von BK-Christian | 14.02.2013 | eingestellt unter: Hobbykeller

Hobbykeller: Lektionen und Kolosse

Tabletop ist toll. So unterschiedlich die Meinungen auf diesem Portal manchmal sind, da sind wir uns vermutlich alle einig.

Wir haben ein tolles Hobby und das ist auch gut so! Aber manchmal kann das Ganze auch ordentlich frustig sein. Dann läuft es einfach nicht und irgendwann muss man sich eingestehen, dass der voller Vorfreude eingeschlagene Weg in eine Sackgasse führt. Bei mir war es diese Woche mal wieder soweit.

Ich hatte mir für ein kleines Nebenprojekt das Einsatzkommando der Ios Security Systems (ISS) geholt, und wollte mich endlich mal wieder in die spaßige Welt von MERCS zurückziehen. Die Modelle haben einen ziemlich eigenwilligen Stil und einige nette Posen, außerdem finde ich den kleinen Geschützturm und den Anführer mit dem Sturmschild klasse. Blöderweise bemerkte ich schon beim Zusammenbau, dass hier Probleme auf mich zukommen…

Die ISS-Modelle sind die ersten MERCS, die am Computer gestaltet und nicht klassisch modelliert wurden. Im Grunde habe ich damit kein Problem, und wie gut das aussehen kann, hatte zuletzt der CCC-Breacher derselben Firma gezeigt. Aber leider sieht man den ISS-Truppen die Umstellung und die mangelnde Erfahrung der Hersteller in diesem Bereich deutlich an. Die Konturen sind sehr weich, Vertiefungen nur minimal angedeutet und die Konturen der Rüstung mehr als dezent. Die von Hand modellierten Modelle der MERCS-Reihe sind deutlich klarer ausdefiniert und deshalb sehr leicht und angenehm zu bemalen. Man kann gut mit Washes arbeiten und generell recht flott arbeiten. Schon beim Zusammenbau hatte ich die Befürchtung, dass das hier anders sein würde, und leider hat sich das voll und ganz bestätigt…

 ISS Squad WiP 2

Ich wollte für die Modelle mal etwas Neues ausprobieren und trug mit meiner Airbrush über eine schwarze Grundierung mehrere Schichten Blau auf, wobei ich immer heller wurde und so schon ein wenig Plastizität erzeugte. Im Anschluss wollte ich Panzersegmente und Details hervorheben, schattieren und so recht flott fertigwerden. Leider hat sich diese Hoffnung schnell zerschlagen. Es war nicht nur extrem schwierig mit den Washes irgendetwas glaubhaft und gut abzuschattieren, die extrem schwachen Konturen machten die Bemalung der Details zu einem echten Geduldsspiel. Ich fragte mich im Grunde permanent, was ich da eigentlich bemale, wo die aktuelle Panzerplatte aufhört, und was dieses oder jene Teil eigentlich darstellen soll.Wie deutlich das ist, merkt man vielleicht anhand eines Vergleiches mit einem meiner WiP-Mantic-Enforcer:

ISS Trooper Vergleich WiP

Spaß sieht anders aus und deshalb landeten die Modelle bereits nach der Hälfte der ersten Testmini wieder im Koffer. In den kommenden Tagen werde ich sie komplett entfärben und dann mit einem anderen Ansatz noch einmal bemalen. Sollte das wieder scheitern, dürften sie endgültig in der Ecke landen, ich habe schlicht zu viele schöne Minis, um mich mit so etwas herumzuärgern… 😉

Deutlich erfreulicher läuft die Arbeit an meinen Halodynes, die einfach nur unglaublich gut modelliert sind. Die Details sind schick, die Posen dynamisch und die Bemalung macht trotz des vergleichsweise hohen Aufwands einen Heidenspaß. Im Moment bin ich noch an den Grundfarben, aber ich habe so ein Gefühl, dass das Ganze eine wirklich schicke Truppe wird!

Megalith Godslayer Halodynes WiP

Und weil letztens jemand nach Bildern meines Hyperion-Colossals gefragt hatte, kommen hier mal ein paar Bilder:

Hyperion 1 Hyperion 4 Hyperion 3 Hyperion 2

Im Grunde bin ich mit der Gussqualität mehr als zufrieden, das Resin ist hochwertig und die Details sind scharf gegossen. Einzig die beiden Hälften des Torsos waren der absolute Hass beim Zusammenbau. Hier musste ich ewig lang herumschnitzen und mehrere Lücken mit Vallejo Plastic Putty schließen, bevor das ganze einigermaßen funktionierte. Die Mühe hat sich aber mehr als gelohnt und Hyperion ist schon jetzt unglaublich beeindruckend. Ich freue mich auf die Bemalung und mein Warcaster freut sich vermutlich schon auf diese mächtige Verstärkung!

So viel für heute von mir. Was habe ich diese Woche gelernt? Rückschläge gehören auch nach jahrelanger Hobbyerfahrung zum Geschäft und Aceton ist eine tolle Sache. Außerdem sind Kolosse eine tolle Sache und THIS IS SPARTA!!!

Wann ist Euch das letzte Mal ein Bemalprojekt so richtig verunglückt? Oder hat Euch eine Miniatur schon mal so richtig in den Wahnsinn getrieben, weil sie schlecht modelliert oder schlicht doof zu Bemalen war? Berichtet uns in den Kommentaren von Euren Erfahrungen!

Grüße und bis demnächst!

