von BK-Carsten | 05.06.2013 | eingestellt unter: Reviews, Warhammer 40.000

Review: Tau XV88 Breitseite

Wir schauen uns den neuen Koloss an, der jetzt Breitseite heißt.

Nicht nur der Name ist im neusten Tau Codex neu sondern auch das Modell. Statt eines Plastik-Zinn Mix gibt es jetzt ein eigenständiges Plastikmodell, das auch noch etwas größer ist als der Vorgänger.
Ein neues Modell tat Not. Bei der alten Kombination aus einem Krisis Anzug mit Zinn Teilen war der Guss teilweise schlecht und man musste stark nacharbeiten, damit alles zusammen passte.

Also, was kann der neue Kampfanzug?

Lieferumfang:

KartonVorne KartonHinten

Statt in einer kleinen, dicken Box kommt der XV88 in einem flachen Karton, der zwei Gussrahmen, eine 65mm Base, zwei Flugbasen, einen Decalbogen und eine 20 Seiten umfassenden Bauanleitung beinhaltet.
Anders als früher sind die Drohnen nicht als separate Gussrahmen dabei, sondern mit in den beiden Gussrahmen integriert.

GRahmen1vorne GRahmen1Rückseite

GRahmen2vorne GRahmen2Rückseite

Basenundso Anleitung1 Anleitung2

Zusammenbau:

GRahmenDetail

In den beiden Gussrahmen drängen sich die Teile eng zusammen. Und für ein großes Modell und seine Drohnen sind es eine menge Teile. Ohne die Anleitung wäre man hier verloren. Da alle Teile nummeriert sind findet man schnell die richtigen Komponenten. Der Zusammenbau erfolgt Teilabschnitt für Teilabschnitt. Angefangen bei der Hüfte über die Beine, dem Körper und so weiter…
Also, die Anleitung zur Hand genommen und Stück für Stück vorarbeiten. Leider kann man sich nicht vollständig auf die Anleitung verlassen, da Teile falsch beschriftet sind oder nicht ganz klar zu erkennen ist wo genau die Klebestellen sein sollen, wie bei der Antenne am Knie.
Um mal zu verdeutlichen, wie komplex das Modell ist: Alleine die Beine bestehen jeweils aus fünf Teilen, die Hüfte aus vier, die Brust aus sechs usw. Die Krönung ist der Massebeschleuniger, der aus neun Teilen besteht.

Bein TorsoEinzelteile TorsoKuehlsysPertikelb

Bein, Oberkörper, Oberkörper mit Kühlsystem und Partikelbeschleuniger

TorsoHüfteBeineKopf KomponentenZusammen

Gussgrate fallen dezent aus. An einigen Stellen kommt man allerdings auch nur sehr schwer an die Grate ran. Wer seinen Koloss auf Display-Niveau bemalen will hat einiges zu tun.

BeinGussgrate Nummernfehler

Rechts zu sehen: Nr.25 in der Anleitung, Nr.26 im Rahmen.

Aus dem Bausatz lassen sich zwei Hauptwaffenvarianten bauen: Einmal der XV88 mit schwerem Massebeschleunigergewehr und einmal mit Hochleistungsraketenmagazin. Gut ist, dass beide Varianten kein Teil doppelt verwenden. Wer will kann somit Magnete benutzen um zwischen den Varianten zu wechseln.

MassebeschlGewehr RakWerfer

Neben den Hauptwaffensystemen beinhalten die Gussrahmen Nebenwaffensysteme und Unterstützungssysteme. Diese werden hinter den Schultern angebracht. Auch dort könnte man mit Magneten arbeiten.

Nebenwaffensysteme U-Systeme

Bei der Positionierung kann man ein wenig variieren. Kopf, Rumpf, Hüfte und Schultern sind mit Kugelgelenken versehen, aber die Gesamtkomposition lässt extreme Posen leider nicht zu. Will man dennoch den XV88 etwas ungewöhnlich positionieren, etwa laufend, müsste man schon zu gröberen Maßnahmen greifen, die Skalpell oder Bestellmesser beinhalten.

Bei den Drohnen hat man die Wahl zwischen Angriff-, Schild-, Marker- oder den neuen Raketendrohnen. Obwohl es möglich ist zwei Raketendrohnen zu bauen, die laut Anleitung und Produktbild jeweils zwei Antennen haben, sind im Gussrahmen nur drei Antennen enthalten. Das ist schon mehr als einfach nur schade.

DrohnenEinzelteile DrohnenZusammen Drohne1 Drohne2

Insgesamt kann man sagen, dass die Teile alle gut zusammenpassen, man sich aber Zeit für den Zusammenbau nehmen sollte.

