von BK-Thorsten | 15.09.2010 | eingestellt unter: Reviews, Science-Fiction

Review: EDEN ISC

Große Miniaturen versprechen großen Spaß? Wir haben die ISC von Taban Miniatures’ EDEN unter die Lupe genommen.

 Die Starterbox

Mit lediglich drei Miniaturen bildet das ISC von der Anzahl der enthaltenen Figuren her das Schlusslicht unter den mit je 31,00 Euro zu Buche schlagenden Starterboxen zu Taban Miniatures postapokalyptischem Skirmish EDEN. Jede der Boxen enthält eine Truppe zu exakt 100 Punkten, der Standardspielgröße.

Größe ist ein gutes Stichwort, denn zwei der drei enthaltenen ISC-Miniaturen sind alles andere als Standard in dieser Kategorie. Die Ausmaße von Carmin Ronin und Grey Daimyo entschädigen auf den ersten Blick bereits für die niedrigere Figurenzahl. Auf den zweiten Blick zeigt sich außerdem dass Taban Miniatures auch bei diesen Figuren nicht mit Details gespart hat: Leitungen, Nieten, Gelenke, Lüftungen… alles schier im Überfluss vorhanden und gut dargestellt. Neben den Standard-Plastikbasen für Carmin Ronin (40mm) und Black Kunoichi (30mm) hat Taban Miniatures für Grey Daimyo eine zu dessen Beinhaltung passende, gestaltete Resinbase (40mm) beigelegt.

  

Zusätzlich finden sich neben einem 32seitigen Regelwerk noch jede Menge Karten in der Box:

  • 3 Profilkarten
  • 4 Missionskarten
  • 6 Taktikkarten
  • 1 Referenzkarte über den Ablauf der einzelnen Phasen
  • 2 Karten mit Markern zum Ausschneiden (allgemeine Marker und spezielle Missionmarker)

Die Miniaturen in der Starterbox bestehen mit Ausnahme der Black Kunoichi aus recht vielen Teilen und es braucht schon einen Moment um herauszufinden welches Teil eigentlich wohin gehört. Beim Carmin Ronin stellte sich zudem das Problem dass sowohl die Schulterpanzer als auch die Schürzen keine offensichtlichen Montagepunkte aufweisen. So hilft nur probieren und als Endprodukt das Bild auf der Packung und der Profilkarte anstreben.

Von diesen Problemen abgesehen gestaltet sich der Zusammenbau recht angenehm. Die Details sind scharf gegossen und die Miniaturen verfügen über recht wenige Gussgrate. Dennoch musste an einer Stelle beim Grey Daimyo mit Greenstuff nachgeholfen werden. Der Spalt der beim Aufkleben der Energiemodule am Rücken entstand war einfach zu groß.

    

Die Blister

Weitere Modelle des ISC kommen im Blister, inklusive der jeweiligen Profilkarte. Hin und wieder findet sich eine weitere Taktikkarte oder aber aufgrund von Sonderregeln oder Ausrüstung benötigte Schablonen zum ausschneiden. Die Preise beginnen bei 8,00 Euro für den Yellow Komuso und reichen bis zu 25,00 Euro für den (sehr großen) Carmin Hadakauma. Die faire Preisgestaltung der Starter wird also auch hier fortgeführt.

 

Die Punktkosten der Modelle bleiben weiterhin hoch und so ist es selbst mit allen Modellen zur Auswahl nach wie vor bisher nicht möglich als ISC mehr als drei Miniaturen ins Feld zu führen.

  

 

Das asiatisch inspirierte Roboterdesign wird konsequent umgesetzt und auch bei den weiteren Modellen wird nicht mit Details gespart.

Ein Highlight ist sicherlich das sehr große Modell des Carmin Hadakauma, einer Art riesiger Roboter-Zentauer. Taban Miniatures hat auch diesem Modell eine gestaltete Resinbase spendiert was sicherlich auch an den recht ungewöhnlichen Ausmaßen von 40x80mm liegen dürfte. Die Miniatur selbst ist ein Hybridbausatz aus Resin und Metallteilen, wobei der Rumpf und Torso samt Kopf aus Resin bestehen. Die Teile passen sehr gut zusammen, wobei der sehr dünne Stab der Hellebarde bestimmt oft abknicken wird.

