von Dennis | 13.08.2009 | eingestellt unter: Historisch, Reviews

Review: Wings of War Deluxe Set

Wings of War ist ein Fliegerspiel welches im 1. bzw. 2. Weltkrieg angesiedelt ist und in Deutschland über Mad Mans Magic vertrieben wird.

Wings of War

Als Fliegerspiel genießt Wings of War einen gewissen Exotenstatus zum üblichen Regiment gegen Regiment Tabletop. Für uns einer von vielen Gründen, das Spiel genauer anzuschauen

Uns liegt das Deluxe Set von Wings of War vor, welches neben dem Regelwerk und einigen Spielmarkern auch 4 Flugzeuge im 1:144 Maßstab bietet.

Worum geht’s es bei Wings of War?
Wie bereits erwähnt, bietet Wings of War ein Regelwerk für Luftkämpfe zwischen einzelnen Flugzeugen. Dabei ist das System so ausgelegt, dass es auch mit deutlich mehr als 2-4 Flugzeugen gespielt werden kann. Wobei es egal ist, ob 2 Spieler mit mehreren Flugzeugen pro Seite spielen oder ein knappes Dutzend Spieler die jeweils ein Flugzeug steuern.
Außerdem kommt Wings of War komplett ohne Würfel aus, da Ergebnisse wie Schaden über spezielle Kartendecks abgedeckt werden.

Wings of War Wings of War

Was bietet das Regelwerk?
Wings of War liegt ein komplett farbiges 20-seitiges Regelwerk bei, wobei die Basisregeln auf nur 4 Seiten erklärt werden und daher schnell verstanden sind. Die restlichen Seiten befassen sich mit Erläuterungen, Szenarios und optionalen Regeln unter anderem für Turniere, Flughöhen oder besondere Flugmanöver.

Insgesamt bietet das Deluxe Set

  • 2 Achsen Flugzeuge
  • 2 Alliierte Flugzeuge
  • 4 Manöverkartendecks (A, B, C, D) mit insgesamt 82 Karten
  • 2 Schadenskartendecks (A + B) mit 114 Karten
  • Sonderkarten (Zielkarte, Schützengraben-, Maschinengewehr- und Bombenkarte)
  • 85 Spielmarker
  • 4 Spielbretter
  • 2 Lineale
  • 4 Flugzeug Modelle (Fokker Dr. I, Spad XIII, Sopwith Camel, Albatros D.VA)

Wings of War Wings of War Wings of War Wings of War

Die Marker und Karten sind ansprechend gestaltet und aus stabilem Karton bzw. dicker Pappe gedruckt. Die Flieger sind für vorbemalte Miniaturen auch sehr ansehnlich bemalt und können sich wirklich sehen lassen, ähnlich wie die weiteren Flieger im Wings of War Sortiment.
Die Flieger sind gut verarbeitet und stabil, dass auch bei häufigerem Spielen mit normaler Vorsicht nichts abbricht.
Wings of War

Welche Fraktionen gibt es und wie spielt sich das System?
Da sich Wings of War im 1. und 2. Weltkrieg ansiedelt, gibt es als Wählbare Fraktionen die Achsenmächte und Alliierte. Dabei unterscheiden sich die Flieger im Maßstab, da für den 1. Weltkrieg 1:144 und den 2. Weltkrieg 1:200 verwendet wurde.
Nach dem die Flieger verteilt worden sind, stellen die Spieler ihre Flugzeuge auf den Gegner ausgerichtet auf. Jeder Spielzug verfügt über 4 Phasen, erst eine Planungsphase und danach 3 Manöverphasen.
In der Planungsphase wählt der Pilot für sein Flugzeug aus dem Manöverdeck 3 Aktionen für die Manöverphasen aus. Danach decken die Spieler reihum zu erst die Karte für das 1. Manöver auf, führen die Bewegungen und eventuellen Beschuss aus, bis alle dran waren und die 2. und danach 3. Manöverphase ebenso durchgeführt wurde. Wenn die 3 Manöverphasen durchgeführt wurden, beginnt der nächste Spielzug wieder mit der Planungsphase.
Die Bewegung wird durchgeführt, in dem die Manöverkarte vor die Fliegerbase gelegt wird und der Flieger entlang der eingezeichneten Linie bewegt wird.
Wenn während der Bewegung ein Flieger ein gegnerisches Flugzeug in seinen Schussbereich (auf der Base gekennzeichnet) bekommt, wird mit dem Lineal ermittelt ob das Flugzeug in Reichweite ist und der Schaden über die Kartendecks ermittelt.
Das Basisregelsystem ist schnell verstanden und kann nach ein paar Spielen um weitere Regeln aus den Zusätzlichen Regelteil ergänzt werden. Hier bieten sich vor allem Flughöhen und speziellen Schaden an.
Wings of War glänzt hier durch ein wirklich schnelles und unkompliziertes Regelwerk, welches von dem Mittagspausen Scharmützel bis zum riesigen Fliegerkampf mit mehr Spielern / Flugzeugen und größerem Spielfeld skaliert werden kann.

