Review: Suicide Squad Game Box

Wir hatten die Gelegenheit, die neue Starterbox des Batman Miniature Game gründlich unter die Lupe zu nehmen und stellen Euch heute unser Review dazu vor!

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Auf einen Blick:

Produkt: Suicide Squad Game Box (inkl. limitierter Vorbesteller-Miniatur von Batman (Ben Affleck))
Hersteller: Knight Models
Material: Metall
Maßstab: 30mm
Preis: 99,95 Euro

Reviewmaterial: Vom deutschen Vertrieb (Laughing Jack) gestellt.

Ausgepackt:

Das erste, was an der Box auffiel war, wie groß sie ist! Auf den Photos seht Ihr die Red Veil Grundbox von Infinity im Vergleich.

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Die Box zu öffnen war eine echte Freude! Nicht nur außen, sondern auch innen ist sie wunderschön gestaltet! Oben auf liegen die Pappkomponenten und das Regelbuch, dann folgt, durch eine Schaumstofflage getrennt, die Plastikeinlage, die die Modelle beinhaltet.

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Doch selbst unter dieser befindet sich noch ein wenig Artwork, das durchaus einige Lacher hervorrief!

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Regelbuch und Charakterkarten:

Wie alle anderen Komponenten dieser Box sind auch Regelbuch und Charakterkarten wunderschön gestaltet. Auf den Charakterkarten findet man alle nötigen Informationen zu den Modellen in der Box, und sie werden im Spiel auch dazu benutzt, mitzuverfolgen, auf welche Fähigkeiten in der aktuellen Runde Aktionspunkte vergeben wurden. Anhand der Rückseiten erkennt man leicht die Zugehörigkeit des jeweiligen Modells zur Suicide Squad, Joker’s Bande oder, im Falle von Harley Quinn, beiden.

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Das vollfarbige Softcover-Regelbuch im handlichen, etwas größer als A5 ausfallenden, Format beinhaltet, soweit wir eruieren konnten (uns liegt das reguläre Grundregelbuch leider nicht vor), die vollen Grundregeln des Batman Miniaturenspiels (BMG). Zusätzlich dazu findet man aus naheliegenden Gründen auch die Regeln für das Suicide Squad Team.

Exkurs: Während “herkömmliche” Banden beim BMG aus einem Anführer (z.B. Joker), bis zu einem Sidekick (z.B. Harley Quinn), optionalen “Free Agents” (z.B. viele Mitglieder der Suicide Squad) und üblicherweise auch einigen “Henchmen” (z.B. Panda Man oder Goat Head Priest) bestehen, sind “Teams” Banden, die keine Henchmen haben, dafür aber mehrere Leader oder Sidekicks enthalten dürfen. Die vollen Regeln für alle diese Teams befinden sich im Flash/Arrow-Erweiterungsbuch des BMG, im Regelbuch der Suicide Squad Game Box (SSGB) ist aber alles enthalten, was man benötigt, um die Suicide Squad zu spielen, und zwar nicht beschränkt auf die Modelle in der Box!

Nebst den Regeln befinden sich im Regelbuch eine Seite mit Schablonen zum Kopieren, ein Referenzbogen, die Zusammenbauanleitung für Modelle und Papp-Terrain, sowie viele Seiten mit Artworks und eine mehrseitige Galerie wunderschön bemalter Modelle. Außerdem beinhaltet das Buch eine Reihe von 7 Szenarios, die zusammen eine Suicide Squad Kampagne ergeben. Das erste davon ist dazu ausgelegt, mit dem Inhalt der Box gespielt zu werden und dient gewissermaßen als Einsteiger-Szenario. Für alle weiteren benötigt man jedoch eine Batman- oder Law-Bande und auch evtl. mehr Missionszielmarker und Gelände, als in der Box enthalten sind. Es handelt sich also um keine Kampagne, wie sie z.B. die Infinity Starterboxen bieten, in denen man die Regeln während des Spiels lernt, sondern eher um eine interessante, erzählerische Kampagne für Spieler mit etwas Erfahrung und einer erweiterten Miniaturensammlung.

