von Dennis | 17.03.2008 | eingestellt unter: Allgemeines

Geiz ist Geil!

Beim Auto schwören viele darauf: Jahres- und Gebrauchtwagen. Lässt sich dieses Prinzip auch auf das Tabletop Hobby übertragen? Mit Sicherheit! Viele Foren bieten Marktplatz Subforen an, zum Tauschen, Kaufen und Verkaufen. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, da man dort die eine oder andere „Dateileiche“ loswird, oder etwas Begehrtes ein bisschen günstiger ergattern kann.

Die Marktplätze der Foren
Die meisten Tabletop Foren bieten Marktplätze an. Nicht selten sind sie allerdings mit Auflagen versehen, wie z.B. eine gewisse Anzahl von Posts oder, dass man bereits eine bestimmte Zeitlang im Forum angemeldet sein muss. Den passiven Forennutzern, die lieber nur lesen, statt durch Posts und Threads aktiv am Forenleben teilzunehmen, mag dies unangenehm aufstoßen, aber es dient eurer Sicherheit. Jemand im vierstelligen Beitragsbereich, der schon Jahre im Forum angemeldet ist und so einigen anderen Usern durch diverse Turniere persönlich bekannt ist, ist ein vertrauenswürdigerer Handelspartner als „JohnDoe92“ mit 1 Beitrag.

Viele Foren führen mittlerweile White- & Blacklists von Marktplatznutzern. Dieses System ist am ehesten mit dem Ebay-Bewertungssystem zu vergleichen. Lest euch diesen Thread vorher durch, bevor ihr einen Handel tätigt. Ge-rade als Käufer ist dies sehr wichtig. Bei Foren, die ein integriertes Marktsystem ha-ben, ist dies übersichtlicher. Dort kann man häufig die Anzahl der Bewertungen inkl. Kommentaren einsehen.

Kaufen und Verkaufen

– Grundlegendes

Die Risiken beim Kauf / Verkauf über Foren liegen primär beim Käufer. Vorkasse ist absolut üblich. Bei bekannteren Handelspartnern bzw. jemandem, mit dem man bereits 23 reibungslose Transaktionen hatte, kann man auch andere Konditionen ausmachen. Dies liegt jedoch bei jedem selbst. Auch hier ist Zuverlässigkeit und eine gewisse Pünktlichkeit doch wichtig. Überweist den vereinbarten Betrag zum nächstmöglichen Termin, versendet Ware am Besten umgehend nach Geldeingang. Niemand wartet gerne auf seine Ware oder sein Geld.

Porto und Versand

Verpackt die Sachen anständig! Eine einfache Regimentsbox kann man zwar mit Paketaufkleber versenden, sollte man aber nicht. Die Pappe ist nicht sonderlich stabil und es kommt nicht selten sehr zerknittert beim Käufer an. Spart auch nicht an Zeitungspapier oder Ähnlichem um die Ware zu polstern. Gerade bei bereits zusammengeklebten Zinnfiguren ist dies wichtig. Plastik ist da nachsichtiger. Bits, Einzelteile oder eine Handvoll loser Zinnfiguren kann man ohne Base, bzw. gelöstem Base in einem wattierten Couvert versenden.

Bezüglich Portokosten: Ihr könnt Regelbücher, Codices und ähnliches als Büchersendung versenden. Dies kostet inkl. Verpackung nicht mehr als 1,50 – 2 Euro. Ein kleines wattiertes Couvert kann problemlos für 2-3 Euro versendet werden. Schmale Boxen (3-4 cm Höhe) können in einem Maxibrief versendet werden. Dies ist günstiger als der Versand als Päckchen.

Wenn ihr teurere Sachen verschickt (~ 50 Euro aufwärts) bzw. erwartet, wählt als Versandart Paket. Es kostet 3 Euro mehr als ein Päckchen, ist aber gegen Verlust bzw. Beschädigung versichert. Spart also nicht am falschen Ende.

Was kostet die Welt?

Was sind die Figuren wert, die ich anbiete? Was soll ich für die gesuchte Ware zahlen? Viele Einzelhändler bieten bereits 10-20% Rabatt auf neue Produkte und ab 50 Euro häufig freien Versand. Es macht also wenig Sinn z.B. einen grundierten Space Marine Trupp für 85% des Neupreises zzgl. Porto zu kaufen.

Daher hat sich als Richtpreis für Tabletopware aus 2. Hand 70-80% des Neupreises eingependelt. Dazu kommen allerdings diverse Faktoren, die es zu beachten gilt:

– Bemalte Figuren: Bei bemalten Figuren sinkt der Preis um weitere 10%. Handelt es sich dabei um Plastikfiguren sogar um 20%, da diese schwieriger zu entfärben sind. „Gut bemalt“ ist immer Ansichtssache. Niemand bezahlt für bemalte Figuren Aufschlag, sofern diese nicht mindestens eine 7-8 bei CMON* erreicht.

– Figuren älterer Editionen zusätzlich -15%. Dies gilt in der Regel nur für „aktuell“ neuaufgelegte Figuren. Ältere Sachen die Out-of-Production sind bzw. „Classic“ Status haben, fallen nicht unter diese Kategorie. Der harte 45% Abschlag resultiert daraus, das der aktuelle Neupreis höher ist, als der damalige Anschaffungspreis und es nicht gerechtfertigt wäre, die 70-80% am aktuellen – in der Regel höheren – Preis zu messen.

