von Dennis | 27.11.2014 | eingestellt unter: Historisch, Reviews

Review: Bolt Action Cromwell Cruiser Tank

Der Panzer IV steht schon in den Startlöchern, wir packen aber erst einmal den Cromwell Cruiser Tank von Warlord Games aus.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Der Plastikbausatz löst die Resinvariante ab (wobei hier noch die Variante mit Burlap Camo / Hessian Tape verfügbar bleibt) und senkt den Preis von 22 auf 18 GBP. Den alten Mk IV Cromwell hatte wir 2013 bereits rezensiert; Bolt Action Mk IV Cromwell.

In der Box finden sich neben den beiden Gussrahmen auch eine Bauanleitung und ein Decalbogen enthalten.

 Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Auch der Cromwell ist in Zusammenarbeit mit Italeri entstanden, was man an der Gussrahmenform erkennt und es wurden sogar Einschiebeteile bei der Gussform verwendet, wodurch das Geschütz plastisch gegossen wurde und nicht aufgebaut werden musste.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Die Gussqualität ist gut und wenigen Gussgraten. Allerdings sind ein paar Teile ungünstig mit breiten Gussansätzen im Rahmen befestigt. Das hätte man besser lösen können. Dafür verfügen über die Kettenglieder viele Details und auch die aufgegossenen Werkzeuge sind plastisch für Plastikguss.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Der Bau des Panzers beginnt bei den Kettensegmenten, diese sind mehrteilig aufgebaut. Die Kettensegmente werden aus Ober- und Unterteil zusammengeklebt, was an der Front und Rückseite zu einbussen der Details führt. Die Kettenglieder sind dennoch detaillierter als bspw. bei Rubicon. Die Kettensegmente werden an die einteilige Wanne geklebt.

Bolt Action - Cromwell Cruiser TankBolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Im nächsten Schritt, werden die Anbauteile und Details an der oberen Wanne befestigt. Hier sind es die Haken, Scheinwerfer und Schutzbügel, welche sehr fein gegossen sind. Dies war eine Phase, die an den Resinmodellen mit Zinnteilen keine dankbare Aufgabe war.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Eine, oder besser die einzige Option im Bausatz ist an der Front des Cromwell. Hier kann der Panzer optional einen Culin Prong Heckenschneider anstelle von Schleppösen erhalten. Unschön war an der Stelle allerdings, dass die Löcher in welche die Schutzbügel der Scheinwerfer verklebt werden, unsauber gegossen und teilweise auch zugegossen waren. Diesen Gussfehler zeigte ein zweiter Cromwell Plastikbausatz auf, der im Anschluss gebaut wurde.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Im letzten Schritt des Chassis wird die Abgasanlage verbaut. Hier verfügt die Plastikvariante über eine zusätzliche Abdeckung, welche beim Resinbausatz weggelassen wurde. Der Zusammenbau des Chassis funktionierte einwandfrei und es gab keine Probleme bei der Passgenauigkeit.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Zum Schluss kommt der Turm. Dieser ist durch die Aufteilung der Panzerplatten und Details sehr plastisch und gelungen. Die Turmluken können auch offen gebaut werden um Platz für einen Panzerkommandanten zu schaffen. Hier wurden alle Details wie die Sichtschlitze und Pistolenklappe berücksichtigt.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Fertig gebaut, mit aufgesetztem Turm sieht der Cromwell dann so aus.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Im Vergleich mit dem alten Resinbausatz in 1:56 und dem Tamiya Kunststoffbausatz mit Die-Cast Wanne in 1:48. Man merkt hier, dass der Cromwell Plastikbausatz deutlich aufgebohrt was den Detailgrad der Kleinteile an geht.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Die Resinketten sind etwas mächtiger, dadurch kommt der alte Bausatz etwas höher weg. Hier fallen primär die Unterschiede zwischen den Kettenabdeckungen auf, hier gab es unterschiedliche Varianten je nach Mark-Variante des Panzers.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Und natürlich der Vergleich mit dem 1:48 Panzer. Der Detailgrad ist vergleichbar, aber die größeren Fläche und der entsprechende Maßstab ermöglicht natürlich andere Möglichkeiten bei den Nieten / Bolzen. Auch fällt hier auf, wie nah beieinander die Bausätze sind.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Zu guter letzt natürlich die Frage, 1:48 oder 1:56? Der Größenvergleich mit einer 28mm Figur zeigt, dass der 1:48 Bausatz zu massig ist und vergleicht man Archivbilder mit Besatzung oder Soldaten neben dem Cromwell, bestätigt dass 1:56 der passendere Maßstab ist. Vgl. Wikimedia Common.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Die übliche Ansicht aus mehreren Winkel möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank Bolt Action - Cromwell Cruiser Tank

Fazit
Günstiger geworden, mehr Details und einfacher zu bauen. Das ist definitiv mal ein Einstand, der sich sehen lassen kann. Allerdings bleibt bei der Kooperation von Warlord Games und Italeri immer noch Luft nach oben. Das Zubehör bzw. die Optionen des Panzers lassen ein wenig zu wünschen übrig. Endlich ist ein Decalbogen dabei, das ist definitiv mal ein Plus. Aber es wäre z.B. wünschenswert gewesen, hätte man etwas Gepäck in den Gussrahmen gepackt oder die Centaur Variante des Cromwell (annähernd Baugleich und mit wenigen Teilen umsetzbar gewesen). Auch das häufig zu sehende Hessian Tape / Burlap Camo wäre ein netter Bonus gewesen, hatte man sich beim Panther bereits für festes Zimmerit entschieden.

