von Gregor | 19.05.2011 | eingestellt unter: Heroische Intervention

Heroische Intervention: Die Sache mit dem Tellerrand…

Unter diesem bescheidenen Titel werden wir in unregelmäßigen Abständen die Redaktion einmal ihre persönlichen Gedanken zum Hobby veröffentlichen lassen. Die Themenwahl überlassen wir dabei dem jeweiligen Autoren. Da es hier um ganz persönliche Ansichten zum Hobby geht, erheben wir natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, Objektivität und Gemeingültigkeit. Also zu Hause bitte nicht nachmachen!

In unserer ersten Kolumne hat Sir Leon das Wort.

 

Heroische Intervention: Die Sache mit dem Tellerrand…

Eigenlob stinkt bekanntlich, aber man würde ja nichts tun, wenn man nicht davon überzeugt wäre. Ich finde daher natürlich, dass der Brückenkopf eine gute Sache ist. Und warum ist er das? Weil man sich hier jeden Tag über allerlei Neuigkeiten informieren kann und laufend neue Systeme und Modelle zu Gesicht bekommt. Ja, wir fördern den Blick über den Tellerrand. Genauso übrigens, wie unsere Kollegen von Tabletop Insider und Magabotato. Im Blog von letzterm laß ich kürzlich einen Eintrag über eben jenen Tellerrand. Grundsätzlich stimme ich dem auch zu. Es ist einfach falsch, Systeme per se schon im Vorfeld zu verdammen oder deren Ableben zu erklären. Das wird der Arbeit und vor allem der Kreativität kleinerer Hersteller einfach nicht gerecht.

Verpackt - Kolumne 01

Man kommt nichtmal mehr zum Auspacken…

Das Problem am Tellerrand ist nur, dass dahinter meistens nicht nur der Tisch kommt, sondern gleich die große, weite Welt. Der Blick über den Tellerrand hat meistens Folgen. Und zwar für alles, was bisher auf dem Teller so liegt.  Wenn ich einmal durch meine Bestände stöbere, bekomm ich bei dem Gedanken an die vor mir liegende Bemalarbeit das kalte Grauen. Es ist irgendwann einfach zu viel!

Ich habe hier Age of Battles, Armalion, Behind Omaha, Blood Bowl, DBA, FoG, Gorkamorka, Hero Quest, HdR, Infinity, Inquisitor, Kings of War, Mortheim, Necromunda, Raumflotte Gothic, Reanimated!, Freebooter’s Fade, Space Hulk, Star Quest, Warhammer 40.000, WAB: ECW und Warhammer Fantasy auf 25 m² Wohnfläche.

Dazu kommt, dass es in einigen Fällen mehrere Gangs/Teams/Banden/Armeen/Flotten/etc. pro System sind.

Systeme - Kolumne 01

Zu viele Projekte zur gleichen Zeit sind unübersichtlich und nervtötend.

Gerecht werde ich aber durch die Masse eigentlich keinem System. Eine Skaven-Armee lungert noch in ihren Gussrahmen herum, 2 Mortheimbanden sind noch komplett OVP, eine Dunkelelfenarmee verkommt unbemalt in Kisten, 40.000 habe ich seit 1,5 Jahren nicht mehr gespielt, bei meinen Infinity-Modellen vergesse ich regelmäßig, dass ich sie überhaupt besitze (vom Regelverständnis reden wir besser gar nicht erst), mein Ausflug ins Historische endet regelmäßig mit halbfertigen DBA-Armeen und irgendwie ist das alles sehr frustrierend. Dabei stelle ich mir selbst regelmäßig ein Bein. Ich fing kürzlich mit der Bemalung eines BB-Orkteams an, obwohl ich schon eins habe. Das alte hatte ich nur sehr schlecht bemalt und wollte daher ein neues. Zusätzlicher Bemalaufwand, der spieltechnisch keinen Sinn macht, denn das Team wäre ja eigentlich schon da.

