von BK-Thorsten | 22.11.2015 | eingestellt unter: Infinity

Ulisses: Infinity N3 Update

Ulisses Spiele haben auf ihrer Website ein Update zum aktuellen Stand der Übersetzung der dritten Edition von Infinity veröffentlicht.

INF_N3book

Ich entschuldige mich jetzt schon ein Dreivierteljahr für die Verzögerungen und es kommen immer neue dazu. Ich kann euch auch nicht mehr um Geduld oder Verständnis bitten, da ich mich einfach nur noch schäme, weil wir dieses Buch nicht in die Produktion bekommen.

In den letzten Wochen wurden die letzten fehlenden Fraktionssymbole in das Hintergrundbuch eingebaut, so dass ich den Band zur Freigabe an Corvus Belli geben kann. Beim Regelwerk sitzen wir noch an massiven sprachlichen Verbesserungen durch das gesamte Werk und einer stringenten Linie, was die Formatierung von Regelbegriffen betrifft. Die waren bislang immer mal wieder kursiv, fett, unterstrichen oder eine Mischung daraus, ohne eine Linie zu folgen.

Des weiteren ging nach langen technischen Problemen letzte Woche endlich der deutsche Datensatz für den Army 5 an Corvus Belli. Aktuell werden noch letzte Kompatiblitätsprobleme behoben, aber ich bin zuversichtlich, dass der Armeegenerator für Infinity auch bald komplett auf Deutsch vorliegt. Das ist auch notwendig, da die Armeeliste für das Buch über Armeegenerator erstellt werden müssen. Wie schon mal erklärt, sind in den Layoutdaten von N3 die Armeelisteneinträge als PDF eingebunden, nicht wie in den vorherigen Edition als Textfelder, die wir einfach an eine dt. Version hätten anpassen können. Sobald man uns diese PDFs exportiert hat, können wir dann auch das Regelheft aktualisieren und euch dann umgehend als kostenloses PDF zugänglich machen.

Quelle: Mitteilung bei Ulisses Spiele

Infinity ist unter anderem bei unseren Partnern Fantasy-In und TinBitz erhältlich und wird über Ulisses Spiele vertrieben.

Community-Link: O-12.de

Link: Infinity

 

BK-Thorsten

Brückenkopf-Online Redakteur und Tabletop Insider stv. Chefredakteur. Spielt Infinity, SAGA, Freebooter's Fate, Kings of War, Warhammer 40k, Warzone Resurrection, Dropzone Commander, Deadzone, Dreadball, X-Wing, Konflikt '47, Bolt Action, Dead Man's Hand, Dracula's America, Beyond the Gates of Antares, Dropfleet Commander, Frostgrave, Collision und Warpath.

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Kommentare

    • Ich denke man muss hier einiges klarstellen:

      > Infinity war ein Regelsystem, das zu Anfang nur von der Fanbase getragen wurde und erst im Lauf der Zeit zu Ulisses kam und noch einige Zeit halb-und halb so lief, da man ja auch Leute benötigte, die in der Materie drinsteckten.

      > Fans sind keine Profis und deswegen übersehen sie auch einige Sachen und arbeiten auch nicht vorausschauend. D.h. dass ie weniger darauf getrimmt sind zukünftige Übersetzungsprobleme zu erkennen. Das hat sich bei Infinity im Lauf der Jahre angesammelt und mit N3 hat man nun die Möglichkeit diese Probleme anzugehen und für zukünftige Releases auszumerzen. Kostet mehr Zeit, spart aber weitaus mehr später. Auch fand grade zur Zeit von N3 ein Transfer von einem fluktuierenden zu einem festen Team statt und einige Mitarbeiter wurden von der Realität eingeholt (Da denkst du du hast die Zeit für so ein Projekt und dann kommen die vielen kleine unerwarteten Dinge des Lebens und holen dich ein). Unglücklich gelaufen, aber das kann wirklich jedem Projekt passieren.

      > Klar ist die Vorbestellung unglücklich gelaufen im Rückblick, aber zum damaligen Zeitpunkt war noch nicht absehbar, dass sich das so lange hinauszögern würde. Wäre ich an der Stelle von Ulisses würde ich treuen Vorbestellern die bis zum Release dabeigeblieben sind das irgendwie vergüten. Aber das ist nur meine private Meinung.

      > Würde zu regulären Übersetzersätzen in der TT/Brettspiel-Branche übersetzt werden, gäbe es keine deutschen Übersetzungen. (Beispiel: Würde man N3 nach regulären Sätzen bepreisen dann wären das min. 15.000 Euro allein für die Übersetzung und da sind Layout und Druck nicht dabei. Allein um das wieder reinzuholen müsste man zehntausende Bücher verkaufen und das schafft auch GW nicht.) Selbst GW könnte sich das nicht leisten. Von daher muss man Kompromisse eingehen. Und erst mit N3 nähert sich Infinity Bereichen, wo man über einen ermäßigten Übersetzersatz reden kann.

      Von daher war die Ansatz zu Anfang mit den Fans zu übersetzen durchaus legitim und sehr viele TTs haben so angefangen.

      > Pro-Version von Acrobat. Hast du eine Ahnung, die Jungs arbeiten mit genügend guter Software, darunter auch den üblichen Standardprogrammen wie inDesign (DTP) und Trados (CAT). Das Problem ist ein ganz anderes.

      Ohne Datenbank kein PDF, erst wenn alle Datensätze korrekt eingegeben sind kann das PDF erstellt werden, welches dann in die Platzhalter im Layout fließt. Die Datenbank wurde aber ursprünglich extern von einem Spieler für CB erstellt, der sich das im Lauf der Zeitz selber beigebracht hat. Dementsprechend sedimentiert sieht die originale Datenbank auch aus und hat so ihre Macken.