Design:

Die Neuauflage der Kolosse war eigentlich fällig und nach Games Workshops Abkehr vom Zinn eine logische Konsequenz. Früher war der Koloss noch ein Crisis Anzug mit ein paar Zinnteilen, jetzt ist er ein eigenständiges Modell mit neuem Design, das den Codex-Werten gerecht wird. Der XV88 Breitseite Anzug ist, mal abgesehen vom Sturmflut, der Anzug mit der schwersten Bewaffnung und der dicksten Panzerung.
Die aktuelle Version ist größer und bulliger als ein Crisis Anzug und spiegelt die Stärke gut wieder. Hinzu kommen viele Details. Somit kann der Anzug vom Design her als gelungen bezeichnet werden.
Weniger gelungen sind die Positionierung der Nebenwaffen- und Unterstützungssysteme. Die Nebenwaffen drängen sich auf der rechten Schulter, die Unterstützungssysteme auf der linken. Das wirkt nicht richtig durchdacht und eher nach der Ork-Methode einfach das, was man braucht irgendwie mit dran zu kloppen.

PosingMB1 PosingMB2 PosingMB3 PosingMB4

PosingMB5 PosingMB6 PosingMB7

PosingRak1 PosingRak2 PosingRak3 PosingRak4

RakMag Rakete

Bei den Hauptwaffensystemen ist das schwere Massebeschleunigergewehr leider kein Design-Aushängeschild. Anstatt wie eine mächtige Kanone wirkt es wie ein Super-Soaker, an den so viele unnötige Designteile wie möglich geklatscht werden, um es für Kinder interessanter zu machen. Weniger Klim-Bim und mehr Funktionalität hätten hier gut getan.
Die Raketenfäuste sind dagegen ein Highlight. So sollte geballte Feuerpower aussehen. Dadurch, dass auch keine Hände mehr zu sehen sind wirkt der XV88 mehr nach einem Battle-Mech als einem Transformer.

Toll ist die Kopfauswahl.

Kopfvarianten

Hier darf munter variiert werden.

Fazit:

Skala Größenvergleich Größenvergleich2

Der alte Koloss auf den Fotos ist etwas umgebaut.

Die Quintessenz fällt durchwachsen aus.
Die Neuauflage des XV88 hat seine Licht- und Schattenseiten. Das Grundmodell beeindruckt durch sein Design und die Details. Der bullige Körper passt jetzt besser zu den Codex-Werten. Die Anbauteile wirken hingegen unausgereift und planlos über das Modell gestreut.
Der Preis von 40€ für ein Modell ist happig. Besonders wenn der materielle Inhalt dem der Späher Box, die 25€ kostet, entspricht. Umso ärgerlicher ist da die fehlende Antenne für die Drohne.
Ungeduldige Modellbauer dürften beim Zusammenbau ein paar graue Haare bekommen.

Komplett

Das gibt die Box her.

Warhammer 40.000 ist unter anderem bei unserem Partner TabletopShop Hamburg erhältlich.

BK-Carsten

Carsten, Brückenkopf Redakteur. Im Hobby seit Adam und Eva. Erstes Tabletop: Warhammer 6. Ed. Aktuelle Projekte: Blood Bowl, Pulp, Fantasy Skirmisher..., Malen und Modellieren

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Kommentare

  • Bin eigentlich sonst immer sehr zufrieden mit euren Reviews, aber dieses fällt doch überraschend negativ (von der Wertung her).

    Habe mittlerweile selbst 3 der Dinger zusammengebaut.
    Die fehlende Antenne ist wirklich ärgerlich und hat mich auch sehr gestört, sowas sollte eigentlich nicht vorkommen.
    Interessanterweise sind mir keine Nummerierungsfehler aufgefallen. Ka ob das verändert wurde oder es mir einfach nicht aufgefallen ist.

    Was mir eher negativ auffällt ist, dass ihr das optische Design so bemängelt. Ich persönlich (und das obwohl ich das Kinderalter und Supersoakers schon länger hinter mir habe) finde das MBG wesentlich stylischer und passender, als die Bauklotzraketenmagazine, die zwar auch gut aussehen, aber finde eure Kritik da eher unverständlich. Gleiches gilt für die Unterstützungs und Zweitwaffensysteme, die Positionierung sieht im Gesamtbild stimmig aus und ergänzt sich auch mit dem restlichen Design der Kampfanzuglinie.
    Zudem ist die Platzierung von Waffen und Systemen bei Mechs/Kampfanzügen und ähnlichem gar nicht mal unüblich.

    • Einziges Problem hab ich mit dem DMB. Er sieht nicht wirklich toll aus und technisch gesehen kann er das Teil fast gar nicht bewegen, was die Armanbringung überflüssig macht, dann hätte man ihm das Teil auch direkt an den Rumpf anflanschen können.