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Qualitativ ist das Buch absolut hochwertig: Vollfarbe, wunderschönes Layout, sowie eine sinnvolle Struktur, in der man Regeln schnell wiederfindet. Auch macht die Bindung einen sehr stabilen Eindruck. Stellenweise merkt man dem Text an, dass er vom Spanischen ins Englische übersetzt wurde, dies führte aber nicht zu Verständnisproblemen.

Pappkomponenten:

Als nächstes sehen wir uns Marker und das Gelände an. Allesamt sind zu unserer Freude aus 2mm dicker, sehr stabiler Brettspiel-Pappe gestanzt, die einiges aushalten sollte!

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Die pinken Deadeye- und grünen Joker-Marker dienen dazu, die Initiative zu bestimmen. Mit insgesamt 8 Markern können also Missionen gespielt werden, die nicht länger als 8 Spielzüge gehen. Dies trifft auf alle Szenarios der Suicide Squad Kampagne zu. Da jeder Spieler je W3 der hoch spielrelevanten Straßenlampen und Kanaldeckel aufstellen muss, und manche Sonderfähigkeiten von Modellen diese Anzahl erhöhen können, reichen die je 4 enthaltenen nicht garantiert für jedes Spiel aus. Dasselbe gilt für die Missionsziele. Eigentlich braucht man pro Spieler 2 Riddler Missionsziele und je eines der anderen, allerdings sind nur ein 2er-Set der Riddler-Rätsel, und nur ein Munitions-Missionsziel enthalten. Für den Einstieg reichen all diese Komponenten aber völlig aus.

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Wie auf dem letzten Bild zu erkennen ist, kann man die Lampen nicht einfach in ihre Bases stecken, da sie zu leicht aus diesen heraus rutschen oder in Schieflage geraten. Den abgerundeten, unteren Teil ein klein wenig zu kürzen und die Lampen in die Bases zu kleben reicht aber völlig aus, um sie stabil zu machen!

Doch nun zu den Gebäuden: diese sind beidseitig bedruckt und können entweder als zwei einzelne Gebäude (Vorderseiten) oder ein besonders hohes Gebäude (Rückseiten) zusammengebaut werden. Das größere Gebäude kann entweder das zwielichtige, mit Graffiti besprühte und mit einem komplexen Riddler-Rätsel versehene “Blue Moon Hostel” oder das Erdgeschoss des Wayne Financial Buildings darstellen.

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Das kleinere Gebäude ist entweder das Harvey Dent Campaign Office oder das Obergeschoss des Wayne Financial Buildings.

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Der Druck ist dabei geradezu atemberaubend toll! Nicht nur ist die Qualität hervorragend und die Texturen perfekt stimmig für die Welt von Batman, es sind auch viele kleine Details auf den Gebäuden versteckt, wie z.B. Werbung für die Iceberg Lounge des Pinguins, ein Wanted-Poster für Batman oder das oben erwähnte Riddler-Rätsel, das sich über die Hausseite hoch auf’s Dach zieht. Hier einige Detailaufnahmen:

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Die Gebäude lassen sich größtenteils sehr einfach zusammensetzen, lediglich an zwei Stellen waren unsere Testexemplare etwas zu eng gestanzt, und mussten mit dem Hobbymesser vorsichtig erweitert werden. Einmal zusammengebaut sind die Gebäude sehr stabil und sollten auch spielerisch viel zu bieten zu haben. Allerdings bogen sich bei längerer zusammengebauter Aufbewahrung die Wände unten leicht nach außen. Wir raten daher dazu, die Gebäude zur erhöhten Haltbarkeit zu verkleben. Von einem regelmäßigen Auf- und Abbau würden wir abraten, da dies selbst die stabilste Pappe irgendwann ausleiert und abnutzt. Einige Bilder aus dem Zusammenbau:

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Und die drei Gebäude im zusammengebauten Zustand, sowie eine kleine Szene mit Modellen zum Größenvergleich:

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Es bleibt zu hoffen, dass die Pappkomponenten auch getrennt erhältlich sein werden, da man von Lampen, Kanaldeckeln, Missionszielen und Gebäuden gern noch ein zweites Set haben könnte, um alle Möglichkeiten abzudecken.