      Man hat die Wahl zwischen ständig an den Macken rumwurschteln oder komplett neue Datenbank erstellen. Und wer das einmal gemacht hat, weiß was das für ein gewaltiger Zeitfresser ist, vor allem wenn es auch noch mit dem Layout sauber klappen soll. Vorteil ist dabei, dass bei zukünftigen Büchern weniger Probleme auftreten und man deutlich Zeit spart. Das ist keine leichte Entscheidung gewesen und jedem Beteiligten tut jede weitere Verschiebung selber weh, aber lieber macht man eine saubere Grundarbeit und zögert den release noch etwas raus als später ständig in Probleme zu rennen, die man durch gute Vorarbeit hätte verhindern können.

      > Der deutsche Markt ist natürlich kleiner als der englische, aber man sollte ihn auch nicht künstlich kleinreden. Er ist vorhanden und kann durch gute Qualität deutlich vergrößert werden. Spanier und Franzosen und anderen größere Nationen sind übrigens auch keine großen Fans englischer Fassungen und übersetzen wenn möglich.

      > Es gibt kein englisches Original bei Infinity. Die Urspungssprache ist Spanisch und daher hat auch schon die englische Fassung ihre Macken, die wieder ausgeglichen werden müssen. Und das englische N3-Buch das hier neben mir auf dem Tisch liegt hat eine ganze Latte an Macken, die in der deutschen Fassung ausgebessert werden. Ich sag nur unselige Gendergleichheit bei den Beispielen, die nur für Verwirrung sorgt.

      > Gehen wir es mal zeitlich durch. CB schickt die Files an die Übersetzer meist dann raus wenn ihre Texte fertig und die Bücher grade im Druck sind. D.h. die Übersetzung kann meist erst kurz vor oder nach dem Release eines Buches beginnen. Die 400 Seiten schafft ein Profi-Team das in der Regel 128 Seiten pro Monat incl. Lektorat und Glossarerstellung schafft in knapp 3-4 Monaten. Fans brauchen für sowas meist 6-12 Monate, je nach Erfahrung und legen meist kein Glossar an und lektorieren auch nicht. Nur als Beispiel: Nehmen wir an, dass Ulisses die Files zeitgleich mit dem Release der engl. Fassung bekommen hat. Das war ja etwa Ende August, also starten wir im Oktober. Die PDF mit den gesamten Werten sind aber erst im Januar rausgekommen, die benötigt man aber für die Datenbank. Selbst mit Vorarbeit hätte ein Fanteam das erst irgendwann zwischen Februar und Juni hinbekommen. Lassen wir nun Stück um Stück die Leute ausfallen und dann gockt man im März/April mit einer halbfertigen Übersetzung da. Druck und Lektorat allein sollte man normalerweise nochmal 2-3 Monate hinzurechnen, da sind wir schon kurz vor August. Nun stellt man aber fest, dass die Datenbank ne Macke hat und man besser komplett neu programmiert. Sowas frisst gut und gerne weitere 2-3 Monate. Und wenn man schon dabei ist, bessert man auch gleich die ganzen Kritikpunkte der vergangenen Releases aus. Wobei man aber noch feststellt, dass da mit jeder Änderung ein ganzer Rattenschwanz an anderen Fehlern aus der Zeit der Fanübersetzungen mitredigiert werden muss. In der Zwischenzeit treffen auch noch Errata von CB ein, die auch wieder eingearbeitet werden müssen. Und dann erfährt man auch noch, das HS in einem neuen Format ähnlich dem von N3 erscheinen wird, was weiter Vorarbeiten erfordert, damit alles später wie aus einem Guss wirkt.

      > Ein Masterplan ist schön und gut, aber es kann immer Unvorhergesehens passieren und ich rede hier auch von großen Firmen wie GW, Asmodee oder HDS. Da braucht dir nur der Hauptübersetzer wegzusterben (alles schon passiert) oder ein Dockarbeiterstreik reinpfuschen und die Monate an Verzögerungen sammeln sich schneller als du gucken kannst. Solche Verzögerungen sind für keinen schön, aber leider nicht immer völlig vermeidbar.

      > Ulisses-Internetseite, könnte etwas übersichtlicher sein, aber soooo schlecht ist die auch nicht, da würde ich als erste eher die von Battlefront angehen, die ist nun wirklich übel und lahm wie Schnecke.

      > US-Preise, da hat Ulisses meist viel abgefangen, die Preise machen aber immer noch die Lizenzgeber und der Dollar ist aktuell recht ungünstig zum Euro. Weiterhin haben auch die Versandkosten nach Europa in der Vergangenheit kräftig angezogen. Vergiss übrigens nicht, dass US-Preise immer ohne Steuer sind und noch hinzugerechnet werden müssen.

      > Die Fehler sind ärgerlich in den Büchern, die Preise für die Bücher sind aber völlig normal für eine Firma die nicht in China drucken lässt.

      @N3
      > N4 wird nicht 2017 erscheinen, da sind ganz andere Bücher in der Pipeline. N3 dürfte noch einige Jahre aktuell bleiben, denn den Aufwand einer neuen Edition tut man sich auch nicht alle 2-3 Jahre an, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

      >N3 auf Deutsch wird recht bald erscheinen, da nur noch das finale Lektorat und die Überprüfung der Datenbank-Einträge im Buch anstehen.

      > Die Qualität wurd im Vergleich zu den bisherigen Büchern deutlich angehoben und vieles wurde mit Blick auf die Zukunft überarbeitet.

      @deutsche Regelwerke
      Die deutliche Mehrzahl der Spieler bevorzugt gute deutsche Regelwerke.

      @Warhammer Fantasy
      Das hat einen ganz anderen Grund. Zum einen die wirklich notwenige Überarbeitung des Regelwerks, dass wirklich aufgeplustert war. (Wobei sie aber etwas übers Ziel hinausgeschossen sind mit der Abschaffung der Alten Welt), zum anderen die Controller. Die haben festgestellt, dass die Leute alles zu allen Preisen kaufen, auch wenn es nicht übersetzt wird, also sparen sie dort wo es möglich ist und nicht die Käufe einbrechen lässt. Und wenn die Leute wie blöd Figuren für 25 Euro das Stück kaufen, dann muss man ihnen finanziell Recht geben.

      @tryt2get
      Absolut unnötiger Kommentar und entspricht auch nicht den Tatsachen. Aber da dürften sich andere dazu bald äußern.

