von Dennis | 31.08.2009 | eingestellt unter: Reviews, Terrain / Gelände

Review: Dunkelstadt Basisset + Erweiterung

Wir haben von Ziterdes das Dunkelstadt Set getestet. Zur Review lagen uns das Basis-Set (89,99 EUR), das Erweiterungsset I (89,99 EUR) und das Erweiterungsset II (79,99 EUR) vor.
Ziterdes - Dunkelstadt

Was ist das Dunkelstadt Set?
Dunkelstadt ist ein modulares Plattensystem aus Hartschaum, mit dem verschiedene Kerker und Keller gelegt werden können. Es gibt verschiedene Zusatzbausteine wie Wände und Treppen um das Gelände jedes Mal anders zu gestalten. Außerdem bietet Ziterdes reichlich Zubehör wie Möbel und Statuen um die Flure und Räume von Dunkelstadt aufzuwerten.
Die Platten sind 19 x 19 cm groß bzw. 7 x 7 Felder, bietet damit also genügend Platz für Miniaturen bis 28-32mm auf entsprechenden Bases.
Ziterdes - Dunkelstadt Ziterdes - Dunkelstadt Ziterdes - Dunkelstadt

Was befindet sich in den Boxen?
Basis Set

  • Je 1 x Typ 1, Typ 2, Typ 3, Typ 4, 19 x 19 x 2 cm (Sockel) + 4 cm (Mauer)
  • 2 x Typ 6, 19 x 19 x 2 cm (Sockel) + 4 cm (Mauer)
  • 4 x Mauer mit Tür, 4 x Raummauer (ohne Bild)
  • 1 x Statue (ohne Bild)

Ziterdes - Dunkelstadt
Erweiterungsset I

  • 1 x Typ 5, 19 x 19 x 2 cm (Sockel) + 4 cm (Mauer)
  • 1 x Typ 2, 19 x 19 x 2 cm (Sockel) + 4 cm (Mauer)
  • 4 x Typ 6, 19 x 19 x 2 cm (Sockel) + 4 cm (Mauer)
  • 3 x Gangmauer, 2 x Doppel-Gangmauer, 3 x Mauer mit Tür

Ziterdes - Dunkelstadt
Erweiterungsset II

  • 2 x Typ 7 – 19 x 19 x 2 cm, 2 x Typ 8 – 19 x 19 x 4 cm
  • Je 1 x Typ 9 und Typ 10 – 19 x 19 x 2 cm
  • 4 x Einzeltreppe, 2 x Doppeltreppe

Ziterdes - Dunkelstadt
Die Preise für die Boxen sind recht hoch angesetzt, während im Basisset und Set I mit 90 EUR das Preis-Leistungsverhältnis noch zu rechtfertigen wäre, ist Set II mit 6 flachen Modulen (2 mit besonderer Gestaltung) eher mau und trotz der Tatsache, dass es 10 EUR günstiger ist, immer noch nicht zufrieden stellend.
Der Preis orientiert sich hier zu sehr an den „Konkurrenten“ wie Dwarfenforges Mastermaze, die zwar etwas teurer sind aber plastisches 3d Gelände bieten und durch den schwachen Dollar näher an den Dunkelstadt Preis heran kommen. HirstArts bietet mit den Gussformen und Gips ebenfalls eine Alternative, kommt etwa auf die gleichen Grundkosten, ist aber deutlich zeitintensiver und daher für diejenigen die direkt los spielen möchten auch keine Alternative.
Ziterdes - Dunkelstadt Ziterdes - Dunkelstadt Ziterdes - Dunkelstadt

Wie ist die Verarbeitung?
Ein großer Vorteil des Hartschaums gegenüber anderen Baumaterialien, wie z.B. Modellgips ist der Gewichtsvorteil. Vergleichbare Dungeons aus Hirstarts oder dem Polystone von Mastermaze sind deutlich schwerer. Das ermöglicht auch den Transport ohne Auto (wenn man mehr als ein Set besitzt). Außerdem lässt sich der Hartschaum auch einfach mit einem Cutter bearbeiten, so dass das Umgestalten der Module wie z.B. entfernen von Wänden oder hinzufügen von Fallen ohne größere Probleme von der Hand geht.
Negativ ist uns allerdings die Verarbeitungsqualität aufgefallen. Kleine Bläschen auf der Oberseite der Platten und Risse an den Stellen, an denen die Wände auf die Platte geklebt wurden, wiesen fast alle Module auf.
Wer sich massiv daran stört, sollte diese zusätzlich versiegeln. Ansonsten lassen sich – zumindest die kleineren Bläschen – beim bemalen überdecken.
Ziterdes - Dunkelstadt Ziterdes - Dunkelstadt Ziterdes - Dunkelstadt

Man kann aus den Dunkelstadt Platten mit Trockenbürsten bereits eine Menge herausholen, obgleich es von Vorteil gewesen wäre den Grundton etwas dunkler zu wählen, da man mit der Lieferfarbe nur sehr hell trocken bürsten kann. Hier ist ebenfalls aufgefallen, dass der Grundton zwischen den Platten stellenweise stark schwankt und so das Endergebnis bei einfacher Bemalung unterschiedlich ausfallen kann. Es empfiehlt sich in jedem Fall eine dunkle Grundierung, damit sich die Gestaltung vom Untergrund abhebt.
Ziterdes - Dunkelstadt Ziterdes - Dunkelstadt