 

Wie wird man nun diesem Problem Herr? Ich denke mal, dass ich letztlich nicht darum herum komme, viele ohnehin auf Eis liegende Projekte endgültig fallen zu lassen. Die Gründe dabei sind vollkommen verschieden. Aus meiner Liste weiter oben sind ja auch schon viele Todesfälle zu verzeichnen. Age of Battle: keine Gegner, keine Unterstützung des Systems; Armalion: keine Modelle, keine Gegner; Raumflotte Gothic: keine nennenswerten Gegner; Mortheim, Gorkamorka und Necromunda: durch den Aufwand von Kampagnen zumindest zurzeit auf Eis; Inquisitor: ebenfalls aus Gegner- und Zeitmangel aufgegeben; die Warhammers: keine Zeit für die Bemalung so großer Armeen und dazu keine Lust zusätzlich zu den Regeln noch x-tausend Beschränkungen zu lernen; FoG: Regeln zu komplex; Infinity: ebenfalls Regeln viel zu komplex und unübersichtlich.

Lagerbestand - Kolumne 01

Irgendwann lagern ganze Systeme irgendwo in Kisten.

Da bleibt auf einen Schlag nicht mehr allzu viel. Wenn ich schaue, womit ich mich in der letzten Zeit noch so beschäftigt habe, dann tendiere ich grob zu zwei oder drei Systemen. Das sind aktuell vor allem DBA und Blood Bowl. Außerdem immer wieder Reanimated! Und ganz weit entfernt noch Kings of War.

Ich schreibe bewusst aktuell, denn das kann sich immer schnell verschieben. Würde ich Morgen sechs Leute kennenlernen, die BFG spielen, dann würde ich meine Chaosflotte ganz schnell fertig stellen.

 

Es hilft aber alles nichts, denn auf lange Sicht muss sich jeder, der Ausflüge über den Tellerrand hinaus macht, auf etwas konzentrieren, denn sonst wird er nie etwas fertig bekommen und das empfinde zumindest ich als ausgesprochen unbefriedigend. Ich möchte hier niemanden sagen, er solle schön hinter dem Tellerrand bleiben – wenn ich es getan hätte, wären DBA und Reanimated! Jetzt bestimmt nicht auf meiner Prioritätenliste. Aber bedenkt, dass ihr nie alle Systeme auf  euren Teller bekommen werdet. Zwangsläufig muss man sich irgendwann festlegen. Natürlich kann man dann immer noch neue Systeme austesten, muss dann aber wohl im Umkehrschluss eben auch altgediente Spiele in den Ruhestand versetzen, wenn man etwas Neues dauerhaft spielen will. Ich wüsste jedenfalls nicht, wie man sonst neben allen anderen Verpflichtungen, die wir so haben, noch sein Hobby genießen kann. Und ich genieße vor allem den Moment, wenn ich ein Projekt abgeschlossen habe.

 

 

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Kommentare

  • Ich muss sagen, seine Worte sind wahr und bewegen mich etwas, da es mir genauso geht. Ich habe eine riesige Armee Warhammer Imperium und mindestens doppelt soviel an 40k Imperiale Armee. Dazu kommen Inquisitor, Mordheim, etc. Dann sehe ich in meine Vitrine (der nur grundierten Modelle) und sehe meine gerade mal 50 bemalten Miniaturen, wobei ich je Nachtschicht, 1-2 fertig bekomme und mir wird schlecht… Das Sammeln dieser Miniaturen ist zu einen festen bestandteil geworden, denn ich nicht mehr weg denken kann. Und somit kommen immer mehr Modelle dazu…

    Nun hab ich schon versucht die Modelle per Ebay zu verkaufen, die ich nicht mehr gebrauchen konnte, aber die gingen zum größten Teil nicht weg und jedesmal reinstellen, verringert ja den Wert der Modelle, so das man irgentwann draufzahlt…

    Ich werd mich mal hinlegen, denn dass macht mich etwas depressiv :).