      • Meiner Meinung nach liegst du bei einigen deiner Punkte falsch, aber es hat den Anschein, du weißt Interna, warst vielleicht daran beteiligt, also stimmt da vielleicht mehr, als ich mir vorstellen kann.

        Nur eins: Die Preise für Übersezungen in dem Bereich sind nicht hoch. Niedrigere Preise bekommt man ja praktisch nur noch für automatische Übersetzungen, über die ein Redakteur nochmal drüberschaut. Ich kenne Leute, die als Freelancer für Spiele- und/oder Tabletop-Firmen arbeiten, und es ist bisweilen regelrecht eine Unverschämtheit, was diese Firmen für die Aufträge anbieten. Mag sein, dass sich Ulisses das dennoch nicht leisten will, das ist eine wirtschaftliche Entscheidung und dafür habe ich volles Verständnis.

        Fans bauen nun mal (häufiger) Mist (als Profis). Den Fans mache ich da keine Vorwürfe.

        Auch Fehler in den Büchern stören mich nicht besonders, sofern sie das Buch nicht völlig zerstören. Dass zum Beispiel in dem Einsteigerset die BS- und CC-Werte vertauscht waren, hat mich nicht sonderlich gestört, auch wenn ich einen Augenblick ziemlich verwirt war.

        Für mich war die deutsche Version von Anfang an tot: Von Fans gemacht, eine Übersetzung aus dem Englischen aus dem Spanischen und dann erscheint sie auch geplant schon Monate nach der englischen Version? Nein danke.

        Wie lange hängt die deutsche Version jetzt der englischen Hinterher? Wenn sie nicht mehr im Dezember erscheint, dann mehr als ein Jahr? In der Zeit kann ich ja Spanisch lernen und mir das spanische Regelwerk kaufen. Oder mich mit ein paar Freunden zusammensetzen und die Regeln selbst schreiben.

      • Sagen wir, ich bin sehr gut über die gesamte TT-Branche informiert, arbeite aber zu einem guten Teil außerhalb dieser Branche als Übersetzer und Dolmetscher.

        Und ich kann dir versuichern, dass ich bei allen Punkten richtig liege.

        Automatische Übersetzungen sind in der Regel Schrott, da verwendest du mehr Zeit für die Ausbesserung als für eine komplette Neuübersetzung. Und die Preise für Übersetzungen im TT-Bereich fangen erst jetzt an sich in Richtung der normal üblichen Entlohnungen zu bewegen.

        Das Übersetzungen Monate nach den englischen erscheinen ist übrigens völlig normal, da es sich keine Firma im TT-Bereich leisten kann alles parallel in mehreren Sprachen zu bearbeiten. Das geht meist nur nacheinander.

        Viel Spass beim Regeln schreiben, da wirst du eher Jahre dran sitzen, wenn es ähnlich umfangreich wie Ifinity werden soll.

      • Auf ein “ich kenne mich aber besser aus als du” möchte ich mich nicht (gerade im Internet) einlassen. Ich denke, wenn wir uns mal geschäftlich begegnen würden, kämen wir wahrscheinlich gut miteinander klar.

        “da es sich keine Firma im TT-Bereich leisten kann alles parallel in mehreren Sprachen zu bearbeiten”

        Kommt darauf an, ob man die Fassung in der ursprünglichen Sprache schon fertig hat. Gleichzeitig an der Urfassung und an den Übersetzungen zu arbeiten ist total ineffizient; selbst wenn man sich das leisten kann, sollte man das nicht tun.

        Wenn die Urfassung fertig ist, kostet es keinen Cent mehr, es parallel in mehreren Sprachen machen zu lassen statt hintereinander. Allerdings muss man natürlich das Geld und/oder den Katalogumfang haben, um weit genug vorausarbeiten zu können. Wenn man sich nur von Projekt zu Projekt hangelt, ist das schwierig, da hast du recht.

        Da es mit GW mindestens eine Firma gibt, die das mit einem Großteil ihrer Printprodukte macht, egal was man von GW halten mag, ist deine Aussage definitiv falsch.

        Danke für deine guten Wünsche, ich versuche immer, bei meinem Hobby Spaß zu haben. Zum Glück ist Selbstschreiben hier nicht nötig, ich hab ja das englische Regelwerk. 😉

      • Auch GW arbeitet nicht parallel, da werden erst die englischen Texte erstellt und diese dann soweit zurückgehalten bis die anderen fertig sind. Sowas kann sich aber finanziell auch nur GW leisten. Asmodee/FFG zusammen mit zig Partnern in verschiedenen Ländern kann das bei einigen Produkten auch, aber die sind damit weit über dem was in der TT-Branche üblich ist.

        Infinity ist zuerst die spanische Fassung fertig, die dann auch übersetzt und von Dritten gegengelesen wird und erst dann haben alle anderen Sprachfassungen darauf Zugriff.

      • Hübsche Wall of Text. MMn die Mühe nicht wert, klingt für mich wie:

        Ulyssis ist zu geizig um etwas Geld in die Hand zu nehmen und hat nicht realisiert, dass die Aufgabe zu groß ist um sie hommade zu bewerkstelligen. Da ich letztens gelesen was sie mit langjährigen Händlern bzgl eines anderen Systems machen, kann ich meine schlechte Meinung über den Laden auch nicht verbessern.

        Schade für die Leute, die auf das dt. Regelwerk angewiesen sind.

      • Sorry, Beloq, aber das ist einfach ein Fantasieszenario. Niemand, der bei Verstand ist, lässt übersetzen, während er gleichzeitig noch an dem Buch schreibt. Das ist bei Infinity ja aber auch nicht nötig. Die sollen es einfach auf Spanisch schreiben und dann gleichzeitig auf Englisch und Deutsch (und was auch immer, Französisch, Italienisch, Japanisch, wo es sich halt lohnt) übersetzen lassen.

        Außerdem hat es auch redaktionelle Vorteile, nach der Endfassung des spanischen Originals erstmal übersetzen zu lassen, bevor die spanische Fassung gedruckt wird. Wenn man Übersetzer hat, die sich mit dem Produkt tatsächlich auskennen, finden die erfahrungsgemäß noch Fehler im Original und erhöhen damit auch die Qualität der Urfassung.