Würfel und Bases:

Der Box liegen vier Würfel im Joker-Design bei, auf denen die Anzahl der Einschusslöcher die Würfelzahl darstellt und der Joker-Kopf mit den sechs “HA”s die Sechser-Seite ziert. Leider sind alle vier Würfel in derselben Farbe. Für Angriffswürfe wäre es praktisch, für den Collateral-Wurf einen Würfel in einer anderen Farbe zu haben, wie es z.B. bei den regulären Würfelsets von Knight Models üblich ist. Davon abgesehen sind die Würfel aber eine weitere wunderschöne Komponente dieser Box und tragen mit ihrem Design auch zum Batman-Feeling bei!

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Die Bases der Modelle sind aus Hartplastik gegossene, vorgestaltete Schlitzbases und haben uns leider gar nicht überzeugt. Die Schlitze sind zu breit, als dass die Base-Stege der Miniaturen ohne Biegen gut darin halten würden und die teilweise recht hohen Steine auf ihnen machen es manchen Modellen schwer, richtig darauf zu stehen, wodurch manchmal ein Base-Steg etwas aus der Base hervorragt. Auch erspart einem ein detailliertes Slottabase natürlich nicht wirklich das Base-Design, will doch der große Schlitz noch kaschiert werden! Simple, flache Bases, die man dann selbst gestaltet, währen wohl die deutlich sinnvollere Lösung gewesen.

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Miniaturen:

Überblick:

Nun kommen wir zum Kern der Sache: Den Modellen! Insgesamt sind 13 Modelle in der SSGB enthalten, plus der erwähnte Batman, sollte man zu den Glücklichen zählen, die eine der Vorbesteller-Boxen ihr Eigen nennen. Je 6 der Modelle sind der Suicide Squad, bzw. dem Joker zugeordnet, wobei Harley Quinn als 13te für beide Teams kämpfen kann. Für ein ausgeglichenes Spiel (wie z.B. dem Einsteiger-Szenario) würde man sie dem Joker zuordnen, da dessen Henchmen zwar einiges an Feuerkraft mitbringen, gegen die geballte Helden-Macht der Suicide Squad aber gerne noch Harley’s Unterstützung annehmen. Die Mitglieder der Suicide Squad sind übrigens allesamt Free Agents und würden auch für andere Banden kämpfen. Katana schließt sich dabei nur den Law Forces und den Birds of Prey an, während der Rest des Teams seine Dienste gerade Batman, Green Arrow und den Law Forces NICHT anbietet, dafür aber für so ziemlich alle Schurken kämpfen würde, den Joker eingeschlossen. Wenn man also aus dem Inhalt der SSGB eine Bande für den Joker zusammenstellen möchte, bekommt man einiges an Auswahl!

Hier die Modelle in ihren Einzelteilen:

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Wer aufmerksam hingesehen hat, wird bemerkt haben, dass Deadshot über zwei Kopfvarianten verfügt: einmal mit und einmal ohne die Maske!

Gussqualität:

Während die Qualität der Sculpts absolut erstklassig ist, ließ die Gussqualität bei unserem Review-Exemplar leider deutlich zu wünschen übrig. Jedes der Modelle wies deutliche Gusslinien auf, die schon mal über sehr fein strukturierte Oberflächen wie Haare, Schlangenleder-Kleidung oder fein gerillte Bereiche gingen, und mehr oder weniger unmöglich zu entfernen waren, ohne diese Oberflächen zu beschädigen. Dies ist natürlich bei Metallmodellen kaum vollständig zu vermeiden, trat hier aber schon merklich stärker auf, als wir es z.B. von Infinity-Modellen gewohnt sind.