Fazit
Bei Gelände stellt sich häufiger die „Buy-or-make“ Frage. Allerdings ist aber der Preis für fertiges Gelände – vor allem in Deutschland produziertes – vergleichsweise hoch und wenn man nach etwas anspruchsvollem sucht, gerne in einer Größenordnung die für den Verwendungszweck ungeeignet erscheint.
Dies ist auch eines der Probleme bei Dunkelstadt. Eine brauchbare Spieleplatte z.B. für Heroquest oder Dungeon Bowl benötigt mindestens 2 Sets, eher 3 und ist dann – ohne Zubehör wie Möbel oder Fallen – bereits bei 200 EUR, was z.B. bei einer Rollenspielgruppe dem Gegenwert von einem Regelwerk + 3-5 Erweiterungsbücher entspricht.
Die Verarbeitungsqualität ist befriedigend (wegen der Risse und Blässchen und zu dicken Versiegelung), aber für ein Produkt „Made in Germany“- gerade bei dem Preis hatten wir mehr erwartet. Aber wegen der Gewichts- und Stabilitätsvorteile des Hartschaums sammelt Ziterdes hier Pluspunkte und fängt sich wieder auf die Note 3.
Daher fällt ist unser Fazit, Dunkelstadt ist eine gute Idee auch mit den modularen Platten und zahlreichem Zubehör gut umgesetzt, allerdings im Preis leider zu hoch angesetzt um wirklich attraktiv zu sein.

Dunkelstadt wird von Thomarillion und Ziterdes angeboten.

Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/

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Kommentare

  • Das Display, was man auf Messen bewundern kann ist wirklich wunderschön.

    Aber wie auch aus dem Text hervorgeht ist der Preis einfach zu hoch. Wobei ich zugeben muss, dass ich ihn gar nicht SO hoch in Erinnerung hatte. Und wenn dann noch Mängel in der Verarbeitung auftreten, wird das gute Stück weiterhin nicht gekauft.

  • Die Sachen sind auch schick, das bestreitet keiner. Allerdings reduziert sich durch den Preis das potenzielle Kundenklientel deutlich auf eine ältere / finanziell besser situierte Gruppe.

    Die Preise sind auch nachträglich um jeweils einen 10er angehoben worden.

  • Nunja, die Produktionskosten werden sicherlich nicht gering sein. Allerdings spricht da dann wieder die Qualität dagegen.

    Wir wissen ja alle, wer geringe Stückzahlen, mit hoher Qualität herstellt, der kann hohe Preise verlangen, für ein Gut, das viele haben wollen. Aber wenn die Qualität leider nicht passt…..

  • Was mich an den Teilen etwas wurmt, ist die unglückliche Lösung, den Platzbedarf der Wände zu berücksichtigen. So sind in den Räumen schon mal alle Felder an den Wänden tabu für Minies, bestenfalls für schmale Möbel o.ä. geeignet.
    Hätte Ziterdes alternativ die Wände strikt 1/2 Feld breit gemacht, hätten sie zumindest eine Feldbreite mehr nutzbar machen können, wenn es auch einen “Sprung” zum Flurplan bedeuten würde.
    Was ich leider in den Rez nicht sehe, ist eine Bewertung der Bespielbarkeit überhaupt. Besonders eben im Zusammenhang mit den Wänden. Setzen der Minies eher Praktisch oder unpraktisch (sowas eben)?

  • Wir habens auf der KoMiCon getestet mit Dungeon Bowl / Blood Bowl. Da die Felder etwas größer als die 1 Inch Rundbases sind, kann man etwas versetzt auch Figuren in die Wandfelder setzen.

    Außerdem Bewertung der Bespielbarkeit ist abhängig vom System. Bei 20mm Bases ist es wirklich kein Problem, Heroquest im Grunde auch nicht. Mit 30mm Bases aufwärts wird es erst eng.

  • Hier ein paar Anmerkungen vom “Erfinder”:

    Ob ihr es glaubt oder nicht, der Preis stört uns auch. Dunkelstadt war ja geplant als Weiterentwicklung unseres Thomarillions Quest, das wir in Keramik produzieren und dessen Platten uns schon zu teuer für ein Spiel erschienen. Doch leider entpuppte sich Dunkelstadt als teurer in der Produktion.
    Inzwischen bin ich aber der Meinung, dass die Vorteile des Gewichts und der Bearbeitbarkeit des Materials den Preis relativieren. Vor Allem im Vergleich zu dem, was es sonst so auf dem Markt gibt im Bereich 3D-Dungeon.
    Wenn man zum ersten Mal ein Modul umgebaut hat und die überraschten Gesichter der unwissenden Mitspieler sieht, ist es einem die Anschaffung wert. Schaut euch doch mal bei Interesse die Dunkelstadt-Workshops auf http://www.thomarillion.de an, dann seht ihr was ich meine.

    Ziterdes hat inzwischen die Grundierung verändert und wie von uns und den Kunden gewünscht, dunkler gemacht.
    Die feinen Risse, die man an manchen Modulen findet, entstehen übrigens nicht durch das Ankleben der Wände, denn diese sind überhaupt nicht geklebt. Die Module sind aus einem Guss! Laut Ziterdes kommt das davon, wenn etwas zu viel Grundierungsfarbe verwendet wurde.
    Die manchmal produktionsbedingt entstehenden Luftbläßchen sind in der Regel so klein, dass sie beim Bemalen verschwinden. Sollte tatsächlich mal ein größerer Produktionsfehler dabei sein, kann man selbstverständlich bei Ziterdes reklamieren.

    Viele Grüße
    Thommy D. vom Thomarillion-Team

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