Heroische Intervention: Tabletop digital

Da es hier um ganz persönliche Ansichten rund um das schönste Hobby der Welt geht, erheben wir natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, Objektivität und Gemeingültigkeit. Ihr seid gewarnt! (Anm. der Redaktion)

Nach Ex Illis versucht es ein weiteres Tabletop Spiel, die Brücke zwischen Figuren und der digitalen Welt zu schlagen. Golem Arcana nennt sich das Tabletop und verbindet das Brett mit einer dazugehörigen App. Dies brachte mich dazu generell über den Einsatz digitaler Medien im Tabletopbereich nachzudenken. Sind Tabletopper wirklich so konservativ oder war Ex Illis einfach nur zu früh dran.

ExIllis GA_Logo

Ex Illis & Golem Arcana

Und damit sind wir schon beim Thema. Der Kickstarter von Ex Illis im Winter 2013 scheiterte kläglich mit gerade mal 15.000 USD der ursprünglich angestrebten 50.000 USD. Allerdings ist ein Relaunch des Kickstarters laut der offiziellen Website in Planung. Aber ob dieser erfolgreich wird?

Auch das Tabletop Golem Arcana versucht sich an der Verbindung. Dieses setzt jedoch auf eine Verbindung mit einer App für Tablets/Smartphones und nicht für den Computer/Laptop. Dieser war mit 518.000$ von geforderten 500.000$ erfolgreich. Dies könnte zum einen daran liegen, dass man ein Tablet/Smartphone eher dabei hat, als einen PC/Laptop. Alternativ könnte nun aber auch die Zeit „reif“ sein.

WarRoomWebHeader FF_compânero_logo

 

Digitale Medien in Tabletop Spielen

Abseits von speziell dafür ausgelegten Tabletops haben digitale Medien dennoch bereits einen Einzug in unser Hobby gefunden. So bietet Games Workshop beispielsweise Codizes und Ergänzungen für iPads an und Privateer Press unterstützt ihre Community mit einer eigenen App. Auf Freebooter Miniatures hat mit dem Compânero eine starke App für Freebooters Fate dabei. Allerdings dienen diese Services alle nur als Unterstützung und sind (noch) nicht zwingend notwendig.

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Aber auch sonst nutzen immer mehr Spieler ihre mobilen Endgeräte für Tabletop. Armeelisten werden als Datei in der Dropbox abgelegt und von unterwegs gestartet und Apps wie BattleScribe ermöglichen sogar die Listengenerierung von jedem beliebigen Ort. Die wenigsten Leute schreiben heute noch ihre Armeelisten klassisch auf dem Papier. Demnach kann man auch im Tabletop Segment eine Digitalisierung erkennen.

Und in der Zukunft?

Ja das ist die große Frage. Wo wird das Ganze enden? Werden wir häufiger Tabletops wie Ex Illis & Golem Arcana begegnen? Werden wir Miniaturen über digitale Spielfelder schieben? Oder bleibt es nur bei „Support“ Apps wie dem Compânero oder „WarRoom“ bleiben?

In meinen Augen wird dies in den nächsten Jahren der Fall bleiben. Ich persönlich halte – ohne jemandem zu nahe treten wollen – die Tabletop Community für sehr konservativ in manchen Bereichen. Häufig höre ich Sätze wie „Früher war das und das viel cooler“, „die Einheit/Armeebuch/Edition“ war viel besser. Unabhängig davon, ob es stimmt oder nicht man sehnt sich oft nach alten Mechanismen oder zum Teil sogar Miniaturen (wobei auch hier viel persönlicher Geschmack und Nostalgie mit einfließt). Viele lieben das klassische „Püppchen schubsen“ mit gedruckten Regeln, Profilen und mit Würfel & Maßband. Tabletop Spiele wie Golem Arcana und Ex Illis werden nur schwer einen Einzug finden in naher Zukunft. Aber dennoch: Auch in unserem Hobby finden digitale Medien zunehmends Einzug.

 

Und jetzt seid ihr dran! Wie steht ihr zu dem Thema? Könnt ihr euch mit Tabletop Spielen wie Ex Illis anfreunden? Inwieweit benutzt ihr digitale Werkzeuge für eure Tabletopspiele?

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit 🙂

 

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Über BK - André

Aquen/André, Brückenkopf Redakteur. Seit 2003 im Hobby. Erstes Tabletop: Herr der Ringe Aktuelle Projekte: Dark Angels, Hochelfen, Infinity (PanO)
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