     

 

Auf dem Spieltisch…

Das ISC verfügt vergleichsweise nur über wenige Kämpfer. Die Profilwerte reichen von oberer Durchschnitt bis sehr gut, allerdings verfügen diese Kämpfer nur über wenige Lebenspunkte. Dies kann am Anfang ein wenig verwirren, wird aber klarer sobald man sich ein wenig in die Regeln eingelesen hat: Das ISC besteht aus Roboterdrohnen, welche entsprechend eine Plasstahl-Hülle besitzen. Diese gewährt ihnen einen Ganzkörper-Rüstungsschutz der von den meisten Treffern direkt ein oder zwei Wunden abzieht, was oft genug ausreicht um den Treffer harmlos abprallen zu lassen und falls es dafür nicht genügt wenigstens das Umlenken auf bereits angeschlagene Körperzonen verhindert. Wenn dann allerdings ein Treffer diese Panzerung überwindet findet die Waffe schnell das empfindliche Innenleben. Kämpfe gegen mehrere Gegner sollte sich auch das ISC nicht leisten. Ansonsten können die Kämpfer des ISCs an sich recht gut auf sich alleine aufpassen, besitzen aber auch Fähigkeiten um sich gegenseitig zu unterstützen.

Die Missionen des ISC umfassen ein breites Spektrum. Von „Prioritary Target“ (Siegpunkte werden anhand besiegter Gegner ermittelt, wobei ein bestimmter Kämpfer doppelte Punkte einbringt.) bis „Reconnaissance“ (Das Spielfeld wird in neun gleich große Teile aufgespalten und jeder Bereich erhält einen Marker. Das ISC muss nun diese  Kartografie-Marker einsammeln indem ein Kämpfer am Ende einer Runde frei von Gegnern im entsprechenden Spielfeldteil steht.) ist einiges dabei.

 Fazit

Allgemein ist die Gussqualität definitiv eine der besten auf dem Markt. Die Modelle sind in ihrem Design etwas eigenwillig, aber nichts desto trotz in ihrem Detailreichtum sehr gut. Einige Teile sind allerdings etwas umständlich zu befestigen. Dies und die Anzahl der Teile sowie die manchmal notwendige Anwendung von Green Stuff um Lücken zu füllen erfordern bereits einige Erfahrung im Zusammenbau von Miniaturen. Gerade in der Starterbox wären weniger komplexe Modelle wohl die bessere Wahl gewesen.

Der Elitestatus auf dem Spielfeld, welchen das ISC durch seine wenigen, aber dafür punktetechnisch gesehen teuren Kämpfer inne hat, wird durch die Präsenz entsprechend großer und wuchtiger Kampfmaschinen unterstrichen.   

Taban Miniatures hat zu Eden eine Serie an gestalteten Resinbases im Programm, welche bei den Review-Modellen benutzt wurden. Die Bases werden für 8,00 Euro (10 Stück, 30mm) bzw. 7,00 Euro (4 Stück, 40mm) verkauft und in einem Set findet sich keine Base doppelt.

 

Wertungsbox

Gussqualität (1 – 6): 1,8

  • Gussgrate 2
  • Passgenauigkeit + Spaltmaße 2
  • Detailschärfe 1,5

Design und Layout (1 – 6): 2,5

  • Dynamik 2
  • Klebestellen 3

Preis-Leistung (1 – 6): 1,5

Gesamtnote (1 – 6): 2+

Die Modelle sind je nach Anzahl der Einzelteile geeignet für Einsteiger und Fortgeschrittene.

In Deutschland sind Taban Miniatures unter anderem über unseren Partner Miniaturicum erhältlich.

