von Dennis | 17.03.2008 | eingestellt unter: Warmachine / Hordes

Jacks in the City – Prime Remix

Jacks in the City

Warmachine existiert nun schon etwas länger. Seine Spielerschaft ist konstant gewachsen, genauso wie die Liste der spielbaren Modelle. Zu Beginn brachte Privateer Press mit Prime ein wunderbares Grundregelwerk auf den Markt, welches allerdings schon bald noch einige kleinere Feintunings benötigte. Abgesehen von einigen marginalen Regeländerungen kamen immer mehr Fragen zur Interaktion der vielen Spezialfähigkeiten. Insbesondere die neuen Modelle aus Escalation, Apotheosis und Superiority (den Ergänzungsregelwerken für Warmachine) warfen Fraugen auf und einige Kompatibilitätsprobleme mit Hordes mussten ebenfalls noch genauer erläutert werden.

Zwar stellte Privateer Press mit den Online FAQ und einem wirklich hervorragenden Team von regelkundigen „Infernals“ im Forum, zwei hieb- und stichfeste Anlaufstellen für Regelfragen zur Verfügung, doch was war mit all den Spielern, die nicht online waren, oder diese Stellen nicht anliefen?

Des Weiteren wurde es schwer, die Übersicht zu behalten. Escalation brachte neue Regeln für „Jack Marshalls“, Unit Attachments und Weapon Crews mit. In Apotheosis folgten Epic Warcaster und Unique Warjacks und Superiority wartete mit Special Weapon Attachments, neuen Power Attacks und Kavallerie auf. So wurde der Ruf nach einem überarbeiteten Grundregelwerk laut, doch fürchteten sich viele Spieler vor einschneidenden Veränderungen an ihrem Spiel. Niemand rechnete jedoch damit, dass Privateer Press diesen Weg wirklich gehen würde. Denn richtig nötig war es nicht.

Wie Privateer Press aber nun mal so ist, wurde gegen Ende des letzten Jahres bekannt gegeben, dass mit Prime REMIX eine neue Variante des Grundregelwerks erscheinen würde. Seit Ende Januar 2007 liegen diese in den Regalen der Händler. Neben allgemeinem Jubel wurden auch wilde Spekulationslawinen losgetreten. Man zerriss sich im Forum darüber, welche Einheiten stärker und welche schwächer werden sollten. Privateer gebot dem schon bald mit Informationen Einhalt. Keine Punktkosten sollten verändert werden, nur ganz wenige Figuren in ihren Eigenschaften modifiziert. Das klang doch alles sehr gut, vor allem da das neue Buch auch mit neuem Artwork, neuer Storyline und allem was dazugehört aufwarten sollte. Endlich also ein zusammengefasstes Regelwerk als ultimative Referenz. Auch die Turnierorganisatoren waren darüber verständlicherweise begeistert.

Nun ist es da, das Remix. Was hat sich wirklich getan? Ich werde an dieser Stelle auf die wirklichen Regeländerungen eingehen, während mein geschätzter Mitschreiberling Andreas Neth sich weiter unten zum neuen Artwork, Layout und der Story äußern wird.

Es wurden in der Tat keine Punktkosten verändert.

Wenige Modelle wurden abgeschwächt. Um genau zu sein, nur Victoria Haley und Kommander Sorscha. (Dazu später mehr)

Wenige Modelle wurden verbessert. Der wohl am wenigsten eingesetzte Light Warjack, der Repenter erhielt „Fire“, was seinem Flammenwerfer endlich einen Sinn gibt. Die Sonderregel „Strafe“ des unbeliebten Sentinel wurde ebenfalls aufgewertet, er trifft nun mit seiner

Chain Gun signifikant besser. Die Mechaniker Cygnars und Khadors können nun Warjacks reparieren, ohne das diese auf ihre Aktivierung verzichten müssen. Nun machen diese Einheiten endlich Sinn und werden wohl nun auch mal auf den Schlachtfeldern zu finden sein.

Außerdem sind sie nun Jack Marshall, wodurch sie einen Warjack kontrollieren können. Wunderbar…

Pathfinder lässt Modelle nun auch über Hindernisse angreifen.

Direct Hits sind genau definiert.

Trample wurde richtig ausformuliert.

Throws wurden stark geändert. Man wirft nun komplett über alle dazwischen stehenden Modelle und diese werden in keiner Art und Weise negativ beeinflusst. Nur das Modell auf dem das geworfene Objekt landet wird in Mitleidenschaft gezogen.

Place Effects sind endlich komplett ausformuliert worden.

Und vieles mehr…

Aber am besten gönnt ihr euch selber einen Blick. Die meisten Änderungen sind sehr subtil und klären endlich alle Interaktionen der neuen Modelle mit den alten Grundregeln auf. Ich persönlich bin sehr froh, dass an den grundlegenden Spieldynamiken gar nichts verändert wurde. Mit allen bisherigen Errata und FAQ (die mit im Buch abgedruckt sind), hat man nun DAS Grundregelwerk für Warmachine, wie es sein sollte.