Schlimmer jedoch waren Flächen, in denen Metallreste in Form kleiner, unförmiger “Klötzchen” an Bereichen wie Händen, Füßen oder anderen Details diese Stellen teilweise bedeckten, und man sich so z.B. bei Joker’s linkem Fuß eine Zehe selbst aus einem Metallklotz herausmodellieren musste, ein Umstand, der sich an mehreren Händen und Füßen wiederholte. Auch war bei Panda Man eines der Löcher, in die die Handgelenke eingeklebt werden sollten, komplett zugegossen und musste selbst aufgebohrt werden. An allen diesen Stellen (und einigen weiteren) war das Metall ungewöhnlich aufgeraut, als hätte es beim Festigungsprozess irgendwelche Probleme gegeben. So etwas war unserem Redakteur bisher erst ein/zwei Mal untergekommen, und trat hier immerhin bei 9 von 14 Modellen derselben Box auf!

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Wir haben uns ein wenig umgehört und es scheint, als hätten wir mit dem Reviewexemplar großes Pech gehabt, denn von schwerwiegenden Gussfehlern wie wir sie hatten, berichtete niemand sonst. Gusslinien, in Verbindung mit sehr fein detailierten Oberflächen kamen erwartungsgemäß vor, aber von den “Klötzchen” berichtete niemand. Wir nehmen an, dass das Produkt bedenkenlos umgetauscht werden hätte können, wir wollten aber mit einer solchen Aktion das Review nicht unnötig verzögern, und unser Redakteur war zuversichtlich, die Schäden ausreichend beheben zu können.

Zusammenbau:

Der Zusammenbau gestaltete sich durch den suboptimalen Guss als langwierige und teilweise nervenaufreibende Aufgabe. Außerdem wurde er durch zwei weitere Faktoren erschwert:

Erstens passten zwar alle Arme perfekt zueinander und hielten zweihändig geführte Waffen wirklich lobenswert gut (das, wiederum, sind wir von Infinity-Modellen nicht so gewohnt), dafür waren aber die halbkugelförmigen Kontaktflächen, die in die Aussparungen am Körper geklebt werden sollten, ausnahmslos zu groß, um in diese zu passen und mussten samt und sonders kleiner gefeilt werden, bevor sie dann aber (immerhin!) perfekt saßen. Keine ganz leichte Aufgabe bei den teilweise sehr kleinen Teilen.

Zweitens ist da Katana… Die Arme und Hände dieses Modells sind besonders filigran und die zu groß geratenen Kontakt-Halbkugeln fallen hier noch mehr ins Gewicht als bei den anderen Modellen. Vor allem aber muss man ihren Waffenarm am Handgelenk um ca. 45° biegen, möchte man die beiden Arme in die richtige Position zueinander, und das Handgelenk der linken Hand bündig an den linken Arm bringen. Bei der extrem feinen Klinge und den zierlichen Handgelenken eine beängstigende Aufgabe! Uns ist dabei auch direkt die linke Hand vom Rest des Teils abgebrochen.

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Metall ist allgemein ein anspruchsvolleres Material als Plastik, doch hier gestaltet sich der Zusammenbau nochmal eine Ecke schwerer. Selbst unter der Annahme, dass grobe Gussfehler entweder nicht auftreten oder umgetauscht werden, ist bei den Modellen einiges an Zeit zu investieren und wer besonders hohe Ansprüche (z.B. makellose Oberflächen) setzt, wird hier wohl nicht 100% zufriedenzustellen sein.

Fertig:

Trotz der erwähnten Schwierigkeiten ist unser Redakteur, nach dem einen oder anderen Schimpfwort während des Zusammenbaus, nun überglücklich, diese Modelle zu besitzen und freut sich schon riesig darauf, sie anzumalen! Wer nicht plant, die Modelle auf Preisträger-Niveau für Malwettbewerbe, sondern auf einem gehobenen Tabletop-Standard anzumalen, bei dem werden die kleineren Gusslinien kaum auffallen, und selbst die gröberen konnte unser nicht ganz unerfahrener (aber im Modellieren schwer unbegabter) Redakteur zu seiner Zufriedenheit ausbessern.

Wer die Modelle dann erst mal zusammengebaut vor sich hat, wird nicht umhin kommen, den hohen Detailgrad und die charaktervollen, teilweise einfach großartigen Posen zu bewundern!