        Und mit Zurückhalten hat das überhaupt nichts zu tun, das ist einfach vernünftige Planung. (Nicht dass ich jetzt GW als besonders vernünftig bezeichnen wollte.)

      • Du begehst den gedanklichen Fehler, dass alles unter einem Dach erledigt wird und alles reibungslos zwischen verschiedenen Ländern abläuft. Das ist aber sehr selten der Fall.

      • Um noch eine Note Senf (no pun… und so…) hierzu abzugeben:
        Ich arbeite zufällig auch in der Lokalisierung und Qualitätssicherung, allerdings nicht für Printmedien. Ich finde es gut, dass Beloq sich die Mühe gemacht hat, hier mal für Außenstehende viele Zusammenhänge aufzuzeigen. Ob das für diese Sparte ALLES so stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber wer immer schnell mit der Kritik zu ALLEM bei der Sache ist, sollte sich mal übrlegen, dass schnell & hochwertig & günstig drei Kriterien sind, von denen sich im besten Falle überhaupt zwei verwirklichen lassen. Alle drei auf einmal gehn nicht.

        Jetzt sind hier noch ein paar grobe Patzer am Start, die aber nicht von der Grundproblematik ablenken sollten. Wenn die Firma auf “günstig” setzt oder setzen muss, dauerts oder wird halt nicht von Profis gemacht. Oder beides – und eine Fanübersetzung kann echt was taugen, aber das Risiko liegt auf der Hand.
        Übersetzer und Lektoren kosten Geld, aber heute glauben die meisten Menschen im Internet eben, dass das doch jeder kann und Gogogle “übersetzt” doch auch. Na dann, viel Spaß! 😉

        Feste Strukturen helfen ungemein, aber Corvus Belli hat eben keine festen Übersetzerteams.
        Und eine deutsche Übersetzung aus der spanischen Quelle wäre top, aber in dieser Sprachkombination sind noch schwerer Leute zu finden (wenn man nicht entsprechende Profis anzuheuern bereit ist).

  • Das kommt davon, wenn man Fans die Arbeit machen lässt. Ich kaufe schon lange keine Bücher mehr von denen. Hauptsache billig…

    • +1000

      Hab damals schon meine Bedenken geäussert, als es hiess, dass die Übersetzung von Fans gemacht wird, damals wurde dann laut rumgeschrien…

      Und das Argument, dass man die PDF Felder nicht editieren kann… WTF? Dann sollte man halt die Pro (afaik Standard reicht) Version verwenden und nicht den Reader… traurig, dass ein VERLAG das nicht weiss bzw. richtig handhaben kann…

      Saftladen!

      • Seh ich auch so. PDFs kriegt man mit Illustrator oder im Notfall auch CorelDRAW problemlos auf und zu. Das als Problem darzustellen ist etwas unglücklich und macht (mich) misstrauisch.

      • Es ist nicht so, als wenn wir das nicht wüssten. Bei der USAriadna-Box habe ich das ja auch so angepasst. Allerdings ist das eine enorm aufwändige Arbeit. Wenn ich mir aussuchen muss, ob ich nun Zeit darauf werfe, die Armeelisten händisch im PDF anzupassen oder händisch im Army5, dann nehme ich den Armeegenerator. Der gibt mir am Ende das PDF aus, aber dann sind die Daten auch im System und weiter nutzbar.

      • Klar, man muss sich bei so etwas immer die Frage stellen: Will man schnell Ergebnisse, nimmt dabei aber höheres Bearbeitungsvolumen in Kauf oder setzt man es “richtig” (“nachhaltig”) auf und braucht dafür länger. Man hat sich für den zweiten Weg entschieden. Kritik hätte jeder Weg verursacht. Der eine vielleicht mehr, der andere weniger.

      • Da wir alle die Armeelisteneinträge des N3-Regelbuches kennen und es sich um “schlichtes” Ersetzen der Namen der Einheiten und ihrer Spezialfähigkeiten nebst Ausrüstung handeln würde, schätze ich den Arbeitsaufwand für -alle- im N3 erhaltenen Armeelisten auf -maximal- 30 Mannstunden ein. Also 3-4 Arbeitstage.

      • Nach meinen Erfahrungen mit der Anpassung der Profilwerte in USAriadna schätze ich die Zeit der manuellen Anpassung eher auf einige Wochen. Man kann ja leider zum Beispiel auch nicht die Buchstaben im Profil global auf die dt. Fassung anpassen. Das muss bei jedem Eintrag jedes Mal komplett angepasst werden.

      • Mehrere Wochen?? Das würde ja bedeuten dass man über einen Tag pro Seite benötigen würde! Mit Verlaub, aber vielleicht bei einem ungelernten Praktikanten dem man Ilustrator gerade beibringt. Ich habe selber täglich eine Menge mit verschiedenen Layout/CAD/Grafikprogrammen geschäftlich zu tun. Wenn man vollen Zugriff auf das Grafikpaket hat (Icons, Schriften usw.) kann man in “mehreren Wochen” die Armeelisten im N3 Regelbuch – aus dem Nichts – erschaffen. Was hier ja wohl nicht der Fall sein wird, da die Hintergrundgrafiken
        (der grafische Tabellenhintergrund) ja bereits vorhanden ist und lediglich Textfelder/ Bezeichnungen ersetzt werden müssen. Ich trommle hier nicht, das kann jeder halbwegs kompetente Grafiker. Langsam wird mir klar warum das so lange dauert….

  • Ich weiß ja, daß die Übersetzung fanbased ist, aber ein Jahr Verspätung und noch nicht fertig… Wie gut das ich meins in englisch habe 😀

    • Das stimmt schon.
      Großes Vertrauen in Ulisses als Verlag habe ich nicht, besonders wenn’s um pünktliche Auslieferung geht, das habe ich schon mehrfach gesagt, aber diese ehrliche Kommunikation finde ich wirklich, wirklich lobenswert!

