von Dennis | 25.10.2010 | eingestellt unter: Fantasy, Historisch, Reviews

Review: Shifting Lands Dock System

In der heutigen Review beschäftigen wir uns mit dem modularen Docksystem von Shifting Lands.
Shifting Lands ist eine Homepage des Holländers Gerard Boom, der auch verschiedene Workshops zum Thema Resinformen und Gießen auf Conventions anbietet und aufgrund dessen bereits einigen Leuten bekannt sein dürfte. So waren er und seine Werke zuletzt auf der Tactica in Hamburg live zu sehen.
Neben einigen Tutorials zum Thema Resin bearbeiten und gießen, stellt Gerard auf der Homepage auch seine aktuellen Projekte vor. Im Moment arbeitet er verstärkt an der Erweiterung seines modularen Docksystems mit Pier, Hebebrücke und Hafeneinfahrt und dazu passenden Häusern und Booten. Neben Ruderbooten in unterschiedlichen Designs, finden sich auch etwas größere Boote bis hin zu einem großen Piratenschiff. Zudem entwirft Gerard noch verschiedene Holzfass-Unterseeboote.

Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System

Für ein kleines Projekt haben wir uns einige Teile der Dockanlagen und ein paar der Boote bestellt. Da Gerard seine Miniaturen und Geländestücke nicht hauptberuflich vertreibt, gibt es keinen Onlineshop, sonder man muss mit Bestellungen und Anfragen via E-Mail mit ihm in Kontakt treten. Netterweise hat Gerard der Bestellung noch zwei Fass-Uboote dazugelegt. Für die Review liegen damit folgende Modelle vor:

  • 2 gerade Elemente
  • 2 gebogene Elemente
  • 2 Ruderboote
  • 1 mittelgroßes Schiff in einfacher Ausführung (es gibt noch eine „pimped“ Version mit Mast, Segel und Kisten)
  • 1 Unterseeboot, Modell „Ripper I“
  • 1 Unterseeboot, Modell „Blunderbuss“

Die Dock-Elemente
Zu den geraden Dockelementen gehört jeweils ein Stück mit Kopfsteinpflaster, der dazu passende Steg in Holzoptik und drei Holzpfeiler, die am Steg angebracht werden können.
Ebenso verhält es sich mit den gebogenen Elementen: Kopfsteinpflaster, Holzsteg und 3 Pfeiler.

Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System

Der optische Eindruck ist gut: Alle Details scharf gegossen und die Holz- bzw. Steinstruktur ist klar zu erkennen. Dabei muss man immer im Hinterkopf behalten, dass Gerard die Formen in Handarbeit selbst herstellt und gießt. Gußreste sind keine vorhanden, auch sind bis auf der Unterseite keine Luftblasen zu sehen.
Kleinere Kritikpunkte gibt es trotzdem:
Die geraden Elemente sind nur an drei der vier Seiten mit Struktur versehen. Das bedeutet, dass man die geraden Elemente nicht beliebig drehen kann und die unbearbeitete Seite in irgendeiner Form verdecken muss bzw. in sein Diorama oder die Platte einbaut oder selbst mit Struktur versieht; die gekrümmten Elemente sind bis auf die Unterseite überall strukturiert.
Leider gab es zumindest bei einem der gebogenen Segmente eine kleine Ungenauigkeit, so dass sich der Steg nicht ganz bündig an das Haupteil anschmiegte. Jedoch ließ sich das Problem lösen, indem der Steg in sehr heißes Wasser gelegt und danach vorsichtig (!) zurechtgebogen wurde.

Ansonsten ist die Passgenauigkeit der einzelnen Teile zueinander recht hoch, so dass sich keine größeren Lücken mehr auftun. Für ein Diorama oder eine Spielplatte könnte man eventuell noch – wenn die Segmente in Position gebracht und fixiert wurden – ein bisschen Spachtelmasse zwischen den Kopfsteinelementen anbringen, um die Übergänge zu kaschieren. Dadurch, daß die Segmente für die Fotos nicht richtig miteinander fixiert waren, sehen einige der Lücken größer aus, als sie wirklich sind.

Leider gibt es die gebogenen Elemente nur mit einer Krümmung nach rechts. Zwar könnte man das Element auch nach links gerichtet hinlegen, allerdings wäre der Holzsteg dann auf der falschen Seite (der langen Außenseite) und könnte nicht mit den Stegen der geraden Elemente verbunden werden.
Trotzdem lassen sich je nach Anzahl der Segmente noch einige Kombinationen heraus holen. Diese Anzahl lässt sich noch weiter erhöhen, wenn man weitere Teile des Docksystems, wie beispielsweise die Hafeneinfahrt oder die Hebebrücke dazu holen würde.

Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System

Das Docksystem eignet sich gut, um mit 28mm Miniaturen bespielt zu werden.
Shifting Lands - Dock System

Die Boote
Kommen wir zu den Booten. Die Boote kommen in drei verschiedenen Größen. Als Vergleich wurde eine Freebooter Miniatur dazu gestellt. Die Gussqualität ist gut, alle Details und Planken sind soweit zu erkennen. Es gibt nichts, was sich an der Qualität beanstanden ließe.
Mit einer Miniatur wurde dann geprüft, ob sich die Boote zum Spielen verwenden lassen, beispielsweise in einem Szenario. Das kleinste Ruderboot eignet sich nur bedingt, da die Miniatur auf dem Mittelsitz balanciert werden muss, um nicht umzufallen. Das etwas größere Ruderboot eignet sich schon eher zum Spielen, hier könnte man bis zu zwei Miniaturen unterbringen. In dem mittelgroßen Schiff könnten bis zu vier normalgroße Miniaturen untergebracht werden. Allerdings wirken die Boote im Vergleich zur Miniatur allesamt etwas klein.

Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System

Die Fass-Uboote, die Gerard der Bestellung beigelegt hat, haben ein eigenwilliges Design, wissen aber zu gefallen. Die Gussqualität bei dem kleineren Modell „Ripper“ sind gut, beim größeren Modell „Blunderbuss“ sind einige Details etwas unscharf und verwaschen, wobei hier nicht beurteilt werden kann, ob dies bei allen Modellen der Reihe so ist oder an diesem Einzelguss liegt. Leider lässt sich auf den ersten Blick kein spielerischer Nutzen erkennen (außer natürlich ihr benutzt sie für Seeschlachten mit eigenen Regeln). Aber als lustige Ergänzung eines Dioramas oder einer Spielplatte lassen sich die Fass-Boote gut verwenden.

Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System

Die Boote und die Dock-Elemente sind miteinander kompatibel. So lassen sich ankernde Boote am Dock sehr gut darstellen.

Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System Shifting Lands - Dock System

Fazit
Die Docksegmente eignen sich ausgezeichnet, um ein Diorama oder eine Spielplatte mit Hafenthema aufzuwerten. Weiter ausbauen lässt sich dies mit weiteren Elementen, wie der Hebebrücke oder der Hafeneinfahrt. An den geraden Elementen muss aber etwas Bastelarbeit geleistet werden, um die unbearbeiteten Seiten zu verbergen. Mit 7,50 Euro pro geraden bzw. gebogenem Segment mit den dazugehörigen Stegen herrscht ein faires Preis-Leistungsverhältnis, wenn man bedenkt, wie lange man selber an einem Holzsteg und besonders dem Stück mit Kopfsteinpflaster arbeiten würde. Besonders eignen sich die Materialien für fantasylastige Projekte. So könnte man sich die Docks beispielsweise in Mortheim, Freebooters Fate, einer Stadtplatte im Warhammer-Imperium oder anderen Fantasy-Skirmishs vorstellen. Auch im historischen Bereich könnte man die Elemente verwenden. In ein modernes Setting passen die Elemente leider weniger.
Aufgrund der Preise und der Qualität eignen sich die Docksegmente als günstige Grundsteine einer Spielplatte oder eines Dioramas, und sind bedenkenlos zu empfehlen!
Die kleinen Ruderboote sind leider nur bedingt zum Spielen geeignet und lassen sich eher als Geländestücke verwenden oder um Hafenszenen zu unterstreichen. Mit 5 Euro pro Stück liegt der Preis aber noch in einem akzeptablen Rahmen. Das mittelgroße Schiff liegt bei preislich 17,50 Euro. Da auch hier der spielerische Nutzen eingeschränkt ist, bleibt es jedem selbst überlassen, ob er bereit ist, das Geld dafür zu bezahlen. Qualitativ und optisch gibt es an den Booten jedoch nichts zu bemängeln!
Die U-Boote besitzen ein eigenwilliges Design und sind mit 3,50 Euro für das Modell Ripper bzw. 5 Euro für das Modell Blunderbuss durchaus fair bemessen. Leider lässt sich bei ihnen gar kein spielerischer Nutzen erkennen, da keine Miniaturen darauf untergebracht werden können. Aber um etwas Abwechslung auf eine Spielplatte zu bringen eignen sie sich allemal. Eine große Anzahl anderer Designs findet ihr zudem auf der Homepage von Gerard.

Quelle: Shifting Lands

Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/

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Kommentare

  • Hm, hab ich noch nie von gehört.
    Sieht aber nett aus und ist auch preislich mehr als vertretbar, wie mir scheint.

    Ich denke, die Boote wirken nur im Vergleich zur Base der Miniatur sehr klein, nicht im Verhältnis zur Mini selbst.

    • Wollte ich noch in meine Reviev reinschreiben: Für Miniaturen mit True Scale im 25-28mm BEreich sollten die Boote besser geeignet sein, als für HEroic Scale.

  • sehr sehr geil! Auch wenn einige Teile den spielerischen Nutzen nicht erkennen lassen, so sind es doch genau diese Teile die eine Spielplatte später zum Leben erwecken lassen! Genau diese kleinen, netten Details sind doch die hingucker auf jeder Platte 🙂

  • Die Maße der eizelnen Teile wären noch interessant gewesen, die kann man zwar grob abschätzen aber gerade bei länger geplanten Projekten wäre das schon wichtig.

    Ansonsten eine schöne Review, schöne Teile und ich schau mit shiftinglands mal genauer an ^.^

    • Länge der geraden Dockelemente: 15 cm, Breite 6 cm, Höhe 2,2 cm
      geschwungene Elemente: Höhe: 2,2 cm, Breite 6cm, Länge 12,5 cm (Länge der Diagonalen durch das Stück)

  • Sehr schöne und vor allem nützliche Review, vielen Dank dafür!

    Habt ihr eine Ahnung, wie teuer das große Schiff ohne Takelage & co. ist?

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