Aber… wie man es macht, macht man es verkehrt. Soweit zu dem Inhalt des Buches, kommen wir nun zu seinen Auswirkungen. Die allgemeinen Regeländerungen, Klarstellungen und Ausformulierungen stießen gemeinhin nur auf positive Resonanz. Genauso freuten sich viele über die Verbesserungen der sehr unbeliebten Einheiten und Warjacks. Aber viele entrüstete Cygnar und Khador Spieler machten Front gegen die „Nerfs“ (wie die Abschwächungen gemeinhin genannt werden) ihrer Warcaster. Sorscha wurde insofern verändert, dass ihr Feat nun nur noch alle Modelle in ihrer Sichtlinie in einem gewissen Radius einfriert. Im Gegensatz dazu waren vorher alle Modelle im Wirkungsbereich betroffen. Haleys Zauber-spruch „Temporal Barrier“ wirkt sich nun nur noch auf Modelle aus, die schon zum Zeitpunkt des Ausprechen des Zaubers in dessen Wirkungsbereich waren, früher blieb der Wirkungsbereich bestehen und auch alle Modelle, die sich in ihn hineinbewegten, bekamen die Abzüge auf ihre Geschwindigkeit und Defense. Im Gegensatz dazu blieben andere sehr starke Warcaster wie Kreoss und Deneghra vollkommen unberührt. Wie kam es dazu?

Die Ursache dafür ist beim Spielfluss zu suchen. Die Änderungen erlauben nun dem Gegner eine Interaktion gegen diese Fähigkeiten der beiden betroffenen Warcaster und so kann eine taktische Herangehendweise die fatalen Auswirkungen zumindest mildern. Des Weiteren sind beide Änderungen solche, die es dem Gegner erlauben, sich zumindest unter gegebenen Umständen noch zu bewegen. Diese ist bei dem Steamroller Szena

riensystem und Regelsetting (Privateer Press’ offizielles Turnierregelwerk), in dem es in vielen Szenarien darum geht, bestimmte Spielfeldbereiche zu kontrollieren und Figuren in diese hineinzuziehen, von großer Wichtigkeit. Denn so kann man mit der oben genannten taktischen Herangehensweise zumindest noch entgegenagieren. Alles in allem also eine für die Betroffenen zwar teil-weise schmerzliche Änderung, im Sinne des Spiels aber hervorragend.

Außerdem sei erwähnt, dass Prime Remix einen zusätzlichen Segen für die deutsche Warmachine Community darstellt. Im Gegensatz zur englischen Variante des ursprünglichen Prime, war die lokalisierte Version leider extrem fehlerbeladen. Werte waren vertauscht, ganze Passagen falsch übersetzt, Namen eingedeutscht und vieles mehr. Mit der neuen deutschen Variante des Prime Remix, mit der Ulisses Spiele, der deutsche Vertrieb für Privateer Press, schon in Kürze aufwarten wird, gehört diese „dunkle Ära“ nun endlich der Vergangenheit an und auch Spieler, die des Englischen nicht so mächtig sind, können nun ebenfalls voll durchstarten.

Soweit der neue Regelinhalt, aber was ist sonst noch neu?

Was Kennern des alten Prime zuerst auffallen wird ist, dass der Remix deutlich dicker (knapp ein Drittel mehr) ist – auch in der Softcoverausgabe. Des Weiteren ist das komplette Buch nun farbig, so dass man am Seitenrand bereits erkennt, in welcher Sektion man gerade blättert. So kommen die vielen Bilder deutlich besser zur Geltung und auch die erklärenden Skizzen zu den Regeln lassen sich leichter erfassen. Apropos Regeln: der bewährten Praxis aus dem Vorgänger folgend, gibt es wieder viele hervorgehobene Textboxen, die wichtige Regeln beleuchten und schneller auffinden lassen. Ebenso fällt einem

ein etwas anderer Stil bei den Formulierungen auf. Verstärkt wird nun mit Definitionen (die im Text fett oder kursiv hervorgehoben werden) und präzisen Umstandsbeschreibungen formuliert, die man sonst eher aus dem akademischen Bereich kennt.

Die enthaltenen Hintergrundinformationen kommen einem zwar vertraut vor, aber ein direkter Vergleich zeigt, dass doch alles neu geschrieben wurde – auch die Kurzgeschichten.

Nahezu alle Warjacks, Warcaster und Einheiten haben zudem neues Artwork bekommen. Über Geschmack lässt sich freilich streiten, aber auch wenn die khadoranischen Warcaster reichlich gemischte Gefühle hinterlassen, so sind die Bilder der Warjacks doch durchweg gelungen bis beeindruckend. Die Aufmachung der Einheitenliste entspricht nunmehr dem aus Superiority bekannten Stil, also ein Seitenrand in Fraktionsfarbe, ein großes Bild und meistens auch noch ein paar kurze taktische Hinweise.

Die Karte der Iron Kingdoms wurde ebenfalls überarbeitet und enthält nun viele zusätzliche Details. Nicht neu, aber mit 9 Seiten nun deutlich umfangreicher, ist die Bemalanleitung. Von Grundierung bis Akzentuierung wird hier eigentlich alles erklärt, was man wissen muss.

Anschließend folgt eine Miniaturengallerie, die nun sämtliche Modelle aus Prime abdeckt.

Den Abschluss bilden, wie zuvor auch, ein umfangreiches Glossar und eine komplette Liste aller bisher erschienen FAQs und Erratas.

All den Neuerungen ist allerdings auch ein Teil des alten Prime zum Opfer gefallen. So fehlt nunmehr der alte Taktikteil, der ob der erschienenen Erweiterungen seine Daseinsberechtigung eingebüsst hatte.

(Original von Tim Grubbert, Brückenkopf 59 )

Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/

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