      Und man darf bei allem nicht vergessen, wie aufwändig Übersetzungen (SO VIEL Arbeit!) sind, was für ein (unnötiger) Luxus sie sind (alle anderen Länder kommen ohne klar) und wie klein der Markt hier ist (Infinity ist ja schon eher ein Nischen-Spiel im Nischen-Genre Tabletop, und dann auch noch nur der deutschsprachige Markt, von dem wieder viele ohnehin das englische Original bevorzugen)

      • Das ist halt das Problem vieler Fans da draussen. Die Arbeit wird immer unterschätzt. Es ist schon ein grosser Unterschied, wenn ich die Regeln in Englisch lesen und verstehen kann, heisst das noch lange nicht, dass man sie auch vernünftig ins Deutsche übertragen kann.

  • Ich betrauere jetzt schon die deutschen Star Wars – Rollenspiele (ARdI, ZdR und MuS).. Das Heidelberger und Ulisses da ein abkommen haben bedeutet ja quasi das Aus auf dem deutschen Markt..

  • Für eine stringente Linie in Regelwerken bin ich immer zu haben. Aber für sowas sollte man keine Monate sondern einen funktionierenden Masterplan haben. Sorry, aber Ulisses entwickelt sich für mich immer mehr zum großen Ärgernis, um das ich einen weiten Bogen mache – schade, haben sie doch sowohl im TT, als auch im Rollenspiel-Bereich ein paar zugkräftige Namen im Programm.
    Zum Einen wäre da eine in meinen Augen total verkorkste und nicht zu durchschauende Internetseite. Dann die horrenden Preise bei Artikeln aus US. Dann die massiven Fehler, die ich bislang bei Büchern aus dem Hause Ulisses hatte (fehlende Kapitel bei Pathfinder, dank copy&paste mehrere identische Absätze hintereinander bei Warmachine, Absätze, die komplett nicht übersetzt gewesen sind,…) und das bei Preisen, die mit zu den höchsten am Markt gehören, jetzt noch dieses “Abstrafen” langjähriger Einzelhändler. Total ärgerlich sowas. Bei einem kleinen Verlag mit zwei drei Mitarbeitern drücke ich gerne mal ein Auge zu, aber wer sich so groß verkaufen möchte muss auch dementsprechenden abliefern. Schade um die vielen tollen Systeme, die somit entweder mit viel Frust oder aber auch erst gar nincht beim Kunden landen.
    (Sorry für das Dampf ablassen, aber ich habe bei dem Laden dieses Jahr echt ein paar größere Euro nur für Bücher versenkt und keines davon war in Ordnung. Das musst ejetzt mal raus).
    Ich bin auch generell kein Freund von so großen Läden, aber das bekommen andere weitaus besser und professioneller hin. Zu identischen Preisen.

  • Im April 2015 war auf der Ulisses-Seite der Mai als Erscheinungstermin für Infinity N3 notiert. Danach wurde erst auf Juni, dann auf Juli, August und abschließend auf Dezember verschoben. Vor etwa zehn Tagen stand nun plötzlich Juni 2016 auf der Seite.

    Wie soll ich damit nun umgehen? Lohnt sich das Warten überhaupt noch? Wird vielleicht spätestens 2017 die spanische Version von N4 erscheinen und in kurzer Folge auch die englische?

    Meine Künste, englischsprachige Regelwerke zu verstehen, sind begrenzt. Bei der Mehrzahl der Spieler vielleicht nicht, zumindest wenn man deren Aussagen trauen kann.
    Wenn nun alle Spieler das englische Regelwerk kaufen, wird die deutsche Ausgabe wohl ein Flop werden. Das wiederum hat zur Folge, dass bei den Herstellern der Eindruck entsteht, ein deutsches Regelwerk wird in Zukunft unnötig sein. Daraufhin werden viele Spieler abspringen.

    Sollte diese Ahnung tatsächlich zutreffen, wäre das schlecht für das gesamte Hobby. Denn: Wenn alle Tabletop-Spieler, die auf deutschsprachige Regelwerke angewiesen sind, keinen Zugang mehr zum Hobby finden, haben die, die englische Regelwerke verstehen, bald noch weniger Mitspieler.

    Exkurs:
    Es könnte sein, dass aus etwa diesem Grund Warhammer Fantasy gestorben ist. Erst kauften die Spieler nur noch die englischen Ausgaben bei Games Workshop (oftmals auf billig-billig bei einem englischem Discounter). Damit machte Games Workshop überwiegend Umsatz in England. Die deutschen Läden erzielten weniger Umsatz. Das signalisierte der Firmenleitung: Den deutschen Markt brauchen wir nicht mehr oder ist zu teuer, lohnt sich nicht usw.
    Dass die Läden nah am Kunden waren, diese dadurch zum Kauf animiert wurden und nur letztlich in England bestellten, konnte seitens Games Workshop vielleicht nicht nachvollzogen werden.

    Zurück zum Thema:
    Es wäre daher gut, würden auch die Spieler, die die englischen Werke gut verstehen, deutsche Regelwerke kaufen, dann erkennt der Hersteller, der deutschsprachige Markt ist wichtig. Sie, die Spieler, haben in der Folge mehr Mitspieler und für Nachwuchs wird auch gesorgt. Letztlich unterstützen sie sich damit selbst.

    Ich kann zum Glück auf Infinity-Veteranen zurückgreifen, die mir Infinity beigebracht haben. Somit spiele ich das Spiel seit einem halben Jahr. Da ich mich jedoch nicht durch das englische Werk quälen möchte, warte ich wohl weiterhin auf die deutsche Ausgabe. Aber ärgerlich ist es schon.

    Ich glaube jedoch, dass Verlage wie Ulisses wesentlich mehr Geld für die Produktion in die Hand nehmen würden, wenn sie sicher wären, dass die Spieler das Produkt auch kaufen. Wenn sich der Markt jedoch weiterhin so verzerrt, da die Spieler eben oft zur englischen Ausgabe greifen, werden deutschsprachige Ausgaben immer seltener werden. Und damit werden es auch weniger Spieler in Deutschland.