  • Wollte ja eigentlich nichts zum Thema schreiben, aber ja, auch bin ein Anonymer Figurensammler.
    Bis auf ein paar zuviele GW Figuren ((aber nur aus dem Grund, weil ich weiss es sind zu viele Miniaturen um die Armeen bemalt ins Feld zu führen…deswegen mag ich auch die GW Systeme nicht so sehr, zu viele Miniaturen)), kann ich aber mit all meinen Anschaffungen gut leben, auch wenn ich weiss, nie alle bemalen zu können. Dafür brauchts wahrscheinlich schon zwei Leben und nen Halbtagsjob.
    Das mit den Projekten kenne ich, bin aber zurzeit guter Dinge, da ich mich nur 2-3 Dingen gleichzeitig widme. Ich habe nicht den Anspruch, alle angefangenen Projekte zu beenden. Mein großes Problem ist eher, den Miniaturen (jedenfalls denen, die es auch verdient haben) eine entsprechende Bemalung zu verpassen und da ist’s leider zeitlich zu knapp.

    Abschliessend gesagt, ich liebe meine Figurensammlung (und meine Freundin 😉 ), da sind einfach so viele unglaublich tolle Figuren dabei, die ich gern mal von rechts nach links räume.

    • Ansonsten schöner Artikel, erfrischend anders zu der ganzen Preisdiskussion zuletzt 😉 . Vielen Dank.

  • Zitat:“Ich habe hier Age of Battles, Armalion, Behind Omaha, Blood Bowl, DBA, FoG, Gorkamorka, Hero Quest, HdR, Infinity, Inquisitor, Kings of War, Mortheim, Necromunda, Raumflotte Gothic, Reanimated!, Freebooter’s Fade, Space Hulk, Star Quest, Warhammer 40.000, WAB: ECW und Warhammer Fantasy auf 25 m² Wohnfläche.“

    Das klingt nach einem klassischen Tabletop-Messi 😉

    Ich spiele lediglich nur ein System und das ist 40K. Der Hauptgrund ist die liebe Zeit. Die wenige Zeit die ich als Familienvater für mein Hobby habe, möchte ich nur in die eine Sache stecken. Lieber eine Sache richtig, als hundert Baustellen. Mir ist auch egal, das man mich deshalb vielleicht für nicht toll hält, damit kann ich leben ;).

    Allerdings möchte ich an dieser Stelle betonen, dass ich das Brückenkopf-Projekt für ne tolle Geschichte halte. Man erhält viele Anregungen, die die eine Sache noch ein bisschen besser machen :).

    • Ich finde eure gedanken zu unserem gemeinsamen hobby sehr interessant. Gerade kolumnen zur tabletop-szene und speziell ihrer aktuellen entwicklung finde ich sehr lesenswert. Vor einiger zeit habe ich z.b. eine recht interessante meinung zur aktuellen breiten streuung des tabletops-marktes gelesen. Ständig sprießen neue tt-systeme auf den markt. Ich denke, dass wird für die marktstruktur nicht ohne einfluss bleiben. Eure einschätzung dazu wäre für mich sehr interessant.

      Gruß

      Dhark

    • Eines der Hauptprobleme, wenn nicht sogar das zentrale Hauptproblem, des Tabletop-Hobbys ist das Finden von Mitspielern, z.B. wenn man neu in einer Stadt ist, ein neues System ausprobieren will oder (wie in meinem Fall) kein Laden als zentrale Anlaufstelle vorhanden ist.
      Dazu fände ich einen Artikel interessant.

      • Interessant. Das hängt natürlich immer von den Autoren ab, welche die Kolumne verfassen sollen, denn das Thema muss denen ja liegen und in seinen Erfahrungen auftauchen. Wer nie in eine andere Stadt gezogen ist, wird wohl schwerlich zur Findung neuer Gegner etwas sagen können. Praktischerweise war das aber bei mir vor 2 Jahren der Fall. Könnte mein nächstes Thema werden. Mal sehen.

    • Also erstmal Danke für einen der Besten Beiträge den ich seit langem gesehen habe. Endlich Softskills, keine Listen, kein KAUFEN!KAUFEN!KAUFEN!, kein gebashe. Obwohl ein unschönes Thema, das Ganze wunderbar ohne erhobenen Zeigefinger geschrieben. Sehr sehr gut.
      Ob mir noch andere Themen einfallen? Ja und ob. Eins davon ist die Bezeichnung unseres Hobbys? Am einfachsten ist zu sagen Tabletopspieler, was meist damit endet das ich das lange erklären muss. Wargamer mag zwar dem Zeitgeist entsprechen, klingt aber aufgrund des „War“ im meinen Ohren völlig abstoßend. Außerdem ist der Krieg ja nicht mein Fokus, wenn ich über das Hobby nachdenke. Aus meiner sicht geht es um Spaß, Strategie, freundliches „Kräftemessen“ mit Gleichgesinnten usw, usw.