–  Christian

BK-Christian

Chefredakteur von Brückenkopf-Online und Tabletop Insider. Seit 2002 im Hobby, erstes Tabletop Warhammer Fantasy (Dunkelelfen). Aktuelle Projekte: Primaris Space Marines, Summoners (alle Fraktionen), Deadzone/Warpath (Asterianer und Enforcer), Kings of War (Basilea und Oger), Dropfleet Commander (PHR).

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Kommentare

  • Ja ich kann dein Leid nachfühlen 😀
    Bei mir ist so was das letzte mal passiert, als ich versucht habe die 28mm Variante der Russen von Plastic Soldier zu FAPen, Die sind ja so schön günstig. Aber es ging gar nicht. Nun habe ich mi die Russen von Warlord gekauft und bin vollends zufrieden. Manchmal lohnt es sich einfach, etwas mehr zu zahlen.

  • Ich war auch total begeistert, als ich von den “neuen” Fraktionen ISS und Texico bei MERCS hörte. Als ich dann die fertigen Minis gesehen habe, war die Begeisterung jedoch dahin. Da kann man wirklich nur hoffen, dass sie es bei den kommenden Minis wieder besser hinbekommmen. Die ersten Bilder des CCC Breacher deuten das ja auch an.

  • Das finde ich schade zu hören. Die ISS wollte ich mir auch holen. Wie sieht es denn mit den Texico aus? Sind die auch so schlecht zu bemalen?

    Ich habe bis jetzt noch kein Projekt gehabt, bei dem etwas wirklich schief ging. Nur unzählige Minis, die halbbemalt oder -zusammengebaut sind.

    Und Christian ich freue mich schon auf die Bilder der fertigen Halodynes.

  • Tja, ich denke, das kennen wir ja eigentlich alle irgendwoher. Ich habe selbst dutzende Projekte, die irgendwie wieder im Schrank verschwunden sind, weil ich keinen Bock mehr darauf hatte. Zwei Boxen Samurai von Wargames Factory gekauft für KoW – nach bald 40 bemalten Modellen gemerkt, dass mich die komische Handhaltung echt wahnsinnig macht – erstmal wieder in den Schrank gestellt. Bretonenpferde – nach 9 Rittern in den Schrank gestellt. Zwei Armeeboxen Marauders – die Modelle gesehen und ganz nach hinten geräumt! Die Liste könnte ich fast beliebig fortsetzen. Der einzige Trost ist ja, dass man dann doch irgendwann die Modelle wieder herauskramt und so oder so ähnlich weitermacht. Bei mir sind es – nach über einem Jahr – die Marauders die nun bemalt werden (zumindest zum Teil), meine Bretonen Kreuzritter mache ich mit Fireforge Rittern neu und auch die Samurai werde ich sicher irgendwann mal feritg bemalen. Wenn einem der Frust nicht mehr in den Knochen sitzt…

    Ich kenne nur ein Projekt, dass sicher nie angegangen wird: Meine Abysal Dwarfs von Mantic. Sorry, aber die sehen so absolut unterirdisch aus und sind so unfassbar schlecht verarbeitet (ich habe zumindest die Armeebox der allerersten Generation), da bin ich mir absolut sicher: Die werde ich nie bemalen!

  • Demonworld Grundbox, Französische Infanterie unter Napoleon… oh ja kenne ich auch.

    Ebay ist da die einzige Lösung!

    Gruß
    Tim

  • Ich kanns leider oft ned so genau an bestimmten Gründen festmachen, aber manche Minis flutschen einfach, da habe ich diesen genialen “Flow” wo man merkt, dass man grad so richtig schön drin ist.

    Und dann gibt es Minis wie den Finecast Ork Mechanika mit Schpezialfeld, der tut mir jeder Pinselstrich weh und ich könnte mich ob meines Ergebnisses kontinuierlich Erbrechen. Von kleinen Pausen zum Luftholen mal abgesehen.

    Am glattesten ging wohl die Bemalung eines Chaos-Cybots, leider war ich geistig nicht ganz dabei 😉

    An einem verregneten Wochenende machte ich es mir mal mit einer guten Flasche Whisky vor der Playstation gemütlich (Samstag) und habe mir für den Sonntag vorgenommen, mit dem Cybot anzufangen. Mein Erstaunen Sonntag Mittag war nicht schlecht, als neben dem Bett eine fast leere Flasche und auf dem Maltisch ein fertig bemalter Cybot stand. Und nicht mal schlecht, als noch meinem bescheidenen Maßstab.

    Muss ich wohl wieder vergessen haben, die Wohnungstür zu schließen…. Ich habe sehr kreative Nachbarskinder 🙂

  • Den Leidensweg kenne ich mit den ISS. Ich hatte auch erst ein Schema mit einem Tamia Clear Red in Planung und auch begonnen, aber aufgrund mangelnder Kanten, Tiefen und Details sah es eher erschreckend aus. Ergebnis: Ebenfalls entfärben.

    Ich habe mir dann ein neues Farbschema mit klassichen Vallejofarben ausgedacht und dann recht zügig durchgezogen (grün). Mangelnde Details habe ich dann mit dunkleren Tönen selbst nachgezeichnet. Das Ergebnis ist in Ordnung. Aber Spass hatte es im Großen und Ganzen nicht gemacht.
    Meine Motivation die Bemalung durchzuziehen war der vorangegangene Bau einer Spielplatte für Mercs. Hätte ich das nicht gemacht, hätten die ISS vielleicht nie eine volle Bemalung erhalten. Und dass, obwohl es nur 7 Figuren waren… Am grausamsten war der Booster, noch am besten die Calypso.

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