von Dennis | 05.08.2010 | eingestellt unter: Tutorials

Hobbytipp: Farbpötte mit Kugeln präparieren

Wenn Farben über einen längeren Zeitraum stehen, neigen sie dazu sich zu trennen. Dann sinken die Pigmente ab und das Trägermedium schwimmt oben.
Da hilft dann häufig auch kein Schütteln mehr. Zwar kann man mit dem Pinsel immer wieder etwas mischen, aber das Endergebnis beim späteren Malen kann dann in der Intensität der Farbe und Deckkraft variieren.

Daher gibt es den Trick, das man eine Kugel (wie das z.B. bei Sprühdosen üblich ist) mit in den Farbpott gibt, damit die Farbe beim schütteln besser durchmischt wird.

Wir haben uns von Pinselknecht PK-Pro die Agitatorkugeln besorgt. Diese gibt es in 2 verschiedenen Größen in 50 bzw. 30 Stück Tüten.

PK-Pro Agitatorkugeln
Das Beispiel zeigt eine Citadel Farbe, bei der sich über der Farbe das Medium bereits separiert hat. Hier wurde eine kleine Kugel verwendet. Bevor man die Kugel (bzw. generell eine Mischhilfe) in die Farbe gibt, sollte man allerdings prüfen ob die Farbe nicht bereits festgetrocknet ist. Die Farbe darf zwar etwas zähflüssiger sein, aber feste Farbe kann auch die Kugel nicht wieder fit machen.
Also Kugel ins Farbpöttchen, verschließen und gut schütteln (und darauf achten, dass der Behälter gut verschlossen ist, sonst hat man den Raum mit Farbe gesprenkelt). Das 4. Bild zeigt das gut durchmischte Endergebnis.

Hobbytipp - Separierte Farben Hobbytipp - Separierte Farben Hobbytipp - Separierte Farben Hobbytipp - Separierte Farben

Besonders anfällig für das Separieren sind die Foundation Farben. Hier werden stärkere Pigmente verwendet, welche besser decken aber auch schwerer sind und daher sich schneller vom Trägermedium trennen. Hier auch Bilder vorher und nachher.

Hobbytipp - Separierte Farben Hobbytipp - Separierte Farben Hobbytipp - Separierte Farben Hobbytipp - Separierte Farben

Der Trick mit der Kugel funktioniert natürlich nicht nur mit Citadel Farben, sondern auch bei Coat d’Arms oder P3. Aber wie ist das mit den Tröpfenflaschen wie sie von Vallejo, Reaper, Pegasus oder Army Painter verwendet werden? Diese können abgezogen werden und in die größere Öffnung die Kugel versenkt werden.

Hobbytipp - Separierte Farben

Die hier verwendeten Agitatorkugeln von PK-Pro kosten 1,95 EUR für 50 normale oder 30 schwere Kugeln. Das entspricht 4 bzw. 7 Cent pro Kugel und 1-2 dieser Tüten reichen für das durchschnittliche Farbsortiment. Vor allem da man diese wieder verwenden kann.

Worauf sollte man achten, wenn man seine Farben mit diesem Trick fit machen möchte? Im Falle der alten Reaper Farben war es so, dass dort kleine Totenschädel enthalten waren, die dieser Aufgabe nachkamen. Grundsätzlich kann man z.B. auch die Stege der Zinnfiguren in kleine Stücke schneiden und dafür verwenden. Hier ist allerdings der Nachteil, das diese Teile nicht rund sind und daher nicht die optimale Durchmischung beim Schütteln erzeugen.

Hobbytipp - Miniaturen auf Bases stiften

Was man allerdings nicht tun sollte, sich einfach irgendein Kugellager kaufen und diese Kugeln dafür verwenden. Es ist wichtig, dass es sich um ein nichtrostendes Edelstahl handelt, bei dem sicher gestellt ist, dass dieses Material nicht mit den Farben reagiert. Hier ist es schon mehrfach vorgefallen, dass die Farben anlaufen oder „geschimmelt“ sind und danach nicht mehr zu gebrauchen waren.

Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/

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Kommentare

  • hatte die selbe idee und überlegt wo ich kugeln herbekomme. da viel mir angler-bleigewichte ein, habe davon noch einige liegen. haben eine ähnliche größe und sind recht schwer.
    weiss wer, ob blei bei farben irgendwelche nachteile haben, rosten tut es ja nicht, oder wie es mit der giftigkeit aussieht?

    • von Blei wuerde ich dir ABRATEN! Blei ist und bleibt nun mal giftig. Und auch wenn deine Bleigewichte vielleicht nur eine sehr geringe Masse haben, so wirst du wenn Du wie so viele Maler mal deine Pinselspitze mit dem Mund ’spitzt‘ zwangslaeufig kleinste Mengen Blei zu dir nehmen. Da du die Farbe nie 100%ig aus dem Pinsel bekommst. Und diese Menge wird natuerlich nicht zu einer Bleivergiftung fuehren, aber es ist nicht gesagt dass nicht nach Jahren intensiven gebrauchs Du chronisch Leiden davon tragen koenntest! Klar male ich hier den Schwarzen Peter an die Wand aber ich moechte klar stellen, Blei ist GIFTIG! (Desweiteren ist es schaedlich fuer die Fortpflanzung und so sollte deine Freundin auf garkeinen Fall mit diesen Bleifarben hantieren)

      Waere Blei in Farben egal, haetten wir kein Problem mit Spielzeug aus China 🙂

  • Also, ich nehm immer die Zinnstege und knips die mir mit der Kombi-Zange in mehrere kleine Stückchen, dann kommen die auch gescheit in alle Ecken. Bin irgendwie unentschlossen ob ich dafür jetzt Geld bezahlen sollte – hat da jemand Erfahrung mit beiden Systemen, sind die Kügelchen besser?

  • Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Kugeln (allerdings nicht von Pinselknecht) und den P3-Farben gemacht. Vor allem die Metallics neigen imho recht deutlich zum separieren.
    Aber ich gebe Siamtiger recht damit dass man aufpassen soll nicht jede x-beliebige Kugellagerkugel (übles Wort) zu nehmen. Ich hab mal eine erwischt die nicht 100% Rostfrei war und mein GW Hardcoat einen leicht gelben Stich verpasst hat. Ist zwar noch einwandfrei in Ordnung, aber man sollte es halt nur noch auf dunklen Farben verwenden.

  • Ich hab mir die Kugeln auch gegönnt und bin sehr angetan. Besonders die Vallejo-GC-Farben haben mich teilweise in den Wahnsinn getrieben, die sind nun dank 1-2 Kugeln wirklich pflegeleicht. Auch bei der Reaper Masters Serie hab ich ein paar Flaschen mit Kugeln ergänzt, weil meine Farben sehr dickflüssig waren.

    Fazit: Die Kugeln sind super und ich möchte nicht mehr drauf verzichten.

  • Hört sich nach dem nächsten Pflichtkauf an.
    Gibts die Kugeln auch bei irgendeinem Händler oder nur bei denen direkt?

  • Naja, allerdings sollte man bedenken, dass je älter die Farbe ist, umso unwarscheinlicher ist dass es funktioniert.
    Zumindest ist mir das aufgefallen. Habe ein paar mittlerweile 5 Jahre alte Farbtöpfe und bei denen ist die Farbe so fest abgesessen dass eine Kugel da nicht hift.
    Ich machst mit Wasser und einem Zahnstocher, dann tut sies wieder für ein Jahr 🙂

    • Jepp, würde die Kugeln deshalb auch gleich anch dem Kauf reinpacken, dann passiert so etwas evtl erst gar nicht oder zumindest deutlich später.

      Werde mir die wohl auch mal schnappen.