    • die Spanische und Englische Version erscheinen sogar immer Zeitgleich. Corvus Belli macht die englische Version in house. Ulisses hat ursprünglich sogar ein Zeitgleiches deutsches N3 versprochen, also Dez 2014. Seit September 2014 vorverkauft Ulisses die Dinger auch schon… das bedeutet der Saftladen verdient sogar Geld damit seit über 12 Monaten.
      Ich liebe Infinity aber ich hasse Ulisses. Das macht mich fertig, Ich will dass es Corvus Belli gut geht und das Infinity in Deutschland wächst, aber ich will auch unbedingt dass Ulisses pleite geht.

      • Und wer sollte dann den Vertrieb machen? Alle anderen potentiellen Kandidaten sind mit ihren bisherigen Linien schon ziemlich ausgelastet…

        Von denen könnte keiner Infinity zusätzlich stemmen.

  • Mal unabhängig von dem was in vorherigen Posts steht: Mir war und ist einfach nur wichtig wann ich das Regelbuch in Händen halte. Jetzt war ich auf der Seite von Ulisses Spiele, und das neue (vorraussichtliche!!!) Erscheinungsdatum ist nun Juni 2016!
    http://www.f-shop.de/tabletop/infinity/regelwerke/62556/infinity-3-grundbuch-deutsch
    Ursprünglich war das für November 2014 geplant. Da finde ich bei aller Liebe zu den großartigen Minis von Corvus Belli keine freundlichen Worte mehr zu.

  • Trotz vieler Argumente, die eine Verzögerung, fehlerhafte Planung, unvorhersehbare Ereignisse,… erklären mögen (wobei ich das Nennen von konkreten Zahlen in keinster Weise nachvollziehen kann – dazu muss man sicherlich direkt involviert sein), bleibt für mich als Kunde ein großer Haufen Frust. Ich bin gern gewillt, auch über einen gewissen Preis Hersteller, Verlage, Druckereien,… hier vor Ort zu unterstützen. Wenn dann aber die Produkte mit vielen leider offensichtlichen Fehlern daherkommen ärgert mich das ungemein. Beim Beispiel Ulisses summiert sich leider so einiges, so dass ich als Zahler nicht mehr gewillt bin, ein Auge zuzudrücken. Dann spare ich mir den Verlag/Händler und wende mich direkt an den Hersteller. Ist leider so.

  • Ich habe das Regelbuch nicht vorbestellt und bin daher weitaus weniger frustriert als die Vorbesteller. Auch habe ich bis jetzt keine anderen Printprodukte von Ulisses in der Hand gehabt, um eine Meinung zu deren Übersetzungen zu haben. Deshalb denke ich vielleicht trotzdem noch, daß es eine gute Sache ist, wenn ein Regelbuch-Übersetzung erst herauskommt, wenn sie komplett fertig ist.

    Die Druckversion der Regeln kostest bald 60 Euro und für das Geld sollte eine gute Übersetzung drin sein, anstatt wie andere Firmen ein halbgares Produkt auf den Markt zu schmeissen, nur um mit minimalem Aufwand schnell eine Menge Cash abzugreifen und schnell einige laut schreiende Fans zu beruhigen. Gerade zweites ist ein Problem in der Tabletopcommunity. Sobald auch nur das Gerücht einer Regelüberarbeitung oder einer Erweiterung in Hörweite kommt, wird auf Veröffentlichung gedrängt.

    Ich für meinen Teil bin eher ein Fan von “its done, when its done”. Auch finde ich es gut, daß die spanische Fassung als Ausgangsprodukt gewählt wurde. Die Leute bei Corvus Belli sind keine “native speaker” und die Übersetzungsfehler hätten sich bei Einsatz der englischen Fassung wohl aufsummiert.

    Und zu GW: Ich arbeite zwar nicht in der Branche, aber ich denke, daß das ganze Denglish in deren Printprodukten aus Lizensierungsgründen viele abgeschreckt hat, und sich viele gesagt haben:”Wenn Englisch, dann richtig!”
    Das wäre zumindest meine Motivation, wenn ich im Moment noch irgendwas von denen kaufen würde. Allein schon beim Durchblättern eines neuen White Dwarfes krieg ich die Krise.

    • Kleine Korrektur:
      Die engl. Fassung wird schon der Geschwindigkeit halber als Ausgangspunkt verwendet (alle Mitarbeiter können zwar Englisch aber nicht alle Spanisch), aber wenn Widersprüche auftauchen wird auch die spanische Fassung nachkonsultiert, da einige Übersetzer auch diese Sprache beherrschen. Mit der Zeit entwickelt man übrigens ein Gefühl für fehlerhafte Stellen, einfach weil es nicht stimmig erscheint und in 90% der Fälle liegt man damit dann auch richtig.

      Und ja… die Leute bevorzugen in der Reihenfolge > Deutsch > Englisch > Denglisch.

  • Ich wollte zu dem Thema erst Mal nix sagen. Ich muss aber gestehen, dass sich bei sämtlichen Erklärungen mir nur noch die Haare zu Berge stehen. Ich bin Printbranche als Schriftsetzer tätig und habe einige chaotische Werke und Layouts hinter mir, aber sowas ist mir noch nicht untergekommen.
    Ich finde es mittlerweile mehr als peinlich für die meisten Beteiligten, dass sich der Termin immer wieder nach hinten korrigiert wird. Es kann mal sein, dass einer aus dem Team einen Schicksalsschlag erlitten hat (was im Leben nun mal vorkommt). Das muss aber von den anderen Projektmitgliedern ohne weiteres auffangbar sein. Es mag ja sein, dass die Übersetzung ein wenig gedauert hat, jetzt aber noch in diesem Stadium des Produkts noch größere Textformatierungen durchgeführt werden, ist ein seeehr ungewöhnlich und zeugt nicht gerade von einer professionellen Arbeitsweise; besonders, wenn es schon eine Formatvorlage und zwei fertig gesetzte Versionen in anderen Sprachen existieren.

    Der Drucker wird sich auch nur noch seinen Teil denken, wenn die Reservierung der Maschinen ständig storniert und neu beauftragt wird.