      Aber, bitte, schenkt Luthero eine gescheite Feile… die tiefen Riefen tun einem ja in der Seele weh.

      • So schlimm wie das auf den Bildern wirkt ist es in echt nicht. Ausserdem soll das ganze ja auf Herz und Nieren getestet werden, und nicht jeder behandelt seine Armee-Miniaturen wie Display-Minis.

        Aber gegen gratis Werkzeug habe ich nichts. 😉

  • Auf Englisch hiess der immer schon Broadside. Interessant, dass sie die deutsche Übersetzung angepasst haben.

    • Ist der neue Trend bei GW. Im Eldar Codex wurden z.B. auch die Asuryans Jäger in Asuryans Rächer (Dire Avengers im Englischen, natürlich nicht 100pro übernommen) umbenannt. Auch wenn es nicht durchgehend durchgezogen wurde.
      So heißen Schwarze Khaindar immer noch so (Dark Reaper im Englischen).

      Ist zwar mit Umgewöhnung verbunden, aber finde das eigentlich recht angenehm, gerade wenn man öfter mal englische und deutsche Publikationen mischt.

  • danke erstmal für das review… ich spiel das ja nicht, les die bk-reviews aber immer gerne…

    *am kopf kratz* ich überlege gerade, wieviel sinn denn bitte raketenfäuste machen. sollten raketen nicht im besten falle gezielt auf das ziel zufliegen? wozu sollte ich auf hände / extremitäten oder gar waffen in diesen verzichten, wenn ich eine hochtechnologische rasse bin? ist klar, scifi und so… aber die vorstellung, dass ein kampfroboter mit seinen raketen auf etwas schießt (btw. mit seiner faust auf etwas zielt) dass dann nur einfach zur seite geht… das ist schon etwas amüsant. zumal… das ding darf absolut nie aus der balance kommen… wer wäre schon dumm genug sich auf die raketenköpfe abzustützen… ^.^

    • hasste mal den lauf der raketen fäuste gesehen ? der spraytw doch mehr dammit rum als zu zielen. da fliegen wohl eher mehr als nur eine rakete richtung feind und dann noch in einer art artillery artigme beschuss da muss man nicht mehr zielen und man kann nie genug feuerkraft haben wie die tau des immer zeigen mit ihren doppel waffensystemen was schon mega krass ist

      • Ist das nicht der sinn dahinter? Möglichst viele Raketen in die Luft bringen die dann von den Zielsensoren und Lasermarkierern der Späher gesteuert werden? Oder verwechsel ich da jetzt irgendeine Waffe der Tau?

  • Ein gutes Review, dem ich in vielen Punkten zustimmen kann. Ich würde aber noch eherausstellen wollen, dass die Beinposition des neuen Kolosses doch sehr stark auf eine Pose fixiert ist. Hier wäre es doch ein leichtes gewesen, das mittlere Gelenk klebbar zu gestelten. So ist man doch auf eine recht einzigartige Beinposition festgelegt, sofern man nicht großangelegt umbauen will.

    Ach ja, der Massenbeschleuniger gefällt mir in der Armpostion auch nicht so unbedingt, da die Waffe in den Armgelenken so eigentlich kaum schwenkbar ist, wie andere ja auch schon sagten ..

    • Jup, die starre Beinpose hätte man mit Leichtigkeit umgehen können, wie man ja am Riptide sieht.

  • Danke für das Review. Besonders gut finde ich den HInweis, dass die Antenne für eine Drohne fehlt. Leider gibt es keinen offiziellen Hinweis. 40€ ist doppelt so teuer wie die “Alten”.

    Macht ihr eigentlich auch ein Review zum Lyanden Ergänzungsbuch? Immerihn sind da ja auch Spielregeln drin uns so?

  • Die rechte Arm von dem Gewehr schaut aus wie ein Desigenfehler. Da ist ein Loch, als wenn da noch eine Hand hingeklebt werden sollte.

    • Und? Eine Hand, die man so anklebt, müsste auch aus zwei Hälften bestehen. Da hat GW wohl noch kurzfristig was geändert und die Löcher vergessen.^^

      • Ich denke eher, dass der Teil weniger Aufmerksamkeit der Designer anzog, weil er eh nicht zu sehen ist wenn das Modell fertig ist. Das Loch ist ja auch nicht ganz leer. Da ist ja irgendein Designelement drin. Da finde ich die linke Hand schon schlimmer, wo es aussieht, als wenn da die Finger einfach im Gewehr stecken würden. Aber bei so einem “humanoid-förmigen Kampffahrzeug” sollte man eh nicht so sehr in real-anatomischen Maßstäben denken.

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