  • Ein interessantes Statement von einen Kollegen zu euren Artikel: „Wie Minis verkaufen? will ich früh sterben? ich will doch ewig leben!“ -Angelehnt an die Legende das man Tot umkippt wenn man seine letzte Mini bemalt hat…

    Aber aus dem Artikel und den Posts spricht viel Wahrheit und leider sehr viel bekanntes … seuftz!

    Wobei man ja auch immer wieder die unterschiedlichsten Ausreden findet um seine Krankheit (zwanghafter Zinn-ansammel-Zwang) zu begründen. Von: „ich unterstütze halt die kleinen kreativen Firmen“ über …“sonst gibts die nachher nicht mehr und dann ist E-Bucht die Teure alternative da noch dran zu kommen“. bishin zu „Irgendwann einmal wenn ich Rentner bin…“

    Aber ich denke das ists doch was die Szene so charmant macht, das verschrobene Nerdige … Wer mal auf der Spiel oder auf der Duzi in die leuchtenden Gesichter derjenigen geschaut hat die einen vermeidlichen Schatz in einer Wühlkiste gefunden haben weiss was ich meine …

    Danke für diesen schönen Artikel!

  • Zitat:

    „Infinity: ebenfalls Regeln viel zu komplex und unübersichtlich.“

    Hier muss ich ganz klar widersprechen. Infinity-Regeln sind weder zu komplex noch unübersichtlich, Du bekommst nur sämtliche Sonderregeln IM REGELBUCH auf einem Haufen, anstatt fein verteilt über 25 Armeebücher.
    Ein Testspiel dürfte Dir das bestätigen 🙂

    • Oh, ich habe schon mehrere Testspiele mit Infinity hinter mich gebracht und jedesmal wurde mir erklärt, dass das jetzt aber noch nicht alle Regeln waren. Das Buch finde ich dahingehend nicht gelungen, weil es manchmal Regeln vorgreift, die erst später erklärt werden. Infinity ist da ein bisschen wie DBA. Das kann man nur lernen, wenn es einem beigebracht wird. Durch das Lesen der Regeln kommt man nicht weit.

      Aber was die Komplexität angeht… es liegt mir fern, hier irgendwem Infinity madig zu machen. Das sind gute Regeln und schöne Modelle! Aber es spricht mich eben nicht an, weil es zu komplex ist. Ich brauche was simpleres. Oder besser gesagt: ich habe keinen Nerv mehr dazu, noch 200 Seiten Regeln zu lernen, um ein weiteres Tabletopsystem zu erlernen. Daher gefiel mir zu letzt auch Kings of War so gut.

  • Infinity ist komplex und ein Index im TRegelbuch würde der unübersichtlichkeit abhelfen, aber für gelegenheitsspieler gibt es sicher schneller und leichter zu erlernende Spiele, mir ist es jedenfalls zu Komplex und ich hab es schon intensiv gespielt und auch einen Haqqislam Trupp, aber mir sagen die Regeln eben nicht so zu 🙂

    • Es gibt in den Büchern vielleicht keinen Index. Dafür ein Inhaltsverzeichnis, wo alle Sonderregel/Regeln etc. ausreichend stichwortartig verzeichnet sind. Habe jetzt auch schon über ein Dutzend spiele gehabt und ich finde es zwar komplex, aber auch entsprechend herausfordernd.

  • So, an dieser Stelle erst einmal herzlichen Dank für die Rückmeldungen. Ich bin echt überrascht, wie gut unser erster Anlauf mit der Reihe gelungen ist, was sag ich – es haut mich um!

    Wir werden voraussichtlich nun regelmäßig mit ähnlichen Artikeln die Reihe fortsetzen. Für weitere Themenwünsche könnt ihr uns gerne einen Kommentar hier lassen oder uns anderweitig kontaktieren.

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