    Ich persönlich finde, dass sich Ulisses was richtig gutes als Entschuldigung ausdenken sollte. Wenn ich Corvus Belli wäre, würde ich die Zusammenarbeit nach so einem Desaster gründlich überdenken…

    • Als Setzer sollte dir dann aber auch bekannt sein, dass man je nach Sprache auch das Layout teilweise deutlich abändern muss um allen Text unterzubringen, da nicht alle Sprachen gleichlange Texte haben. 😉

      Und ausgleichen kann man sowas immer nur wenn es ein oder zwei erwischt, nicht mehrere.

      Nebenbei läuft auch bei CB ( wie auch bei fast allen Firmen in der Branche) nicht alles rund. So ziemlich jede Firma hat mindestens 1 oder 2 Projekte, die wie verflucht scheinen. Und das lässt sich trotz bester Planung nie 100% vermeiden. Wichtig ist dann aber, dass man daraus die Lehren zieht und nachfolgende Projekte besser macht. Und im Augenblick wird da eine Menge Hirnschmalz reingesteckt, um die ganzen Stolperblöcck für die Zukunft durch gute Vorarbeit aus dem Weg zu räumen.

      • Das Texte in unterschiedlichen Sprachen völlig unterschiedliche Laufweiten haben, ist mir durch aus bekannt. Besonders kann das zu Problem werden, wenn das Werk nicht mehr oder weniger Seiten als das Original haben darf. Hier kann man aber innerhalb eines Kapitels trotzdem sehr flexibel bleiben. Die Gesamtzahl der Seiten innerhalb des Kapitels ist bei so einem Werk wichtig. Die die Nachbearbeitung der paginierten Inhalte, wie z.B. Index und das Inhaltsverzeichnis, muss so oder so erfolgen.
        Das Problem mit der Übersetzung dürfte trotzdem nicht erst seit der dritten Auflage, sondern frühestens seit den Vorauflagen bekannt sein; man übersetzt und layoutet das Regelwerk nicht zum ersten Mal.
        Zudem müssten die Texte schon eine gewissen Grundstruktur aus der Rückkonvertierung besitzen. Ich gehe nicht davon aus, dass sämtliche Texte komplett neu geschrieben wurden, sondern auf den der zweiten Auflage basieren.

        Wenn bestimmte Projektmitglieder aus irgendwelchen Gründen das Projekt vorübergehend unterbrechen müssen, dann muss man sich halt irgendwie Ersatz verschaffen. Es gibt nunmal Veröffentlichungstermine, die einfach fix einzuhalten sind. Besonders wenn viel Geld dahinter steckt. Das ganze Projekt kann doch gar nicht mehr wirtschaftlich rentabel sein. Da ist der Schaden der verprellten Kunden, die wegen dieser Panne keine Lust mehr auf das System haben, noch gar nicht mit eingerechnet.

        Für mich waren die ersten zwei Verschiebungen völlig okay, weil das auch mal vorkommen kann. Zudem war mein Gedanke, dass das ein gutes Produkt auch mal länger brauchen darf, wenn es danach um so besser wird. Dass es auch mal dazu kommen kann, dass ein Projekt “verflucht” ist, wie du es so schön umschreibst, ist auch okay. Spätestens da sollte man versuchen, die PS auf die Straße zu bringen und das Produkt endlich auf den Markt zu bringen. Oder schwebt der Gedanke “lieber spät als nie” über dieses Projekt?!

        Ich kann irgendwie kein Verständnis mehr für das alles aufbringen und kann mittlerweile verstehen, wenn die Leute mittlerweile stinksauer sind. Immerhin haben sie vor fast einem Jahr das Buch vorbestellt und bezahlt und halten immer noch nichts in den Händen.

        Ich hätte da ein paar Vorschläge wie man die Stolperfallen umgehen bzw. ebnen könnte:
        – Das Projekt nicht mehr selber zu stemmen, sondern ein Teil von externen professionellen Firmen auslagern.
        – Die “Spielerübersetzer” könnten ja immer noch als Coautoren mitarbeiten.
        – Weg vom alten konventionellen Satz gehen. Mittlerweile gibt es Betriebe, welche sich darum kümmern, dass die Texte klar strukturiert in Word aufgebaut werden und dann mittels XML in eine gut strukturieren Formatvorlage einlaufen. Der Vorteil liegt darin, dass man so eine gute Print- wie ebookversion produzieren kann und die finalen Daten sauber rückkonvertiert werden.
        – sich nach Verleger- und Vertreternalternativen im deutschsprachigen Raum umsehen.

      • Und genau da hast du das Problem erfasst. Auf den ersten Blick sehen viele Texte denen aus der 2. Auflage sehr ähnlich und man denkt man kann viel Copy und Paste machen. Der Teufel liegt aber im Detail. Es wurde von CB nur sehr wenig 1:1 übernommen. Fast überall wurden zusätzliche Infos gegeben und neue Formulierungen verwendet. Im Endeffekt wäre eine komplette Neuübersetzung sogar schneller gewesen, aber da man schon einen guten Teil fertig hatte musste man in den sauren Apfel beißen und massiv korrigieren. Das hat viel Zeit gefressen.

        Und leider wachsen kompetente Ersatzleute nicht auf den Bäumen. Auf 10 Leute die es angeblich besser können kommt in der Regel einer, der es wirklich kann. Derjenige muss ja nicht nur gut übersetzen können, sondern auch noch in der Materie fit sein.

        Veröffentlichungen innerhalb eines Jahres nach dem englischen Buch sind im TT-Bereich übrigens völlig normal. Und wirklich gute Übersetzungen verkaufen sich auch danach noch gut. Die Verzögerung ist extrem ärgerlich, aber noch nicht wirklich tragisch. Aber ein Projekt egal wie weit es fertig ist einfach zum festen Termin auf die Straße zu knallen ist das Schlimmste was du machen kannst. Die Folgen von sowas siehst du regelmäßig bei Computerspielen. Da killst du deinen Ruf dann wirklich.

        Deine Vorschläge wurden übrigens größtenteils schon umgesetzt. Aber die Einarbeitung solcher Teams frisst auch wieder Zeit. 😉

      • Danke für die Info!