Wings of War

Ich besitze die Grundbox, was nun?
Grundsätzlich lässt sich Wings of War auch nur mit Karten spielen. Die Miniaturen des Deluxe Set sind optional, werten das Spiel aber ungemein auf und sollten auf jeden Fall verwendet werden.
Die Wings of War Grundregeln sind identisch mit denen der anderen Boxen, wie z.B. Famous Aces, Watch your Back! oder Burning Drachens, welche aber keine Miniaturen beinhalten – diese sind separat erhältlich. Die Boxen decken neben den Grundregeln weitere Regeln ab, wie z.B. für Ballons oder Flugabwehrstellungen. Aber jede Box ist für sich unabhängig spielbar.
Nach dem man nun eine Grundbox besitzt, kann man diese beliebig mit weiteren Boxen ergänzen bzw. die Fliegerflotte mit einzelnen Flugzeugen erweitern, denen jeweils ein Fliegerbasis, eine Flugzeugkarte, ein Manöverkartendeck und vier Höhenanzeigern beiliegt.
Außerdem gibt es noch bedruckte Spielmatten, welche allerdings nur sehr begrenzt verfügbar sind.

Wings of War

Wie geht es mit dem System weiter?
Aktuell veröffentlicht Nexus nach und nach weitere Flieger. Hier liegt allerdings der Schwerpunkt auf dem 2. Weltkrieg, da für den 1. Weltkrieg bereits 3 Serien mit jeweils 12 Flugzeugen verfügbar sind, sowie mehrere Grundboxen.
Für den 2. Weltkrieg ist es bisher erst 1 Serie und 2 Boxen. Die neuesten Veröffentlichungen sind die Boosterpacks Flying Legends (primär Royal Airforce) und Eagles of the Reich (Luftwaffe).

Wings of War

Fazit
Wings of War ist ein einfach zu lernendes und schnelles Spiel. Die vielen Optionalen Regeln bieten den Spielern viele Möglichkeiten das Spiel an ihre Ansprüche anzupassen und die Fliegermodelle über den Spieltisch zu schieben ist eine willkommene Abwechslung.
Es darf sich ruhig mit dem Titel „historische Fliegersimulation“ schmücken, da es den Fliegerkampf gut wieder spiegelt ohne sich in einer Vielzahl von Tabellen und Werten zu verzetteln und damit die Spieldynamik zu verlangsamen.
Mit 20 EUR für die Grundboxen, 50 EUR für das Deluxe Set und ~ 10 EUR für die einzelnen Flieger samt Decks, sind die Kosten überschaubar und auch für ein „Nebenher“-System immer noch attraktiv.