– Out-of-Production Artikel: Bei Figuren kann dies in einem Aufschlag von 0 – 100% liegen. Beispiel: 4. / 5. Edition Warhammer Reichsgardisten zu Fuß können normal zu 80% vom aktuellen Neupreis der Bihandkämpfer kalkuliert werden, da diese noch über die Mail Order zu beziehen sind. 3. Edition Imperiale Schwertkämpfer hingegen sind sehr rar und auch nicht mehr über die Mail Order zu beziehen. Dort ist ein Preis von 100-150% des Neupreises denkbar.

– Limitierte Figuren: Der Begriff „limitiert“ ist sehr dehnbar. Nicht zuletzt die Nachfrage und produzierte Stückzahl bestimmen hier deutlich den Preis. Games Day und Road Show Figuren stehen bei etwa 200% des Neupreises. Achtung ist allerdings geboten, wenn Figuren nur in bestimmten Ländern „limitiert“ sind, aber in anderen Problemlos über die Mail Order oder ähnliches bezogen werden können. Hier sollten 150% NP angesetzt werden. Sehr beliebte limitierte Figuren übersteigen die 200% häufig. Hier ist es aber sehr davon abhängig, was der Käufer bereit ist zu zahlen. Marco Colombo wechselt in Foren für 18-25 Euro den Besitzer, der limitierte Champion des Imperators ist auch schon für 50-80 Euro verkauft worden.

Diese Angaben sind lediglich Richtwerte damit ihr eine Größenordnung habt und müssen nicht mit dem letztendlich Preis übereinstimmen. Mail Order Preise sind im Übrigen nicht als Basispreis für die Kalkulation einzubeziehen, da diese Einzelteilpreise sind und in keinem Verhältnis zum „reellen“ Wert stehen. Bei älteren Figuren, die nicht zugeordnet werden können, hilft es Solegends** zu konsultieren.

Für Armeebücher / Codices hat sich ein Preis von 8 – 12 Euro eingependelt. 4. und 5. Edition Armeebücher / Alte Codices haben nur noch einen Sammlerwert aufgrund des ausführlichen Hintergrunds. Bei einem damaligen Preis von 40 DM sind hier ebenfalls 8 – 12 Euro angemessen, da das Angebot immer noch zu Genügen vorhanden ist.

Schwieriger sieht es da bei Regelbüchern aus. Ein altes Regelwerk hat, sofern es nicht Sammlerstatus besitzt (Bei Warhammer 3. Edition und früher, 40k Rogue Trader und evtl. noch 1. Edition), keinen besonderen Wert und wechselt je nach Zustand für 5 – 10 Euro den Besitzer. Bei spezielleren Dingen, wie z.B. den alten Realm of Chaos Büchern oder vergleichbaren Publikationen, bietet es sich an, die zu letzt erreichten Ebay Preise zu betrachten und daraus einen Mittelwert zu nehmen. Hier ist es häufig so, dass monatelang kein Angebot besteht und dann auf einem Schlag mehrere verfügbar sind. Daher schwankt dort der Preis sehr, nicht zu letzt wegen sehr gravierender Unterschiede beim Zustand der Bücher.

Tipps beim Ein-und Verkauf

Anstatt jeden Monat für 20-30 Euro kleinere Einkäufe zu tätigen, sollte man lieber 3-4 Monate aufsparen und auf einem Schlag ein größeres Lot kaufen. Häufig verkaufen Anbieter Armeen nur als Ganzes, da sie nicht auf Restposten sitzen bleiben wollen. Vorteil hier, ihr könnt für eine mittelgroße Streitmacht einen wesentlich besseren Preis erzielen wenn ihr sie als Gesamtes kauft, anstelle des Einzelkauf. Kurz um, ihr erhaltet in der Regel für 1 x 100 Euro mehr Ware als für 4 x 25 Euro.

Daher auch der Umkehrschluss für Verkäufer. Große Sammellose sind für euch zwar weniger Arbeit beim Verkaufen, aber häufig schreckt die Menge die Verkäufer ab, bzw. er ist nur an einem Teil des Angebots interessiert. Daher teilt größere Posten in mehrere kleine oder eben komplett in Einzelposten. Wichtig auch hier: Bilder! Wenn der potenzielle Kunde sieht, was ihr anbietet, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen guten Preis und vor allem einen Verkauf wesentlich höher. Niemand kauft gerne ungesehen. Dies erübrigt sich in der Regel bei neuverpackter oder unbehandelter Ware.

* Cool Mini or not, Online Bewertungsseite für bemalte Figuren. http://www.coolminiornot.com

** The Stuff of Legends, Online Archiv verschiedener Hersteller älterer Figuren. http://www.solegends.com/

Dennis

SiamTiger / Dennis, Stellvetr. Chefredakteur von Brückenkopf Online. Seit 1996 im Hobby. Erstes Tabletop Blood Bowl. Aktuelle Projekte: http://www.chaosbunker.de/

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