        Ja, da wäre in der Tat eine neue Komplettübersetzung sinnvoller gewesen.

        Das es oft sehr schwierig ist kompetente Leute zu finden, kennen wir durchaus. Am schlimmsten ist das Aussieben der Blender.

        Auf kurzfristiger Zeit wird das in der Tat aufwendig das Personal zu schulen, aber langfristig gesehen spart man sich dadurch Arbeit und Zeit. Immerhin würde bald das nächste Werk vor den Türen stehen (Human Sphere).
        Das ist der Grund, warum ich mir immer gerne Zeit für unsere Azubis und andere Kollegen beim Erklären gebe und stets mein Wissen teile, diese Leute können mich dann ohne weiteres bei Engpässen unterstützen.

        Wenn es völlig normal ist, dass die Veröffentlichung eines deutschen Werks innerhalb von einem Jahr nach einem Englischen erscheint, warum wurde dieses Wissen nicht hier in der Zeitplanung der deutschen Version berücksichtigt?

        Mit dem Termindruck sage ich es mal so: Diesen Druck hat sich das Team mit ihren voraussichtlichen Veröffentlichungsdaten und die ständigen Verschiebungen selber gemacht. Hinzu kommt jetzt noch der Druck der unzufriedenen Kunden und Vorbesteller; immerhin sind ja schon diverse Gelder wegen den Vorbestellungen geflossen.

        Das ein Buch nicht auf biegen und brechen an diesem Termin rauszubringen hatte ich auch für nicht optimal gehalten, daher hatte ich auch die anfänglichen Terminverschiebung unterstützt und verteidigt. Ich hatte da auch diverse Werke bestimmter Herausgeber und die Computerspiele Industrie im Hinterkopf. Immerhin will ich ja ein gutes Produkt in meinen Händen halten. Wie will man aber nun etwas verteidigen, wenn man es selber nicht mehr witzig findet, wie und was gerade da abläuft?! Wie würdest du das Ganze den sehen?

        “Die Verzögerung ist extrem ärgerlich, aber noch nicht wirklich tragisch.”

        Ich finde, dass das genau die falsche Einstellung ist. Gerade, wenn man liest, was die Leute von dem Projekt halten.

        Ich hoffe auf jeden Fall, dass alle Beteiligten aus der Sache gelernt haben und auch das umgesetzt wird, was an Änderungen vorgenommen wird.

      • Tragisch wäre es für mich wenn Leute bewusst getäuscht werden würden (Mealstrom, Palladium oder Dust anyone?). hier aber gab es wirklich ein Kette von Umständen die nicht wirklich ideal war.

        Der Vorteil ist aber jetzt: Die mehr investierte Zeit beschleunigt die nachkommenden Bücher deutlich.

  • Es ist ja schön und gut, dass es eine deutsche Übersetzung gibt.

    Aber welcher ernsthafte Infinity Spieler hat es sich bei der aktuellen Verspätung nicht schon längst auf Englisch (oder wer kann auf Spanisch) geholt?
    Die meisten TTler die ich so kenne sind durchaus des Englischen mächtig.

    Da brauch man sich dann hinterher aber auch nicht wundern, warum der Absatz gering ist.

    • Mich würde mal die Auflage bzw. die Abverkaufserwartungen interessieren. Selbst wenn ein professioneller Übersetzer 15.000 genommen hätte, würde man das durch eine verkaufte Auflage von 2.500 mittelfristig wieder reinholen. Bei einem Verkaufspreis von 60 Euro wäre das dann neben der Händlermarge aber auch der größte Faktor. Nur 60 Euro sind auch ne Menge Holz. Ich vermute einfach das Risiko wurde von Anfang an als zu hoch eingestuft, die Auflage nicht in ausreichender Menge los zu werden. Nur kommt jetzt so ein Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung-Effekt zu Stande, da durch die massive Verzögerung tatsächlich weniger Leute das kaufen werden.

      • 2.500 Exemplare sind wesentlich zu hoch gegriffen, im deutschen Tabletop-Markt arbeitet man mit sehr viel kleineren Auflagen. Am Ende werden wir mit der Auflage auch keinen Gewinn machen, sondern etwa bei 0 auskommen, wenn sie abverkauft ist. Das ist aber bei den meisten Büchern im TT-Bereich so, da die Gewinne über die Figuren reinkommen.

      • Ja das glaub ich gerne. Dann sind 15.000 auch nicht tragbar.
        Ich frag mich aber wie Warehouse-Games das Bolt Action gewuppt hat. Da haben knapp 300 Leute “vorbestellt”. Kostet am Ende eine Übersetzung gar nicht so viel? Hat Warehouse das selber übersetzt? Haben Fans das übersetzt? Wieso schaffen die es, die Sachen auf deutsch auf den Markt zu bringen?

      • Wir bringen pro Monat zwei bis fünf übersetzte Produkte auf den Markt. Grundsätzlich geht das. Aber immer mal wieder kommt ein Projekt, bei dem alles schief geht. Wie Tactical Operations. Oder eben N3. Das soll keine Entschuldigung mehr sein, aber so etwas passiert leider.

      • @ below: was hat Games Workshop denn mit PAZIFIK und ELDAR PANZERN verbockt? Das würde mich tatsächlich sehr interessieren?

        Du erzählst immer seeeehr interessantes Zeug, und mich würde auch mal interessieren, ob Du in der SZENE, also einer bekannten Firma, arbeitest? Das würde ja auch das Pseudonüm erklären!

        Besten Gruß,
        Papa Nurgle

    • Die wenigsten Spieler in Deutschland sind so gut in Englisch, dass sie alle Feinheiten eines so komplexen Regelwerks wie Infinity wirklich rauslesen können. Das fängt meist schon bei any an und hört bei den Tenses auf.

      Wenn möglich greift der Großteil der Spieler auf deutsche Regelwerke zurück und nur ein kleiner Bruchteil aller Tabletop-Spieler in Deutschland ist in Foren unterwegs.

      Was Auflagen angeht: Wenn du von einem neuen TT 600 Stück in einem Jahr verkaufst bist du schon gut.

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