Link: Mad Mans Magic
Link: WingsofWar

Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/

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Kommentare

  • Dankeschön für das Review – ich kann es nur bestätigen, auch wenn ich “nur” die alte Kartenspiele habe.
    Ich vermisse allerdings ist der Hinweis auf die Zusatzboxen, mit denen es dann möglich ist Doppelsitzer/Bomber und Air/Ground Missionen zu spielen (Watch your back) oder das Burning Drachens-Set, welche das Spiel hauptsächlich um Ballone erweitert.
    Nicht unbedingt ein Kaufmuss – aber nett. 🙂

    Was mir am Kartenspiel allein nicht so gefiel ist die Tatsache, das sich die Karten mit der Zeit natürlich an den Ecken wölben und sich dann so die Flieger sehr schnell in alle Richtungen drehen. Ich denke, dieses ist mit den Plastikmodellen Geschichte…

  • Siamtiger :
    Die Zusatzboxen findest du unter “Ich besitze die Grundbox, was nun?”

    *schäm* Dabei hab ich’s doch gelesen… es ist einfach zu früh… Sorry!

  • Und wer etwas ähnliches im 40k Universum, ohne vorbemalte Minis und mit Würfeln will, der spielt Aeronautica Imperialis, ein Bericht darüber wird ja auch bald im BK zu finden sein 😉

  • Die Flieger sind ganz schick, nur die zweite Maschine der Deutschen sieht ein bißchen aus wie ein fliegendes Badehandtuch… Wer denkt sich bitte so ein Farbschema aus???

  • Der Pilot war udet, die Tarnung ist die Standard Lozenge Tarnung der kaiserlichen Luftwaffe. Die Farbschemen sind schon alle historisch belegt, der 1 WK war halt noch was bunter ;).
    Ansonsten kann ich sage: echt geiles spiel, mit 1 Flieger pro seite echt gut für zwischendurch, mit ganzen jastas kann das auch mal eine abendfüllende beschäftigung sein, ist also auch recht vielseitig, vorallem mit den zusattzregeln.

  • Das mit den ungewöhnlichen Farben geht auch noch wesentlich besser – immerhin hatte Richthoven später ein geschwader, das als `fliegender Zirkus´ bekannt geworden ist. Und die waren wirklich bunt.
    Flieger zu dieser Zeit waren so etwas wie Ritter – jeder Pilot hatte sein eigenes selbstgewähltes Insignium oder Wappen.
    Da fällt mir ein – ich habe hier ein Zeppelin aus der Zeit, das knapp einen Meter lang ist – wäre ideal dafür, hä, hä…

  • Hätte sogar noch in etwa den rihtigen maßstab, jetzt mußt du nur noch versuchen das teil auf nem base zu befestigen

  • Das ist kein Problem – bei uns im Werk gibt´s Acrylglasplatten mit 4mm Dicke. 😀
    Das Ding ist unten anthrazitgrau und das obere Drittel in Tarnfarbe und hat zwei Motorgondeln sowie eine Brücke, die an Gittern hängt.

  • Der Rumpf ist vom Flohmarkt – musste natürlich Gondeln und sowas alles in Eigenregie herstellen und anbringen.

    [URL=http://img5.imagebanana.com/][IMG]http://img5.imagebanana.com/img/7zutrs1g/IM001469.JPG[/IMG][/URL]

    Und dann noch wie ein Marineluftschiff aus Kaiser´s Zeiten lackieren. Von den coolsten Sachen gibt es nun mal leider keine Bausätze – aber auf was Selbstzusammengefriemeltes, was dazu noch cool aussieht kann man schon´n bisschen stolz sein.

  • [URL=http://img5.imagebanana.com/][IMG]http://img5.imagebanana.com/img/7zutrs1g/IM001469.JPG[/IMG][/URL]

    Handgefriemelt.

  • Das? Klar ist das imperial – ursprünglich war das Luftschiff für etwas vollkommen Anderes gedacht – sowas wie ein EPIC-Truppentransporter.
    Der hätte auch Panzerwagen schleppen können – wie das Riesending in den Hellsing-Taschenbüchern. 😀

  • Schöner Review.
    Zum Inhalt: Enthalten sind 2 A-Schadensdecks und 1 B-Deck, also zusammen 3.

    Zur Lozenge: Das wirkt bunt, ist aber tatsächlich eine gute Tarnung gewesen. Dadurch sollte der Flieger mit dem Untergrund verschmelzen, der in Mitteleuropa von oben ja wie ein Flickenteppich ausieht.

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