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Besonders angetan hat es unserem Redakteur ausgerechnet das Sorgenkind Katana. Die Dynamik in der Pose des Modells und die filigranen, filmgetreuen Details sind absolute Spitzenklasse!

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Natürlich darf auch der übliche Größenvergleich nicht fehlen:

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(V.l.n.r.: EDEN, SSGB, Infinity, SSGB, Warhammer 40k, SSGB, Herr der Ringe)

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(V.l.n.r.: Wargame Exclusive, SSGB, Warhammer 40k, SSGB, Warhammer Fantasy, SSGB, Freebooter)

Fazit:

Die Suicide Squad Game Box macht es uns nicht leicht, ein Fazit zu ziehen. Das beginnt schon beim Gesamtkonzept: Für wen ist die Box gedacht?
Man könnte vermuten, dass sie sich an Einsteiger ins Hobby wendet. Dafür lässt sie aber, gerade im Vergleich zu den sehr einsteigerfreundlichen Starter-Boxen von Infinity, einige Wünsche offen. Neben dem Grundregelwerk befindet sich nämlich nicht einmal ein “dies zuerst lesen” Leitfaden darin, geschweige denn eine Tutorial-Kampagne. Stattdessen findet man die kompletten Regeln als einen dicken Block, und kann mit den enthaltenen Spielmaterialien auch nur ein einziges enthaltenes Szenario spielen. Für alle weiteren benötigt man zumindest eine Batman-Truppe im Preisbereich von ca. 120-140 EUR.
Für erfahrenere Hobbyisten hingegen, die entweder schon BMG spielen, oder aus einem anderen System einen Blick hinein wagen wollen, scheint die Box beinahe perfekt! Zwei volle (neue!) Mannschaften mit vielen Figuren, die auch in anderen Banden eingesetzt werden können, ein kleinformatiges Softcover-Regelwerk (zum Spielen hervorragend!), wunderschönes, stimmungsvolles Pappgelände, schicke Würfel und die hilfreichen Papp-Tokens für Missionsziele, Kanaldeckel und Lampen scheinen wie für diese Zielgruppen gemacht! Einzig die Tatsache, dass es derzeit nicht möglich ist, ein zweites Set der Pappkomponenten zu kaufen, stört ein wenig.

Auch die Modelle sind etwas ambivalent. Auf der einen Seite gab es bei unserem Reviewexemplar einige Probleme mit der Gussqualität, andererseits sind es großartige Sculpts, die den Charakter der Film-Originale perfekt einfangen und vor Flair und Details geradezu strotzen! Wir empfehlen, abzuwägen, wie viel Zeit man in die Nachbearbeitung der Modelle investieren möchte, und wie hoch die eigene Toleranz bei der Modellqualität ist.
Wer vor hat, die Box auf Wettbewerbs-Niveau anzumalen, ist üblicherweise auch imstande, selbst gröbere Problemstellen auszubessern oder gegebenenfalls nachzumodellieren, sollte sich aber auf erhöhten Zeitaufwand einstellen. Wer nur auf bis zu gehobenem Tabletop-Niveau malt, bei dem dürften kleinere Makel am Modell ohnehin nicht stark auffallen, wenn die Miniaturen erst mal auf dem Spieltisch stehen. Was dann bleibt sind die Posen und Designs, und diese überzeugen auf der ganzen Linie!

Die finanzielle Seite hingegen ist recht eindeutig, denn gegen das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Starterbox lässt sich nichts sagen! Ein komplettes Regelbuch (nicht bloß Einsteigerregeln), 13 Modelle, die es einzeln wohl auf den doppelten Preis der Box bringen würden, spezielle Würfel und absolut hochwertige Pappkomponenten zu diesem Preis, das kann sich definitiv sehen lassen!

Für uns ist die Suicide Squad Game Box auf jeden Fall ein toller Start in die finstren Nächte von Gotham City!

Link: Knights Models

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Über BK-Marcus

1994 mit Warhammer ins Hobby eingestiegen und seither so manches ausprobiert. Aktuelle Projekte: Herr der Ringe (Gefährten), Epic Armageddon (Eldar), Infinity (PanOceania), Warhammer (Slaanesh gemischt), nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.
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