

  • Die empfohlene Spielfeldgröße schrumpft von 120×120 auf 90×90 cm
  • Maximalgrenze für Gefolge teilweise gelockert (z.B. Amazonen)
  • Allgemeine Anpassung der Heuerkosten, meistens Senkung der Kosten (Damit einher gehen neue Profilkarten, die als Kartenpacks bereits erhältlich sind.)
  • Komplette Überarbeitung der Loa-Anrufung und Steilfeuerwaffen. Sie nutzen jetzt, wie auch der Schaden an Booten, zur Ermittlung die normalen Trefferzonenkarten.
  • Aktion Schubsen (früher Stossen) wurde überarbeitet
  • Sprünge und Klettern überarbeitet, Risikofaktor bei großen Entfernungen hinzugefügt
  • Größenklassen (inklusive Schablonen für Härtefälle) wurden eingeführt und damit auch ein darauf basierendes Deckungssystem
  • Klarstellungen zum Gelände
  • Überarbeitung einiger Spezialfähigkeiten und Waffeneigenschaften
  • Unterstützung/Unterzahl wurden überarbeitet

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Da nun aber alle Regeln in einem Buch Platz finden mussten (Ja, auch die ganzen Loa-, Boote- usw. -Regeln) Blieb effektiv weniger Platz für den Rest. Die Schreiber haben ihr möglichstes getan, aber für mehr als eine Fraktionsvorstellung aller beteiligten Parteien und einer Einführung war leider kein Platz. Denn irgendwo mussten ja auch noch ein paar Szenarien unter kommen. Insgesamt sind es fünf Stück, die meisten davon schon bekannt und leider enthalten sie keine Dodos. Vielleicht sind letztere einfach endgültig ausgerottet. Die Szenarien sind „Die Fehde“, „Zu den Waffen“, „Rattenjagd“, „Angriff der Zombieoktopusse“ und „Evakuierung“. Im ersten Szenario wird sich fröhlich und heftig gegenseitig auf die Glocke gegeben. Das klassische Free-for-all. Beim zweiten Szenario stellen sich alle Figuren in der Mitte des Spielfeldes auf und versuchen ihre jeweilige Spielfeldkante schnellstmöglich zu erreichen. Beider Rattenjagd ist der Name Programm und es geht tatsächlich um das einfangen 21 kleiner Nagetiere. Zu Zombieoktopussen muss man nun wirklich niemandem etwas erklären, oder? Evakuierung ist jenes Szenario bei dem einige Mitglieder der Mannschaft auf einer stetig schrumpfenden Insel festsitzen und von ihren Kameraden in die rettenden Boote gezogen werden müssen.

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Fazit

Freebooters Fate #2 fühlt sich in einiger Hinsicht wie ein Neustart an. Neues Kartendesign, neue Kartenpacks, neues Regelbuch… Aber alles in allem ist der Kern des Spieles der alte geblieben und das ist gut so, macht er doch den Charme gerade dieses Spielsystems aus. Es gibt immer noch keine Würfel, die Trefferzonen- und Schicksalskarten sind noch die alten. Das Ganze ist eher eine Überarbeitung, eine Weiterentwicklung der bisherigen Regeln, zusammengefasst in einem Buch. Dieses Buch ist aber auch wieder nur eine Grundlage für die neue Edition. Es enthält alle Regeln, mit Ausnahme von IronBall (dafür sind aber Sonderfähigkeiten mit IronBall-Bezug enthalten) und ein paar Szenarien. Es gibt bereits Gemunkel über Fraktionsbücher und sicherlich werden mehr der bekannten Szenarien zurückkehren oder neu erdachte die alten ablösen. Natürlich hätte man das Buch durch das hinzufügen weiterer Inhalte noch dicker machen können, aber andererseits entspricht es so viel eher den Wünschen der Community: Ein Nachschlagewerk für den Spieltisch in dem alle Regeln enthalten sind. Und wer geht schon mit einem Brockhaus zum Spieleabend?

Wir freuen uns über die neue, an den richtigen Stellen überarbeitete Version, harren weiterer Neuerscheinungen und gestehen schon vor dem Erscheinen von Freebooters Fate #2 auf 90×90 cm gespielt zu haben.

BK-Thorsten

Brückenkopf-Online Redakteur und Tabletop Insider stv. Chefredakteur. Spielt Infinity, SAGA, Freebooter's Fate, Kings of War, Warhammer 40k, Warzone Resurrection, Dropzone Commander, Deadzone, Dreadball, X-Wing, Konflikt '47, Bolt Action, Dead Man's Hand, Dracula's America, Beyond the Gates of Antares, Dropfleet Commander, Frostgrave, Collision, Bushido, Shadespire, Aristeia! und Warpath.