  • Vor etwas über einem halben Jahr habe ich mein gesamtes Farbsortiment (rund 30 bis 40 Farben von GW und Vallejo) mit Kugellagerkugeln präpariert (oder besser: versaut), mit dem Effekt, dass einige Farbtöne (unabhängig vom Hersteller) mit den Kugeln reagiert haben. Am Boden der Farbtöpfe haben sich hässliche, rostfarbene Verfärbungen gebildet und das Weiß z.B. entwickelt sich langsam richtung Creme. Ganz hässliche Sache das.

    Wenn das Problem mit den Agitatorkugeln ausgeschlossen werden kann, werde ich bei den nächsten Farben die ich kaufe die verwenden.

  • Wenn die kleinen / leichten Kugeln schon so ein gutes Ergebnis bringen, was machen dann die schweren/größeren Kugeln? Bzw. sind diese vorzuziehen?

    Ich habe leider zu gleichen Teilen Pötte wie Dropper Bottles, wäre insofern ganz gut zu wissen ob kleine für alles reichen oder ob sich bspw. bei Foundationfarben größere anbieten.

    Was passiert wenn die Farbe um die Kugel langsam austrocknet? Reichen dann ein paar Tropfen Wasser und schütteln und ist alles gut, oder retten die Kugeln dann auch nichts mehr?

    • Ich hab für Citadel und Dropper die kleinen und für die P3 Farben die großen Kugeln verwendet.

      Beim Austrocknen ist immer die Frage, wie stark es schon fest ist. Leicht zähflüßig kriegt man einigermaßen gut wieder in Gang aber wenn sich schon feste Klumpen bilden, kann man auch damit nur schwer wieder was in Gang kriegen.

      • Zumindest bei Vallejo GC geht der „Ausguß“ ganz leicht ab (wie oben im Bild gezeigt-habs grad probiert 1cm Durchmesser)dann sollten auch die großen reinpassen. Kann jemand sagen ob zwei Kugeln nochmal besser sind (nein will nicht die ganze Flasche voll machen :-)) oder ist das Quatsch?

  • Vielen Dank für diesen Hobbytipp, mir ist vor ein paar Tagen erst der marode Zustand meiner Mechrite Red aufgefallen…
    Hat jemand vn denen schon Bases bestellt und weis was über Qualität usw. ? Die Deckbases wären eine Überlegung wert, der Preis würde auch stimmen…
    Gruß

  • Hallo Leute,

    und danke an die Jungs und Mädels vom Brückenkopf für diesen tollen Aktikel!

    Um ein paar Fragen zu klären!

    1. Die kleinen Kugeln passen in die Vallejo-Flaschen
    2. Die Großen Kugeln passen NICHT in die Vallejo-Flaschen
    3. Es bleibt frei, ob zwei kleine oder eine große verwendet wird.

    Ich nutze in meinen Duncan Töpfen einfach zwei kleine und bin super zufrieden!
    Die großen sind bei 30 ml und mehr sehr angebracht, denn diese mischen da einfach effektiver, durch die spezielle Form und das höhere Gewicht!

    Meine Basen sind alle handgefertigt. Ich produziere seit nun mehr über 5 Jahren. Die PK-PRO wird Ende des Jahres 5 Jahre alt!

    LG

    Der Knecht

    • Fein, danke für die Klärung. Ich hab heute mal Kugeln bestellt und werde meine Kugellagerkugeln damit ersetzen.

  • Hab letzte Woche 3×50 Kugeln bestellt und sind gestern angekommen. Hab die nun in allen Vallejo-Dosen versenkt, wobei ich bei direkt die Erfahrung gemacht habe, daß einige Farben besser 2 Kugeln vertragen. Während alle VGC und die VMA Farben schon mit einer Kugel beim Schütteln nen beruhigendes Klackern von sich geben, sieht das bei den VMC Farben etwas anders aus. Hier ist die Konsistenz eine andere, da hört man lange erst mal nix, weswegen ich die von mir häufig benutzen Farbtöne mit 2 Kugeln und paar Tropfen Thinner beglückt habe.

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