Der Cromwell wurde häufig in 3er Platoons zusammen mit einem Sherman V Firefly eingesetzt. Er wurde von den Briten nach dem zweiten Weltkrieg auch im Koreakrieg einsetzt und wurde über 4.000 mal gebaut, davon knapp 75% als Cromwell, die restlichen als Centaur.

Die Gussqualität ist in Ordnung, aber hier sollte Warlord Games häufiger Italeri auf die Finger klopfen. Die zugegossenen Löcher und die Aufteilung im Gussrahmen, das geht besser und da sind wir von den ersten Fahrzeugen, welche noch bei Renedra gegossen wurden, besseres gewohnt. Ansonsten schöner Detailgrad, mit dem Zubehör- und Tank Commanderset von Warlord Games erhält man auch genügend Abwechslung für das 3er Platoon.

Bolt Action ist unter anderem bei unseren Partnern Radaddel und Fantasy Warehouse erhältlich.

Die deutschsprachige Community zu Bolt Action erreicht ihr unter BoltAction.de.

Link: Bolt Action

Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/

Ähnliche Artikel
  • Fantasy
  • Saga

A Fantastic Saga: Satyroi

23.10.20185
  • Mittelalter

Bad Squiddo: Women of Feudal Japan KS

23.10.20181
  • Historisch

Khurasan Miniatures: Weitere Previews

22.10.2018

Kommentare

    • In der Tat fehlen mir auch so bisschen Matilda und Co aus Plastik bzw. in einem neueren Release. Da gibt es aktuell nur von Blitzkrieg Miniatures passendes in adequater Qualität, ich warte aber lieber noch ein wenig.

      • Ich überlege ob ich meine BA-Truppen mittelfristig auf „What if… Rommel got Panthers?“ über 1942 hinaus ausbaue.
        Zumal ich für Turniere sowieso in Richtung Late War investieren muss.

  • Der Cromwell ist mein britischer Lieblingspanzer im späten Krieg, von daher habe ich mir auch einen geholt. Er ist grundsätzlich gelungen, aber, wie in der Rezension geschrieben wurde, hätte es mehr Bauoptionen geben können. Der Platz für Gepäck, einen Kommandanten oder gar Waffenvarianten (6pdr und 95mm-Haubitze der CS-Variante) wären durchaus vom Platz her drin gewesen.

  • Ich mag den Cromwell von den britischen Designs im WW II auch am Liebsten, weswegen ich mir das Modell zugelegt habe, auch wenn ich bei Bolt Action eigentlich Deutsche und Sovjets spiele.

    Ich kann Dennis sehr gutem und ausführlichem Review nur beipflichten. Das eine zugegossene Loch für einen der Scheinwerferbügel scheint ein Fehler in der Form zu sein, denn bei mir trat dieser ebenfalls auf. Genauso schade finde ich das Fehlen des Haubitzenlaufs für den Centaur. Auch wäre ein Panzerkommandant sowie etwas optionale Ausrüstung wünschenswert gewesen, zumal in dem Gussrahmen ja noch Platz frei ist (siehe oben).

    • Es gibt Bilder von einem Centaur der nach dem D-Day erbeutet und bei Villers Bocage auf deutscher Seite eingesetzt wurde 😉

  • Auch heute wieder ein dickes „Danke“ von mir, der Cromwell ist einer meiner Lieblingspanzer, bisher hab ich auch nur Briten für Nordafrika (die Perry-Modelle sind einfach zu gut…), sollte ich mich jedoch dazu entschließen auch noch nen Latewar-Westfront-Trupp aufzubauen, wäre der Panzer wohl erste Wahl für mich 😉

    • Das müssten diese Klappen seitlich am Turm sein. Falls mal ein ungebetener Gast auf dem Panzer herumklettert, kann man ihn damit aus dem Inneren des Panzers heraus abwehren.

  • Tolles Review! Danke dafür.

    Hm, da muss ich meinen Waffenkammer Cromwell wohl ein paar Italeri/Warlord Cromwells an die Seite stellen und auch mit meinen Briten in den Tank War starten.

  • Die Ketten sind hier allerdings wesentlich besser gelöst, als bei den Rubicon Modellen. Sie hängen durch und haben gut gegossene Strukturen auf den Ober- und Unterseiten.
    Dass im Gussrahmen aber so viel Platz gelassen wurde, ist eigentlich schon ein peinlicher Fehler.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.