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Kommentare

  • Das Fazit würde ich auch unterschreiben. 4 Jahren habe ich es nicht gespielt und mich sofort in v2 wohlgefühlt. FF ist wie Fahrradfahren, nur macht’s mehr Spaß

  • Mmmh, bei so einem „gefühlten Neustart“ komme ich ja tatsächlich ins Grübeln, damit doch noch mal einzusteigen…
    Danke für die erhellende Rezension!

  • Ich finde es sehr gut das die Spielfläche auf 90×90 cm reduziert wurde. Wir hatten immer das Problem bei den 120cm Spielen das man die ersten 2 Runden nur gerannt ist. Jetzt kommt man gerade mit den Fernkampfwaffen recht zügig in den Kampf.
    Die Schablone für die Sichtline ist mir ein Graus. Ich finde sie unhandlich und nicht prakikabel. Freebooters ist in meinen Augen ein „gemütliches“ Spiel. Selten hab ich mit Hardcore Taktikern gespielt und ein kurzer Wortwechsel, welche Deckung wie gehandhabt wird hat immer ausgereicht. Oder der Kommentar zum Gegner, ich stelle meine Figur so an die Hauswandecke da sie noch Deckung erhält, hat bisher immer gut funktioniert.
    Daher sind wir auch bei den beiden Version 2 Spielen ganz schnell wieder zu dieser Regel zurück gekehrt.

    Ich würde mich ja noch über ein Kampagnenbuch freuen. Scenarien die man als Kampagne wie bei dem La Noche de Brujas Buch durchspielen kann. Auch gerne wieder mit „NPC“ wie bei der Mission mit dem Totengräber.

    • mir kommen die Schablonen schon sehr gelegen. Oft ist man sich unsicher, ob man den Typen auf dem Dach oder hinter der Mauer noch sieht. Ding klärt sowas einfach schnell. Ich hasse Diskussionen wegen der Sichtlinie

  • Klingt für mich nach einer sinnvollen Neuauflage. Hat eigentlich Ash vom Guerilla Miniature Games YT-Channel schon mal eine Review zu dem Spiel gemacht? Er spielt ja gerne Fantasy Skirmisher und sucht immer nach neuen Tabletops.

  • mhh..kann man die Minis auch auf Rundbases setzen oder haben die Eckbases Auswirkungen was die Regeln angeht ?

    Danke für die Antwort.

      • Danke für die Info. In diesem Fall ist es leider uninteressant für mich. Ich persöhnlich finde das Eckbases nicht in ein Skirmishgame passen.

      • Naja muss jeder wissen was ihm am Spiel am wichtigsten ist. Aber mal ehrlich, Priorität 1 die Form der Bades? Ich spiel nur Scirmisher mit runden Base, egal wie toll die Regeln vielleicht sind…?
        Ich persönlich finde die Form der Bases sind das beinahe absolut unwichtigste bei Tabletops. Da kommt es mir auf Spielbarkeit, Komplexität und das Design der Modelle an. Bei Freebooters finde ich zudem toll, dass gerade die Bases der Minis schon sehr schön daherkommen.

      • Die Eckbases sind essentieller Teil der Spielmechanik, das es einen definierten Rückenbereich durch die hintere Basekante gibt, und die drei vorderen Kanten die angreifbaren Gegner bestimmen, da es ja in Freebooters eine Überzahl-Regel gibt (Unterschiede für ein, zwei oder drei eigene Modelle mit dem Gegner im Nahkampf)

        Ansonsten kann ich versichern, dass mich als RundbaseLiebhaber die Eckbases null stören, da man das Modell immer als Teil einer Bewegung drehen darf.

  • Ich wollte jetzt eigentlich was deftiges schreiben… Aber jetzt nach dem ich mir den Satz noch ein paar Mal durchgelesen habe, find ich es eigentlich nur Schade das man sich wegen Ecken ein echt gutes Spiel durch die Lappen gehen lässt.

    Ich finde 2.0 wirklich sehr gelungen auch wenn ein bisschen Fluff verloren gegangen ist und mein Gubbins nicht mehr aus 60 cm Entfernung Raketen aus der Deckung schießen kann. Bei uns war das spielen ziemlich eingeschlafen, aber jetzt spielen wir wieder mindestens alle zwei Wochen.
    Von daher Danke ihr Freibeuter 😀
    Wenn ihr jetzt noch mehr Goblins raus bringt bin ich glücklich.

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