Link: Taban Miniatures

BK-Thorsten

Brückenkopf-Online Redakteur und Tabletop Insider stv. Chefredakteur. Spielt Infinity, SAGA, Freebooter's Fate, Kings of War, Warhammer 40k, Warzone Resurrection, Dropzone Commander, Deadzone, Dreadball, X-Wing, Konflikt '47, Bolt Action, Dead Man's Hand, Dracula's America, Beyond the Gates of Antares, Dropfleet Commander, Frostgrave, Collision, Bushido, Shadespire, Aristeia! und Warpath.

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Kommentare

  • Schönes Review und die Miniaturen gefallen. Allerdings habt ihr euch wohl noch die designtechnisch „konservativste“ Fraktion von Eden rausgesucht. Der japanisch/asiatische Look ist aber mal was außergewöhnliches…

    • Wenn es dir nur im die Minis geht, siehe die Review.

      Wenn dich das Spielsystem interessiert kannst du dir die Regeln auf deren Homepage kostenlos herunterladen (auch auf Deutsch).

      Im Moment liegen den Boxen noch englische Materialien bei, aber das soll sich bald ändern.

  • Schöne Review, auch die Bilde zum Größenvergleich snd top. Ansonsten kann ich dem Gesagten nur zustimmen. Die Miniaturen sind gut gegossen, die Passgenauigkeit ist auch gut. Der Zusammenbau gestaltet sich aufgrund der manchmal recht filigranen Teile schwieriger, das eine oder andere Teil sollte man stiften, sonst bleibts nicht ewig dran.
    Ob man sich die Miniaturen kaufen soll bleibt da jedem selber überlassen, für die Vitrine sicher nicht schlecht, wenn man einen Mitspieler hat, ist das Spiel auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

    P.S. als „konservativste“ Fraktion würde ich aber den Clan Bamaka zählen.

  • Hmmm… Konservativ würd ich sie nicht nennen. Man steht mit 3 Mennecken vor einem in Neuntel aufgeteilten Feld immer in der Unterzahl und soll am Ende einer Spielrunde frei von Gegnern stehen um sich 15 Siegpunkte abzugreifen, während der Gegner über doppelt so viele Kämpfer (und damit Aktionen) verfügt um einen umzuhauen und das ist womöglich sogar noch sein Ziel, womit er dann nicht nur 35 Siegpunkte einheimst wenn er mir den Carmin Ronin umhaut sondern mir auch 1/3 meiner Belegschaft klaut. Und ich habe lediglich 5 Spielrunden Zeit mein Ziel zu erfüllen. Prost Mahlzeit. Das ISC hat mit Abstand die wenigsten Lebenspunkte und reiht sich so neben den meisten Minis bei EDEN ein: der erste verwundende Treffer kann auch (wenn er entsprechend Wumms hat) der letzte sein. Das gilt noch mehr beim ISC, da sie aufgrund der Panzerung noch weniger dazu neigen Schaden anzusammeln. Auf ISC einkloppen ist Sekt oder Selters.
    Was das Design angeht so ist auch das ISC in meinen Augen ungewöhnlich genug, siehe Carmin Hadakauma (Dessen Hellebardenschaft ich mittlerweile durch einen Messingstab ersetzt habe), Blue Rikishi oder die Black Ubume.

  • Ist der Grey Daimyo wirklich so schlecht auf dem Resinbase zu positionieren? Auf allen Bildern sieht es so aus als ließe sich das Modell schwerpunktmäßig nicht zentral auf das Base stellen.

    • Wieso schlecht? Ja, er steht nicht zentral auf dem Base und das Resinbase das mitgeliefert ist unterstützt es nicht das Modell zentral zu platzieren. Siehe dazu auch das Bild von den Einzelteilen mit deutlich sichtbaren Postitionen für die Füße. Dennoch steht das Modell sehr solide und fällt im Spielbetrieb auch nicht um. Ich habe es allerdings auch noch nicht auf extremen Schrägen getestet (die sowieso nix auf einem Spieltisch verloren haben). 😉

      Es ist aber jedem selber überlassen ein anderes Base zu nehmen und sich selbst etwas zu gestalten. Allzu große Hügel dürfte es bei einer Partie EDEN sowieso nicht geben, denn irgendwo muss man ja auch noch spielen und das Spielfeld ist ja lediglich 60x60cm „groß“.

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